Von Thomas Kammler

Infektanfälligkeit & Neigung zu Erkältung: Was tun, wenn man ständig erkältet ist?

Frau putzt sich die Nase

Wissenswertes über immer wiederkehrende Infekte mit dem Zusammenhang zum Immunsystem

Einige Menschen scheinen regelrecht immun gegen Erkältungen (also grippale Infekte) zu sein und werden nur selten krank, während andere ständig davon geplagt sind. Häufige Beschwerden bei solchen Infektionen sind typische Symptome wie Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit, insbesondere in den dunklen und feuchtkalten Monaten von Herbst und Winter - aber nicht nur: mitunter scheinen einige Zeitgenossen das ganze Jahr hinweg unter Symptomen zu leiden. Was ist die Ursache für dieses Phänomen einer ständig wiederkehrenden Erkältung?

Egal, wie stark das eigene Immunsystem ist: Niemand kann sich vollständig vor der Begegnung mit krank-machenden Erregern von Erkältung oder Grippe schützen. Insbesondere in der sog. Erkältungszeit, den kälteren Monaten, haben die Viren leichteres Spiel, weil sich die Menschen mehr in geschlossenen Räumen aufhalten. In geschlossenen Räumen können sich Viren, unabhängig von der Jahreszeit, besser ausbreiten – so auch das Coronavirus SARS-CoV-2. Im Grunde kommen also alle Menschen mit Erregern in Kontakt – sei es durch Kontakt mit kontaminierten Oberflächen (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Türklinken) oder die Atemluft. Was allerdings dabei variiert, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems spielt hier eine entscheidende Rolle bei der Anfälligkeit für grippale Infekte, Grippe oder Covid.

Ständige Infekte - Schwachstelle Immunsystem 

Unsere Konstitution - also jene Eigenschaften, die wir ererbt haben - bringt auch bestimmte „Schwachstellen“ des Körpers mit sich. Darunter versteht man Organe und Körperstellen, die auf krankmachende Reize besonders schnell mit entsprechenden Symptomen reagieren. Unter der lymphatischen Konstitution versteht der Erfahrungsheilkundler eine angeborene erhöhte Krankheitsbereitschaft der Haut und der Schleimhäute, die auf die „Schwachstelle Lymphsystem“ zurückgeführt werden kann. Die Neigung der Betroffenen, ständig erkältet zu sein und nachweislich häufiger als andere unter grippalen Infekten mit typischen Symptomen wie Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen zu leiden, hat seine Ursache also im Lymphsystem. Das ist durchaus nachvollziehbar, da Lymphsystem und Immunsystem eine untrennbare Einheit bilden.

Als Erwachsener ständig erkältet? Die Neigung zu Erkältung beginnt in der Kindheit

Die ersten Anzeichen dieser Schwachstelle Lymphsystem mit einer erhöhten Infektanfälligkeit des Körpers, können schon beim Säugling und bei kleinen Kindern in Form von starkem Milchschorf auffällig werden. Bei größeren Kindern zeigt sich dann eine Tendenz zu trockenen Hautausschlägen am Körper. Besonders typisch für die besondere Infektanfälligkeit sind immer wiederkehrende Erkältungen, häufig geschwollene Lymphknoten, Mandel-Entzündungen und Bronchitiden. Man hat das Gefühl, die Kinder husten sich von Infekt zu Infekt.

Antibiotika-Gaben sinnvoll einsetzen

Grundsätzlich sollte der Einsatz eines Antibiotikums wohl überlegt sein, denn gerade für Kinder können Antibiotika weitreichende Folgen haben. Die erste Überlegung sollte dem Auslöser der Erkrankung bzw. der Unterscheidung „Viren oder Bakterien“ gelten: Erkältungen werden in der Regel von Viren verursacht. Ein Antibiotikum ist hier machtlos, denn es kann nur Bakterien bekämpfen, nicht aber Viren. Sinnvoll kann ein Einsatz werden, wenn sich auf eine virale Infektion eine bakterielle aufsetzt – eine sogenannte Superinfektion. 

Gerade bei wiederkehrenden Infekten gilt: Wenn beachtet würde, dass die eigentliche Ursache für häufige Infekte in einer erhöhten Krankheitsbereitschaft der lymphatischen Organe liegt, sollte ein Aspekt der Behandlung die Unterstützung des Lymphsystems sein.

Die Lymphorgane - Mandeln, Lymphknoten und Thymus - sind im Kindesalter allgemein sehr aktiv, da sie die Schulen eines funktionstüchtigen Immunsystems sind. Lymphatische Kinder zeigen eine über dieses normale Maß hinausgehende Aktivität von Teilen des lymphatischen Systems – sichtbar an geschwollenen Lymphknoten, spürbar an durch Schnupfen und verstopfte Nase, behinderte Nasenatmung und Infektanfälligkeit.

Dauerhaft erkältet: Wer ist von wiederkehrenden Infekten besonders betroffen?

Auffällig ist: Blonde, blauäugige Kinder sind von wiederkehrenden Infekten aufgrund erhöhter Infektanfälligkeit besonders häufig betroffen. Bei ihnen ist häufig die Nasenatmung durch Schwellung der lymphatischen Strukturen erschwert. Erfahrungsmediziner haben früher für dieses Krankheitsbild den Begriff „Scrophulose“ geprägt. Bemerkenswerterweise trägt eine der wichtigsten Lymphpflanzen, nämlich die Knotige Braunwurz aus diesem Grund den lateinischen Namen Scrophularia (Scrophularia nodosa).

Ständige Erkältung, konstitutionsbedingte Infektanfälligkeit, schwaches Immunsystem: Was kann man tun?

Die Scrophularia ist ein Wirkstoff des homöopathischen Arzneimittels Lymphdiaral® Halstabletten – zusammen mit Echinacea (Sonnenhut) und Mercurius. Im Falle eines akuten Infektes sollte man mehrmals täglich eine Tablette Lymphdiaral® Halstabletten im Munde zergehen lassen. So können die Wirkstoffe über die Schleimhäute im Mund am besten aufgenommen werden. Lymphdiaral® Halstabletten sind zugelassen für Erwachsene und Kinder ab 1 Jahr. Erhältlich ist das Produkt rezeptfrei in der Apotheke.

Bei geschwollenen Hals-Lymphknoten ist die zusätzliche Anwendung einer Lymphsalbe (z. B. Lymphdiaral® sensitiv Salbe N) denkbar: sanft kreisend vom Ohr über den Bereich der Halslymphknoten bis hinunter in die Schlüsselbeingegend „einstreicheln“.

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Die besten Hausmittel und Tipps bei Infektanfälligkeit bzw. Neigung zu ständig wiederkehrenden Erkältungen

Auch wenn uns Menschen unsere angeborene Konstitution wie eingangs erwähnt ein kaum veränderbares Set mitgibt, lässt sich die Konstitution stärken - auch mit einfachen Tipps und Hausmitteln. Diese Hinweise können dazu beitragen, das Immunsystem insgesamt zu stärken, Erkältungen und anderen Infektionen besser vorzubeugen und im Falle einer Erkrankung als Betroffener schneller wieder gesund zu werden:

  • Erkältungen aber auch andere Erkrankungen sollten vollständig auskuriert werden. Eine sogenannte verschleppte Erkältung kann chronisch werden. Zudem kann eine verschleppte Erkältung auch schwerwiegende Folgen, zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung, nach sich ziehen. Daher am besten zu Hause bleiben, bis die Symptome einer Erkältung wie Husten und Schnupfen komplett verschwunden sind.
  • Stress vermeiden: Stress macht uns anfälliger für Erkrankungen wie eine Erkältung und behindert möglicherweise auch eine schnelle Genesung. Wer also chronisch unter Erkältungen leidet oder zu schnell wiederkehrenden Infekten neigt, sollte Methoden erlernen, die Stress vorbeugen oder reduzieren und einen besseren Umgang mit Stress vermitteln. Dies kann zum Beispiel Yoga, Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training sein.
  • Nicht nur in der kalten Jahreszeit den Vitamin-Status im Blick behalten: Eine ausgewogene Ernährung sollte beispielsweise reich an Vitamin C sein, was bei Infekten besonders stark vom Körper verbraucht wird. Auch die Vitamin-D-Spiegel sollten im Normbereich sein. Dies ist aber durch die Ernährung allein nicht zu bewerkstelligen, da man nur ca. 20 % des benötigten Vitamin D durch Lebensmittel aufnimmt. Viel Bewegung im Freien um ausreichend Sonne für die Bildung von Vitamin D zu tanken, spielt hier eine wesentliche Rolle.  
  • Bei vorliegenden Infekten (grippaler Infekt, Grippe u.a.) besser ausruhen und auf sportliche Aktivitäten verzichten. Anders in der erkältungsfreien Zeit: Über viel Bewegung an der frischen Luft freut sich die körpereigene Abwehr.
  • Ausreichend Schlaf ist wichtig für ein starkes Immunsystem: Wenn wir gut geschlafen haben, unterstützt dies auch die Abwehr von Krankheitserregern. Wie das genau funktioniert, haben Wissenschaftler der Universitäten Lübeck und Tübingen herausgefunden: Der Schlüssel liegt in den sogenannten T-Zellen, also T-Lymphozyten. Diese weißen Blutkörperchen sind Abwehrzellen, die in unserem Blutkreislauf zirkulieren und beständig nach Erregern suchen, um diese auszuschalten. Hierfür docken sie sich an andere Zellen zum Transport an und später an infizierte Zellen. Unter anderem diese Fähigkeit, sich woanders anzuheften, wird durch mangelnden Schlaf gestört - und ein geschwächtes Immunsystem ist die mögliche Folge. 
  • Regelmäßige Anwendung von Kaltreizen führt dazu, dass Erregungsreaktionen abnehmen, die durch den Sympathikus ausgelöste Stressantworten hervorrufen. Eine verringerte Stress-Belastung bedeutet gleichzeitig eine gesteigerte Immunabwehr gegenüber Infektionen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Wassertreten (oder in den kalten Monaten Tautreten oder Schneetreten) oder tägliche kalt-warme Wechselduschen. 
  • Du bist, was Du isst: Auch mit Blick auf wiederkehrende Infekte ist eine gesunde Ernährung die Basis dafür, weniger oft krank zu werden.
  • Auch Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum spielen eine Rolle: Tabakrauch und übermäßiger Alkoholkonsum können das Immunsystem beeinträchtigen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Gleiches gilt für Übergewicht: Adipositas kann zu chronischen Entzündungen führen, die das Immunsystem belasten und die Reaktionsfähigkeit auf Krankheitserreger verringern - die dann leichteres Spiel haben.

Quellenangaben & weiterführende Literatur

Bücher

  • Garvelmann, F.: Konstitutionsmedizin, BACOPA-Verlag 2018*

Artikel

  • Knödel, R.: "Begriffserklärung Skrophulose" Allgemeine Homöopathische Zeitung; 2010; 255(2): 13-14 1970*

Weblinks

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs


Lymphdiaral® Halstabletten
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Neigung zu Infekten im Hals-Nasen-Rachenbereich mit Beteiligung des lokalen Lymphsystems. Enthält Lactose. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen


Lymphdiaral® sensitiv Salbe N
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Unterstützende Behandlung des lokalen Lymphsystems bei Infekten des Hals-Nasen-Rachenraumes. Enthält Cetylstearylalkohol. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen

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