Leberzirrhose

Von Helga Wiesmann
erstellt

Kurz erklärt

Was ist eine Leberzirrhose? Bei einer Leberzirrhose, auch Schrumpfleber genannt, baut sich das Lebergewebe langsam zu Bindegewebe um. Durch langjährige Schädigung vernarbt das Gewebe und die Leber kann ihre vielfältigen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Das Organ verkleinert und verhärtet sich. Männer sind ungefähr doppelt so oft von einer Leberzirrhose betroffen als Frauen. Es ist möglich, die Zerstörung des Gewebes aufzuhalten, aber wenn das Gewebe bereits narbig und knotig ist, kann es sich nicht mehr regenerieren. Eine Behandlung vor allem der Ursache sollte so früh wie möglich beginnen.

Was sind die Aufgaben der Leber?

Die Leber ist das Stoffwechselorgan des Körpers, das heißt, hier werden Stoffe auf-, ab- und umgebaut. Man kann sie sich auch regelrecht als Chemiefabrik vorstellen, die verschiedene Aufträge zu bewältigen hat:

Damit ist die Leber das vielseitigste Organ im menschlichen Organismus. Durch die gängige westliche Lebensweise kommt sie oft an ihre Grenzen. Doch leider kennt die Leber keinen Schmerz. Eine zu große Belastung drückt sich oft sehr unspezifisch aus: Müdigkeit ist der Schmerz der Leber und oft das erste Symptom einer Lebererkrankung. 
In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen an einer Leberzirrhose, sie stellt das Endstadium einer Lebererkrankung dar, die über viele Jahre und oft unerkannt entstanden ist. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag „Leberschutz – Die Leber schützen und unterstützen“

Welche Ursache hat eine Leberzirrhose?

Die mit sechzig Prozent mit Abstand häufigste Ursache für eine Zirrhose ist Alkoholmissbrauch. Zunächst entsteht die Alkoholische Fettleber. Aber auch eine falsche Ernährung (zu viele tierische Fette und leicht verdauliche Kohlenhydrate wie z. B. Zucker), Bewegungsmangel, Übergewicht sowie Diabetes Typ II können für eine Verfettung der Leber, die so genannte nicht-alkoholische Fettleber, verantwortlich sein. 
Zunächst handelt es sich um eine reine Einlagerung von Fetten, die dann aber langfristig zu einer Entzündung führen kann. Das nennt man dann „Steatohepatitis“ und diese ist die häufigste Lebererkrankung in Deutschland.  Aus dieser Fettleberentzündung kann sich dann eine Leberzirrhose entwickeln.

Doch auch eine Hepatitis-Infektion wie Hepatitis B, Hepatitis C oder D schlägt mit etwa dreißig Prozent zu Buche. 

Andere Ursachen können direkt in der Leber begründet sein, zum Beispiel durch autoimmune Vorgänge oder auch Erkrankungen der Galle wie die biliäre Cholangitis. Die nichtalkoholische Fettleber stellt ebenso ein Risiko dar. 

Eine chronische Überdosierung bzw. der zu häufige Gebrauch bestimmter Medikamente und Chemikalien kann langfristig zu einer Leberzirrhose führen. Besonders auf Paracetamol ist hier ein Augenmerk zu legen. Dieses Schmerzmittel ist frei erhältlich, aber in zu hoher Dosierung lebertoxisch und kann Ursache eines Leberversagens werden. Aber auch z. B. bei der dauerhaften Einnahme von hochdosierter ASS (Acetylsalicylsäure), nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), Amiodaron und Antibiotika sollte man die Lebergesundheit im Blick haben. 

Stoffwechselerkrankungen wie Morbus Wilson, bei dem aufgrund eines Gendefektes die Ausscheidung von Kupfer über die Galle gestört ist oder eine Eisenspeicherkrankheit können weitere Ursachen sein. Beim Budd-Chiari-Syndrom kommt es zu einem Verschluss der abführenden Gefäße der Leber, auch dies kann zu einer Zirrhose führen.
Bestimmte Herzerkrankungen, wie die Rechtsherzinsuffizienz können eine chronische Stauungsleber zur Folge haben, die wiederum ursächlich an einer Leberzirrhose beteiligt sein kann.
Ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, also der erblich bedingte Mangel an einem wichtigen Stoffwechsel-Enzym, kann ebenso eine Rolle spielen. 
Auch eine seltene Ursache für eine Leberzirrhose ist die Mukoviszidose. 
Zu einem sehr kleinen Teil – und in unseren Breitengraden nicht sehr relevant – können Tropenerkrankungen, wie die Bilharziose, auch eine Zirrhose begünstigen.

Welche Symptome hat eine Leberzirrhose?

Erste Anzeichen der Zirrhose sind noch unspezifisch. Allgemeines Symptom einer Lebererkrankung sind Abgeschlagenheit, chronische Erschöpfung und Müdigkeit. Wer schon nach dem Aufstehen müde ist, mag zwar noch lange keine Zirrhose haben, aber sicherlich eine Leberbelastung. Wenn regelmäßiger und starker Alkoholkonsum dazu kommen, dann kann sich eine Fettleber bilden. Bereits jetzt kann eine Diagnose gestellt werden und eine Therapie sehr erfolgreich erfolgen. 

Schnelle Erschöpfbarkeit, Blähungen, Störungen im Magen-Darm-Trakt, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl können Symptome für eine Zirrhose sein, wenn ein entsprechender Alkoholkonsum vorliegt oder auch eine Belastung mit Chemikalien oder durch Medikamente. In diesem Stadium kann die Behandlung gut gelingen.

Bei fortschreitender Erkrankung kann es zu einer gelblichen Haut und Augenskleren, Juckreiz und gelblichen Cholesterin-Ablagerungen im Gewebe des Ober- und Unterlids kommen. 
Hormonelle Störungen können zu einer Beeinträchtigung der Potenz und einem Brustwachstum bei Männern führen. Patienten mit Leberzirrhose haben oft gerötete Hand- und Fußinnenflächen und Gefäßsternchen vor allem am Dekolleté. 

Wenn das Gewebe der Leber deutlich geschädigt ist, bilden sich neue Blutgefäße, um den Blutfluss innerhalb der Leber zu erhalten. Dies jedoch funktioniert nur mangelhaft und der Druck auf die Pfortader steigt. Der erhöhte Pfortader-Druck wird als portale Hypertension bezeichnet und kann zu Folgeerkrankungen führen. Dazu gehören innere Krampfadern der Speiseröhre, des Magens und des Darmausganges. Eine Komplikation ist dann die innere Blutung, die zu Erbrechen und schwarz-gefärbtem Stuhl führt. Dies ist ein bereits sehr bedrohliches Stadium der Erkrankung.

Es bilden sich Ödeme und ebenso Bauchwasser, die Ascites. Der gesamte Körper kann sich nicht mehr selbst entlasten oder entgiften und schließlich ist auch das Gehirn betroffen. Es entsteht die sogenannte hepatische Enzephalopathie. Sie geht mit Schläfrigkeit und geistiger Verwirrung einher und bildet im Grunde das Endstadium der Erkrankung ab.

Bei den ersten Anzeichen einer Beeinträchtigung der Lebergesundheit sollte eine ärztliche Praxis aufgesucht werden, um ein Fortschreiten zu verhindern.

Wie verläuft eine Leberzirrhose?

Zur Diagnose und zum Kontrollverlauf der Erkrankung in jedem Stadium werden körperliche Untersuchung, bildgebende Verfahren und auch die Blutuntersuchung der Leberwerte wie Gamma-GT, GOT und GPT eingesetzt. Die Anamnese nimmt großen Raum ein, denn hier zeigt sich, ob eine Alkoholerkrankung als häufigste Ursache vorliegt, oder ob bestimmte Toxine oder leberschädigende Medikamente infrage kommen. 
Leider wird die Diagnose oft erst spät gestellt, da sich chronische Lebererkrankungen langsam über viele Jahre entwickeln. Es ist daher sinnvoll, einen jährlichen Gesundheitscheck incl. der Bestimmung der Leberenzyme in der hausärztlichen Praxis durchführen zu lassen – insbesondere, wenn Frühsymptome auftreten oder regelmäßig Arzneimittel eingenommen werden müssen oder andere Risikofaktoren vorliegen.

Es gibt verschiedene Stadien, in denen sich die Erkrankung abbildet. Nach ihrem Schweregrad wird sie anhand der Child-Pugh-Kriterien in drei Stadien eingeteilt, von Child A bis Child C. Die Child-Pugh-Kriterien wurden nach zwei der drei Wissenschaftler benannt, die sie erstellt haben (C.G. Child, J.G. Turcotte und R.N. Pugh). Maßgebend sind Laborwerte, die Beurteilung der Aszites (des Bauchwassers) und der Grad der hepatischen Enzephalopathie – also der Auswirkungen auf das Gehirn. Child A beschreibt das erste Stadium der Erkrankung mit guter Leberfunktion, Child B eine mäßige und schließlich das dritte Stadium, Child C, mit nur geringer Funktion der Leber.
Steht ein Leberversagen im Raum, ist eine Lebertransplantation noch eine mögliche Option. Hier wird alternativ der MELD (Model for End-stage Liver Disease)-Score zu Hilfe genommen. Auf einer bis zu 40-Punkte-Skala wird versucht, die Schwere und die Überlebensprognose der Erkrankung einzuschätzen.

Während des Verlaufs dieser chronischen Erkrankung werden die unterschiedlichen Symptome immer stärker.

Wie behandelt man eine Leberzirrhose? Ist sie heilbar?

Die Leber ist ein Organ mit großer regenerativer Kraft. Selbst dann, wenn die Hälfte der Leber schwer geschädigt ist, könnte sie sich wieder vollständig erholen. Sie ist auch in der Lage, eigene neue Zellen zu bilden. Von daher ist die Nachricht eine gute. Dennoch: Stark vernarbtes Gewebe ist nicht mehr heilbar.
Die Behandlung richtet sich nach der vorherrschenden Symptomatik. Liegen Komplikationen wie Blutgerinnungsstörungen, Blutung, portale Hypertension oder die hepatische Enzephalopathie vor, werden sie, solange möglich, medikamentös behandelt. Eine Blutung der Speiseröhre oder des Magens muss gestillt werden.
Für die Leberzirrhose selbst jedoch gibt es keine Therapie. Die Behandlung erfolgt über die auslösenden Faktoren: Die Ursachen der Schädigung sind auszuschließen. Absolute Alkoholkarenz, das Meiden von Toxinen und auslösenden Medikamenten ist erforderlich. Liegt bereits eine Protein-Energie-Mangelernährung vor, sollte eine proteinreiche Ernährung mit mehreren kleineren Portionen am Tag unter Berücksichtigung von Unverträglichkeiten angestrebt werden. 
Nur im Anfangsstadium ist eine Rückbildung der Zirrhose möglich. Besser ist Vorbeugung.

Was die Leber mag

Die Leber wird durch Bitterstoffe in ihrer Funktion unterstützt. Bitterstoffe sind oft in pflanzlichen Arzneimitteln enthalten, die appetitanregend sind und eine gute Verdauung fördern, wie Amara-Pascoe. Wenn Artischocken auf den Tisch kommen, freut sich die Leber. Wer Chicorée, Radicchio, Endiviensalat, Löwenzahn oder auch verschiedene Kohlsorten genießt, ist in Sachen Lebergesundheit schon gut aufgestellt. Es bieten sich allerdings auch Ergänzungen an, die in Form von Tabletten, Tropfen, als Frischpflanzenpresssäfte oder Pulver gut genutzt werden können.
Als pflanzliches Lebertherapeutikum sind Extrakte aus Mariendistel in ihrer Wirkung gut erforscht. Hepar-Pasc® Tabletten mit Mariendistel beispielsweise können unterstützend wirken bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen, Leberzirrhose und durch Gifte verursachten Leberschäden. Die enthaltenen Mariendistelfrüchte schützen Leberzellen einerseits vor der Wirkung von Giftstoffen und regen gleichzeitig deren Regenerationsfähigkeit an. Bei einer Leberzirrhose ist eine Heilung nicht möglich. Denkbar ist der Schutz der noch funktionsfähigen Leberzellen.

Während Alkohol und Nikotin die Leber schädigen, kann ein gemäßigter Kaffeekonsum von 1-3 Tassen pro Tag sogar förderlich sein. Die Inhaltsstoffe des Kaffees aktivieren Enzyme der Leber. 

Gewürze wie Kurkuma, Rosmarin, Salbei, Bertram unterstützen die Leber in ihrer Verdauungsfunktion und sollten in der Küche ihren festen Platz haben. Wenig tierisches Fett und Kohlenhydrate, dafür aber gute pflanzliche Öle und Proteine sind hilfreich. 
Auch die Häufigkeit der Mahlzeiten können eine Rolle spielen. So ist es für die Leber leichter, wenn mehrere kleine Portionen gegessen werden statt der zwei oder drei großen pro Tag.

Nicht nur für die Zirrhose gilt: Vielen chronischen Lebererkrankungen, auch der nicht-alkoholischen Fettleber, kann sehr gut vorgebeugt werden durch einen grundsätzlich gesunden Lebensstil. Die Ursache für die Erkrankung fällt damit in vielen Fällen weg. Symptome wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit stellen sich gar nicht erst ein und das Leben behält seine Leichtigkeit. Therapie und Behandlung sind in vielen Fällen nicht nötig, wenn die Leber als Organ immer wieder Zuwendung und Achtsamkeit erfährt.

Unser Tipp: Die Leber liebt es feucht und warm

Dies ist ein besonders einfacher und wirksamer Tipp: Der Leberwickel
Wenn Sie Ihrer Leber etwas Gutes tun wollen, dann machen Sie den Leberwickel zweimal wöchentlich – am besten nach dem Mittagessen oder abends auf dem Sofa. Er unterstützt die Regeneration der Leber und regt den Fettstoffwechsel an. 

Heilpraktikerin und Texterin.  In meiner Praxis in Saarbrücken arbeite ich in den Schwerpunkten Darmgesundheit und komplementäre Onkologie. Ich habe viel Freude daran, mich mit komplexen Gesundheitsthemen auseinander zu setzen und lege Wert darauf, diese gut lesbar zu verfassen. Schon immer haben mich Gesundheit und die Pflanzen am meisten fasziniert: Der menschliche Körper mit seinen Wundern und dem Streben nach Gleichgewicht, sowie die Gewächse am Wegesrand: ihre Signaturen, Inhaltsstoffe und Wirkweisen. Als Naturheilkundlerin und Texterin zu arbeiten, und dies in der Arbeit für Pascoe zusammenzufügen, macht großen Spaß. Und das spüren hoffentlich auch Sie. Mehr erfahren

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