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Naturmedizinischer Wirkstoff Löwenzahn

Taraxacum officinale

Familie: Korbblütengewächse (Asteraceae)

Saftiges Grün für Kuh und Kaninchen, Pusteblume, Butterblumenwiesen im Mai, gelber Haarkranz und braune Finger nach dem Pflücken, tief wurzelndes „Unkraut“ im Garten, Kapern-Ersatz – das alles ist Löwenzahn und noch viel mehr! In manchen Gegenden wird er auch als Bettsaicher oder Piss-Blume bezeichnet und deutet damit auf eine der vielen Heil-Wirkungen hin: Der Gemeine Löwenzahn regt die Nieren an und ist damit harntreibend. In der vor-wissenschaftlichen Zeit, als man vom äußeren Erscheinungsbild einer Pflanze auf deren Wirkung schloss, galten gelbe Blüten als Stimulanz für Leber und Galle. Heute weiß man, dass Löwenzahn tatsächlich die Leber stimuliert und so den Gallefluss und damit die Verdauung anregt.

Wo findet man Löwenzahn?

Kurz: überall! Er gehört zu den verbreitetsten Pflanzen auf der gesamten Nordhalbkugel. Gerade auf Kuhweiden gibt es Massenvorkommen, die im Mai als leuchtend gelbe Wiesen auffallen. Der Wermutstropfen daran: Löwenzahn-Wiesen sind sehr artenarm. Das liegt daran, dass sich dieses robuste Pflänzchen auf gut gedüngten Wiesen besonders wohlfühlt und dadurch sehr konkurrenzstark ist und anderen Pflanzen kaum Raum lässt.

Taraxacum officinale, wie er wissenschaftlich heißt, ist ein typischer Kulturfolger: Überall wo der Mensch seine Spuren hinterlässt, siedelt sich Löwenzahn an. Er kann dort wachsen, wo der Boden durch Tritt oder Fahrzeuge so verdichtet ist, dass nur wenige Pflanzenarten hier eine Chance haben. Zu finden ist er auch dort, wo der Nährstoffreichtum auf menschliche Einträge schließen lässt oder auf ehemaligen Müll-Halden, in großen Höhenlagen oder an besonders trockenen oder nassen Stellen. Außerdem ist Löwenzahn außerordentlich vital und anpassungsfähig: Zerteilt man den Wurzelstock längs und pflanzt einen Teil an einen Ort mit völlig anderen Lebensbedingungen (z. B. Gebirge), passt er sich innerhalb kürzester Zeit an – allerdings unter sichtbarer Veränderung ihrer Gestalt.

Der Löwenzahn ist ein echter Überlebenskünstler und immer an der Seite des Menschen. Man könnte meinen, er will uns permanent daran erinnern, dass er viele Kräfte hat, die uns und unserer Gesundheit nutzen können.

Wie sieht Löwenzahn aus?

Sicherlich wissen das die meisten. Schließlich ist die mehrjährige Rosettenpflanze ja schon bei Kindern als Pusteblume oder zum Binden von Haarkränzen sehr beliebt. Weniger beliebt ist sie bei Kleingärtnern wegen der effektiven Vermehrung und der Pfahlwurzel, die bis zu 2 Metern tief wachsen kann. Die leuchtend gelben Blüten sind fast ganzjährig zu sehen, aber mit Schwerpunkt Mai. Die Öffnung der Blüten erfolgt jedoch nur bei ausreichend viel Licht. An ganz trüben und regnerischen Tagen bleiben die Blüten auch mal ganz geschlossen. Die typische Pusteblume ist der Fruchtstand des Löwenzahns: Mit bis zu 200 Fallschirmchen werden die Samen in die Welt hinausgetragen.

Wie wirkt Löwenzahn?

Inzwischen konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden, dass Löwenzahn wirklich gesund ist. Er wirkt harntreibend und regt die Galle-Sekretion an. Die Folge ist, dass auch der Appetit steigt. Besonders die Bitterstoffe sind für die Wirkung auf den Gallefluss und den Appetit verantwortlich. Deshalb wird Löwenzahn bei Störungen des Galleflusses, bei Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsbeschwerden angewandt – vorwiegend als Tee. Zum Einsatz kommen dabei die Löwenzahnblätter, die Löwenzahnwurzeln oder auch die gesamte Pflanze. Verschiedene Inhaltsstoffe, die in den Wurzeln bzw. in den Blättern teilweise hoch konzentriert enthalten sind, sind für dieses breite Wirkspektrum verantwortlich. Dazu gehören Inulin, Sesquiterpenlactone, Triterpene, Steroide, Flavonoide, verschiedene Vitamine, Aminosäuren und Kohlenhydrate.

In der Erfahrungsheilkunde gilt der Löwenzahn als stoffwechselanregende Universal-Entgiftungspflanze: Ein Kraut, das an den belastetsten Standorten gedeihen kann und offensichtlich resistent gegen die verschiedensten Problemstoffe ist, muss einfach ungeheure Widerstandskräfte haben, die auch dem Menschen nützlich sein können. 

Deshalb kommt Löwenzahn erfahrungsheilkundlich auch dann zum Einsatz, wenn Erkrankungen auf Umweltgifte, mangelnde Widerstandsfähigkeit und einen trägen Stoffwechsel zurückzuführen sind. Schließlich ist die Leber Stoffwechsel- und Entgiftungszentrale des Körpers. So erklärt sich, warum die frischen grünen Blätter zur blutreinigenden Frühjahrskur empfohlen werden. Man kann sie als besonders gesunden Salat essen oder einen Pflanzen-Presssaft zubereiten. Wichtig ist nur, dass die jungen Blätter dafür an Standorten gepflückt werden, die wenig durch Schadstoffe belastet und nicht überdüngt sind.

Die Stoffwechsel-Anregung ist es auch, die den Löwenzahn bei erhöhten Anforderungen an das Immunsystem so wertvoll macht: Infektionen und Entzündungen fordern das Abwehrsystem und damit die Stoffwechselaktivität. Deshalb ist Löwenzahn wertvoller Bestandteil homöopathischer Lymphmittel.

Aus erfahrungsheilkundlicher Sicht erfolgt der Einsatz auch bei rheumatischen Beschwerden, Steinleiden und zur Anregung des (Leber-)Stoffwechsels.

Was kann man sonst noch mit Löwenzahn machen?

Die jungen, noch grünen Blütenkörbchen wurden als Kapernersatz verwendet. Ähnlich der Zichorie dienten die im Herbst geernteten, dann gerösteten und gemahlenen Wurzeln als Kaffeeersatz. Die gelben Blüten fanden, wie viele andere, Verwendung zum Färben von Butter – daher auch der Name „Butterblume“. Auch zum Herstellen von Sirup sind sie gut geeignet.

Homöopathische Anwendung von Löwenzahn

der Reinigende unterstützt bei:

  • Leber-Galle-Funktionsstörungen
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Darm-Entleerungsproblemen
  • Nachtschweiß
  • Landkartenzunge
  • unruhigen Gliedmaßen
  • kalten Fingerspitzen

Phytotherapeutische Anwendung von Löwenzahn

Die Kraftvolle wird angewendet bei:

  • Appetitlosigkeit
  • Störungen des Galleflusses
  • Völlegefühl und Blähungen

Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zum Löwenzahn in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.