Herzschwäche

Von Helga Wiesmann
erstellt

Kurz erklärt!

Wenn es dem Herzmuskel nicht mehr gelingt, alle Organe ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen, spricht man von einer Herzschwäche. Sie ist im Grunde keine eigenständige Erkrankung, sondern die Folge einer Vorerkrankung wie Bluthochdruck, einer Herzmuskelentzündung oder erhöhten Blutfettwerten. Die Erkrankung beginnt oft schleichend und verläuft chronisch. In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer Herzschwäche. Ein frühzeitiger Beginn der Therapie ist wichtig. Hier können auch pflanzliche Medikamente von Nutzen sein.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Unter einer Insuffizienz verstehen Mediziner eine Funktionsschwäche bzw. ungenügende Leistungsfähigkeit eines Organs. Eine Herzinsuffizienz ist demnach eine Herzschwäche, die zur Folge hat, dass nicht mehr alle Organe bzw. Körperregionen ausreichend mit Blut versorgt werden können. Die Ursachen sind meist Bluthochdruck, eine Herzmuskelentzündung oder ein Herzinfarkt. In deren Folge kann es dazu kommen, dass der Herzmuskel seine Pumpleistung nicht mehr so gut ausüben kann. Möglich ist auch, dass das Herz sich nicht mehr ausreichend dehnen und entspannen kann. Es entsteht eine Herzmuskelschwäche.
Ist die linke Herzkammer besonders betroffen, spricht man von einer Linksherzinsuffizienz. Sie weist andere Symptome auf als eine Rechtsherzinsuffizienz. Die Kombination von beiden ist die globale Herzinsuffizienz. 

Die akute Herzinsuffizienz kann sich innerhalb kürzester Zeit entwickeln. Sie ist verbunden mit schwerer Atemnot und Husten, sehr schnellem Herzschlag und kaltem Schweiß und stellt einen medizinischen Notfall dar. 
Bei der chronischen Herzinsuffizienz ist das Ziel einer Therapie, ein Fortschreiten zu verlangsamen und die Symptome zu lindern. Dafür kommen Medikamente zum Einsatz und der Patient bzw. die Patientin kann sehr von Ernährungsumstellung und weiteren Veränderungen im Alltag profitieren.

Bislang ist die Herzinsuffizienz noch nicht heilbar, mit frühzeitigem Beginn einer Behandlung steigt jedoch die Lebenserwartung deutlich an.

Was sind die Symptome einer Herzschwäche?

Zu Beginn spüren von einer Herzinsuffizienz Betroffene lediglich unspezifische Symptome wie schnellere Ermüdbarkeit oder es bleibt die Luft beim Treppensteigen weg. Nachts wird öfter die Toilette aufgesucht und es besteht ein generelles Schwächegefühl.

Die typischen Symptome einer Linksherzinsuffizienz, bei der vor allem die linke Herzkammer betroffen ist, sind Atemnot, Atemgeräusche und Husten. Zunächst treten sie nur bei körperlicher Belastung auf, bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz auch schon in Ruhe.

Symptom der Rechtsherzinsuffizienz ist grundsätzlich eine Störung im Entwässern des Körpers, die zu geschwollenen Knöcheln, Fußrücken und Beinen, zu nächtlichem Wasserlassen, schneller Gewichtszunahme und gestauten, erweiterten Blutgefäßen am Hals führen kann. Die Haut kann bläulich verfärbt sein. 

Oft werden die ersten Symptome einer Herzschwäche nicht ernst genommen und Medikamente wie ACE-Hemmer zur Behandlung des Bluthochdrucks kommen zu spät zum Einsatz. Leider, denn sie entlasten das Herz. Je früher es zur Behandlung der möglichen Ursachen der Herzinsuffizienz kommt, desto besser stehen die Chancen auf ein langes und vitales Leben.

Welche Ursachen hat eine Herzschwäche?

Oft liegt eine familiäre Disposition vor. Wenn der Vater oder die Mutter an Herzschwäche litten, sind regelmäßige Kontrollen und ein entsprechender Lebensstil angeraten. Die Herzinsuffizienz steht in der Regel in Zusammenhang mit anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So ist sie oft das Ergebnis von jahrelang bestehendem und unbehandeltem Bluthochdruck. 
Im Zuge einer Koronaren Herzkrankheit, oft als KHK abgekürzt, verlieren die Herzkranzgefäße ihre Elastizität. Das kann zu einer Minderdurchblutung der Gefäße führen, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen – bis hin zu einem Herzinfarkt. Die KHK stellt somit eine mögliche Ursache für die Herzinsuffizienz dar. 
Wenn die Erkrankung mit einer Herzmuskelentzündung, einer koronaren Herzkrankheit und einem Herzinfarkt in Verbindung steht, wird sie auch als systolische Herzschwäche bezeichnet, denn es handelt sich um eine verminderte Auswurfleistung des Herzens.
Eine diastolische Herzschwäche, bei der sich der Herzmuskel versteift und nicht mehr entspannen kann, wird oft durch hohen Blutdruck, Arteriosklerose oder durch Gefäßschäden z. B. bei Diabetes verursacht. Zum besseren Verständnis der Begriffe systolisch bzw. diastolisch lesen Sie gern unseren Beitrag über Bluthochdruck.
Wenn Herzrhythmusstörungen häufig auftreten, können auch sie zu einer Herzinsuffizienz führen.

Ebenso können Erkrankungen außerhalb des Herzens eine Herzschwäche begünstigen. Hier sind die Schilddrüsenüberfunktion zu nennen und einige Erkrankungen des Blutes wie Eisenspeicherkrankheiten wie die Hämochromatose oder die Blutarmut. Auch eine chronische Lungenerkrankung wie die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) kann auf Dauer eine Belastung für den Herzmuskel darstellen.

Welches sind die Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz?

Viele Risikofaktoren sind im Bereich der Lebensführung angesiedelt. Rauchen, zu wenig Bewegung, Stress, zu viel Alkoholkonsum, Adipositas sowie die gängige westliche Ernährungsweise bergen Risiken für eine Herz-Kreislauferkrankung und eine chronische Herzinsuffizienz. Hier können Patienten intensiv selbst positiv auf ihre Herzgesundheit einwirken. Viele wertvolle Hinweise und weitere Informationen finden Sie hier.

Die Stadien der Herzinsuffizienz

Die New York Heart Association (NYHA) beschreibt vier Stadien der Herzinsuffizienz. Diese Einteilung ist international anerkannt und stellt eine Einteilung der Krankheit entsprechend der Leistungsfähigkeit der Patienten dar:

Welche Folgen kann eine Herzschwäche haben

Herzschwäche lässt die Lebenskraft und Leistungsfähigkeit Betroffener schwinden. Ab einem bestimmten Punkt der Krankheit ist die Lebensqualität spürbar vermindert, beginnend mit dem Stadium NYHA II. Oft kommen depressive Verstimmung und auch Angstzustände zur chronischen Herzinsuffizienz hinzu. 
Das Thromboserisiko steigt ebenso wie das Risiko, ein Lungenödem zu entwickeln. Es kann zu einer Nierenschwäche kommen, zu einer Stauungsleber und einer Stauungsgastritis, also Magenschleimhaut-Entzündung. Das Risiko für einen Herzinfarkt und den plötzlichen Herztod steigen. Entsteht ein Lungenödem, ist auch dies als medizinischer Notfall zu behandeln.
Das alles klingt schwerwiegend und beängstigend. Doch kann man nicht genug betonen, wie wichtig die Eigeninitiative und das frühe Erkennen der Herzinsuffizienz den Verlauf beeinflussen.
Eine Herzschwäche macht zwar ernstzunehmende Beschwerden, aber mit Disziplin und gesunder Lebensweise kann man damit viele Jahre gut leben.

Welche Therapie gibt es für die Herzinsuffizienz?

Eine chronische Herzinsuffizienz wird in der Regel mit Medikamenten behandelt. Das Ziel ist die Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems. Grundlage bildet häufig die Therapie des zu hohen Blutdrucks. Hier kommen ACE-Hemmer, Betablocker oder AT1-Rezeptorantagonisten infrage. Manchmal sind Diuretika nötig. Lesen Sie im Kapitel Bluthochdruck mehr über die Erkrankung und die genannten Arzneimittel.
Ein neues Therapiekonzept, das Herz und Nieren entlasten soll, heißt ARNI: Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor. Diese Behandlung kommt vor allem bei der Linksherzinsuffizienz zur Anwendung. Sie kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln ergänzt werden. 

Leben mit einer Herzschwäche

Patienten mit Herzinsuffizienz können mit guter Lebensqualität ein langes, aktives und ausgefülltes Leben führen. Die Behandlung mit Medikamenten ist wichtig und hier gilt es, die richtige Dosierung und Kombination der Präparate herauszufinden und gegebenenfalls in größeren Zeitabständen anzupassen. Geduld und Vertrauen in den Kardiologen und in die Therapie ist hier vom Patienten gefragt.

Wie ernähre ich mich gut?

Immer wieder wird die Mittelmeerdiät genannt, wenn es um die Herzgesundheit geht: viel Fisch, Gemüse, Salat und Früchte, gutes Olivenöl. Wenig Fleisch. Keine Wurst. Auf Fertigprodukte, in denen viele versteckte, ungesunde Fette und Zucker enthalten sind, sollte selbstverständlich verzichtet werden.
Eine gute Orientierung bietet auch eine Ernährung im Sinne eines ausgewogenen Säure-Basen-Haushaltes. Auch sie ist vorwiegend pflanzlich orientiert, man kann im Grunde alles essen, solange ein Überschuss an basischen Lebensmitteln auf dem Teller ist. Regionale und saisonale Lebensmittel können mit guten pflanzlichen Ölen kombiniert werden, das Kochen ist einfach und nicht zeitaufwändig.

Gesunder Alltag für das Herz

Ein Patient mit Herzinsuffizienz muss sich nicht grundsätzlich und immer schonen. Im Gegenteil: Regelmäßiges Ausdauertraining kann die Leistungsfähigkeit von Patienten mit Herzschwäche um zehn bis fünfundzwanzig Prozent steigern. Es sollte in die Therapie mit einbezogen werden. Es gibt besondere Trainingsangebote für Betroffene, die professionell angeleitet werden und somit auch sicher sind. In der Regel entwickeln Patienten auch ein gutes Gefühl für das richtige Maß an Bewegung, die die Beschwerden nicht verstärkt. 

Wer mit Herzinsuffizienz noch Raucher ist, hilft sich selbst am besten durch eine Rauchentwöhnung – auch um Symptome, wie Atemnot und Husten nicht weiter eskalieren zu lassen. Mit einer so großen Entscheidung, wie das Rauchen aufzugeben, wird zudem ein Zeichen gesetzt, für sich selbst und die eigene Gesundheit einzustehen. Ähnlich verhält es sich mit dem Alkoholgenuss. Viele Betroffene können unmittelbar spüren, ob das Glas Wein das Herz stärker pochen lässt oder nicht. Im Zweifelsfall verzichtet man auf Alkohol.

Eine Herzinsuffizienz kann durch die eigene Haltung stark beeinflusst werden. Die Therapie ist am besten ganzheitlich anzustreben: Die Einnahme von Medikamenten ist wichtig, aber ebenso die Eigeninitiative und die Beachtung der Wechselwirkungen von Körper und Seele.

Unterstützung durch pflanzliche und homöopathische Arzneimittel

Die Behandlung von Bluthochdruck und Herz-Kreislaufstörungen kann gut mit pflanzlichen bzw. homöopathischen Arzneimitteln ergänzt werden. 
Weißdorn und Mistel sind 2 von 4 Wirkstoffen in Hypercoran®,  welche die körpereigene Blutdruckregulation anregen und auch gemeinsam mit Blutdrucksenkern, wie ACE-Hemmern eingesetzt werden kann.
In Kombination mit Tigerlilie und weiteren homöopathischen Wirkstoffen kann Weißdorn in Rytmopasc® zur Beruhigung des Herzens beitragen und Herzrhythmusstörungen entgegenwirken. 
Bei Herz-Kreislauf-Störungen älterer Menschen mit schwankendem Blutdruck können Arnika und Strophantus sanfte Regulierung bieten. Beide sind neben Weißdorn und weiteren Wirkstoffen in den Corvipas® Tropfen enthalten.
Liegt als Symptom Herzenge mit großer Nervosität und Beklemmung in der Herzgegend vor, kommt Weißdorn in Kombination mit der Königin der Nacht infrage.

Es muss deutlich gesagt werden: Bei allen Herzbeschwerden und bei Verdacht auf eine Herzinsuffizienz sollte ein Arzt oder eine Ärztin dringend aufgesucht werden. 
So sehr wie das Herz ein Symbol für Lebensfreude und Liebe ist, ist es existenziell beängstigend, wenn es plötzlich nicht mehr gut zu funktionieren scheint. Die Angst vor einer schlimmen Diagnose kann jedoch aufgewogen werden durch die Zuversicht, dass die Lebensaussichten für Patienten mit Herzinsuffizienz inzwischen gut sind.

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 Naturmedizin für Herz und Kreislauf

Heilpraktikerin und Texterin.  In meiner Praxis in Saarbrücken arbeite ich in den Schwerpunkten Darmgesundheit und komplementäre Onkologie. Ich habe viel Freude daran, mich mit komplexen Gesundheitsthemen auseinander zu setzen und lege Wert darauf, diese gut lesbar zu verfassen. Schon immer haben mich Gesundheit und die Pflanzen am meisten fasziniert: Der menschliche Körper mit seinen Wundern und dem Streben nach Gleichgewicht, sowie die Gewächse am Wegesrand: ihre Signaturen, Inhaltsstoffe und Wirkweisen. Als Naturheilkundlerin und Texterin zu arbeiten, und dies in der Arbeit für Pascoe zusammenzufügen, macht großen Spaß. Und das spüren hoffentlich auch Sie. Mehr erfahren

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