Schilddrüse: Funktion, Erkrankungen und Bedeutung für die Gesundheit

Von Helga Wiesmann
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Kurz erklärt

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit großen Aufgaben. Sie ist eine der hormonproduzierenden Drüsen. Ihre Hormone sind der Taktgeber im Stoffwechsel. Die Schilddrüsenhormone beeinflussen: Haut und Haare, Gewicht, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf, Magen-Darm, Frauengesundheit sowie das Nervensystem und die Psyche. Funktioniert sie einwandfrei, bleibt sie meistens unbeachtet. Gerät sie aber aus der Balance – in der Regel in eine Über- oder Unterfunktion - bemerkt man das an vielen Stellen.

Was ist die Schilddrüse?

Sie wird auch als Glandula thyroidea bezeichnet und ist eine der hormonproduzierenden Drüsen. Von ihr werden die Schilddrüsenhormone gebildet, gespeichert und abgegeben. Die wichtigsten Hormone sind Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Aber auch das Hormon Calcitonin, das bedeutend für den Kalziumhaushalt ist, wird in bestimmten Zellen der Schilddrüse gebildet: den C-Zellen.
Die Glandula thyroidea ist sehr klein und liegt unterhalb des Kehlkopfes direkt vor der Luftröhre. Sie besteht aus zwei Lappen, die rechts und links der Luftröhre liegen und einem Mittelteil, der auf ihr liegt. Oft wird ein Schmetterling oder eine Schleife genutzt, um sie zu verbildlichen. Hinter den beiden Lappen liegen vier pfefferkorngroße Nebenschilddrüsen. 
Wenn sich beim Schlucken der Kehlkopf bewegt, vollzieht die Drüse diese Bewegung mit. Ist sie in ihrer Form verändert, kann der Arzt dies während des Schluckens ertasten.
Die Zellen sind so angeordnet, dass sie stets einen Hohlraum (ein Follikel) umschließen. In diesen Hohlräumen werden die Schilddrüsenhormone gespeichert, sie können dort bis zu mehreren Wochen verbleiben.

Funktion der Schilddrüse

Der wichtigste Aspekt ist die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Sie sind Voraussetzung für eine normale Funktion vieler Organsysteme und erhöhen je nach Bedarf den Grundumsatz und den Energieverbrauch des Körpers. Da dieser aber schwankt, bedient sich der Körper eines hormonellen Regelkreises zwischen Hypothalamus, Hypophyse im Gehirn und der Schilddrüse. Dieser funktioniert so: 
Der Hypothalamus im Zwischenhirn produziert bei Bedarf ein Hormon, nämlich das TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) und gibt somit den Startschuss zur Freisetzung des Thyreotropin-stimulierenden-Hormons (TSH) aus der Hirnanhangsdrüse. TSH gelangt dann über das Blut zum Bestimmungsort, wo die Bildung und Freisetzung von T3 und T4 angeregt wird. Ist genügend Schilddrüsenhormon vorhanden, wird dies an die oberen Schaltzentralen rückgemeldet und die Produktion wieder gedrosselt.

Schilddrüsenhormone

Sie beeinflussen die Stoffwechselrate und viele Lebensfunktionen wie die Herzfrequenz, Kalorienverbrennung, das Hautbild, das Wachstum, den Abbau des Cholesterins, die Kälte-Wärme-Regulation, die Fruchtbarkeit und die Verdauung. Das Calcitonin beeinflusst zusätzlich den Knochenstoffwechsel.
Nach dem Startschuss von TRH und TSH sind folgende Hormone Hauptspieler auf dem Feld:

Dabei macht T4 den Großteil aus, und zwar etwa 80 – 90 Prozent. T3, das eigentlich wirksame Schilddrüsenhormon, hat einen Anteil von 10 – 20 Prozent. In der Leber und anderen Geweben wird bei Bedarf T4 in T3 umgewandelt. Das meiste wird im Blut an das Thyroxin-bindende Globulin (ein Eiweiß) angeheftet und so transportiert. Nur eine kleine Menge des Hormons zirkuliert ungebunden, und dies wird als freies Thyroxin oder freies Trijodthyronin bezeichnet.

Die Bedeutung für Herz, Hormonhaushalt und Stoffwechsel

Schilddrüse und Stoffwechsel

Man kann sich die Schilddrüsenhormone in etwa wie ein Gaspedal im Körper vorstellen. Ist alles in Balance, dann fährt er genau richtig: das Herz schlägt regelmäßig – nicht zu schnell und nicht zu langsam – wir sind weder zu dick noch zu dünn, haben eine gute Verdauung, die Muskulatur ist kräftig, Haut und Haare sind gesund und wir haben stets ausreichend Energie, um den Herausforderungen des Lebens zu begegnen. Dazu ist die Seelenlage stabil und ausgeglichen. Stellt sich aber in eine „über- oder untertourige“ Lage ein, und geraten die Schilddrüsenwerte aus dem Lot, sind damit verschiedene Probleme verbunden, die mit Hyperthyreose (Überfunktion) oder Hypothyreose (Unterfunktion) bezeichnet werden. 

Schilddrüse und Herz

Das Herz ist ein wichtiges Zielorgan für die Schilddrüsenhormone. Sie regulieren die Schlagkraft, die Herzfrequenz und auch das zirkulierende Blutvolumen. Daher haben Schilddrüsenerkrankungen immer eine Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Dies gilt auch andersherum: Es sollte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer auch an die Überprüfung der Schilddrüsenwerte und den TSH-Wert gedacht werden.
Man kann hier auch sehr schön die Unterschiede zwischen Über- und Unterfunktion sehen:
Entweder rast das Herz und verliert den Rhythmus, oder es schlägt langsamer und die Kraft lässt nach.

Schilddrüse und Frauengesundheit

Sind die Schilddrüsenhormone nicht in Balance, kann es geschehen, dass das Wunschkind ausbleibt, denn sie beeinflussen sich gegenseitig mit den Sexualhormonen. Der Zyklus und ebenso die Eizellreifung können betroffen sein. Frauen werden seltener schwanger und es kommt bei einer Überfunktion in den ersten Monaten vermehrt zu einer Fehlgeburt.
Lässt in den Wechseljahren die Östrogenproduktion nach, können Frauen eher mit erhöhten Werten rechnen. Eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte ist bei den entsprechenden Problemen von Vorteil.

Schilddrüsenerkrankungen

Aufgrund der multiplen Funktionen der Schilddrüse können Funktionsstörungen ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben. Die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen gehört daher grundsätzlich in professionelle Hände. Die nachfolgenden Beschreibungen wollen die komplexen Zusammenhänge und Folgen erklären. Sie sind auf keinen Fall eine Anleitung zur Selbstdiagnose bzw. Behandlung. 

Sind die Werte der Hormone Thyroxin (T3/T4) und TSH im Normbereich, kann in der Regel eine Schilddrüsenerkrankung ausgeschlossen werden. Doch können Fehlfunktionen in jedem Lebensalter auftreten. In Deutschland ist etwa jeder dritte Erwachsene betroffen. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. 
Die Erkrankungen werden eingeteilt in 

Bösartige Tumore sind sehr selten. 
Ändert sich die Struktur des Organs ist dabei nicht immer die gesamte Schilddrüse betroffen. Und damit ist nicht zwangsläufig auch die Funktion beeinträchtigt. Es gibt Erkrankungen, die auto-immun, also durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems verursacht sind und Entzündungen. Und was es zuweilen so kompliziert macht: Die Formen können sich auch mischen. 

Schilddrüsenunterfunktion

Sie kann sowohl erblich bedingt als auch erworben sein. Sie geht mit Appetitlosigkeit, Verstopfung und Gewichtszunahme einher. Der Patient hat stumpfe Haare und häufig ein geschwollenes Gesicht. Die Diagnosestellung erfolgt mit der Bestimmung von TSH-Wert, T3 und T4 und gegebenenfalls einer Ultraschalluntersuchung. Ein erhöhter TSH-Wert spricht für eine Hypothyreose. Behandelt wird sie in einer ärztlichen Praxis mit der Gabe von Schilddrüsenhormon, meistens wird T4 (Thyroxin) genutzt. Wenn Sie mehr über die Schilddrüsenunterfunktion erfahren möchten, lesen Sie bitte hier weiter.

Schilddrüsenüberfunktion

Hier steht der Organismus ständig auf dem Gaspedal. Damit verbunden sind innere Unruhe, Nervosität, hoher Blutdruck, Durchfall, Schlafstörungen und Gewichtsverlust. Der Motor dreht auf allen Ebenen zu hoch. Das führt zu Kraftlosigkeit und Erschöpfung. 
Ist der TSH-Wert im Blut zu niedrig und gleichzeitig die Werte des freien T3 und T4 erhöht, spricht dies für eine Schilddrüsenüberfunktion. 
Da Jod ein Baustein für die Synthese der Schilddrüsenhormone ist, soll die Zufuhr bei der Überfunktion gedrosselt werden. Als Medikament werden bei der Hyperthyreose sogenannte Thyreostatika von einer ärztlichen Praxis verordnet, die den Hormonspiegel senken. Lesen Sie hier mehr über die Schilddrüsenüberfunktion.

Morbus Basedow

Es handelt sich hier um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen körpereigene Zellen, nämlich gegen die TSH-Rezeptoren des Organs gebildet werden. Eine vermehrte Hormonproduktion und auch das Wachstum des Schilddrüsengewebes wird angeregt, so dass es im fortgeschrittenen Stadium zu einer Struma, also einer vergrößerten Schilddrüse kommt. Die Symptome ähneln derjenigen der Schilddrüsenüberfunktion, das Gewebe ist allerdings vergrößert und es können auch die Augen betroffen sein. Die Schilddrüsenhormone sind in der Regel erhöht, das TSH niedrig. Es werden im Blut auch die TSI und TPO-Antikörper gemessen. In einer endokrinologischen Facharztpraxis kann Betroffenen geholfen werden. Hier lesen Sie ausführlicher über die Ursachen und Symptome der Basedow-Krankheit

Hashimoto

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Schilddrüsenentzündung, bei der auch Antikörper gegen Schilddrüsenbestandteile gebildet werden. Als mögliche Ursache werden erbliche Vorbelastung, Viruserkrankungen, zu hohe Jod-Zufuhr und auch psycho-sozialer Stress in Betracht gezogen. Auf Dauer führt diese chronische Entzündung zu einer Schilddrüsenunterfunktion. In einer endokrinologischen Facharztpraxis kann Betroffenen geholfen werden. 

Wie bleibt die Schilddrüse gesund?

Für die Gesundheit des Organs ist Jod unabdingbar. Es ist ein essenzielles Spurenelement für die Schilddrüsenfunktion. T4 enthält vier Jod-Atome, wovon eines abgespalten wird, um das in den Zellen wirksame T3 zu erhalten. Das bedeutet, dass es ohne Jod kein Schilddrüsenhormon gibt. Jodmangel führt zu Kropf und Knoten. Allerdings kann ein Zuviel des Mikronährstoffs im Falle einer Überfunktion auch ein Problem darstellen.
Auch Selen ist wesentlich für die Gesundheit und eine ausreichende Versorgung schützt vor Schilddrüsenerkrankungen. Andere wichtige Mikronährstoffe sind Eisen, Vitamin D, Coenzym Q10, Vitamin B12 und B6 sowie Zink. Zur ganzheitlichen Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen gehört also auch ein Labor der Mikronährstoffe und der Ausgleich dessen, was fehlt.

Wie hoch ist der tägliche Jod-Bedarf?

Fisch, Algen, Milchprodukte und Jodsalz können eine ausreichende Versorgung gewährleisten. Es wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und gelangt dann übers Blut zur Schilddrüse. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei etwa 180– 200 µg pro Tag. Während der Schwangerschaft und Stillzeit liegt er erhöht bei durchschnittlich 230 µg bzw. 260 µg pro Tag. Im Falle einer Erkrankung der Glandula thyroidea ist eine Substitution zwar häufig, aber nicht immer sinnvoll.

Schilddrüsenwerte und was sie bedeuten

In der ärztlichen Praxis kann die Schilddrüsenfunktion mittels verschiedener Schilddrüsenwerte aus dem Blut bestimmt werden. Zur Diagnostik der verschiedenen Erkrankungen kommen vor allem diese Schilddrüsenwerte in Betracht:

TSH

Es ist das stimulierende Hormon aus der Hypophyse. Fehlt Schilddrüsenhormon im Körper, steigt das TSH an. Somit ist der TSH-Wert ein erster orientierender Marker zur Schilddrüsenfunktion. Ein erhöhter TSH-Wert deutet auf eine Unterfunktion hin, ein zu niedriger TSH hingegen auf eine Schilddrüsenüberfunktion. Beim Erwachsenen liegt der normale TSH-Wert im Blut zwischen 0,40 und 4,0 mU/l.

TRH-Test

Er dient dazu, latente Funktionsstörungen wie die Hypothyreose in Grenzsituationen noch genauer einzuschätzen.

T3/T4

Pro Tag bildet die Schilddrüse etwa 80 – 100 µg T4 und 10 – 20 µg T3, das eigentlich wirksame Schilddrüsenhormon.
Ist das T4/T3 erhöht, spricht dies für eine Hyperthyreose. Ist es erniedrigt, für eine Hypothyreose. 
Grundsätzlich ist es aussagekräftiger, wenn die freien Schilddrüsenhormone untersucht werden. 

Schilddrüsen-Antikörper

Sie werden bestimmt, um die Ursache der Funktionsstörung zu klären. Sie entstehen in auto-immunen Prozessen. Ein hoher TPO-AK-Wert kann ein Anzeichen für Morbus Basedow oder eine Hashimoto-Thyreoiditis sein.

Naturheilkunde – Pflanzen für die Schilddrüse

Schon leicht veränderte Schilddrüsenwerte können große Auswirkung haben. Von daher ist bei frühen, milden Symptomen ein Versuch mit naturheilkundlichen Arzneien möglich und sinnvoll. 
Diese Heilpflanzen haben sich bei Schilddrüsenfunktionsstörungen bewährt, besonders wenn sich Herz-Kreislaufbeschwerden einstellen:

Die 3 genannten Wirkstoffe sind in dem Komplexmittel Thyreo-Pasc® miteinander kombiniert und können in Absprache mit einer ärztlichen Praxis genutzt werden. Zur begleitenden Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion sind sie jedoch nicht vorgesehen.

Warum erscheint bei vielen homöopathischen Arzneimitteln der Hinweis: Bei Schilddrüsenerkrankungen nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen?

Hormonelle Abläufe laufen im Körper einerseits sehr präzise ab und andererseits jenseits von Werten auch sehr individuell. Schon kleine Irritationen können das gesamte System beeinflussen. Deshalb verlangt der Gesetzgeber, dass auch bei kleinsten Mengen von Jod in Arzneimitteln der Hinweis auf eine mögliche Beeinflussung der Schilddrüse angegeben wird. Das bedeutet nicht, dass die Arzneimittel nicht eingenommen werden dürfen, sondern nur, dass ein Arzt bzw. eine Ärztin darauf hingewiesen werden sollten, um ein mögliches Risiko einzuschätzen. 
Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die winzige Spuren an Jod enthalten und nach den bisher bestehenden Erfahrungen keinen Einfluss auch die Schilddrüse haben. Trotzdem ist im Beipackzettel die entsprechende Info enthalten. So können Wechselwirkungen verhindert und für den Patient eine gute medikamentöse Einstellung gewährleistet werden.


Thyreo-Pasc®
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneibildern ab. Dazu gehören: Herz- und Kreislaufbeschwerden bei Funktionsstörungen der Schilddrüse. Die Anwendung des Arzneimittels bei Schilddrüsenüberfunktion sollte nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen und ersetzt nicht andere vom Arzt diesbezüglich verordnete Arzneimittel. Enthält Lactose. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen

Die Produkte

Heilpraktikerin und Texterin.  In meiner Praxis in Saarbrücken arbeite ich in den Schwerpunkten Darmgesundheit und komplementäre Onkologie. Ich habe viel Freude daran, mich mit komplexen Gesundheitsthemen auseinander zu setzen und lege Wert darauf, diese gut lesbar zu verfassen. Schon immer haben mich Gesundheit und die Pflanzen am meisten fasziniert: Der menschliche Körper mit seinen Wundern und dem Streben nach Gleichgewicht, sowie die Gewächse am Wegesrand: ihre Signaturen, Inhaltsstoffe und Wirkweisen. Als Naturheilkundlerin und Texterin zu arbeiten, und dies in der Arbeit für Pascoe zusammenzufügen, macht großen Spaß. Und das spüren hoffentlich auch Sie. Mehr erfahren

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