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Vitamin-C-Mangel – Was ist das?

Vitamin C ist lebensnotwendig für den Menschen. Ein ausgeprägter Mangel wird als Skorbut bezeichnet. Diese Krankheit gab dem Vitamin C seinen eigentlichen Namen: Ascorbinsäure. Damit ist also die „anti-skorbutische Säure“ gemeint. Skorbut ist auch als Seefahrerkrankheit bekannt, weil gerade Seefahrer, die sich monatelang nur von getrockneten Lebensmitteln und ohne frisches Obst und Gemüse ernährten, an Skorbut litten. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war die Seefahrerkrankheit die häufigste Todesursache bei Seereisen. Aber auch lange Winter und Kriegszeiten, in denen Lebensmittel knapp wurden, waren mit dem Auftreten von Skorbut verbunden. Symptome eines ausgeprägten Vitamin-C-Mangels haben vor allem mit einer gestörten Kollagenbildung zu tun und betreffen deshalb vor allem Bindegewebe, Blutgefäße, Knorpel und Knochen. Hierzu gehören v.a. Einblutungen in die Haut, entzündetes und blutendes Zahnfleisch - bis hin zum Zahnausfall, Gelenkergüssen, Schmerzen der Gelenke, Knochen und Muskeln sowie schlecht heilenden Wunden. Allgemeine Vitamin-C-Mangel-Symptome sind Schwäche, Müdigkeit, Infektanfälligkeit und auch psychische Beschwerden wie depressive Verstimmungen.

Welche Ursachen gibt es für einen Vitamin-C-Mangel?

Eine der wichtigsten Ursachen für einen Mangel an Vitamin C ist die zu geringe Aufnahme von frischem Obst und Gemüse. Das heißt: Ein Vitamin-C-Mangel kann in den meisten Fällen durch eine optimale und gesunde Ernährung verhindert werden.
Eine besondere Risikogruppe für einen Vitamin-C-Mangel sind Raucher: Sie haben meist eine geringere Vitamin-C-Konzentration im Blutplasma, selbst wenn sie die empfohlene Menge Ascorbinsäure über die Nahrung aufnehmen. Aber auch chronische Entzündungen im Körper können zu einem Vitamin-C-Mangel führen, da Entzündungen meist mit einem Mehrbedarf an diesem Vitamin einhergehen. Ein Vitamin-C-Mangel kann deshalb so leicht auftreten, weil Vitamin C wasserlöslich ist und damit nicht im Körper gespeichert werden kann.

Eine wichtige Ursache für einen Vitamin-C-Mangel stellen auch Magen-Darm-Erkrankungen mit Entzündungen der Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich dar: Sie können verantwortlich dafür sein, dass die Ascorbinsäure, die eventuell sogar täglich und ausreichend mit der Nahrung aufgenommen wird, gar nicht von den Darmschleimhäuten aufgenommen und damit dem Blut und den Körperzellen zur Verfügung gestellt werden kann. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, kann es daher nötig sein, die Aufnahme über die Nahrung vorbeugend zu erhöhen – zum Beispiel in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Möglicherweise ist es aber auch bei einem ausgeprägten Mangel nötig, den Verdauungstrakt zu umgehen und die Vitamine in Form einer Injektion oder Infusion zu geben. Anfällige Personengruppen für einen Vitamin-C-Mangel sind auch Menschen mit chronischen Erkrankungen und Senioren.

Folgen eines Vitamin-C-Mangels

Menschen, die über Monate gar kein oder viel zu wenig des Vitamins zu sich nehmen, erkranken an Skorbut. Hierbei kommt es zu Entzündungen und Blutungen am Zahnfleisch, in der Muskulatur und am Gaumen, zur Lockerung und sogar zum Ausfall der Zähne sowie zu Schwellungen der großen Gelenke. Das ausgeprägte Krankheitsbild ist heute kaum noch bekannt, aber lange Phasen eines Mehrbedarfes an Vitamin C durch verschiedene Erkrankungen kann durchaus zu typischen Mangel-Symptomen führen. Ein beginnender Vitamin-C-Mangel kann sich durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung und eine Schwächung des Immunsystems bemerkbar machen. Typisch ist auch, dass Wunden schlechter heilen. Patienten, die diese Anzeichen an sich feststellen, können ihren Vitamin-C-Spiegel von ihrem Arzt untersuchen lassen.

Vitamin C – was ist das eigentlich?

Vitamin C ist auch unter dem Namen Ascorbinsäure bekannt. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Ungarn Albert Szent-Györgyi erstmals isoliert, das heißt: als reine Substanz dargestellt. Die chemische Struktur ist relativ einfach und der Glucose, also dem Traubenzucker, sehr ähnlich.
Vitamin C ist an zahlreichen Stoffwechsel-Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt. Steht es dem Körper nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, sind Mangelerscheinungen die Folge. Entsprechend des individuellen Vitamin-C-Blutspiegels kann es dann nötig sein, Infusionen mit der biologisch aktiven Form, nämlich dem Ascorbat durchzuführen, um den Mangel schnell und effektiv zu beheben. Ascorbat ist die reine, aber auf einen annähernd neutralen pH-Wert eingestellte L-(+)-Ascorbinsäure, umgangssprachlich wird diese Form oft als gepuffertes Vitamin C bzw. gepufferte Ascorbinsäure bezeichnet.

Vitamin C – natürlich oder künstlich?

Vitamin C ist die allgemein gebräuchliche Bezeichnung für die vom Körper verwertbare biologisch aktive L-(+)-Ascorbinsäure. Unsere Körperzellen können nicht unterscheiden, ob die Ascorbinsäure, die ihnen zur Verfügung steht, direkt aus einer Frucht stammt oder aus einer Zuckerverbindung fermentiert hergestellt wurde. Untersuchungen haben gezeigt, dass der menschliche Organismus keine Unterschiede bezüglich der Aufnahme macht – Vitamin C aus Obst und Gemüse wird genauso gut aufgenommen wie aus Tabletten. Nichtsdestotrotz ist eine gesunde Ernährung immer der Einnahme von Nahrungsergänzungen vorzuziehen. Wird das Vitamin als Injektion bzw. Infusion hochdosiert verabreicht, so muss das Vitamin C dafür nach strengen Vorgaben in Reinstform hergestellt werden, weil es die reine Ascorbinsäure sein muss, die in die Venen gelangt. Verunreinigungen mit anderen Stoffen würden wir nicht vertragen. Als Rohstoff für die Herstellung von Ascorbinsäure wird meistens Mais genutzt.

Was bewirkt das Vitamin für unsere Gesundheit?

Der US-amerikanische Chemiker und Nobelpreisträger Linus Pauling gilt als Vater der hochdosierten Vitamin-C-Therapie.

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Ascorbinsäure ist ihre Fähigkeit, im Körper gebildete, sogenannte freie Radikale zu fangen und zu neutralisieren. Auch die Spurenelemente Zink, Selen und Mangan sind Radikalfänger, also wichtige Antioxidantien, genauso wie Vitamin C. Die Wirkung kann man sich wie ein „Rostschutzmittel“ vorstellen: Antioxidantien schützen die Zellen des Körpers vor der Oxidation durch freie Radikale.
Vitamin C ist außerdem wichtig für das menschliche Immunsystem und es unterstützt die Entgiftungsfunktion der Leber.

Darüber hinaus benötigt es der Organismus für den Aufbau von Kollagen. Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Eiweiß des menschlichen Körpers und das wichtigste Strukturprotein des Bindegewebes, der Haut der Knochen, Sehnen, Zähne und Blutgefäße.

Auch die Eisenaufnahme wird von der Ascorbinsäure unterstützt: Das Spurenelement Eisen kann im Dünndarm in Verbindung mit Vitamin C besser aufgenommen werden. Damit beugt es auch einem Eisenmangel vor.

Wieviel Vitamin C benötigt der Mensch täglich?

Der menschliche Körper kann Vitamin C nicht selbst produzieren und er kann auch keine Speicher anlegen, wie beispielsweise für Vitamin B12. Deshalb muss es dem Organismus ständig durch eine gesunde Ernährung zugeführt werden. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt Männern die Aufnahme von 110 Milligramm Vitamin C pro Tag, Frauen hingegen benötigen mit 95 Milligramm etwas weniger. Kinder haben ebenfalls einen geringeren Tagesbedarf. Raucher (DGE: Männer 155 mg, Frauen 135 mg), Schwangere und stillende Mütter brauchen hingegen deutlich mehr. Ganz wichtig dabei: Diese Werte beziehen sich auf Gesunde. Bei vielen Krankheiten steigt der Vitamin-C-Bedarf enorm an.

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin C?

Vitamin C kann gut über eine ausgewogene Ernährung aufgenommen werden. Ascorbinsäure kommt insbesondere in frischem Obst und Gemüse vor. Wurden früher Zitrusfrüchte als besonders reich an Ascorbinsäure angesehen, sind mittlerweile einige Fruchtsorten bekannt, deren Vitamin-C-Gehalt noch wesentlich höher ist. Zu diesen sogenannten Superfrüchten gehören unter anderem die Acerola-Kirsche und die Frucht des hauptsächlich in Peru verbreiteten Camu-Camu-Strauchs. Dennoch bleiben Zitrusfrüchte eine wichtige Quelle von Vitamin C. Sie enthalten nämlich auch Flavonoide, die das Immunsystem stärken können und so die Abwehrmechanismen des Körpers unterstützen.

Kann man den Vitamin-C-Bedarf über die Ernährung decken?

An sich schon, aber: Laut Studien nimmt jeder dritte Deutsche zu wenig Vitamin C über die Nahrung zu sich*. Rund 30% nehmen weniger als die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene tägliche Zufuhr auf.
Außerdem hat man in gewissen Situationen und bei verschiedenen Erkrankungen einen höheren Bedarf an diesem essentiellen Vitamin. Deshalb kann es in solchen Fällen zu einem Vitamin-C-Defizit kommen, das über die Ernährung nicht ausgeglichen werden kann.

*Max Rubner-Institut, B.f..E.u.L., Nationale Verzehrsstudie II. Ergebnisbericht Teil 2.

Sind Vitamin-C-Tabletten sinnvoll?

Für manche Menschen kann es sinnvoll sein, die Ascorbinsäure zusätzlich in Form von Vitamintabletten und Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen. Das ist etwa dann der Fall, wenn sie durch Fehlernährung über die Lebensmittel nicht genug Vitamin C aufnehmen oder die Darmschleimhaut geschädigt ist. Gute natürliche Vitaminquellen sind beispielsweise Vitaminpräparate aus der Acerola-Kirsche, Sanddornsaft und Sauerkrautsaft. Bei einem stark ausgeprägten Vitamin-C-Mangel, der ernährungsmäßig nicht behoben werden kann, sind hochdosierte Infusionen ein Weg, um den Mangel auszugleichen.