Mit Freunden teilen

Naturmedizinischer Wirkstoff Teufelskralle

Harpagophytum procumbens

Familie: Sesamgewächse (Pedaliaceae)

  • Teufelskralle ist nicht gleich Teufelskralle
  • Afrikanische Teufelskralle – die Schmerz-Kralle
  • Teufelskralle aus der Apotheke oder aus dem Supermarkt?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen pflanzlichen und schulmedizinischen Arzneimitteln?
  • Teufelskralle: vielfältige Wirkung und gute Verträglichkeit

Teufelskralle ist nicht gleich Teufelskralle

Die Heilpflanze Teufelskralle mit dem wissenschaftlichen Namen Harpagophytum procumbens ist nur auf dem afrikanischen Kontinent und dort hauptsächlich in der Kalahari-Wüste und in den Savannen Namibias zu finden. Den Namen Teufelskralle erhielt sie, weil ihre Früchte mit kräftigen Widerhaken ausgestattet sind. Harpagophytum bedeutet so viel wie Enterhaken. Das biologische Ziel von Früchten mit Widerhaken ist die Verbreitung durch Tiere, die ein Fell tragen. Darin können sich die Früchte verfangen und damit weit verbreitet werden.

Auch in Europa gibt es Pflanzen, die den Namen Teufelskralle tragen – beispielsweise die Kugel-Teufelskralle oder die Ährige Teufelskralle. Wissenschaftlich gehören diese aber in die Gattung Phyteuma und zur Familie der Glockenblumengewächse. Sie sind also gar nicht mit der Afrikanischen Teufelskralle verwandt. Der Name bezieht sich bei ihnen auf die Blütenform.

Afrikanische Teufelskralle – die Schmerz-Kralle

Doch nicht etwa die Krallen-Früchte von Harpagophytum procumbens kommen zum Einsatz, sondern die Wurzeln (Harpagophyti radix), werden arzneilich gebraucht. Es handelt sich um Speicherwurzeln, die in Größe und Form ein wenig an Süßkartoffeln erinnern.

Die Eingeborenen in Südafrika kannten und schätzten die vielfältige Heilpflanze schon lange. Die äußerliche Anwendung bei Hautverletzungen und Geschwüren war gebräuchlich, aber meist übergossen sie einfach die getrockneten Wurzeln mit kochendem Wasser. Solch ein Teufelskralle-Tee kam bei den verschiedensten Krankheiten zum Einsatz, insbesondere bei Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung, Fieber, rheumatischen Beschwerden und Schmerzen.

Durch intensive wissenschaftliche Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten kann man inzwischen erklären, wie und warum solche bewährten Heilpflanzen, wie die Afrikanische Teufelskralle, wirken.

So konnte in Studien gezeigt werden, dass sich der Extrakt aus Teufelskrallenwurzel besonders gut zur unterstützenden Therapie bei degenerativen Erkrankungen wie Arthrose eignet. Er hat sich aber auch bei anderen chronischen Gelenkserkrankungen bewährt. Die Teufelskrallenwurzel zeigt dabei sowohl eine schmerzlindernde als auch entzündungshemmende Wirkung. Dadurch kann der Knorpel geschützt die die Beweglichkeit verbessert werden.

Wegen der enthaltenen Bitterstoffe wird die Heilpflanze auch zur Unterstützung der Verdauung verwendet: Teufelskralle-Tee hat einen bitteren Geschmack – ähnlich wie viele verdauungsfördernde Tees oder Aperitifs bzw. Digestifs. Will man die verdauungsfördernde Wirkung der Heilpflanze Teufelskralle nutzen, sind Tees oder speziell für diesen Anwendungsbereich ausgewiesene Teufelskralle-Kapseln sinnvoll. In denen ist die Teufelskralle niedriger dosiert. Als Rheumamittel muss die Teufelskrallenwurzel jedoch hoch dosiert und konzentriert sein. Auf den Arzneimitteln, die freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind, finden Sie die richtigen Angaben zur notwendigen Dosierung.

Teufelskralle aus der Apotheke oder aus dem Supermarkt?

Da pflanzliche Arzneimittel aus standardisierten Pflanzenextrakten in der Herstellung nicht gerade billig sind, sind auch die Verkaufspreise verhältnismäßig hoch. Dadurch ist es kein Wunder, dass man beim Discounter nach Alternativen sucht. Doch bitte beachten Sie: Während zugelassene Arzneimittel in Deutschland den hohen Qualitätsanforderungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterliegen und nur über Apotheken zu beziehen sind, entsprechen die Anforderungen an Discounter-Ware dem Lebensmittel-Recht. Unter anderem hat das zur Folge, dass teilweise nur ein Bruchteil des Wirkstoffes enthalten ist und meist wenig über die Stabilität des Produktes innerhalb des Lagerungszeitraumes bekannt ist. Oft müssten also viel mehr Tabletten eingenommen werden, als bei Produkten aus dem Discounter empfohlen, um auf die gleiche Dosierung zu kommen, die der Arzneimittelhersteller für Produkte aus der Apotheke empfiehlt. So werden die Discounter-Produkte im Verhältnis sogar in manchen Fällen viel teurer.

Hinzu kommt noch folgende Eigenheit bei pflanzlichen Extrakten: Diese müssen ja mit Hilfe eines Extraktionsmittels erstmal hergestellt werden. Meist wird dazu eine bestimmte Menge getrocknetes Pflanzenmaterial mit einem Wasser-Alkohol-Gemisch angesetzt, um die Wirkstoffe herauszulösen. Es gibt Pflanzenextrakte, bei denen wenig Pflanze verwendet wird und mit viel Extraktionslösung gearbeitet wird. Gehaltvoller ist ein Extrakt natürlich, wenn das Verhältnis anders herum ist.

Um unterschiedliche pflanzliche Arzneimittel miteinander vergleichen zu können, reicht es also nicht, nur die Menge des Wirkstoffes selbst anzuschauen. Man sollte auch nach der Art des Extraktes schauen. Bei zugelassenen pflanzlichen Arzneimitteln aus der Apotheke findet man immer die Angabe des so genannten Droge-Extrakt-Verhältnisses auf der Packung. Sie sagt etwas darüber aus, wieviel Pflanzenextrakt überhaupt zum Einsatz gekommen ist.

Ein Beispiel:

Pascoe-Agil 240 mg enthält pro Tablette 240 mg eines Teufelskrallenwurzel-Trockenextraktes, der im Droge-Extrakt-Verhältnis 4,4-5:1 hergestellt wurde. Das bedeutet: mindestens 4,4 mg getrocknete Teufelskrallenwurzel werden mit 1 mg Extraktionsmittel extrahiert. Diese Angabe finden Sie auf der Packung. Der Hersteller muss außerdem garantieren, dass bei sachgerechter Lagerung auch am Ende der Haltbarkeit noch genau diese Menge enthalten ist.

Welche Unterschiede gibt es zwischen pflanzlichen und schulmedizinischen Arzneimitteln?

Der wichtigste Unterschied zwischen pflanzlichen und chemisch-synthetischen Arzneimitteln ist, dass Pflanzen-Extrakte immer sogenannte Vielstoffgemische sind, während andere Arzneimittel meist einen bestimmten Wirkstoff haben. Zwar gibt es bei Pflanzen auch Inhaltsstoffe, die als Hauptwirkstoffe angesehen werden, aber der gesamte Extrakt wirkt doch anders als die isolierten Bestandteile. Das konnte gerade für Harpagophytum gezeigt werden: Zwar gelten die Inhaltsstoffe Harpagosid und Harpagid als Hauptwirkstoffe, die Wirkung des Gesamt-Extraktes ist trotzdem der Wirkung der Einzelkomponenten überlegen.

Teufelskralle: vielfältige Wirkung und gute Verträglichkeit

Die verschiedenen Wirkstoffe sind auch der Grund, warum pflanzliche Arzneimittel meist besser vertragen werden. So haben Teufelskrallen-Extrakte eine ähnliche Wirkrichtung wie manche schulmedizinische Rheuma-Mittel, aber weniger unerwünschte Nebenwirkungen.

Allerdings dauert es oft etwas länger, bis pflanzliche Extrakte wirken. So ist auch die Teufelskralle kein akutes Schmerzmittel, sondern ein pflanzliches Arzneimittel, welches man über einen längeren Zeitraum regelmäßig einnehmen sollte. Nach etwa 2-4 Wochen ist ein Wirkeintritt spürbar.

Homöopathische Anwendung von Teufelskralle

die Schmerz-Kralle unterstützt bei:

  • Arthrose
  • Gelenkentzündungen
  • rheumatischen Schmerzen

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Pflanzen-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen.

Phytotherapeutische Anwendung von Teufelskralle

Die Agile:

  • unterstützt bei Arthrose
  • lindert Gelenkschmerzen
  • wirkt antientzündlich 

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zur Teufelskralle in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.