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Darmgesundheit

Kurz erklärt!

Neben der reinen Verdauungsfunktion, der Bereitstellung von Nährstoffen und Vitaminen und dem Ausscheiden von verdauter Nahrung, enthält der Darm einen wichtigen Bestandteil unseres Immunsystems. Das sog. darmassoziierte Immunsystem wird bei seiner Abwehrfunktion von der Darmflora unterstützt. Zudem beherbergt der Darm das darmeigene Nervensystem – das Bauchhirn. Zur Unterstützung der Darmgesundheit können beispielsweise eine Darmsanierung oder Symbioselenkung empfehlenswert sein. Mit Biotin kann die Darmschleimhaut unterstützt werden.

Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden

In allen Medien kann man sich seit wenigen Jahren zu dem zukunftsweisenden Thema Darmgesundheit informieren.
Diese aktuelle Bewusstseins-Welle wurde mit ausgelöst durch den Bestseller „Darm mit Charme“. Nun findet man zahlreiche weitere Buchtitel wie „Alarm im Darm“, „Verdauung! 99 verblüffende Tatsachen“ und „Darm an Hirn: Der geheime Dialog unserer beiden Nervensysteme und sein Einfluss auf unser Leben“ und entdeckt Schlagzeilen wie „Darm gesund - alles gesund?“, „Der Darm als Sitz und Schlüssel der Gesundheit“, „Der Darm ist unser Gesundheitszentrum“ und erfährt, dass „Darmgesundheit mehr ist als nur eine gute Verdauung“. In asiatischen Kulturen gilt der Bauch schon lange als „Sitz der Seele und der Gesundheit“ und in Japan wird er als „geehrte Mitte“ (Onaka) oder "Zentrum der körperlichen und geistigen Kraft" (Hara) bezeichnet.

Geschichte und Wissenschaft

Bereits der berühmteste Arzt der Antike Hippokrates erkannte die Bedeutung der Darmgesundheit 300 vor Christus und bezeichnete den „gesunden Darm als Wurzel aller Gesundheit“. Und vor über 100 Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass Bakterien positive Effekte für den Menschen haben können. Man erforschte die Darmflora und konnte so genannte "probiotische Bakterien" (nützliche Bakterien) finden, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben.
Anfang des letzten Jahrhunderts beschrieb Franz Xaver Mayr, dessen Arbeitsschwerpunkt auf der Sanierung der Darmregion zur Regeneration der Patienten lag, den Darm als „Wurzel der Pflanze Mensch.“

Erfreulicherweise liegen mittlerweile in der modernen Schulmedizin fast 40.000 Veröffentlichungen vor, die sich mit dem Einfluss der Darmflora auf unserer Gesundheit beschäftigen. Es wird auf verschiedensten Gebieten geforscht. Allen voran die Neurogastroenterologie, die sich mit den Zusammenhängen zwischen Darm und Hirn (Hirn-Darm-Achse) beschäftigt.
Aber auch bei der aktuellen Erforschung chronischer Erkrankungen wie Allergien, Rheuma, Diabetes, Adipositas (starkes Übergewicht) und chronischen Magen-Darm-Entzündungen werden Wechselbeziehungen zwischen dem Darm und der allgemeinen Gesundheit (des allgemeinen körperlichen Wohlergehens) entdeckt. Als mögliche Behandlung, z. B. eines Reizdarmsyndroms werden zur Unterstützung der Darmflora Probiotika empfohlen.

Aufgaben des Darms

Neben der reinen Verdauungsfunktion, der Bereitstellung von Nährstoffen und Vitaminen und dem Ausscheiden von verdauter Nahrung, ist der Darm ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems. Diese Funktion ist so einleuchtend wie lebensnotwendig, ist doch der Darm mit einer Oberfläche von 400 m2 die größte Kontaktfläche zur Außenwelt.

Die sogenannte Darmbarriere besteht aus dem intestinalen, das bedeutet dem darmeigenen, Immunsystem mit ca. 80 % der Immunzellen des Körpers und einer Art Zell-Mauer. Das ist ein dichter Zellverband, bei dem die Zwischenräume noch einmal mit sogenannten Schlussleisten (tight junctions) besonders abgesichert sind. Wie Sie den Darm in seiner Abwehrfunktion unterstützen können, erfahren Sie in unserem Beitrag Immunsystem: Mehr als nur Erkältungsschutz. 

Diese verteidigt die Darmbarriere mit speziellen Mechanismen vor dem Eindringen unerwünschter Krankheitskeime. Zudem beherbergt der Darm das enterische (darmeigene) Nervensystem – unser Bauchhirn. Unser zweites Hirn ist verantwortlich für das sogenannte Bauchgefühl. Es besteht aus einem Nervengeflecht aus 100 Millionen Nervenzellen, das den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht. Dies sind mehr Nervenzellen als im Rückenmark zu finden sind. Zusammen mit den von den Darmbakterien hergestellten Botenstoffen – z. B. dem Glückhormon Serotonin – kommuniziert der Darm so über die Bauch-Hirn-Achse mit dem Gehirn.

Das Mikrobiom

Mit dem Thema Darmgesundheit wurden neue Begriffe wie Darm-Mikrobiom oder -Mikrobiota, Symbionten (gesundheitsfördernde Bakterien), Darmbarriere (s.o.), Mukosabiologie und Mukosaimmunologie (Biologie und Immunologie von Darmschleimhaut und Darmflora) eingeführt.
Als Darm-Mikrobiom werden die 100 Billionen Mikroorganismen bezeichnet, die auf der Darmschleimhaut leben. Sie bilden zusammen mit dem Darm ein ausgeklügeltes, komplexes Mikro-Ökosystem. Es wird vermutet, dass ca. 2000 verschiedene Bakterienarten im Darm leben. Die Zusammensetzung des Mikrobioms ist individuell unterschiedlich und unverwechselbar, so wie ein Fingerabdruck. Relevant für das allgemeine körperliche Wohlbefinden ist die bakterielle Artenvielfalt.

Je mehr verschieden Bakterienstämme vorhanden sind, desto stabiler ist das System. Diese Bakterien kommunizieren miteinander und bilden Aktivitäts- bzw. Arbeitsgemeinschaften. Beeinflusst wird die Zusammensetzung durch unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten ebenso wie durch regelmäßige Medikamenteneinnahme.
Auch permanenter Stress sowie mangelnde Bewegung können das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen. Mit einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr sowie täglicher körperlicher Bewegung und Entspannungsphasen können Mikrobiom und Darmschleimhaut aktiv unterstützt werden.

Welche Auswirkung haben Antibiotika auf das Mikrobiom?

Die Einnahme von Antibiotika hat einen langfristigen Einfluss auf die Zusammensetzung der Darmflora. Einige Bakterienarten verschwinden dauerhaft und das Verhältnis der Keime untereinander sowie der Anteil an Pilzen verändert sich. Die Unterstützung der körpereigenen Regeneration und der physiologischen Flora ist ein wesentlicher Aspekt hinsichtlich der Wiederherstellung der Balance.

Gesundheit beginnt im Darm

Die Darmgesundheit, das komplexe Zusammenspiel von Darmflora und Darmschleimhaut sowie dem Immunsystem des Darms, kann durch verschiedene externe und interne Faktoren beeinflusst werden. Die Integrität dieser Schutzbarriere hat Auswirkungen auf den Darm selbst und den gesamten Körper. Störungen dieses leistungsstarken Öko-Systems können ausgelöst werden durch eine ungeeignete Zusammensetzung der Darmflora – auch Dysbiose genannt - und der damit verbundenen erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand.

Dies ermöglicht das Eindringen von unerwünschten Stoffen sowie die Entstehung chronischer Darmschleimhautentzündungen.

Zur Wiederherstellung der Darmbarrierefunktion stehen verschiedenste Möglichkeiten zur Unterstützung der Darmgesundheit, wie zum Beispiel Darmreinigungen, Darmsanierungen oder Symbioselenkung, zur Verfügung. Unter anderem ist es wichtig, die Darmschleimhaut in ihrer Funktion zu unterstützen.

Was hat Biotin mit dem Darm zu tun?

Biotin wurde Anfang des letzten Jahrhunderts entdeckt. Dieses B-Vitamin hat viele verschiedene Namen:  Vitamin B7, Vitamin H, Vitamin Bw oder Coenzym R. Ebenso vielfältig sind die Aufgaben in unserem Körper. Als Co-Enzym unterstützt es verschiedene Enzyme (diese beschleunigen chemische Reaktionen) und spielt daher eine wesentliche Rolle im Aminosäure-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Dies alles sind u.a. Bausteine unserer Körperzellen, also auch unserer Schleimhäute. Unsere Haut, die Haare und alle Schleimhäute werden kontinuierlich regeneriert – auch dafür benötigt der Körper Biotin. Es ist den Energiestoffwechsel mitverantwortlich ist. Somit trägt Biotin u.a. zur Erhaltung einer für die Darmgesundheit sehr wichtigen Schleimhaut bei – der Darmschleimhaut.

Mit der Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmittel sollte nur die natürlich vorkommende biologisch aktive Form, nämlich das D-(+)-Biotin, aufgenommen werden. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt eine tägliche Zufuhr für Erwachsene von 40 µg.

Dr. vet. med. Astrid Rustige

Meine erste Begegnung mit der Naturheilkunde hatte ich in einer ländlichen Großtierpraxis. Aufgrund von unbefriedigenden Behandlungsoptionen, die zudem beim Nutzvieh lange Wartezeiten (Milch- und Fleischverwertung) verursachten, hat sich mein Lehrtierarzt die Homöopathie im Eigenstudium angeeignet. Das übermittelte praktische Wissen habe ich später in der Kleintierpraxis erweitern können. Nach insgesamt 16 Jahren als praktische Tierärztin arbeite ich nun seit 2008 bei Pascoe. Ich freue mich jeden Tag, dass Pascoe ein breites Spektrum an Produkten für die Gesundheit bereithält und wir die Menschen mit unseren Arzneimitteln ein Stückchen gesünder machen können. Darüber hinaus bin ich als IBA für die rechtliche Konformität unserer Texte verantwortlich.

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