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Von Thomas Kammler

Mit Naturmedizin gegen Verstopfung

Frau hält sich den Bauch

Verstopfung, medizinisch „Obstipation“, ist ein Thema, über das die meisten eher ungern sprechen – dabei ist es weit verbreitet und vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Da es sich für viele um ein Tabuthema handelt, scheuen viele Menschen den Gang in eine Praxis - was aber sinnvoll wäre, um der Ursache der Verstopfung auf den Grund zu gehen. Um hier richtig handeln zu können, muss herausgefunden werden, ob z.B. Stress die Obstipation bedingt oder sich eine Magen-Darm-Erkrankung dahinter verbirgt.

Ab wann spricht man von Verstopfung?

Wann hört eine unregelmäßige Verdauung auf und wann beginnt eine Verstopfung? Als Faustregel gilt: Von Verstopfung spricht man, wenn betroffene Erwachsene weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang haben. Oftmals ist dabei der Stuhl sehr fest und lässt sich nur unter starkem Pressen absetzen. Betroffene fühlen sich unangenehm verstopft, oft ist dieses Gefühl dann zusätzlich mit Blähungen und Schmerzen verbunden.

Aus einem altbekannten Problem wird eine Volkskrankheit

Das Thema "träger Darm" begleitet die Menschheit schon lange: Die ersten bekannten Aufzeichnungen zur Behandlung dieser Beschwerden stammen aus Ägypten und werden auf 2000 v. Chr. datiert.
In der heutigen Zeit ist Obstipation regelrecht zu einer Volkskrankheit geworden. Rund 30 % der Bevölkerung der Industrie-Nationen leidet zumindest gelegentlich unter diesen Beschwerden oder unter einer chronischen Verstopfung. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer; alte Menschen haben häufiger Probleme mit dem Stuhlgang als junge. Kein Wunder also, dass Fragen wie "Gibt es Abführmittel, die schnell wirken?", "Welche Hausmittel oder natürlichen Abführmittel gibt es?" oder "Welche Ernährung bei Verstopfung?" in diesem Zusammenhang sehr häufig in Suchmaschinen gestellt werden. 

Was sind die Ursachen einer trägen Verdauung?

Die Ursachen für einen trägen Stuhlgang sind oftmals durch unseren Lebensstil verursacht: zu wenig Bewegung, stundenlanges Sitzen, ungesundes Essen, insbesondere ballaststoffarme Ernährung, zu wenig Flüssigkeit durch mangelndes Trinken. Auch seelische Belastungen können die Darmtätigkeit negativ beeinflussen und zu Verstopfung als Symptom führen. Hinzu kommen weitere Faktoren wie Bettlägerigkeit, Lebensphasen wie Schwangerschaft, das Einnehmen von Medikamenten, Hormonstörungen z.B. im Zusammenhang mit der Schilddrüse oder Erkrankungen wie Reizdarm oder Diabetes kommen als potenzielle Ursachen in Betracht.

Abführmittel – wie wirken sie?

Chemisch-synthetische und auch pflanzliche Abführmittel haben unterschiedliche Funktionsweisen, die den Darm zur Entleerung anregen und den Gang zum stillen Örtchen erleichtern sollen. 

Eine bekannte und beliebte Variante sind sogenannte Quellmittel. Wie der Name schon sagt, quellen hier die jeweiligen Quellstoffe im Darm auf, wenn sie mit ausreichend Wasser in Kontakt kommen. Bekannte Beispiele sind etwa Flohsamenschalen, Leinsamen oder Weizenkleie, die auf diese Weise eine abführende Wirkung entfalten. Leinsamen und Co. lassen sich auch recht einfach in die tägliche Ernährung einbauen, z.B. in Müslis, Salaten, eingerührt in Joghurt oder in Backwaren verarbeitet.

Es gibt aber auch sogenannte Gleitmittel, die dafür sorgen, dass die Ausscheidungen leichter den Magen-Darm-Trakt passieren können – sie werden synthetisch hergestellt.

Ebenfalls häufig anzutreffende Laxantien sind isoosmotische und osmotische (salinische) Abführmittel. Bei Ersteren findet, zum Beispiel bei Macrogol oder Bisacodyl, eine Bindung von zugeführtem Wasser an Polyethylenglykol statt, was die Ausscheidung erleichtert. Die salinischen Abführmittel erhöhen die Salzkonzentration im Darm, wodurch Wasser via Osmose im Darm zurückgehalten oder vermehrt in den Darm abgegeben wird.  

Pflanzliche Abführmittel wie zum Beispiel Rizinusöl, Sennesblätter, Cascara-Rinde und andere steigern durch die enthaltenen Wirkstoffe die Wasserabgabe im Darm und stimulieren die Peristaltik des Dickdarmes und des Dünndarms. Daneben gibt es noch weitere Wirkprinzipien.

Wie lange darf man Abführmittel nehmen?

Da sowohl natürliche als auch chemische Abführmittel Nebenwirkungen haben können und sich der Darm an diese Unterstützung der Verdauung gewöhnen kann, sollte man sie nicht über einen längeren Zeitraum nehmen. Ihre abführende Wirkung ist daher nur kurzfristig geeignet, um eine akute Verstopfung zu lösen und unangenehme Symptome zu beheben.

Was kann Naturmedizin hier leisten?

Legapas® Tropfen und Legapas® Tabletten sind pflanzliche, stimulierende Abführmittel, die zur Therapie von kurzzeitig auftretender Verstopfung eingesetzt werden können. Zur Wirkung kommt ein Extrakt aus Cascara-Rinde. Er wird aus dem Amerikanischen Faulbaum Rhamnus purshiana gewonnen und wurde schon von den Ureinwohnern Amerikas als Abführmittel eingesetzt. 
Abführmittel stellen allerdings nur eine kurzfristige Lösung dar: Über einen längeren Zeitraum sollte man mit gesunder Ernährung, die reich an Ballaststoffen ist, viel Bewegung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Stressvermeidung versuchen, die Verdauung ins Gleichgewicht bringen.

Abführende Lebensmittel: So kann man mit natürlichen Mitteln einen trägen Darm wieder in Schwung bringen

Eine der wichtigsten, aber häufig stark vernachlässigten Maßnahmen ist es, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen, um so beispielsweise harten Stuhl zu vermeiden und Verstopfung vorzubeugen. Die Devise lautet also trinken, trinken, trinken! 

Aber wieviel Wasser sollte man täglich trinken? Idealerweise werden über den Tag verteilt 2 bis 3 Liter Wasser getrunken. Um das nicht zu vergessen hat es sich bewährt, immer ein Glas Wasser neben sich stehen zu haben, damit man nicht erst trinkt, wenn der Durst einen daran erinnert, dass der Körper Wasser braucht. Wenn man dann ans Trinken denkt, sollte man nicht nur ein paar Schlucke nehmen, sondern das ganze Glas austrinken und direkt wieder füllen.

Ein ebenfalls guter Tipp ist ein Glas lauwarmes Wasser morgens auf nüchternen Magen zu trinken. In Kombination mit der richtigen Ernährung hat man damit die zwei Hauptsäulen, um den Darm gesund zu halten und eine gesunde Verdauung zu ermöglichen. Aber welche Lebensmittel eignen sich hierfür? Grundsätzlich sind ballaststoffreiche Lebensmittel eine gute Wahl. 

Alles andere als Ballast: Die Bedeutung von Ballaststoffen für Verdauung und Stuhlgang

Mehrheitlich handelt es sich dabei um spezielle Zuckermoleküle, die im Darm kaum oder auch gar nicht verdaut werden. Dabei kann man zwischen wasserlöslichen (z.B. Pektin oder Inulin) und wasserunlöslichen Ballaststoffen unterteilen (z.B. Zellulose aus Pflanzenfasern). 

Ballaststoffe wirken dabei auf unterschiedliche Weise: In Wasser nicht lösliche Ballaststoffe können Wasser binden und quellen im Darm auf. Das hat positive Effekte auf die Verdauung, denn sie vergrößern das Stuhlvolumen. In der Folge wird der Inhalt des Darms schneller weitergeleitet - und einer Verstopfung wird vorgebeugt. Auch die in Wasser löslichen Ballaststoffe zeigen eine ähnliche Wirkung und ziehen Wasser an. Im Dickdarm werden sie von Darmbakterien aufgespalten und dienen der Darmflora als Nahrung. Hier zeigt sich erneut die Bedeutung von Flüssigkeit für die Verdauungsfunktion.

In welchen Lebensmitteln sind viele Ballaststoffe enthalten?

Die besten Quellen für Ballaststoffe sind Gemüse, Obst und Getreide. In den Hüllen der Getreidekörner sind dabei die meisten dieser Stoffe zu finden, daher sollte man bei Mehl, Nudeln, Reis oder Brot auf Vollkornvarianten setzen. 

Auch Gemüse enthalten viele Pflanzenfasern, zum Beispiel Kohlsorten wie Wirsing, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen. Hier sollte man sich allerdings mengenmäßig langsam herantasten, denn häufig werden diese Gemüse zunächst nicht gut vertragen, wenn man nicht daran gewöhnt ist: Bei einer zu rasanten Umstellung auf ballaststoffreiche Ernährung drohen Blähungen und andere Magen-Darm-Beschwerden.

Hausmittel zum natürlichen Abführen: Was sind die besten Hausmittel, um eine Verstopfung zu lösen?

Auch einfache Hausmittel haben sich dabei bewährt, eine Obstipation zu lösen - zum Beispiel kann man getrocknete Pflaumen oder Feigen als natürliche Abführmittel bei chronischer Verstopfung nutzen. Sie werden dazu über Nacht in warmes Wasser eingelegt und am nächsten Morgen kann man das Pflaumenwasser trinken und die eingelegten Früchte essen. Getrocknete Pflaumen enthalten dabei sowohl wasserlösliche als auch unlösliche Ballaststoffe. Regelmäßig, über längere Zeit und ausreichend verzehrt können solche Lebensmittel einen Beitrag dazu leisten, chronische Obstipation zu verhindern. 

Wie wirkt Rizinus als natürliches Abführmittel?

Auch Rizinusöl ist ein bewährtes Hausmittel und natürliches Abführmittel. Im Dünndarm entsteht aus Rizinusöl durch Aufspaltung unter anderem Rizinolsäure. Sie regt die Peristaltik des Darms an, also die Darmtätigkeit, und sorgt zudem dafür, dass der Darm geschmeidiger gemacht wird, was den Stuhlgang erleichtert. 

Wirkt Kaffee abführend?

Die meisten nutzen sogar täglich ein natürliches Hausmittel, ohne es zu wissen: Die Tasse Kaffee am Morgen ist an sich auch ein natürliches Abführmittel, sie regt den Stoffwechsel an und wirkt zudem leicht abführend. Aber: Es ist individuell verschieden, wie der Körper auf vor allem große Mengen und starken Kaffee reagiert. Bei manchen kann intensiver Kaffeegenuss sogar zu Obstipation führen, also die gegenteilige als die gewünschte Wirkung zeigen.

https://www.minimed.at/medizinische-themen/stoffwechsel-verdauung/ernaehrung-bei-verstopfung/
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verdauung/verstopfung.html
Verstopfung (Obstipation) | Apotheken Umschau (apotheken-umschau.de)


Legapas® Tabletten 
Wirkstoff: Cascararinden-Trockenextrakt. Zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung. Bei einer Verstopfung, die länger als 1 Woche andauert, ist ein Arzt aufzusuchen. Enthält Lactose. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen


Legapas® Tropfen
Wirkstoff: Cascararinde-Fluidextrakt. Zur kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung. Bei einer Verstopfung, die länger als 1 Woche andauert, ist ein Arzt aufzusuchen. Enthält ca. 303 mg Alkohol (Ethanol) pro 50 Tropfen. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen

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