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Kurz erklärt!

Infusionen werden einem Patienten meist dann verabreicht, wenn eine große Menge eines Wirkstoffs direkt über das Blut gleichmäßig und über einen längeren Zeitraum im Körper verteilt werden soll. Nicht nur im Krankenhaus werden Infusionen gegeben. Auch viele naturheilkundliche Praxen führen eine Infusionstherapie durch.

Infusionen

Der Infusionsständer, an dem eine Plastikflasche hängt und deren Inhalt tropfenweise in die Venen des Patienten fließt – diesen Anblick kennt man aus dem Krankenhaus. Wir sagen: Jemand „hängt am Tropf“, wenn Nahrung, Flüssigkeit oder Medikamente auf diesem Weg zugeführt werden müssen.

Die Anfänge der Infusionstherapie sind schon im 17. Jahrhundert zu finden. Damals waren es allerdings zunächst Wein und Bier, die man in die Venen von Hunden laufen ließ. Um 1830 begann der Einsatz von Infusionen als Therapie: Man begann damit, Flüssigkeiten wie Kochsalzlösung zu infundieren, um den hohen Flüssigkeitsverlust im Zuge der Cholera-Epidemie in England auszugleichen.

Mangelnde Hygiene verhinderte damals den Erfolg der Therapie. Um 1870 wurde damit begonnen, Medikamente zu infundieren – genau genommen waren es Schmerzmittel während Operationen. Innerhalb der darauffolgenden 100 Jahre entwickelte sich die Infusionstherapie zu einer exzellenten Therapieform, um Flüssigkeit, Medikamente und Nährstoffe über die Vene direkt in die Gewebe des Körpers zu bringen.

Was ist der Unterschied zwischen Injektion und Infusion?

Bei einer Injektion wird einem Patienten üblicherweise eine Menge von 1 bis 10 ml eines Arzneimittels über eine Injektionskanüle gegeben. Je nachdem, wohin injiziert wird, unterscheidet man verschiedene Injektionsarten. Die am meisten angewandten sind:

  • intravenös (i.v.) – direkt in die Vene
  • intramuskulär (i.m.) – in den Muskel
  • subcutan (s.c.) – ins Unterhaut-Fettgewebe
  • intracutan (i.c.) – in die Haut
  • intraartikulär (i.a.) – ins Gelenk

Welche dieser Injektionsarten gewählt wird, das richtet sich einerseits nach dem Wirkstoff, andererseits aber auch nach dem Zweck der Injektion: Soll der Wirkstoff schnell und gleichmäßig verteilt werden, nutzt der Arzt oder Heilpraktiker meist eine intravenöse oder intramuskuläre Injektion. Wenn der Wirkstoff langsam aus dem Fettgewebe resorbiert werden soll, wird die subcutane Injektion angewandt. Geht es um eine lokale Wirkung, injiziert der Arzt beispielsweise intraartikulär. Im Rahmen der naturheilkundlichen Therapien wird insbesondere die intracutane Injektion genutzt. Damit werden Triggerpunkte, Akupunkturpunkte oder spezielle Neuraltherapie-Punkte mittels der Injektion stimuliert.

Bei einer intravenösen Infusion wird dagegen meist eine größere Menge an Flüssigkeit bzw. Wirkstoff über einen längeren Zeitraum injiziert. Deshalb wird eine Nadel genutzt, die lange und sicher in der Vene liegen kann. Man verwendet eine so genannte Venenverweilkanüle, auch peripherer Venenkatheder genannt oder einen so genannten Butterfly. Das sind Nadeln, mit denen zunächst die Vene punktiert wird und die dann mit dem Infusionsschlauch verbunden wird. So kann die Flüssigkeit aus der Infusionsflasche langsam und gleichmäßig in die Vene Tropfen.

Sowohl in Arztpraxen, Heilpraktiker-Praxen als auch im Krankenhaus wird meist eine Vene in der Ellenbeuge genutzt, um solch einen intravenösen Zugang zu legen. Es handelt sich dabei um eine so genannte peripher-venöse Infusion. Im Krankenhaus wird auch gelegentlich ein zentralvenöser Zugang in der Nähe des Herzens gelegt. Dieser kann sowohl der parenteralen Ernährung dienen als auch der Verabreichung spezieller Medikamente, beispielsweise der Chemotherapie.

Insbesondere im Rahmen der Altenpflege gibt es noch eine andere Infusionsart: die subkutane Infusionen. Die betrifft vor allem die Flüssigkeitsversorgung von alten Menschen.

Welche Rolle spielen die Trägerlösungen?

Für Injektionen sind meist keine Trägerlösungen notwendig: Der Wirkstoff wird direkt verabreicht.

Das Charakteristische einer Infusion ist dagegen die Trägerlösung bzw. die Infusionslösung. Meistens handelt es sich dabei um Flüssigkeiten, die ähnliche Eigenschaften haben wie das Blutplasma. Man spricht deshalb von einer physiologischen bzw. isotonischen Lösung. Sie sind notwendig, um stark konzentrierte Arzneimittel zu verdünnen, damit sie die Venenwände nicht reizen und gleichmäßig verteilt werden können.

Infusionslösungen werden aber auch gegeben, um Patienten mit Flüssigkeit und Elektrolyten zu versorgen. Im klinischen Alltag ist es auch manchmal nötig, den venösen Zugang einfach frei und aktiv zu halten, damit im Notfall schnell ein Medikament infundiert werden kann. In solchen Fällen erhält der Patient eine ganz langsam tropfende Infusion mit einer Infusionslösung ohne Wirkstoff. Die bekanntesten Infusionslösungen sind die isotonische Kochsalzlösung und Ringerlösungen.

Warum nutzt sogar die Naturheilkunde die Infusionstherapie?

Obwohl Infusionen eher typisch für den klinischen Alltag in einem Krankenhaus sind, werden bei verschiedenen Erkrankungen auch in Naturheilpraxen Infusionen gegeben.

Der Grund: Die Bioverfügbarkeit eines Arzneimittels ist in aller Regel sehr viel größer, wenn es injiziert wird, als wenn man es schluckt. Man spricht bei Injektionen und Infusionen von einer parenteralen Gabe und meint damit die Umgehung des Magen-Darm-Traktes.

Der Magen-Darm-Trakt ist eine große Barriere für die Aufnahme von Nährstoffen und Wirkstoffen in den Körper. Bei weitem nicht alles, was wir schlucken, kommt auch wirklich im Blut und damit in unseren Körperzellen an. Wird dagegen der Wirkstoff im Rahmen einer Infusionstherapie direkt ins Blut injiziert, kann man von einer 100%igen Bioverfügbarkeit ausgehen.

Das spielt gerade bei Vitaminen und Mineralstoffen eine große Rolle: Nur ein Bruchteil dessen, was wir mit der Nahrung oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufnehmen, wird dann auch über die Darmschleimhäute ins Blut aufgenommen.

Will der Arzt oder Heilpraktiker im Rahmen seiner Behandlung möglichst hohe Blutspiegel eines Vitamins erreichen oder muss ein starker Mangel ausgeglichen werden, ist es oft sinnvoll, die Vitamine oder Mineralstoffe als Injektion zuzuführen. Wenn besonders viel des dafür notwendigen Wirkstoffs verabreicht werden muss, sind Infusionen mit einer Trägerlösung besser geeignet als Injektionen. Ein typisches Beispiel ist die Infusionstherapie mit Vitamin C.

Warum wird Vitamin C mittels Infusionstherapie gegeben?

Bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen hat man beobachtet, dass diese mit einem hohen Verbrauch dieses Vitamins einhergehen. Dadurch kann sich ein sehr ausgeprägter Vitamin-C-Mangel entwickeln – bis hin zum Skorbut. Oft ist es nicht möglich, diesen durch die Ernährung, Tabletten oder Pulver wieder auszugleichen. Die Behandlung des Patienten mittels Infusionen ist dann eine geeignete Maßnahme.

Häufig verbinden Ärzte und Heilpraktiker die Infusion von Vitamin C auch gleich mit der Therapie von Vitamin-B-Mangel, Mineralstoff-Mangel und eventuell auch mit der Injektion von homöopathischen Arzneimitteln in Ampullenform.

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