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Wie entsteht der Hustenreiz und welchen Nutzen hat er?

Husten ist ein wichtiger Schutzreflex der Atemwege. Er entsteht, wenn sich die Atemluft nach Pressen gegen die geschlossene Stimmritze heftig entleert. Damit reagiert der Körper auf Reizungen der Atemwege. Das können beispielsweise trockene Schleimhäute sein oder Überflutungen des Bronchialsystems mit Fremdmaterial. Mögliche Reize sind auch Flüssigkeiten, die in die Bronchien gelangen oder das Einatmen von Rauch und Staub. Husten kann aber auch ein wichtiges Warnsignal für ernste Erkrankungen, Vergiftungen oder Unverträglichkeiten sein.

Ursachen: Warum entsteht Husten?

Die Ursachen liegen meist innerhalb der oberen Atemwege bzw. der unteren Atemwege und der Lungen. Die meisten Erkältungen, also die Infekte der oberen Atemwege sind ebenso mit Husten verbunden, wie akute und chronische Bronchitis und Asthma bronchiale. Er kann jedoch auch einen ganz anderen Ursprung haben.

Mögliche Ursachen innerhalb der Atemwege

  • Infektionen der Atemwege
  • andere Erkrankungen von Lunge, Zwerchfell und Atemwegen (u.a. Asthma bronchiale, Pneumonie, Lungenembolie)
  • Reizung des Bronchialsystems (nach Bronchitis, Rauchen, Einatmen von reizenden Stoffen)

Mögliche Ursachen außerhalb der Atemwege

  • Herz-Erkrankungen (Linksherzinsuffizienz, Endokarditis, Lungenödem)
  • Reflux-Krankheit
  • Medikamente
  • psychosomatische Ursachen

Problematisch kann Husten werden, wenn er längere Zeit anhält. Der Grund: Nicht nur Schleim und Fremdstoffe werden mit ihm nach draußen transportiert, sondern auch Teile des Schutzfilmes der Bronchialschleimhaut. Die Folgen können Bronchitis, Lungenentzündung oder gar Dauerschäden an Bronchien bzw. Lunge sein.

Es ist wichtig, die Ursache abzuklären. Das gilt vor allem, wenn chronischer Husten über Wochen und Monate quält. Eine Sinusitis kann beispielsweise die eigentliche Ursache dafür sein und sollte unbedingt behandelt werden. Lesen Sie dazu auch unter der Rubrik Nasennebenhöhlenentzündung.

Auch Medikamente als mögliche Ursache werden häufig nicht beachtet. Dabei kann Husten als Nebenwirkung einiger Medikamente auftreten, vor allem solcher gegen Bluthochdruck. Beispielsweise reagieren 10 % der Frauen und 5 % der Männer mit chronischem Husten auf die Einnahme von ACE-Hemmern zur Blutdrucksenkung.

Welche Formen von Husten gibt es?

Je nach Ursache, Dauer und nach individuellen Bedingungen kann Husten in ganz verschiedenen Formen auftreten.

Man unterscheidet beispielsweise den

  • Husten mit Auswurf, verschleimten Husten
  • chronischn und trockenen Husten bzw. unproduktiven Reizhusten
  • akuten und krampfartigen Husten, der oft mit Atemnot einhergeht und zu dem auch Asthma bronchiale, Keuchhusten und Krupp-Husten gehören

Akuter Husten mit Auswurf

Im Zuge eines Infektes sollen die oberen Atemwege mit Hilfe des von den Schleimhäuten gebildeten Schleimes wieder freigeräumt werden. So hat der Husten hier eine wichtige Reinigungsfunktion.

Chronische Infektionen der Atemwege mit Verschleimung

Eine chronische Bronchitis ist meist durch starke Verschleimung mit einem zähen Sekret charakterisiert, das nur schwer abzuhusten ist. So ein quälender und unproduktiver Husten kann zu chronischer Entzündung der Schleimhäute mit Atemnot führen.

Unproduktiver Reizhusten

Dieser trockene Husten ohne spürbare Schleimbildung hat keinen Nutzen. Ganz im Gegenteil: Er quält einfach nur und schädigt obendrein die Schleimhäute. Oft tritt er zu Beginn einer Bronchitis auf. Gelegentlich bleibt er noch lange nach einer überstandenen Erkältung bestehen – manchmal bis zu 8 Wochen. Er tritt auch bei chronischen Reizungen der Atemwege und bei Keuchhusten auf. Grund dafür sind meist die entstandenen Schäden auf den Schleimhäuten.

Erleichterung bringt es, wenn der zähe Schleim in den Atemwegen verflüssigt wird, sodass er leichter abgehustet werden kann. Je nach Ursache und individuellen Bedingungen kommen deshalb Schleimlöser zum Einsatz, die das Abhusten erleichtern oder Hustenreizstiller.

Asthma bronchiale

Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der das Bronchialsystems überreizt ist und die Atemwege sich so verengen, dass Luftnot und krampfartige Hustenanfälle auftreten können. Auslöser für einen Asthma-Anfall können Schadstoffe in der Luft, Rauchen, physikalische Reize, Stress, körperliche Belastung oder bestimmte Allergene sein, also allergieauslösende Substanzen.

Raucherhusten und chronisch obstruktive Lungenkrankheiten (COPD)

Der Fachausdruck COPD ist eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung für chronic obstructive pulmonary disease. Der Begriff „obstruktiv“ bedeutet dabei Verengung der Atemwege. Unter COPD versteht man demnach eine chronische Bronchitis, die mit einer Verengung der Atemwege einhergeht, was vor allem das Ausatmen behindert. Die Hauptursache für eine COPD ist das Rauchen. Die Patienten leiden besonders in der kalten Jahreszeit unter verstärktem Husten, Atemnot, vermehrter Sputummenge und verschlechterter Lungenfunktion. Für viele dieser Symptome wird oxidativer Stress verantwortlich gemacht, deshalb ist die ergänzende Therapie mit sogenannten Antioxidantien oftmals ein sinnvoller Ansatz.

Keuchhusten

Keuchhusten gehört zu den typischen Kinderkrankheiten. Er kann gerade in den ersten beiden Lebensjahren lebensgefährlich sein. Jeder heftige Husten, der sich über mehr als 2 Wochen hinzieht, ist keuchhustenverdächtig! Eine Infektion im Erwachsenenalter ist zwar selten, aber möglich. Keuchhusten kann auch die eigentliche Ursache von chronischem Husten im Erwachsenenalter sein – ohne, dass dem eine akute Infektphase vorausgegangen sein muss.

Krupphusten und Pseudokrupp: Was ist das und was kann man tun?

Früher hat man die Kehlkopfdiphterie als Echten Krupp bezeichnet. Diesem Echten Krupp hat man den Pseudo-Krupp gegenübergestellt. Damit bezeichnet man eine Entzündung im Rachenbereich, die mit dem typischen bellenden Husten, begleitet von Atemnot einhergeht.

Heute versteht man unter dem Begriff „Krupp“ eine akute entzündliche Erkrankung der Schleimhäute vornehmlich des Kehlkopfes und der Luftröhre. Charakteristisch ist eine deutliche Einengung der unteren Kehlkopf-Region durch Schleimhautschwellung, die meist auf eine Virusinfektion zurückzuführen ist.

Leitsymptome sind bellender Husten, der als „Krupp-Husten" bezeichnet wird und Heiserkeit, meist in Zusammenhang mit einer Bronchitis. Durch die Verengung können zunächst Schwierigkeiten beim Einatmen, später auch beim Ausatmen auftreten. Gerade bei kleinen Kindern kommt so ein Krupp-Anfall immer mal wieder vor und macht den Eltern – insbesondere beim ersten Mal – viel Angst.

Erschwerend kommt manchmal hinzu, dass so ein Anfall auch der erste Vorbote einer Bronchitis sein kann, sodass man noch gar nicht darauf vorbereitet ist.

Dann heißt es: Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren, denn Unruhe und Angst übertragen sich auf das Kind und können so den Anfall eventuell noch verstärken. Außerdem sollten Sie versuchen, schnell feucht-kalte Luft zuzuführen und einen Arzt zu benachrichtigen: Der Einsatz von verschreibungspflichtigen Medikamenten – meist Corticoiden in Form von Zäpfchen - ist oft notwendig.

Husten und Auswurf: Wann sollte man zum Arzt gehen?

Husten ist keine Krankheit, sondern ein Schutzreflex unseres Körpers mit dem Ziel, die Atemwege frei zu halten. Deshalb sollte man immer dann einen Arzt aufsuchen, wenn Husten besonders stark, blutig oder anderweitig ungewöhnlich ausgeprägt ist oder mit anderen schweren Symptomen einhergeht. Auch, wenn er sehr lange anhält und so die Bronchialschleimhaut schädigt, muss er unter ärztliche Kontrolle.

Das heißt: Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • plötzlich starker Husten auftritt, der sich auch nicht wieder bessert
  • der Husten über Wochen anhält
  • Husten mit anderen Symptomen einhergeht wie Blut, Fieber, Anfällen von Atemnot, kloßiger Sprache

Ihr Arzt wird versuchen, die Ursachen herauszufinden und gegebenenfalls entsprechende Medikamente verordnen.

Husten und andere Organe: Blase, Herz und Kopf

Durch starken oder chronischen Husten können auch andere Organe betroffen sein. Das liegt daran, dass durch den Hustenstoß ein hoher Druck im Körper erzeugt wird, der direkt, also mechanisch oder auch reflektorisch auf unterschiedliche Gewebe und Organe wirken kann.

Beispielsweise können auftreten:

  • Harn-Inkontinenz
  • stechende Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gleichgewichtsstörungen, Schwindel
  • Nasenbluten
  • Muskelkater
  • Heiserkeit
  • Brüche des Zwerchfells
  • Leistenbruch

Harninkontinenz

Heftiger Husten belastet den Beckenboden. Die mögliche Folge kann Inkontinenz sein. Ist die Beckenbodenmuskulatur oder der Schließmuskel der Blase nicht ausreichend kräftig, führt die Druckerhöhung zum Harnabgang. Mit gezieltem Beckenbodentraining lässt sich das verhindern.

Herz

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Ursache für Husten sein. Veranschaulicht wird dies durch den inzwischen veralteten Begriff Asthma kardiale. Damit bezeichnet man Asthma-Anfälle, die auf eine Herzinsuffizienz zurückzuführen sind. Andererseits können auch Blutdrucksenker Husten verursachen – allen voran die aus der Gruppe der ACE-Hemmer.

Psychisch bedingter Husten

Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 12 Jahren kommt hin und wieder ein so genannter psychogener Husten vor. Er tritt während psychischer Konfliktsituation oder bei emotionaler Anspannung auf.

Gekennzeichnet ist er dadurch, dass der Husten meist sehr bellend, laut und dadurch für das Umfeld störend ist, kein Schleim abgehustet wird und ablenkbar ist. Das bedeutet, er kann auf Ansprache gestoppt werden und tritt nicht im Schlaf auf. Diese Art von Stresshusten sollte aber ernst genommen werden – oft ist es ein unbewusster Hilfeschrei. Bei Erwachsenen kann Stress ein möglicher Auslöser für einen Asthma-Anfall sein.

Husten bei Kleinkindern und Babys

Da Husten ein Schutzreflex unseres Körpers ist, muss er gerade bei Kindern sehr ernst genommen werden. Das gilt vor allem dann, wenn er nicht als typisches Begleitsymptom einer einfachen Erkältung auftritt. Möglicherweise ist er dann ein Zeichen dafür, dass Fremdkörper in die Atemwege gelangt sind und damit Atemnot droht. Angst kann die Situation immer verschärfen. Deshalb gilt insbesondere beim Umgang mit Kindern: Ruhe bewahren und gleichzeitig schnell für Hilfe sorgen.

Welche Hausmittel gibt es und wie wirken sie?

Gegen Husten kommen viele verschiedene Medikamente, aber auch andere Therapien und Hausmittel zum Einsatz. Die Art der Therapie richtet sich nach den Ursachen des Hustens.

Husten-Hemmer und Schleimdrogen

Husten sollte nur dann medikamentös unterdrückt werden, wenn er eindeutig unproduktiv ist, die Nachtruhe massiv stört oder die Gefahr von Schäden an der Bronchialschleimhaut besteht. Hierzu gibt es stark wirksame, aber auch nebenwirkungsbehaftete und deshalb meist verschreibungspflichtige Arzneimittel, die direkt auf das Hustenzentrum im Hirn wirken.

Daneben eignen sich Wirkstoffe, die die Reizschwelle der Hustenrezeptoren im Rachenraum herabsetzen, indem sie die gereizten Schleimhäute mit einer Art Schutzfilm überziehen. Dazu zählen die so genannten Schleimdrogen, z. B.:

  • Eibisch (Althaea officinalis)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Isländisch Moos (Cetraria islandica)
  • Malve (Malva)
  • Sonnentau (Drosera rotundifolia)
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Darüber hinaus haben Zuckerlösungen hustenreizstillende Eigenschaften. Die beschränkt sich allerdings auf die Verweildauer des Zuckers am Rezeptor und hält deshalb meist nicht länger als 20-30 Minuten an. Böse Zungen behaupten sogar, dass die Wirkung vieler Hustensäfte in erster Linie auf den hohen Zuckergehalt zurückgeht. In jedem Fall sind Hausmittel, wie Zwiebelsaft oder der im Allgäu recht beliebte Schneckensaft schon wegen des Zuckers sinnvoll.

Expektorantien oder Hustenlöser

Je nach Ursache des Hustens ist die Gabe von Expektorantien sinnvoll. Sie erleichtern das Abhusten von zähem Schleim. Die bekanntesten pflanzlichen Hustenlöser sind:

  • Efeu
  • Primel
  • Sanikel
  • Huflattich
  • Thymian

Weitere Tipps gegen Husten

Zur Regeneration der Schleimhäute kann der Verzehr von Antioxidantien sinnvoll sein - beispielsweise von viel Vitamin C.

Zur Therapie eignen sich außerdem:

  • feuchtheiße Brustwickel
  • frische Luft, Luftveränderung
  • Inhalieren von ätherischen Ölen oder Meersalz im Dampfbad

Zwiebelsaft

Rohe, klein geschnittene Zwiebel mit braunem (Kandis-) Zucker oder Honig ansetzen

Rettichsaft

Schwarzen Rettich ein wenig aushöhlen, mit braunem Zucker oder Honig füllen, den entstandenen Saft einnehmen und dann den Rettich immer wieder frisch aushöhlen und füllen

heiße Getränke

Probieren Sie mal einen Ingwer-Zitronen-Tee: Kochen Sie Wasser und frischen Ingwer auf, lassen Sie den Sud ziehen, geben Zitronensaft dazu. Dann abgießen, mit Honig süßen und so heiß wie möglich trinken

Thymian und Sonnentau: das Multitalent und der Wirkverstärker

Für die gute Küche ist Thymian unentbehrlich: Als aromatisches Gewürz macht er nicht nur viele Speisen schmackhafter, sondern auch bekömmlicher. Das liegt daran, dass er Speichel- und Magensaft-Bildung anregt und so die Verdauung unterstützt..

Thymian-Tees sind bei Erkältungen sehr beliebt. Der Thymian erleichtert das Abhusten durch Beeinflussung der Schleimbildung und wirkt krampflösend auf die Bronchien.

Auch die Heilpflanze Drosera, der Sonnentau, ist ein exzellentes Heilkraut – insbesondere bei krampfartigem Husten. Der bekannte Arzt und Pflanzenheilkundler Dr. Weiss hat beste Erfahrungen damit gesammelt, einen pflanzlichen Hustensaft, der Thymian enthält mit geringen Mengen Drosera zu kombinieren. Drosera ist einer der drei pflanzlichen Wirkstoffe in den Tussiflorin® HOM Tropfen.

Thymiansaft bei Husten und Bronchitis

Tussiflorin® Thymian Hustensaft enthält einen Extrakt aus Thymiankraut. Er hilft, den Schleim zu verflüssigen und das Abhusten zu fördern.