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Geschwollene Füße und Wasser in den Beinen?

Das kennen viele. Medizinisch spricht man von einem Ödem, also einer Wassereinlagerung im Gewebe. Meistens ist diese als Schwellung sichtbar. Auch nach Verletzungen, Operationen, Insektenstichen und allergischen Reaktionen treten Schwellungen auf. Insbesondere Frauen wissen, dass Wassereinlagerungen auch in bestimmten Zyklusphasen und während der Schwangerschaft häufiger auftreten. Und manch einer hat sich bestimmt auch schon gefragt, warum gerade hungernde Kinder oft einen dicken, also geschwollenen Bauch haben. Bei allen genannten Phänomenen spricht man von Ödemen. Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein. Manche Bezeichnungen verraten schon etwas mehr über die Ursache. Beispiele sind Lymphödem, Lipo-Lymphödem, Lipödem, Hunger-Ödem, Herz- oder Nieren-bedingte Ödeme, Schwangerschaftsödem.

Die Behandlung eines Ödems muss sich nach den Ursachen richten. Werden diese nicht beachtet, kann sie unter Umständen mehr schaden als nutzen. Im Folgenden informieren wir Sie über die verschiedenen Ödem-Arten, deren Ursachen und über naturmedizinische Behandlungsmöglichkeiten.

Woher kommt das Wasser im Gewebe?

Der menschliche Körper besteht zu rund 60 % aus Wasser. Bei Säuglingen ist der Anteil deutlich höher, bei alten Menschen deutlich geringer. Das hängt mit der Wasserbindungsfähigkeit im Gewebe zusammen.

Über das Blut werden die im Blutplasma gelösten Boten- und Nährstoffe durch den ganzen Körper transportiert. Das Blutplasma besteht zu mehr als 90 % aus Wasser. Im Kapillarbereich wird ein großer Teil dieses Plasmas mit den darin gelösten Stoffen in das umgebende Gewebe gepresst, sodass die Boten- und Nährstoffe zu den jeweiligen Organen bzw. Körperzellen gelangen können. Aus dem Blutplasma ist damit Gewebeflüssigkeit geworden. Nun sorgt die Herzkraft dafür, dass ein Teil dieser Gewebeflüssigkeit über die Venen wieder zurück zum Herzen gelangt. Der andere Teil mit den darin gelösten Stoffwechselprodukten aus den Zellen, mit ganzen Zellen, Botenstoffen, Eiweißstrukturen und anderen großen Molekülen muss über das Lymphsystem aus dem Gewebe abtransportiert werden. Aus diesem Teil wird die Lymphflüssigkeit gebildet.

Im Idealfall besteht ein Gleichgewicht: Es gelangt genauso viel Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe wie über die Venen und über die Lymphgefäße aus dem Gewebe wieder abtransportiert wird.

Wodurch kommt es zu verstärkten Wassereinlagerungen im Gewebe?

Viele Faktoren sind an der Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichtes beteiligt. Ist einer dieser Faktoren gestört, wird nicht ausreichend viel Flüssigkeit abtransportiert oder es gelangt zu viel Flüssigkeit ins Gewebe.

Die wichtigsten dieser Faktoren sind:

  • voll funktionsfähige Organe: Herz, Leber, Nieren
  • Venengesundheit
  • funktionsfähiges Lymphgefäßsystem
  • ausgeglichene hormonelle Regulation
  • keine Entzündungen (Verletzungen, Allergien)

Welche Rolle spielen die Eiweiße?

Eiweiße haben die Eigenschaft, Flüssigkeit zu ziehen und zu binden: Dort wo viel Eiweiß ist, wird auch viel Flüssigkeit hingezogen und gebunden. Das richtige Verhältnis der Eiweißmenge im Blut zu der im Gewebe ist also auch notwendig für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt.

Das erklärt die „Hungerbäuche“, die man oft bei Kindern in sehr armen Ländern sieht: Bei Hunger ist nicht genug Eiweiß im Blut. Deshalb zieht das Eiweiß, was zwangsläufig im Gewebe ist, das Wasser aus dem Blut ins Gewebe. Der Eiweißmangel im Blut verhindert, dass die Flüssigkeit wieder zurück in die Venen fließen kann. Es bleibt im Gewebe und bildet den „Hungerbauch“.

Es kann aber auch sein, dass im Blut zwar ausreichend viel Eiweiß vorhanden ist, im Gewebe aber noch viel mehr. Das tritt beispielsweise bei Verletzungen und Entzündungen auf. Die Ursache dafür ist einen normale Reaktion unseres Körpers: Er schickt Botenstoffe, in die Region, in der er eine Entzündung bekämpfen muss. Diese bewirken, dass mehr Stoffe aus dem Blut ins Gewebe gelangen können. Man spricht von einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäße (Gefäßpermeabilität). Dadurch gelangen mehr Eiweiße ins Gewebe und diese bewirken eine Schwellung.

Die Therapie von Ödemen richtet sich nach den Ursachen

Bei der Therapie ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um ein eiweißreiches Ödem handelt oder um ein eiweißarmes Ödem.

Diese Unterscheidung ist grundlegend, denn bei eiweißarmen Ödemen sind so genannte Diuretika das Mittel der Wahl. Bei eiweißreichen Ödemen ist das nicht der richtige Weg.

Diuretika sind Arzneimittel, die die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren anregen. Sie sorgen also dafür, dass die Gewebeflüssigkeit besser ausgeschwemmt und dann mit dem Urin ausgeschieden wird. Solche Diuretika verschreibt der Arzt insbesondere bei so genannten Herzödemen. Sie entstehen, wenn die Herzkraft nicht reicht, die Flüssigkeit gegen die Erdanziehungskraft zurück zum Herzen zu ziehen.

Auch bei anderen eiweißarmen Ödemen sind harntreibende Mittel sinnvoll. Dazu gehören Ödeme, die beispielsweise entstanden sind wegen:

  • Problemen mit Leber, Nieren oder Venen
  • hormoneller Fehlregulation (zyklusabhängig)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Eiweißmangel im Blut

Neben den verschreibungspflichtigen Diuretika gibt es auch Pflanzen, die die Wasserausscheidung anregen. Dazu gehört die Dornige Hauhechel (Ononis spinosa). Sie ist wesentlicher Wirkstoff des homöopathischen Komplexmittels Pascodem. Dieses Mittel kann man verwenden, um sanft zu unterstützen

  • bei Wasseransammlungen im Gewebe

Wie entstehen eiweißreiche Ödeme und Lymphödeme?

Eiweißreiche Ödeme entstehen insbesondere dann, wenn aufgrund einer Entzündung viele Eiweiße im Gewebe vorhanden sind und das Wasser aus den Blutgefäßen nachziehen. Das kennen wir von Sportverletzungen, nach Bissen, Stichen, allergischen Reaktionen, Operationen…

Eiweißreiche Ödeme entstehen aber auch dann, wenn der Lymphabtransport im Körper nicht richtig funktioniert. Das kann vorkommen, wenn die Lymphgefäße durch Verletzungen, Operationen oder Bestrahlungen beschädigt werden. In diesen Fällen spricht man von einem Lymphödem. Es gibt auch Menschen, bei denen die Lymphgefäße genetisch nicht voll funktionsfähig angelegt wurden. Dabei spricht man von einem angeborenen, also primären Lymphödem.

Wie erfolgt die Therapie von eiweißreichen Ödemen und Lymphödemen?

Bei Lymphödemen hat sich die so genannte Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) bewährt. Das ist eine Kombination aus

  • Manueller Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie
  • Bewegungstherapie
  • Hautpflege

Unterstützt werden kann diese Therapie mit homöopathischen Komplexmitteln. Es gibt beispielsweise Salben, die sowohl die Haut pflegen und damit möglichen Infektionen vorbeugen, als auch das Lymphsystem sanft unterstützen.

Lassen Sie sich unbedingt von einem erfahrenen Lymphologen oder Lymphdrainage-Therapeuten beraten, wenn Sie unter einem Lymphödem leiden.

Was ist ein Lipödem und was ist ein Lipolymphödem?

Ein Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung des Körpers. Sie betrifft nur Frauen und hier meist die Beine, seltener die Arme. Auslöser sind hormonelle Umstellungsphasen wie Pubertät und Schwangerschaft. Es kommt zu einer Vermehrung und Vergrößerung der Fettzellen im Unterhaut-Fettgewebe. Die daraus resultierende Schwellung des Gewebes wirkt wie ein Entzündungsreiz. Dadurch erhöht sich die Durchlässigkeit der kleinen Blutgefäße (Blutkapillaren). Die Folge: Es tritt mehr Flüssigkeit ins Gewebe aus.

Sind nun durch die Schwellung im Unterhaut-Fettgewebe zusätzlich die Lymphgefäße in ihrer Transportkapazität beeinträchtigt, spricht man von einem Lipolymphödem.

Wenn Sie entsprechende Symptome bei sich beobachten, suchen Sie sich schnell einen erfahrenen Lymphologen. Je früher Sie beginnen - durch richtige Behandlung, aber auch Lebensweise und Ernährung - dem Fortschreiten der Symptome vorzubeugen, desto erfolgreicher werden Sie dabei sein.

Tipps bei geschwollenen Füßen und Wasser in den Beinen

Wenn Sie dazu neigen, schwere Beine, dicke Füße und Wassereinlagerungen in den Beinen zu bekommen, haben sich einige Maßnahmen sehr gut bewährt:

  • Bewegen Sie sich viel – es geht darum, die Muskulatur der Beine sanft anzuregen und nicht etwa überzustrapazieren. Also: Beine und Füße viel in Bewegung halten, aktiv sitzen, Füße kreisen und auf der Stelle treten…
  • Nutzen Sie die Kneipp-Wasseranwendungen zur Anregung der Durchblutung: Wassertreten, Tautreten, Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser
  • Sitzen Sie nicht unnötig viel und wenn, dann mit hochgelegten Beinen.
  • Meiden Sie zu viel Hitze (Sauna, lange heiße Vollbäder, lange Urlaube in Regionen mit hohen Temperaturen).
  • Rauchen Sie nicht.
  • Schlagen Sie geschwollene Beine nicht übereinander und tragen Sie keine Schuhe bzw. Strümpfe, die einengen.
  • Lassen Sie sich zum richtigen Tragen von Kompressionsstrümpfen beraten.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker beraten, ob und wenn ja, dann welche Venen- oder Lymphmittel sinnvoll sind für Sie.
  • Lassen Sie sich auch beraten, ob sanfte diuretisch wirkende, also entwässernde Naturmedizin hilfreich sein könnte für Sie. Denken Sie dabei an Produkte mit der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa).

Tipps bei Lymphödemen

Wenn Sie unter einem Lymphödem leiden, sollten Sie schnell einen Lymphologen bzw. lymphologisch geschulten Arzt aufsuchen und mit ihm über die mögliche Therapie sprechen. Möglicherweise ist ein Kuraufenthalt in einer entsprechend spezialisierten Lymphklinik ratsam. Der kombinierte Einsatz der Methoden der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie kann ein Fortschreiten aufhalten.

Zusätzlich sind folgende Tipps empfehlenswert:

  • Bewegen Sie sich viel – Schwimmen ist die beste Sportart für Lymphödem-Patienten, aber auch Wandern und Walken sind sehr gut. Langes Stehen und langes Sitzen sind schlecht!
  • Meiden Sie Hitze
  • Meiden Sie Überanstrengung
  • Belasten Sie die betroffenen Stellen nicht und schützen Sie sich insbesondere dort vor Verletzungen (Handschuhe, kein Schmuck tragen, Beine nicht übereinanderschlagen, Hautpflege…)
  • Tragen Sie keine einengende Kleidung
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