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Kurz erklärt!

Unter Ruhebedingungen schlägt das Herz eines Erwachsenen zwischen 60 und 80 Mal pro Minute.  Wenn das Herz schneller schlägt als normal (mehr als 100 Schläge pro Minute), spricht der Arzt von einer Tachykardie. Schlägt es langsamer als 60 Mal pro Minute, hat man es mit einer Bradykardie zu tun. Herzschläge zusätzlich bzw. außerhalb des normalen Rhythmus nennt man Extrasystolen.  Herzrhythmusstörungen äußern sich meist durch Herzrasen und Herzstolpern. Möglich sind auch Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Herzschmerzen, Herzstiche, Brustenge und sogar Ohnmachtsanfälle. Rhythmusstörungen sollten von einem Arzt untersucht werden. Die Homöopathie bietet viele Wirkstoffe, die die Herzfunktion unterstützen. 

Das Herz: viel mehr als nur ein Muskel

Das Herz ist nicht nur der Motor unseres Blutkreislaufs, sondern auch ein Ort seelischer Empfindungen. Manchmal ist das Herz deutlich zu spüren: Es scheint vor Freude zu hüpfen, aber auch vor Kummer zu schmerzen und vor Angst zerspringen zu wollen. Bei Menschen, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind, kann es zu nervösen Herzbeschwerden kommen. Es klopft, sticht oder stolpert und der Herzschlag ist unregelmäßig. Hinzu kommen manchmal ein Angst- und Engegefühl in der Brust sowie die Empfindung eines „Kloßes“, der im Hals oder hinter dem Brustbein zu sitzen scheint. Wenn Stress der Auslöser ist und keine Schäden im Herzen selbst vorliegen, spricht man von funktionellen Herzrhythmusstörungen.

Wie entstehen Herzrhythmusstörungen?

Der Herzmuskel zieht sich in regelmäßigen Abständen zusammen. Taktgeber für diese regelmäßigen Muskel-Kontraktionen ist der Sinusknoten, der sich im oberen Bereich des rechten Vorhofs des Herzens befindet. Von hier gelangen elektrische Impulse über das Reizleitungssystem zu den Fasern des Herzmuskels. 

Für die Entstehung von Rhythmusstörungen können zwei Faktoren verantwortlich sein: 

  • gestörte Bildung der elektrischen Impulse
  • fehlerhafte Weiterleitung innerhalb des Reizleitungssystems

Wie ist der normale Herzrhythmus?

Unter Ruhebedingungen schlägt das Herz eines Erwachsenen zwischen 60 und 80 Mal pro Minute. Bei Aufregung und körperlicher Anstrengung steigt die Schlagfrequenz, also der Puls. Im Schlaf und bei Erholung verlangsamt er sich hingegen. Wenn das Herz schneller schlägt als normal (mehr als 100 Schläge pro Minute), spricht der Arzt von einer Tachykardie. Schlägt es langsamer als 60 Mal pro Minute, hat man es mit einer Bradykardie zu tun.

Es gibt verschiedene Formen von Rhythmusstörungen, bei denen der normale Takt verloren geht. 

Zu den häufigsten Störungen des Herzrhythmus gehören die Extrasystolen, also Herzschläge zusätzlich bzw. außerhalb des normalen Rhythmus. Sie treten in einem gewissen Maße bei jedem Menschen, also auch bei einem gesunden Herzen auf. Nur wenn dieses Maß überschritten ist und Beschwerden auftreten, ist eine Behandlung nötig.

Welche Ursachen haben Herzrhythmusstörungen?

Auch beim Gesunden schlägt das Herz nicht den ganzen Tag über im gleichen Rhythmus. Das liegt daran, dass ein Organismus sowohl bei körperlicher Anstrengung als auch bei psychischem Stress mehr Sauerstoff und Energie braucht und beides über das Blut geliefert werden muss. Deshalb schlägt das Herz zum Beispiel bei Nervosität, Angst, Stress und Aufregung schneller, aber auch beim Sport und Treppensteigen. Diese Anpassungen an den Bedarf sind völlig normal und werden vom unbewussten Nervensystem, also neurovegetativ gesteuert.

Echte Rhythmusstörungen werden auch als Arrhythmien bezeichnet. Sie sind oft entweder ein Symptom anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein Zeichen einer so genannten neurovegetativen Dysregulation. Mit dieser Diagnose bezeichnet der Arzt einen Zustand, wo die Anpassung an die aktuellen Erfordernisse durch das Nervensystem nicht einwandfrei funktioniert. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Körper weiter im Stress-Modus (u.a. nervöse Unruhe, verstärkte Herztätigkeit, also Tachykardie) ist, obwohl die eigentliche Stress-Situation bereits vorbei ist.

Insbesondere bei empfindlichen Menschen kann der übermäßige Konsum von koffeinhaltigen Getränken wie Cola, Tee oder Kaffee zu Herzstolpern führen.

Weitere mögliche Ursachen für Arrhythmien beim Herzschlag können sein: 

  • Nebenwirkung verschiedener Medikamente
  • fieberhafte Infektionen
  • Herzmuskelentzündungen
  • Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt
  • Herzklappenfehler
  • Bluthochdruck
  • Elektrolytstörungen (z. B. Mangel an Magnesium oder Kalium)
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen

Welche Formen von Herzrhythmusstörungen gibt es?

Man kann Herzrhythmusstörungen nach 3 Kriterien einteilen:

  • Ursache
  • Lokalisation
  • Herzfrequenz

Hinsichtlich der Ursache unterscheidet der Arzt zwischen Erregungsbildungsstörungen bzw. Reizbildungsstörungen (z.B. Sinusknotensyndrom) und Erregungsleitungsstörungen bzw. Reizleitungsstörungen (z.B. AV-Block). Wie eingangs schon kurz erklärt, ist der Sinusknoten der Taktgeber für den Herzrhythmus. Hier erfolgt also die Erregungsbildung. Danach wird die Erregung zunächst auf die Vorhofmuskulatur weitergeleitet. Über eine dünne Leitungsbahn wird dann die Erregung von den Vorhöfen in die Herzkammern weitergeleitet. Diese Bahn wird als AV-Knoten bezeichnet. Ist die Erregungsleitung an dieser Stelle gestört, spricht der Arzt von einem AV-Block.

Je nachdem, von welcher Stelle die Störungen ausgehen, unterscheidet man supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen (vom Herzvorhof ausgehend) von ventrikulären Herzrhythmusstörungen bzw. ventrikulären Arrhythmien, die vom Herzventrikel, also der Herzkammer selbst ausgehen.

Zu langsame Herzaktionen, die beispielsweise durch einen AV-Block ausgelöst werden, bezeichnet man als Bradykardie, bradykarde Herzrhythmusstörung bzw. Bradyarrhythmie. Zu schnelle Herzaktionen sind die tachykarden Herzrhythmusstörungen bzw. Tachyarrhythmien. Zu den Tachykardien gehört auch das Vorhofflimmern.

Beim Vorhofflimmern ist die Erregungsbildung und -weiterleitung im AV-Knoten des rechten Vorhofes gestört. Verschiedene Signalwellen überlagern sich, sodass die Vorhof-Erregung völlig unkoordiniert ist. Das hat zur Folge, dass auch die Überleitung in die Herzkammern nicht rhythmisch erfolgt. Beim Vorhofflimmern ist die Pumpleistung des Herzens massiv eingeschränkt: Die körperliche Belastbarkeit ist vermindert. Das Vorhofflimmern kann spontan und anfallsweise auftreten (paroxysmal). Vorhofflimmern kann auch persistieren, also mehr als 7 Tage lang bestehen, aber es lässt sich medikamentös behandeln. Von einem permanenten Vorhofflimmern spricht der Arzt, wenn es dauerhaft besteht und Therapie-resistent ist.

Welche Symptome treten bei Herzrhythmusstörungen auf?

Herzrasen und Herzstolpern sind die häufigsten Symptome, die bei einer Rhythmusstörung auftreten.
Einige Patienten klagen zudem über Schwindel, Benommenheit, und Müdigkeit, aber auch Herzschmerzen, Herzstiche und Brustenge. In schweren Fällen kann es zu Ohnmachtsanfällen mit kurzzeitigem Bewusstseinsverlust oder sogar zu Krampfanfällen kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Extrasystolen kommen hin und wieder bei jedem Menschen vor und sind nur selten behandlungsbedürftig. Herzrhythmusstörungen, die mit Symptomen wie Stechen oder Brustschmerzen, Atemnot oder Schwindel einhergehen, sollten aber immer abgeklärt werden – am besten von einem Kardiologen. Der Arzt hört dabei das Herz mit dem Stethoskop ab und misst zudem Blutdruck und Puls. Wichtige Diagnoseverfahren zur Feststellung von Rhythmusstörungen sind außerdem die Elektrokardiografie (EKG) und die Echokardiographie.

Wie kann man Herzrhythmusstörungen behandeln?

Schwere Rhythmusstörungen bedürfen in jedem Fall ärztlicher Behandlung. Auch bei leichten bis mittelschweren Herzrhythmusstörungen werden vom Arzt üblicherweise Antiarrhythmika verordnet, aber Sie können auch selbst viel tun!

Selbsthilfe bei Herzrhythmusstörungen

  • Überprüfen Sie Ihre Lebensweise! Achten Sie auf einen geordneten Arbeits- Ruhe-Rhythmus mit ausreichendem Schlaf und viel Bewegung an der frischen Luft.
  • Meiden Sie Alkohol, Nikotin und am besten auch koffeinhaltige Getränke.
  • Versuchen Sie in Belastungs- und Stresssituationen bewusste Pausen einzulegen.
  • Erlernen Sie Entspannungsübungen, z. B. Autogenes Training.

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