Sonnenhut
Von Bärbel Tschech

Naturmedizinischer Wirkstoff Sonnenhut

Echinacea

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)

Kurz erklärt!

Echinacea ist heute fast schon so etwas wie ein Synonym für ein pflanzliches Immun-Stimulanz. Viele pflanzliche Arzneimittel zur Abwehrstärkung enthalten den Purpur-Sonnenhut mit dem wissenschaftlichen Namen Echinacea purpurea. Oft hört man auch die Bezeichnung Echinacin. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den Pflanzennamen, sondern um den Namen eines bestimmten Arzneimittels.

Was bedeuten die Namen Echinacea bzw. Sonnenhut?

Der wissenschaftliche Name Echinacea leitet sich vom griechischen Wort echinos = Igel ab. Grund dafür sind die igelig-stacheligen Fruchtböden. Besonders deutlich wird dieser Igel-Charakter, wenn die Pflanzen verblüht sind und die Blüten ihre meist rötlichen Kronenblätter bereits verloren haben. Der Name Sonnenhut kommt wohl daher, dass die Blüten der Vertreter dieser Pflanzengattung optisch ein wenig an Sonnenhüte erinnern. Die stacheligen Blütenkörbe erheben sich über die „Hutkrempe“, die aus den farbigen Hüllblättern bzw. Zungenblüten gebildet werden.

Wo kommt der Sonnenhut vor?

Alle Echinacea-Arten stammen ursprünglich aus Nordamerika. Sie hatten bei den dortigen Indianerstämmen ein breites Anwendungsgebiet. Äußerlich nutzte man sie bei schlecht heilenden Wunden, Entzündungen, Verbrennungen und Insektenstichen. Bei Schmerzen, Infektionskrankheiten, Schlangenbissen und anderen Vergiftungen bevorzugten die Indianer Nordamerikas die innerliche Anwendung. Bei Zahn- und Halsschmerzen kauten sie die Wurzeln.

Heute werden Echinacea-Arten in vielen Ländern Europas für arzneiliche Zwecke kultiviert. Pascoe Naturmedizin bezieht die Heilpflanzen von den ökologisch bewirtschafteten Heilpflanzenfeldern um das mittelhessische Staufenberg, unweit des Firmensitzes Gießen.

Echinacea-Arten sind aber inzwischen auch in vielen verschiedenen Zuchtformen und Sorten als Garten-Stauden erhältlich und deshalb in vielen Gärten zu finden.

Wie sieht Echinacea aus und welche Sonnenhut-Arten gibt es?

Die attraktiven Pflanzen blühen vor allem im Spätsommer in unterschiedlichen Weiß-, Rot- und Violett-Tönen. Inzwischen gibt es sogar einen gelben Sonnenhut. Insbesondere bei den gelben Blüten besteht jedoch eine Verwechslungsgefahr mit anderen Arten aus der Familie der Korbblütengewächsen, die deshalb oft als Scheinsonnenhut bezeichnet werden. Viele gelbblühende Stauden aus dieser Familie sind beliebte Garten-Pflanzen und manchmal schwer voneinander zu unterschieden.

Traditionell werden vor allem drei Arten der Gattung Echinacea als Heilpflanzen genutzt - jeweils sowohl Kraut- als auch Wurzel-Extrakte:

  • Echinacea angustifolia - Schmalblättriger Sonnenhut
  • Echinacea pallida - Blasser Sonnenhut
  • Echinacea purpurea - Purpur-Sonnenhut oder Roter Sonnenhut

Da die deutschen Namen nicht einheitlich verwendet werden, ist es sicherer, die wissenschaftlichen Bezeichnungen zur Unterscheidung der 3 Arten zu verwenden. Echinacea purpurea ist heute die Pflanze, die am meisten als Heilpflanze genutzt wird.

Je nach Art werden die Pflanzen 80 bis 100 cm hoch. Der Stängel ist meist unverzweigt. Die Blätter der einzelnen Arten sind auch unterschiedlich, meist jedoch lanzettlich geformt, ganzrandig und rauhaarig. Die Blütenkörbchen haben bei Echinacea angustifolia 2 bis 4 cm lange und abstehende, bei Echinacea pallida 4 bis 9 cm lange, hängende Zungenblüten. Bei allen Arten können die Blüten weiß, rosa oder purpurn sein.
<link record:tx_news:tx_news_domain_model_news:394>Weitere Informationen über die Unterschiede dieser Arten finden Sie hier.

Wie wirkt Echinacea in der Phytotherapie?

In der modernen europäischen Phytotherapie ist nur der Krautextrakt des Roten Sonnenhutes, also Echinacea purpurea, anerkannt wirksam.

Die anderen Arten der Heilpflanzen-Gattung Echinacea und auch die Wurzelextrakte der verschiedenen Arten konnten den hohen wissenschaftlichen Anforderungen der Arzneimittelbehörden in Deutschland (Kommission E beim BfArM) bzw. Europa (EMA) nicht genügen. Das muss aber nicht bedeuten, dass sie weniger wirksam sind. Vielmehr reicht das dokumentierte wissenschaftliche Material für eine wissenschaftliche Anerkennung im Rahmen der rationalen Phytotherapie einfach nur nicht aus.

Arzneimittel mit Echinacea-purpurea-Extrakten werden heute sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt:

  • innerlich: zur Behandlung immer wiederkehrender Erkältungen und von Infekten der ableitenden Harnwege
  • äußerlich: bei schlecht heilenden, oberflächlichen Wunden

Man weiß inzwischen viel über die Inhaltsstoffe, deren Wirkungen und Wirkungsmechanismen. Entscheidend ist die Aktivierung des Immunsystems und die Förderung der Wundheilung.

Dabei wirkt Echinacea als pflanzliche Zubereitung in verschiedener Weise auf das Immunsystem:

  • Steigerung der Produktion von Immunzellen. Konkret handelt es sich dabei um die zu den Leukozyten, also weißen Blutkörperchen gehörenden T-Helfer-Zellen.
  • Aktivierung der Abwehrleistung. Konkret bedeutet das, dass die Phagozytose-Leistung (Unschädlichmachen von Fremdstoffen) der Granulozyten (körpereigene Abwehrzellen) aktiviert wird.
  • Steigerung der Produktion von Entzündungsmediatoren (Botenstoffe des Immunsystems). Dabei handelt es sich in erster Linie um Zytokine, wie Interleukin-1, Interleukin-6 und TNF.

Für die positiven Wirkungen auf die Wundheilung werden dieselben Mechanismen verantwortlich gemacht. Die Anregung der Immunzellen scheint also auch bei der äußerlichen Anwendung zu funktionieren. Darüber hinaus wird diskutiert, dass die enthaltenen Kaffeesäurederivate möglicherweise die Narbenbildung verbessern. Die beobachtete Hemmung eines bestimmtes Enzyms, nämlich der so genannten Hyaluronidase, könnte dafür verantwortlich sein, dass sich Entzündungsprozesse nicht weiter im Gewebe ausdehnen.

Wann dürfen keine Arzneimittel mit Echinacea eingenommen werden?

So gut die Anregung des Immunsystems bei Erkältungen und Infektionen ist, so problematisch kann sie bei einzelnen anderen Krankheiten sein. Das betrifft vor allem Autoimmun-Erkrankungen, wie beispielsweise die Multiple Sklerose.
Es gibt noch weitere Erkrankungen, die meist einen fortschreitenden Verlauf haben und bei denen das Immunsystem nicht stimuliert werden sollte.
Außerdem sind Allergien gegen Korbblütler bei uns inzwischen recht verbreitet. Da der Sonnenhut zu den Korbblütengewächsen gehört, sollten diese Allergiker vorsichtig sein.

Aus diesen Gründen finden Sie auf der Packungsbeilage von echinacea-haltigen pflanzlichen Arzneimitteln meist den Hinweis, dass diese Arzneimittel nicht innerlich angewendet werden sollen bei:

  • progredienten, also fortschreitenden Systemerkrankungen, wie Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen, Multipler Sklerose, AIDS
  • Neigung zu Allergien gegen Korbblütler

Im Gegensatz zum hochdosierten Einsatz in pflanzlichen Arzneimitteln, enthalten homöopathische Arzneimittel nicht immer diesen oben genannten Hinweis auf Anwendungsbeschränkungen bei Systemerkrankungen und Allergien. Das liegt daran, dass in vielen homöopathischen Arzneimitteln Echinacea ausreichend hoch verdünnt ist. Damit übt es zwar noch einen sanft stimulierenden Reiz auf das Immunsystem aus, aber es erhöht nicht mehr unmittelbar die Aktivität. Deshalb sind homöopathische Arzneimittel mit Echinacea in einer homöopathischen Potenz ab D4 eine gute Alternative für Patienten mit Autoimmun-Erkrankungen.

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zum Sonnenhut in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Homöopathische Anwendung von Sonnenhut

Die Homöopathie verwendet sowohl Echinacea purpurea als auch angustifolia und pallida. Hauterkrankungen, Lymphknotenentzündungen und grippale Infekte stehen im Vordergrund der homöopathischen Anwendung.

Echinacea, Sonnenhut, der Immunstärkende unterstützt bei:

  • fieberhaften Infekten
  • Infektionen
  • Lymphknotenschwellungen
  • Verletzungen, Bissen, Hautentzündungen
  • Entzündungen – auch der lymphatischen Organe

Unsere Texte und Broschüren werden überwiegend von Pascoe-Mitarbeitern erstellt. Sie werden fachlich und wissenschaftlich von hausinternen Experten - Pharmazeuten, (Human)-Biologen und Ernährungswissenschaftlern - inhaltlich und rechtlich geprüft. Sollten Sie Fragen zu den Textinhalten oder unseren Produkten an unsere wissenschaftlichen Ansprechpartner haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail an

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

Wirkstoffe, die Sie auch interessieren könnten

Kontakt