Naturmedizinischer Wirkstoff Mariendistel

Mariendistel
Wissenschaftlicher Name:
Carduus marianus (Silybum marianum)
Familie:Korbblütengewächse
Von Bärbel Tschech

Kurz erklärt!

Die Familie der Korbblütler enthält einige sehr wirksame Heilpflanzen wie Löwenzahn, Arnika und Echinacea. Eine der wichtigsten ist die Mariendistel. Sie ist auch als Frauendistel oder ganz allgemein als Leberpflanze bekannt. Besonders hoch konzentriert sind ihre Wirkstoffe in den Früchten bzw. Samen. Verschiedene Komponenten bilden gemeinsam einen Wirkstoffkomplex, der als Silymarin bezeichnet wird. Silymarin kommt vor allem bei Vergiftungen und Leberschäden zum Einsatz. Aus Mariendistelfrüchte-Trockenextrakten werden Arzneimittel hergestellt – meist Tabletten oder Kapseln. Das getrocknete Kraut der Heilpflanze hat sich traditionell als Tee zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen bewährt.

Was kann die Mariendistel?

Die kräftige und wehrhafte Pflanze schützt nicht nur sich selbst sehr effektiv vor schädlichen Einflüssen, sondern auch den, der ihre Heilkräfte kennt und nutzt. Unsere Vorfahren schlossen von dem Äußeren, dem Wesen einer Pflanze, auf ihre Heilwirkungen. Viele Kräuterkundige nutzen auch heute noch diese Pflanzen-Signaturen. Was verrät diesbezüglich diese besondere Distel über sich? Abgrenzung! Wir haben es mit einer mannshohen, kräftigen, aufrechten und stark bewehrten Pflanze zu tun. Sie kommt gut mit Trockenheit, intensiver Sonne und sonstigen Widrigkeiten zurecht. Sie kann also lebensfeindliche Bedingungen perfekt abwehren, sich selbst abgrenzen und so das verletzliche Innere schützen.

Leberschutz für Lebertypen

Abgrenzungsschwach sind einerseits diejenigen unter uns, die einfach nicht NEIN sagen können. Oft gewähren sie Anderen unbegrenzten Zugang zu den individuellen und nötigen Freiräumen. Häufig neigen sie dazu, Übergriffe zuzulassen und sich ausnutzen zu lassen, bis sie möglicherweise irgendwann ausbrennen und von Depressionen gequält werden. Heute haben wir es in solchen Fällen oft mit dem so genannten Burnout-Syndrom zu tun, welches häufig mit depressiver Verstimmung einhergeht. Früher bezeichnete man diesen Zustand als Melancholie. In diesem Wort steckt die Silbe „chol“ – genauso, wie in dem Begriff Choleriker. Chol ist die Bezeichnung für den „Saft der Leber“, die Galle. Beim Choleriker läuft sie sprichwörtlich ständig über. Auch der übertriebene Schutz des Inneren, der aggressive Selbstschutz des Cholerikers, gilt als Ausdruck der natürlichen Abgrenzungsschwäche. Beim Melancholiker ist die Galle schwarz. Melas kommt aus dem Griechischen und bedeutet schwarz. Traurigkeit legt sich wie ein dunkler Mantel über die Gefühlswelt der Betroffenen.

Leberstärkung: wie und für wen? 

Sowohl Melancholiker als auch Choleriker können durch leberstärkende Maßnahmen Unterstützung finden. Leberwickel bieten sich hier beispielsweise an. Aber auch die Kraft der abgrenzungsstarken und leberwirksamen Mariendistel. Dieses Wissen wurde von Naturheilkundlern zur Herstellung von Kräutermischungen genutzt. Zum Wohle ihrer Patienten verwendeten sie die Heilpflanze zur unterstützenden Behandlung von Melancholie bzw. Depression. Heute kommt Carduus marianus v.a. zur Leberstärkung zum Einsatz. Ihre wichtigen Inhaltsstoffe sind bekannt und gut erforscht. Man bezeichnet sie als Silymarin. Ihre Wirkung ist durch wissenschaftliche Studien bestätigt worden – genauso wie die geringe Gefahr von Nebenwirkungen. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Arzneimitteln mit Silymarin-reichen Mariendistelfrüchten, die in Tabletten- oder Kapsel-Form bei Lebererkrankungen eingesetzt werden.

Wie sieht sie aus und wo kommt sie vor?

Die unverwechselbare Distel ist in trockenen und sonnigen Lagen Südeuropas und Nordafrikas heimisch. Sie wird in Mittel- und Osteuropa kultiviert. „Marianus“ bzw. „Marien-“ weist auf eine alte Legende hin, nach der die weißen Flecken und Streifen auf den Blättern von der Milch der Jungfrau Maria herrühren sollen. Andere gebräuchliche Namen deuten ebenso auf die Wertschätzung hin, die man dieser Heilpflanze seit Jahrhunderten entgegenbringt: Christi Krone, Fieberdistel, Frauendistel, Heilands Distel, Marienkörner oder Stechkörner.

Allgemein bekannt ist sie unter ihrem früheren lateinischen Namen Carduus marianus. Innerhalb der Distelgewächse nimmt sie jedoch eine ganz besondere Stellung ein – u.a. wegen ihrer Wirkstoffe. Deshalb wird sie neuerdings als einziger Vertreter der botanischen Gattung Silybum angesehen. Die meisten anderen Disteln gehören der Gattung Carduus an. Deshalb heißt die Pflanze seit einigen Jahren korrekterweise Silybum marianum, wobei marianum wieder den Bezug zur Jungfrau Maria herstellt.

Was macht sie mit der Leber und was ist Silymarin?

Die botanische Bezeichnung Silybum für die beliebte Heilpflanze ist Namensgeber für die Hauptwirkstoffe: Silymarin. So bezeichnet man das Gemisch aus Silybin (Silibinin), Silychristin und Silydianin, das besonders in den Mariendistelfrüchten hoch konzentriert ist. Insbesondere der Inhaltsstoff Silybin (Silibinin) schützt die empfindlichen Leberzellen vor der zerstörerischen Wirkung von Giften. Mit denen ist die Leber besonders stark konfrontiert, weil sie das Stoffwechselzentrum und damit auch die Entgiftungszentrale unseres Körpers darstellt. Sie muss giftige Stoffe abbauen und für die Ausscheidung vorbereiten. Solche Stoffe entstehen als Abbauprodukte ständig im Stoffwechsel. Immer mehr Gifte werden aber vom Körper durch Umwelt und Nahrung aufgenommen und müssen auch verstoffwechselt und wieder ausgeschieden werden. Bei dieser Aufgabe sind die Leberzellen selbst stark gefährdet und können absterben. Der Wirkstoff Silymarin hat zwei wichtige Wirkungen: Er schützt nicht nur die Leberzellen vor der Gift-Wirkung, sondern regt zusätzlich die Regenerationsfähigkeit der Leber an. Deshalb wird das Silybin beispielsweise sogar als Antidot zur Behandlung von Knollenblätterpilz-Vergiftungen verwendet.

Wie wird die Mariendistel angewendet?

Das Kraut der Heilpflanze wird kaum genutzt. Vielmehr sind es die Früchte. Mariendistel-Extrakte werden in verschiedenen Formen verwendet: Zur Herstellung von hochdosierten pflanzlichen Mariendistel-Präparaten wird meist mit Hilfe von Alkohol als Auszugsmittel ein Extrakt aus den Mariendistelfrüchten hergestellt und dann zu Kapseln, Tabletten oder Tropfen verarbeitet. Einen Teil der Wirkstoffe kann man herauslösen, indem man die getrockneten Früchte mit kochendem Wasser übergießt. Deshalb kann man sich auch einfach einen Mariendistel-Tee bereiten, indem man einen Teelöffel mit zerquetschten Früchten mit kaltem Wasser ansetzt und dann aufkochen lässt.  Die Früchte sind auch in fertig angebotenen Leber-Tees bzw. Leber-Galle-Tees enthalten. Meistens enthalten die Tees auch andere Leber- bzw. Magen-Darm-Mittel und Bitterstoffe. Wenn die Dosierung ausreichend hoch ist, können sowohl Tees als auch Arzneimittel sogar bei schweren Lebererkrankungen, wie Hepatitis C unterstützend wirken. Sie erhalten Tees und Arzneimittel in Form von Kapseln oder Tabletten in jeder Apotheke.

Auch die Homöopathie verwendet Mariendistelfrüchte. Entsprechende homöopathische Medikamente erhält man in der Apotheke mit der Bezeichnung Carduus marianus. Die Einsatzbereiche sind in Homöopathie und Phytotherapie recht ähnlich: Sowohl pflanzliche als auch homöopathische Arzneimittel wirken in erster Linie auf die Leber.

Kann Mariendistel schaden? - Welche Nebenwirkungen hat sie?

Mariendistelfrüchte gelten als sehr gut verträglich. Ganz vereinzelt kann lediglich eine leicht abführende Wirkung auftreten. Es bestehen auch keine Bedenken hinsichtlich unerwünschter Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.
 

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zur Carduus marianus in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Homöopathische Anwendung von Mariendistel

die Leber-Schützende unterstützt bei:

  • Leber-Galle-Erkrankungen
  • Stauungen im Pfortadersystem
  • Krampfadern, Hämorrhoiden
  • Verdauungsstörungen
  • Schwäche, Niedergeschlagenheit

Phytotherapeutische Anwendung von Mariendistel

die Leber-Schützende

  • regt die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen an
  • schützt Leberzellen vor der Wirkung von Giftstoffen
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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

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