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Naturmedizinischer Wirkstoff Königin der Nacht

Cactus grandiflorus

Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)

Woher kommt der Name?

Als Cactus bzw. Kaktos bezeichnete schon der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrast im 3. vorchristlichen Jahrhundert die dornigen Pflanzen im Allgemeinen. Aus heutiger Sicht sind Kakteen eine Pflanzenfamilie, die nur in Amerika natürlich vorkommt und an die extreme Trockenheit in ihrer Heimat sehr gut angepasst ist.

Der wissenschaftlich korrekte Name der „Königin der Nacht“ ist Selenicereus grandiflorus. Abgeleitet wird dieser Name von Selene: Mond. Das nimmt Bezug auf die Blütezeit. Cerus kommt von cera: Wachs, Kerze. Bekannt ist auch die Bezeichnung Fackeldisteln für viele Kakteen. Das mag auch mit ihrer oft kerzengeraden Wuchsform zusammenhängen. Die getrockneten Stämme dieser Pflanzen bieten sich geradezu an, sie als Fackeln zu nutzen, nachdem sie mit Öl bzw. Wachs getränkt wurden.
Grandiflorus deutet auf die große Blütengröße hin: grandis ist groß und floris bedeutet blühen. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von bis zu 30 cm.

Wo kommt die Königin der Nacht natürlich vor?

Diese Kaktus-Art ist ursprünglich in Zentralamerika beheimatet: Florida, Mexico, Cuba, Jamaika. Anders als wir uns Kakteen meist vorstellen, wächst diese Art kletternd mit Trieben, die bis zu 5 Meter lang werden können bei einem Durchmesser von 1 bis 2,5 Zentimetern.

Was macht diesen Cactus so besonders?

Die großen Blüten sind einfach wundervoll: außen elfenbeingelb, innen schneeweiß und nach Vanille duftend. Sie öffnen sich zwischen 7 und 8 Uhr abends. Für die vollständige Entfaltung benötigen sie etwa eine Stunde. Danach geben sie alles, um Fledermäuse zur Bestäubung anzulocken. Erst dann können sich die orangegelben, Gänseei-großen Früchte entwickeln, die die Samen beherbergen und der Ausbreitung dienen.  Berührt man die Knospe jedoch vor dem Aufblühen, öffnet sie sich nicht. Mit dem ersten Morgengrauen beginnen die Blüten zu welken. In manchen unserer Gewächshäuser ist die Blüte der Königin der Nacht ein Besuchermagnet. Deshalb laden manche Tropenhäuser in botanischen Gärten Interessierte ausnahmsweise über Nacht ein, wenn die Blütezeit ansteht. Das geschieht meist im Juni oder Juli.

Wie wird die Königin der Nacht medizinisch genutzt?

Volkstümlich standen 3 Anwendungsgebiete im Vordergrund. Bei rheumatischen Beschwerden wurde der Saft als hautreizendes und damit ableitendes Mittel eingesetzt. Innerlich kamen Blüten und Spross bei verschiedenen Blutungen zum Einsatz – z. B. bei Bluthusten und verschiedene Regelbeschwerden. Ganz wichtig war aber auch die Anwendung in Zusammenhang mit Herzbeschwerden. Heute findet die Königin der Nacht vor allem in homöopathischen Komplexmitteln Verwendung.

Homöopathische Anwendung von Königin der Nacht

die Befreiende unterstützt Entspannung bei:

  • Zusammenschnürungsgefühl in Herz, Kopf, Bronchien, Speiseröhre, Unterleib
  • psychischem Druck

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zur Königin der Nacht in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.