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Naturmedizinischer Wirkstoff Mariendistel

Carduus marianus (Silybum marianum)

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)

Ein Schutz für die Leber und das verletzliche Innenleben

Die kräftige und wehrhafte Heilpflanze Mariendistel schützt nicht nur sich selbst sehr effektiv vor schädlichen Einflüssen, sondern auch den, der ihre Heilkräfte kennt und nutzt. Unsere Vorfahren schlossen aus dem Äußeren, dem Wesen einer Pflanze auf ihre Heilwirkungen – viele Kräuterkundige nutzen auch heute noch diese Pflanzen-Signaturen. Was verrät diesbezüglich die Mariendistel über sich? Abgrenzung! Wir haben es mit einer mannshohen, kräftigen, aufrechten und stark bewehrten Pflanze zu tun, die gut mit Trockenheit, intensiver Sonne und sonstigen Widrigkeiten zurechtkommt – Feinde also perfekt abwehren, sich selbst abgrenzen und so das verletzliche Innere schützen kann.

Leberschutz für Lebertypen

Abgrenzungsschwach sind einerseits diejenigen unter uns, die einfach nicht NEIN sagen können, Anderen unbegrenzten Zugang zu den individuellen und nötigen Freiräumen gewähren, Übergriffe zulassen, sich ausnutzen lassen, bis sie möglicherweise irgendwann ausbrennen und von Depressionen gequält werden. Heute haben wir es in solchen Fällen oft mit dem so genannten Burnout-Syndrom zu tun, welches oft mit depressiver Verstimmung einhergeht. Früher bezeichnete man diesen Zustand als Melancholie. In diesem Wort steckt die Silbe „chol“ genauso wie in dem Begriff Choleriker. Chol ist die Bezeichnung für den Saft der Leber, die Galle. Beim Choleriker läuft sie sprichwörtlich ständig über: Auch der übertriebene Schutz des Inneren, der aggressive Selbstschutz gilt als Ausdruck der natürlichen Abgrenzungsschwäche. Beim Melancholiker ist sie dagegen schwarz. Melas kommt aus dem Griechischen und bedeutet schwarz: Traurigkeit legt sich wie ein schwarzer Mantel über die Gefühlswelt der Betroffenen.

Beide Typen können durch leberstärkende Maßnahmen Unterstützung finden. Leberwickel bieten sich hier beispielsweise an und vor allem die Kraft der abgrenzungsstarken und leberwirksamen Mariendistel. Dieses Wissen nutzen Naturheilkundler schon seit Generationen zum Wohle ihrer Patienten: Früher enthielten Kräutermischungen zur unterstützenden Behandlung von Melancholie bzw. Depression meist auch leberstärkende Mittel. Heute kommt zur Leberstärkung v.a. die Mariendistel zum Einsatz, deren wichtige Inhaltsstoffe bekannt und gut erforscht sind. Man bezeichnet sie als Silymarin. Ihre Wirkung ist durch wissenschaftliche Studien bestätigt worden – genauso wie die geringe Gefahr von Nebenwirkungen. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Arzneimitteln mit Silymarin-reichen Mariendistelfrüchten, die bei Lebererkrankungen eingesetzt werden.

Mariendistel – die Besondere unter den Disteln

Die unverwechselbare Mariendistel ist in trockenen und sonnigen Lagen Südeuropas und Nordafrikas heimisch und wird in Mittel- und Osteuropa kultiviert. „Marianus“ bzw. „Marien-“ weist auf eine alte Legende hin, nach der die weißen Flecken und Streifen auf den Blättern von der Milch der Jungfrau Maria herrühren sollen. Andere gebräuchliche Namen deuten ebenso auf die Wertschätzung hin, die man dieser Heilpflanze seit Jahrhunderten entgegenbringt: Christi Krone, Fieberdistel, Frauendistel, Heilands Distel, Marienkörner oder Stechkörner.

Allgemein bekannt ist sie unter ihrem früheren lateinischen Namen Carduus marianus. Innerhalb der Distelgewächse nimmt sie jedoch eine ganz besondere Stellung ein – u.a. wegen ihrer Wirkstoffe. Deshalb wird sie neuerdings als einziger Vertreter der botanischen Gattung Silybum angesehen, während die meisten anderen Disteln der Gattung Carduus angehören. Deshalb heißt sie seit einigen Jahren korrekterweise Silybum marianum, wobei marianum wieder den Bezug zur Jungfrau Maria herstellt.

Silymarin – Wirkstoff für die Leber

Die botanische Bezeichnung Silybum für die beliebte Heilpflanze ist Namensgeber für die Hauptwirkstoffe der Mariendistel: Silymarin. So bezeichnet man das Gemisch aus Silybin, Silychristin und Silydianin, das besonders in den Mariendistel-Früchten hoch konzentriert ist. Insbesondere der Inhaltsstoff Silybin schützt die empfindlichen Leberzellen vor der zerstörerischen Wirkung von Giften. Mit denen ist die Leber besonders stark konfrontiert, weil sie das Stoffwechselzentrum und damit auch die Entgiftungszentrale unseres Körpers darstellt. Sie muss giftige Stoffe abbauen und für die Ausscheidung vorbereiten. Solche Stoffe entstehen als Abbauprodukte ständig im Stoffwechsel. Immer mehr Gifte werden aber vom Körper durch Umwelt und Nahrung aufgenommen und müssen auch verstoffwechselt und wieder ausgeschiedene werden. Bei dieser Aufgabe sind die Leberzellen selbst stark gefährdet und können absterben. Der Wirkstoff Silymarin hat zwei wichtige Wirkansätze: Er schützt nicht nur die Leberzellen vor der Gift-Wirkung, sondern regt zusätzlich die Regenerationsfähigkeit der Leber an. Deshalb kommt das Silybin beispielsweise sogar als Antidot bei Knollenblätterpilz-Vergiftungen zum Einsatz.

Die Mariendistel bzw. Mariendistel-Extrakte werden in verschiedenen Formen verwendet: Zur Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln wird meist mit Hilfe von Alkohol als Auszugsmittel ein Extrakt aus den Mariendistelfrüchten hergestellt und dann zu Kapseln, Tabletten oder Tropfen verarbeitet. Weil man einen Teil der Wirkstoffe schon herauslösen kann, indem man die getrockneten Früchte mit kochendem Wasser übergießt, gibt es auch reine Mariendistel-Tees bzw. die Früchte sind auch in anderen Lebertees enthalten. Sowohl Tees als auch Arzneimittel werden oft vom Arzt oder Heilpraktiker bei verordnet und können sogar bei schweren Lebererkrankungen, wie Hepatitis C unterstützend wirken. Tees und Arzneimittel können aber auch in jeder Apotheke selbst gekauft werden.

Auch die Homöopathie verwendet die Mariendistel mit der Bezeichnung Carduus marianus. Die Einsatzbereiche sind in Homöopathie und Phytotherapie recht ähnlich: Sowohl pflanzliche als auch homöopathische Arzneimittel wirken in erster Linie auf die Leber.

Mariendistel bei Pascoe Naturmedizin

Carduus marianus ist konzentriert in Hepar-Pasc® Filmtabletten enthalten, einem pflanzlichen Arzneimittel zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose und toxischen Leberschäden. 

Homöopathische Anwendung von Mariendistel

die Leber-Schützende unterstützt bei:

  • Leber-Galle-Erkrankungen
  • Stauungen im Pfortadersystem
  • Krampfadern, Hämorrhoiden
  • Verdauungsstörungen
  • Schwäche, Niedergeschlagenheit

Phytotherapeutische Anwendung von Mariendistel

die Leber-Schützenden

  • regen die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen an
  • schützen Leberzellen vor der Wirkung von Giftstoffen

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zur Mariendistel in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.