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Depression

Kurz erklärt!

Depressionen sind eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung. Entgegen gängiger Vorurteile entstehen depressive Symptome nicht durch persönliches Versagen! Im Folgenden finden Sie Informationen, die dabei helfen können, die Krankheit zu verstehen. Darüber hinaus werden Hilfsangebote und Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.

Was ist eine Depression?

Als Depression wird eine psychische Erkrankung bezeichnet, die meist mit einer stark gedrückten Stimmung bis hin zur Teilnahmslosigkeit, einer stark verminderten Motivation, Interessensverlusten, Traurigkeit und einer reduzierten Denkfähigkeit einhergeht. Zum Teil fühlen sich die Patienten innerlich regelrecht versteinert und leer. Depressive Menschen können zudem unter körperlichen Symptomen leiden: z. B. an Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Muskelverspannungen, Bauchschmerzen, Schwindel, Darmproblemen, Herzrasen und/oder Erschöpfung.

Zu Beginn ist Betroffenen meist nicht bewusst, dass sich ihre Gefühlswelt gerade stark verändert und die negativen Gefühle lassen sich zunächst noch ignorieren. Mit zunehmender Dauer fällt es immer schwerer die Anzeichen zu übergehen, so dass die meisten irgendwann resignieren und sich eher zurückziehen. Insgesamt fühlen sich Betroffene nicht wohl, erkennen sich selbst nicht wieder und leiden unter einer erheblich verminderten Lebensqualität. Die Hoffnungslosigkeit kann dann sogar zu Suizidgedanken führen. Depressionen können in jedem Lebensabschnitt erstmalig auftreten und verlaufen oft in Episoden. Sie lassen sich in der Regel und insbesondere bei frühzeitigem Beginn einer Therapie gut behandeln. Abhängig von der Anzahl der Haupt- und Zusatzsymptome unterscheiden die Mediziner folgende Schweregrade: leichte, mittelschwere oder schwere depressive Episoden.

Die Prävalenz, also die Häufigkeit einer depressiven Erkrankung, liegt in Deutschland bei 9,2 %. Darüber hinaus gibt es jedoch eine hohe Dunkelziffer an Betroffenen, bei denen die Krankheit aus verschiedenen Gründen bislang nicht erkannt wurde. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, z. B. weil sich die Menschen schämen und sich daher keine Hilfe suchen oder weil die Erkrankung nicht erkannt wird, da körperliche Beschwerden im Vordergrund stehen. Tendenziell weisen Frauen häufiger entsprechende Symptome auf als Männer. So sind 10,8 % aller Frauen und 7,6 % der Männer in Deutschland betroffen. Als Ursache wird neben biologischen Faktoren (z.B. Hormonschwankungen) eine höhere Belastung der Frauen durch psychosoziale Faktoren (z.B. die Doppelbelastung Familie und Beruf, die Pflege von Angehörigen) vermutet. 

Obwohl das Thema Depression in den letzten Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, ist es eine Krankheit, mit der Menschen nicht gerne in Verbindung gebracht werden. In unserer Leistungsgesellschaft zählen beruflicher und privater Erfolg, Ansehen und Aussehen, Selbstdarstellung und idealisierte Werte. Jemand, der sich depressiv Zuhause verkriecht, passt nicht in dieses ideale Bild. Dies macht es oft schwer über negative Gefühle zu sprechen und sich Hilfe zu suchen. Sachlich gesehen ist es jedoch einfach eine Reaktion des Körpers auf eine übermäßige Belastung, wie Stress oder kritische Lebensphasen. Was die einen einfach wegstecken, dem begegnen andere sensibel mit psychischen und körperlichen Symptomen. Die einen sind angespannt und nervös, andere bekommen Herz-Rhythmus-Störungen oder ein Magengeschwür und wieder andere werden depressiv. Die Übergänge zwischen psychischer und physischer Gesundheit und ernsthaften Beschwerden sind dabei fließend. Aber die Anzeichen bieten den Betroffenen eine Möglichkeit wahrzunehmen, dass es so nicht weitergehen kann und sie etwas ändern müssen.

Ursachen und Auslöser depressiver Episoden

Depressionen entstehen nicht durch persönliches Versagen! Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, von denen mehrere zusammenkommen müssen, damit eine Depression ausbricht. Dazu gehören neurobiologische Aspekte (körperliche Faktoren, die mit dem Aufbau und der Funktion des Nervensystems zusammenhängen) und psychosoziale Aspekte (Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren). Sie können zum einen für eine erhöhte Anfälligkeit bzw. Verletzlichkeit sorgen und zum anderen als Auslöser für den Ausbruch der Krankheit wirken.

Beispiele für neurobiologische Faktoren:

  • genetische Veranlagung: Die Tendenz depressiv auf eine zu ohne Belastung zu reagieren kann vererbt werden. In früheren Generationen wurde dies jedoch häufig verschwiegen.
  • Stoffwechselstörungen im Gehirn: Sind wichtige Botenstoffe, wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin nicht in ausreichender Konzentration vorhanden, steigt das Risiko für eine Erkrankung. Auslöser können in diesem Fall auch bestimmte Medikamente sein.  

Beispiele für psychosoziale Faktoren:

  • traumatisierende Erfahrungen z.B. in der in der Kindheit: Missbrauch, häusliche Gewalt, Erleben von Katastrophen, Flucht und Vertreibung
  • "erlernte Hilflosigkeit" in der Kindheit durch einen sehr ängstlichen oder über-führsorglichen Erziehungsstil der Eltern
  • Krisensituationen im Erwachsenenalter: Verlust von geliebten Menschen, Trennung vom Partner, Überforderung durch Mehrfachbelastung, finanzielle Probleme...
  • Verlust starker "Sinngeber" für das eigene Leben: Mütter, deren Kinder ausziehen oder Sportler, die nach einer Verletzung nicht mehr leistungsfähig sind oder Arbeitnehmer, die pensioniert werden, usw.
  • Neigung zu Schuldgefühlen und Perfektionismus
  • ein geringes Selbstwertgefühl, schlecht „Nein“-sagen zu können
  • Einsamkeit, das Gefühl der Isolation
  • Selbstlosigkeit bis zur Selbstaufgabe     

Welchen Einfluss hat das Belohnungssystem auf depressive Episoden?

Jeder Mensch besitzt ein Belohnungssystem, dessen Botenstoffe Freude, Glücksgefühle und Zufriedenheit auslösen, wenn sie freigesetzt werden. Dies geschieht z.B. durch Anerkennung, erreichte Ziele, Begegnungen mit geliebten Menschen und viele, viele andere Faktoren. Sie können auch dann noch aktiviert werden, wenn etwas mal nicht gut läuft, die eigenen Pläne durchkreuzt werden oder die Anerkennung für eine gute Leistung ausbleibt. Man hat sogar die Möglichkeit Fehlschlägen noch etwas Positives abzugewinnen und nach Missgeschicken über sich selbst zu lachen. Wenn es beruflich gerade schwierig ist, kann man sich in der Freizeit etwas Gutes tun und wieder Kraft schöpfen. Umgekehrt, kann die berufliche Arbeit ablenken, wenn einem die Kinder in Trotzphasen und Pubertät den letzten Nerv rauben. Immer wieder lassen sich im Leben Kraftquellen finden, die einem helfen auch Schwieriges anzugehen.

Bei depressiven Patienten ist es durch einen Mangel an bestimmten Botenstoffen sehr viel schwieriger das Belohnungssystem zu aktivieren. Dadurch empfinden sie Glück und Zufriedenheit sehr viel seltener als gesunde Menschen. Selbst neutrale Ereignisse werden als negativ empfunden und Erlebnisse, die negative Gefühle hervorrufen, werden stärker wahrgenommen. Irgendwann kommt es dann zu einer ständigen Niedergeschlagenheit und Resignation. Es bleibt das Gefühl, man sei den negativen Einflüssen hilflos ausgeliefert, während alles Positive einem verwehrt bleibt. Auf Dauer fehlen Motivation und Hoffnung zur Suche nach Alternativen, die Momente der Zufriedenheit schenken können. Darüber hinaus fällt es immer schwerer diese schönen Momente wahrzunehmen und zu genießen. So kommt es in depressiven Phasen zu einer gegenseitigen Verstärkung von Hoffnungslosigkeit und einem vermehrten Rückzug. Nicht selten schämen sich die Betroffenen und möchten niemandem zur Last fallen. Die Bewältigung des Alltags wird zunehmend schwerer. Obwohl es für die Betroffenen unmöglich erscheint, kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden und auch starke Depressionen lassen sich mit professioneller Hilfe behandeln.   

Wo finde ich Hilfe und wie können Depressionen behandelt werden?

Jede Therapie beginnt mit der Erkenntnis, dass etwas nicht stimmt und man allein nicht weiterkommt. Dies ist kein Eingeständnis eines persönlichen Scheiterns, sondern ein unentbehrlicher Schritt in Richtung Heilung. Es erfordert möglicherweise eine Menge Mut sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht und sich dann auch wirklich Hilfe zu suchen. Eine Diagnose kann nur von einem Arzt gestellt werden. Eine erste Orientierung können wissenschaftlich fundierte Selbsteinschätzungen z. B. im Internet ermöglichen. Sie können ein Schritt sein, um die ersten Anzeichen zu deuten, Probleme zu erkennen und die Dinge wieder in die Hand zu nehmen. Wer dann bei den ersten persönlichen Gesprächen Unterstützung braucht, kann z. B. einen guten Freund oder den Lebenspartner mitnehmen. Über Internet und Telefon gibt es eine ganze Reihe an Gesprächsangeboten, die man auch anonym nutzen kann. Eine gute Übersicht über Hilfsangebote wie Info-Telefon, Krisentelefone, Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Klinikadressen bietet z. B. die Deutsche Depressionshilfe.

Zur gezielten Behandlung jeder Krankheit gehört zunächst eine gute Diagnosestellung nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10. Dabei werden das Krankheitsbild, die Symptome, Dauer der Symptomatik, Vorerkrankungen usw. besprochen und ggf. mit standardisierten Fragebögen erfasst. Eine körperliche Untersuchung inkl. Überprüfung der Blutwerte hilft dabei organische Erkrankungen z. B. der Schilddrüse auszuschließen.

Unabhängig von der Ursache stehen zur Behandlung eine ganze Reihe effektiver psychotherapeutischer und medikamentöser Therapien zur Verfügung, die individuell an die psychische Erkrankung angepasst werden können. 

Medikamente 

Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel Antidepressiva, die darauf abzielen, die Konzentration an wichtigen Botenstoffen, wie Serotonin oder Noradrenalin, im Körper zu erhöhen und so die Stimmung aufzuhellen. Dazu gehören z.B. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Anders als bei Schmerz- oder Beruhigungsmitteln dauert es in der Regel vier bis sechs Wochen, bis ein Patient eine erste Besserung spürt. Daher ist es wichtig, dass die Betroffenen das verordnete Arzneimittel durchgängig einnehmen und nicht wegen vermeintlich nicht vorhandener Wirksamkeit eigenmächtig absetzen. Als pflanzliche Alternative zur Behandlung leichter depressiver Episoden wurde hoch dosiertes Johanniskraut (Hypericum perforatum) aufgrund guter Forschungsergebnisse in die Behandlungsempfehlung für Ärzte (Leitlinie) zur Behandlung einer Unipolaren Depression aufgenommen. Bei einer Unipolaren Depression leiden die Patienten über einen längeren Zeitraum unter Antriebslosigkeit und gedrückter Stimmung, ohne zwischendurch Phasen mit starker Aktivität und übertriebenen Hochgefühlen zu durchleben. Im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie kann das Nervensystem bei einem vorliegenden klinischen Mangel mit der Gabe von Vitamin C, aber auch bestimmten B-Vitaminen, unterstützt werden. Die normale Funktion der Nervenzellen ist sowohl auf diese Vitamine als auch auf Vitamin D angewiesen und bei seelischen Erkrankungen ist der Bedarf oftmals erhöht.

Psychotherapie - die Behandlung der Seele

Gezielte Gespräche oder Entspannungsmethoden gehören ebenso zu den psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten wie z. B. kognitive Verhaltenstherapien. Letztere lassen den Patienten erleben, dass er ein bestimmtes Problem selbst bewältigen kann. Eine Psychotherapie kann jedoch nur dann sinnvoll und erfolgreich sein, wenn ein Patient bereit ist, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen und aktiv mitarbeitet. Daher kann es insbesondere bei schweren Depressionen nötig sein, zunächst mit einer medikamentösen Behandlung zu beginnen.

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