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Verstopfung – so alt wie die Menschheit

Mediziner sprechen von Obstipation. Betroffene fühlen sich einfach verstopft. Oft ist dieses Gefühl dann auch noch mit Blähungen und Schmerzen verbunden. Das Thema Verstopfung begleitet die Menschheit schon lange: Die ersten bekannten Aufzeichnungen zur Behandlung dieser Beschwerden stammen aus Ägypten und werden auf 2000 v. Chr. datiert. 
In der heutigen Zeit ist Obstipation regelrecht zu einer Volkskrankheit geworden. Rund 30 % der Bevölkerung der Industrie-Nationen leidet zumindest gelegentlich unter diesen Beschwerden oder sogar unter einer chronischen Verstopfung. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer; alte Menschen häufiger als junge.

Darmentleerung - wie oft ist normal?

Eine gesunde Häufigkeit des Stuhlgangs liegt zwischen 3-mal täglich und 3-mal wöchentlich. Ursachen für die breite Spannweite sind individueller Art und abhängig von der Ernährung. Ballaststoffreiche Kost macht größeres Stuhlvolumen und führt damit zu einem häufigeren Drang zur Darmentleerung.

Wie entsteht Verstopfung?

Hinsichtlich der Entstehung kann man 3 Formen der chronischen Verstopfung unterscheiden. Meistens liegt die Ursache im Darm selbst. Aber auch Probleme im Bereich des Enddarms oder des Afters können verantwortlich sein. In vielen Fällen sind jedoch gar keine organischen Ursachen erkennbar. Fachleute sprechen bei diesen 3 Formen von einer kologenen, anorektalen oder ideopathischen Entstehung.

  • kologen (Kolon = Dickdarm)
    Hier liegt die Ursache im Darm selbst. Meist handelt es sich um Darmträgheit, also eine mangelnde Bewegung bzw. Beweglichkeit der Darm-Muskulatur. Aber auch Magen-Darm-Erkrankungen können dahinterstecken.
  • anorektal (Anus = After, Rektum = Enddarm)
    Diese Form wird durch eine Veränderung oder Störung des Enddarms oder Afters bedingt – z. B. durch Hämorrhoiden, Verengung des Darmausgangs oder Verdickung des Schließmuskels.
  • idiopathisch
    Man spricht von ideopathischer Obstipation, wenn keine körperlichen Ursachen feststellbar sind. Die idiopathische Obstipation ist meist Folge einer falschen Ernährung oder von Veränderungen in der gewohnten Ernährung oder Umgebung. Der Körper reagiert mit vorübergehender Darmträgheit auf die neue Situation. Der Stuhlgang lässt auf sich warten. Blähungen sind in solchen Fällen häufiges Begleitsymptom. Bewegungsmangel und eine zu geringe Trinkmenge können das Problem verstärken. Auch Stress kann sich auf den Stuhlgang auswirken. Bei stressbedingten Darm-Problemen wechseln sich häufig Phasen mit Obstipation und Phasen mit Durchfall ab. Oft wird dann auch vom so genannten Reizdarm gesprochen.

Mögliche Ursachen einer Verstopfung

Meistens ist der Darm nicht ausreichend stark in Bewegung – man spricht von Darmträgheit. Die Folge ist eine lange Verweildauer des Stuhls im Darm. Während der langen Zeit wird viel Flüssigkeit aus dem Darm zurück ins Blut resorbiert. Die Folge ist ein harter Stuhl, sodass starkes Pressen nötig ist. Dadurch können weitere Beschwerden auftreten.

 Verantwortlich für die Darmträgheit können sein:

  • Grunderkrankungen wie Darm-Entzündungen, Schilddrüsen-Unterfunktion oder psychische Erkrankungen
  • Nebenwirkung verschiedener Medikamente (zum Beispiel Antidepressiva, Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Eisenpräparate)
  • Funktionsstörungen der Muskulatur, Bettlägerigkeit
  • Stress
  • Veränderung der alltäglichen Gewohnheiten (Reisen)
  • Mangel an:
    - Ballaststoffen in der Nahrung
    - Flüssigkeit
    - Bewegung

Was hilft bei Verstopfung? Gibt es geeignete Hausmittel?

Bei Beschwerden rund um die Verdauung gibt es eine ganze Reihe von guten Hausmitteln und natürlichen Arzneimitteln. Lesen Sie dazu auch unter den Anwendungsbereichen Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden nach.

Gegen Verstopfung und damit einhergehende Beschwerden wie Blähungen gilt Folgendes:

  • Ursache klären
    Beobachten Sie sich und mögliche Zusammenhänge mit Ihrer Lebensweise zuerst selbst. Lassen Sie zusätzlich die Ursache durch einen Arzt abklären. Dazu ist meist eine körperliche Untersuchung notwendig. Möglicherweise liegt ja eine bisher nicht bekannte Erkrankung zu Grunde.
  • Ernährungsgewohnheiten überprüfen
    Überprüfen Sie dann Ihre Ernährungsgewohnheiten: Wichtig für eine gute Verdauung ist vor allem eine ballaststoffreiche Ernährung. Essen Sie viel Vollkornprodukte, Obst und Gemüse! Getrocknetes Obst kann Sie unterstützen, aber auch frische Säfte.
  • Trinken
    Trinken Sie viel – für weichen Stuhl braucht man eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr! Versuchen Sie es am besten immer zuerst mit einem Glas Wasser. Am besten in Kombination mit…
  • Bewegung
    Bewegen Sie sich viel! Körperliche Bewegung, also die allgemeine Muskeltätigkeit regt auch die Darmmuskulatur an! Das wird sehr deutlich, wenn man eine Weile auf dem Trampolin hüpft – vorausgesetzt, man hat vorher ausreichend viel getrunken.
  • Stress meiden
    Meiden Sie Stress bzw. praktizieren Sie Entspannungsübungen zum Stress-Abbau! Wenn der Körper im Stress-Modus ist, hat er weniger Energie für die Verdauung!

Sind Abführmittel eine vernünftige Option?

Wenn oben genannten allgemeinen Maßnahmen keinen Erfolg bringen, können bei akuter Verstopfung auch mal vorübergehend Abführmittel eingenommen werden. Fachleute sprechen von Laxanzien. Es gibt verschiedene Arten von Abführmitteln.

Füll- und Quellmittel

Dazu gehören beispielsweise Flohsamenschalen. Sie quellen im Dickdarm auf. Damit sorgen sie für eine Zunahme des Stuhlvolumens, das den Weitertransport anregt und so die Entleerung des Darms fördert. Flohsamenschalen sind gut verträglich und unterstützen auf ganz natürliche Weise die Darmtätigkeit. Solche Quellstoff-Mittel zur Darmregulierung können auch über längere Zeiträume eingenommen werden.

Osmotische Abführmittel

Mittel mit osmotischer Wirkung dagegen ziehen Wasser in den Dickdarm, was den Stuhl weicher macht. Viele von ihnen aktivieren zusätzlich die Darmtätigkeit und erleichtern damit den Stuhlgang.
Die Gefahr bei diesen Arzneimitteln liegt einerseits darin, dass sie nachteilige Auswirkungen auf den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt des Körpers haben können. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich der Darm an ihre Wirkung gewöhnt und dadurch seine Eigenaktivität nachlässt – chronische Verstopfung bzw. Abhängigkeit kann entstehen. Deshalb sollten osmotisch wirksame Abführmittel nicht länger als eine Woche eingenommen werden.

Naturmedizinische Behandlung der Verstopfung

Wenn Sie die Ursachen für Ihre Verstopfung abgeklärt haben und die oben genannten Hausmittel nicht ausreichen, können auch natürliche Abführmittel, also pflanzliche Arzneimittel helfen, kurzzeitig abzuführen. 

Ein sehr bewährtes Mittel ist die Cascara-Rinde, die aus dem Amerikanischen Faulbaum Rhamnus purshiana gewonnen wird. Schon von den Ureinwohnern Amerikas wurde diese Pflanze als Abführmittel eingesetzt. Cascara-Rinde ist der Wirkstoff von Legapas®, einem pflanzlichen, stimulierenden Abführmittel. Es kann zur Therapie von kurzzeitig auftretender Verstopfung eingesetzt werden.

Als langfristiges Darmregulans, also zur Behandlung einer chronischen Verstopfung sind dagegen Flohsamenschalen geeignet. Sie sind der Wirkstoff des Arzneimittels Pascomucil®.

Pascomucil® kann nicht nur bei chronischer Verstopfung angewandt werden, sondern beispielsweise auch beim Reizdarm-Syndrom und zur Ergänzung einer Diät zur Senkung von hohen Cholesterin-Werten.