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Naturmedizinischer Wirkstoff Amerikanische Faulbaumrinde

Cascara sagrada

Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)

Der Amerikanische Faulbaum (Rhamnus purshianus) gehört zur botanischen Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Er wächst auf dem nordamerikanischen Kontinent – konkret im westlichen Nordamerika.

Die beiden bekanntesten europäischen Verwandten sind der Faulbaum (Rhamnus frangula) und der Echte Kreuzdorn (Rhamnus catharticus). Beide wachsen bei uns als Sträucher oder kleine Bäume in feuchten Mischwäldern und an Wald- bzw. Wegrändern

Insbesondere die volkstümlichen bzw. wissenschaftlichen Namen des Echten Kreuzdorns weisen schon auf seine heilkundliche Verwendung hin. Der Echte Kreuzdorn ist auch als Purgier-Kreuzdorn bekannt und seine Früchte wurden als Purgier-Beeren bezeichnet. Purgieren ist die aus dem Lateinischen abgeleitete Bezeichnung für reinigen. In der Medizin meint man mit Purgieren das Abführen. Auch der Begriff catharticus bedeutet reinigen. Das Wort wurde von dem griechischen Wort kathairein abgeleitet.

Insbesondere die Früchte des Kreuzdorns und die Rinde des Faulbaums werden in der europäischen Volksmedizin schon lange als Abführmittel verwendet.

Cascara sagrada – die Heilige Rinde

Der Amerikanische Faulbaum wächst bevorzugt an feuchten Stellen, Mooren, lichten Laubwäldern sowie Auwäldern. Er ist sommergrün und wächst sowohl als Strauch als auch als Baum und kann bis zu 10 Metern hoch werden.
Die arzneilich genutzte Rinde kann von Mai bis Juli geschält werden. Sie riecht faulig, daher auch die Namensgebung.
Die Indianer schätzten die vielfältigen Heilwirkungen der Faulbaumrinde und bezeichneten sie deshalb als „heilige Rinde“. Die Spanier übernahmen dies und gaben ihr den spanischen Namen "cascara sagrada". Cascara heißt Rinde und sagrada bedeutet heilig. Cascara sagrada ist also die Heilige Rinde.

Wirkstoffe des Faulbaums

Alle Rhamnus-Arten enthalten relativ viele so genannte Anthranoide, auch als Hydroxianthracen-Derivate bezeichnet. Das sind typische Pflanzen-Inhaltsstoffe aus der Gruppe der Glycoside. Sie wirken abführend auf den Magen-Darm-Trakt.

Diese Glycoside sind insbesondere in der Rinde enthalten, aber auch in den Früchten. Die Beeren und die Extrakte aus der Rinde regen einerseits die Beweglichkeit des Darmes an (Darmmotilität). Andererseits sorgen sie dafür, dass weniger Wasser aus dem Darm zurück in den Körper aufgenommen wird. Dadurch wird mehr Darminhalt, aber auch mehr Wasser ausgeschieden. Sie haben also eine abführende Wirkung.

Als Arzneimittel kommt heute insbesondere der Rinden-Extrakt des Amerikanischen Faulbaums zum Einsatz. Man kann den Extrakt unter verschiedenen Bezeichnungen finden: Rhamni purshiani cortex, Cascara sagrada, Cortex cascarae sagradae, Cortex Rhamni americanae. Manchmal liest man auch die Bezeichnung Frangula purshiana oder Rhamnus purshiana statt des botanisch korrekten Namens Rhamnus purshianus. 

Die Indianer Nordamerikas kauten die Rinde vermutlich bereits im 13./14. Jahrhundert zu medizinischen Zwecken - z. B. bei Haut- und Zahnerkrankungen. Aber diese Art der Verwendung geriet weitestgehend in Vergessenheit; zudem ist ihre Wirksamkeit bei diesen Anwendungsgebieten nicht erwiesen.

Heute wird die Cascara-Rinde vor allem als natürliches Abführmittel in Form von Fertigarzneimitteln oder Teeaufguss zur kurzfristigen Behandlung einer akuten Verstopfung verwendet. Es gibt sowohl Kapseln mit dem Cascara-sagrada-Extrakt als auch Tabletten und Tropfen. 

Phytotherapeutische Anwendung von Amerikanische Faulbaumrinde

die Reinigende

  • fördert die Darmentleerung

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zur Amerikanischen Faulbaumrinde in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.