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Magen-Darm-Beschwerden kennt jeder

„Mir ist etwas auf den Magen geschlagen“ … sagen wir, wenn der Bauch Beschwerden macht. Magenschmerzen treten häufig nach dem Essen auf und können sich als Magenkrämpfe, Sodbrennen oder auch Völlegefühl bemerkbar machen. Sie können aber auch unabhängig vom Essen auftreten und durch Stress, Entzündungen oder Infektionen verursacht werden. Manchmal gehen sie mit Übelkeit und Erbrechen einher. Sie können stechend, ziehend oder krampfartig sein.

 

Bauchschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben – nicht immer ist es so leicht zu unterschieden, ob die Schmerzen aus der Magen-Gegend kommen oder aus dem Darm. Nachfolgend lesen Sie, was nach dem Essen im Bauch passiert, wie Magenschmerzen entstehen, was Sie vorbeugend dagegen tun können und mit welchen Hausmitteln Sie sich selbst helfen können.

Was passiert im Magen?

Der Verdauungstrakt umfasst Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm und endet mit dem Mastdarm beim After. Schon im Mund beginnt die Verdauung durch mechanisches Zerkleinern und Einspeicheln. Im Magen wird der gekaute Speisebrei weiter zerkleinert, vermischt und mit saurem Magensaft durchsetzt. Der Magensaft, der oft einfach als Magensäure bezeichnet wird enthält auch Wasser, Enzyme und Salzsäure. Durch den Magensaft wird insbesondere das Eiweiß aufgespalten, welches wir v.a. in Form von Fleisch, Käse und Hülsenfrüchten zu uns nehmen. Außerdem dient der saure Magensaft zur Desinfektion.

Wie lange verweilen die Speisen im Magen?

Um die Nahrung richtig durchzukneten, bewegt sich der Magen wellenförmig etwa 3-mal pro Minute. Wie lange er benötigt, um die Nahrung für die weitere Verdauung im Darm vorzubereiten, hängt von der Vorbereitung im Mund und von der Zusammensetzung der Nahrung ab. Deshalb die Volksweisheit: Gut gekaut ist halb verdaut!
Und die Faustregel: Je fetter das Essen, desto länger verweilt es im Magen!

Verweildauer der Nahrung im Magen – hier einige Beispiele:

Flüssigkeiteneinige Minuten
magerer Kochfisch, Reis1,5 Stunden
Gemüse, Milch, Pudding, Brot        2 bis 2,5 Stunden
Gekochtes Fleisch3 Stunden
Gebratenes Fleisch4 bis 6 Stunden
fettes Fleisch, Ölsardinen8 Stunden und mehr

Ursachen: Wie und warum entstehen Magenschmerzen?

Magenschmerzen und andere Verdauungsbeschwerden können ganz verschiedene Ursachen haben.
Im Folgenden finden Sie einige Beispiele:

Gastritis

Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Das bedeutet: Die Schleimschicht der Innenseite des Magens, die die anderen Zellen vor der aggressiven Magensäure schützen soll, ist entzündet und kann so ihre Schutzfunktion nicht mehr ausreichend gewährleisten. Eine akute Gastritis verursacht meistens starke Magenschmerzen – auch unabhängig von den Mahlzeiten. Sie wird oft von weiteren Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Infektionen sind genauso möglich wie verdorbene Lebensmittel, Ernährungsfehler, zu viel Alkohol oder Nicotin, Stress oder bestimmte Medikamente.

Infektionen

Bei Infektionen mit krankmachenden Keimen sind die Magenschmerzen meist mit Symptomen wie Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen verbunden, manchmal treten auch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen auf. Meist ist hier schnelle Hilfe durch einen Arzt nötig.

Ernährung

Auch ungesunde Ernährung oder schlechte Essgewohnheiten mit Hektik, zu heißen, zu kalten, zu fetten oder zu süßen Speisen und Getränken, aber auch zu üppige Mahlzeiten und schwer verdauliche Kost können Magenschmerzen verursachen.

Nervöser Magen

Bei einer Überempfindlichkeit des Nervensystems kann ein nervöser Magen Schmerzen oder Krämpfe verursachen: Reagieren die Nerven im Magen-Darm-Trakt sehr sensibel, können Verdauungsprozesse und die Magenbeweglichkeit (Motilität) gestört sein und Schmerzen verursachen.

Reizmagen

Symptome wie Völlegefühl, Sodbrennen und Übelkeit können auch Hinweis auf einen so genannten Reizmagen sein. Der Arzt spricht von einer funktionellen Dyspepsie. Als Auslöser gelten vor allem psychische Belastungen und ungesunde Ernährungsgewohnheiten, die gepaart mit erblichen Faktoren empfindlichen Menschen auf den Magen schlagen. Ähnliche Ursachen hat das so genannte Reiz-Darm-Syndrom.

Blähungen, Blähbauch

Oftmals sind zu große Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt die Ursache für Schmerzen. Dann spricht man von Blähungen. Sie entstehen, wenn die Nahrungsmittel selbst zu einer starken Gasbildung bzw. Freisetzung neigen, wie kohlensäurehaltige Getränke, aufgeschlagene Süßspeisen und ähnliches. Auch bestimmte Speisen werden unter verstärkter Gasbildung im Darm abgebaut. Empfindliche Menschen kennen das von Erbsen, Zwiebeln, Kohl. Nicht zuletzt sind es bestimmte Bakterien der Darmflora, die bei der Verdauung besonders viel Gase produzieren. Oft liegt dann eine Dysbiose vor. Auch ein Mangel an Verdauungssäften kann dazu führen, dass die Nahrung zu wenig aufgeschlossen werden kann und dadurch viel Gas produziert wird. Natürlich kann auch Bewegungsmangel ein Grund für Blähungen sein.

Die begleitenden Bauchschmerzen sind dann eher krampfartig und entstehen durch eine übermäßige Anspannung der Verdauungsmuskulatur und Aufblähung des Bauches. Oft ist der aufgeblähte Bauch sogar sichtbar.
Einen Arzt sollten Sie aufsuchen, wenn die Magenbeschwerden sehr stark sind, häufig wiederkehren oder lange anhalten. Der Arzt kann die Ursachen klären. Von seiner Diagnose hängt es ab, welche Medikamente oder sonstigen Maßnahmen sinnvoll sind.

Etwas Gas im Bauch ist ok, aber zu viel tut weh

Gase im Magen-Darm-Trakt sind eine ganz natürliche Sache: Schon im Magen entsteht das Gas Kohlendioxid. Bakterien im Darm bilden bei der Verdauung Gase wie Methan, Wasserstoff und Stickstoff. Zusätzlich schlucken wir während des Essens, Trinkens und Sprechens Luft.

Zu einer übermäßigen Gasansammlung im Magen-Darm, also unangenehmen Blähungen kann es kommen bei: 

  • Stress
  • Bewegungsmangel
  • Verzehr bestimmter Nahrungsmittel

Ein Zuviel an Gas im Magen kann Sodbrennen, Aufstoßen, Völlegefühl, Magenkrämpfe und andere Magenbeschwerden zur Folge haben. Wenn das Gas sich im unteren Teil des Darmes ansammelt, kann es zur Aufblähung des Bauches und zu Darmkrämpfen kommen.

So können Sie Magenschmerzen und Völlegefühl vorbeugen

Wenn Sie zu Magenschmerzen und Völlegefühl neigen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Verzichten Sie auf sehr fettige Speisen und bevorzugen Sie kleine Portionen.
  • Auch Alkohol und Nikotin können Magenschmerzen oder Sodbrennen verursachen.
  • Essen Sie langsam und genussvoll: Durch das längere Kauen wird die Nahrung im Mund stärker zerkleinert, sodass der Magen weniger arbeiten muss.
  • Verzichten Sie auf die blähenden Nahrungsmittel, die bei Ihnen einen Blähbauch bewirken. Welche das sind, ist individuell sehr unterschiedlich – meistens Hülsenfrüchte, Knoblauch, Zwiebeln und Kohlgemüse, aber auch Bier und Wasser mit Kohlensäure.
  • Nutzen Sie eventuell eine Ernährungsberatung, um Ihre Ernährungsgewohnheiten zu besprechen und eine individuell für Sie passende Kost zu finden.
  • Bei stressbedingten Beschwerden und Reizmagen kann das Erlernen und Praktizieren von Entspannungsübungen hilfreich sein.  Nutzen Sie die verdauungsanregende Wirkung von Bitterstoffen vor dem Essen (nicht-alkoholischer Aperitif, Bitterlemon, bitterer Salat als Vorspeise).

Was hilft gegen Magenschmerzen und Völlegefühl?

Wie bei allen krampfartigen Beschwerden ist Wärme das beste Hausmittel. Eine Wärmflasche, ein heißes Kirschkernkissen oder auch ein Dinkelkissen können durchaus eine entspannende und schmerzlindernde Wirkung haben. Auch ein heißes Bad wird meist als angenehm empfunden. Dazu einen heißen Tee aus Fenchel, Kamille, Kümmel, Minze trinken. Zu den beliebtesten alten Hausmitteln bei Magengeschwüren gehört die Rollkur.

Viele Pflanzen eignen sich zur Linderung von Verdauungsbeschwerden.
Besonders beliebt sind Extrakte aus:

  • Pfefferminzblättern
  • Kamillenblüten
  • Kümmelfrüchten

Diese sind in dem pflanzlichen Arzneimittel Pascoventral® enthalten.