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Von Bärbel Tschech |

Nasennebenhöhlenentzündung: Hausmittel und natürliche Behandlung bei Sinusitis

Kurz erklärt!

Die eigentliche Erkältung ist vielleicht schon abgeklungen. Geblieben sind Schnupfen, verstopfte Nase, Druckgefühl im Kopf und Schmerzen – v.a. beim Vornüberbeugen. Möglicherweise eine Sinusitis. Diese kann als chronische Nasennebenhöhlenentzündung Wochen, teilweise sogar Monate quälen. Abschwellende Nasensprays bringen bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung Linderung, aber keine Heilung, auf Dauer sogar Probleme. Bewährt haben sich dagegen verschiedene Hausmittel, pflanzliche und homöopathische Arzneien und einige Naturheilverfahren. Erfahren Sie hier, welche das sind und finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema „Was hilft bei Nasennebenhöhlenentzündung?“

Lesen Sie in dem Artikel „Nasennebenhöhlenentzündung: Ursachen, Symptome, Behandlung“  darüber, wie und warum aus einem Schupfen überhaupt eine Sinusitis entsteht, welche Rolle Antibiotika, abschwellende Nasentropfen und Rauchen spielen, warum aus einer akuten Sinusitis eine chronische Nebenhöhlenentzündung entstehen kann und welche Besonderheiten bei Kindern gelten. Im Folgenden beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die Behandlung einer chronischen Sinusitis und die bewährten Hausmittel.

Kann Nasennebenhöhlenentzündung von allein weggehen?

In den meisten Fällen heilt eine akute Sinusitis, die im Rahmen einer Erkältung entstanden ist, von allein. Unser Körper hat enorme Selbstheilungskräfte: Ein funktionierendes Immunsystem kann die meisten Viren und Bakterien erfolgreich bekämpfen. Die dazu notwendige Abwehrreaktion und die damit verbundene akute Entzündung klingen normalerweise irgendwann von selbst ab. Unter ungünstigen Bedingungen entsteht jedoch aus der akuten eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Diese kann sehr hartnäckig sein und möglicherweise sogar über Monate bestehen bleiben.
Es gibt daher einige Faktoren, die deutlich dafürsprechen, sowohl eine akute als auch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung zu behandeln:

  • Entzündungen im Kopfbereich können auf andere, sehr empfindliche Bereiche im Kopf übergreifen und müssen deshalb immer sehr ernst genommen werden.
  • Die Symptome können sehr quälend und langanhaltend sein – die Einnahme von Schmerztabletten sollte nur eine kurzfristige Notfall-Lösung sein.
  • Aus einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung kann sich eine chronische entwickeln.
  • Chronische Entzündungen schwächen den Körper und bieten den Nährboden für weitere Erkrankungen.
  • Eine chronisch verstopfte Nase hat zur Folge, dass nur noch durch den Mund geatmet werden kann. Gerade bei Kindern kann das sogar Auswirkungen auf die Sprachentwicklung und Entwicklung von Kiefer und Zähnen haben.
     

Was verschlimmert eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Entstehung begünstigen und gleichzeitig die Symptome verschlimmern:

  • anatomische Besonderheiten, insbesondere enge Höhlengänge
  • bereits vorhandene Polypen
  • vorgeschädigte Atemwege durch Schadstoffe aus der Umwelt, Rauchen, bestimmte Medikamente
  • Dauergebrauch von abschwellenden Nasentropfen: sie schädigen die Schleimhäute und damit das Immunsystem
  • lange Stress-Phasen, von denen man sprichwörtlich „die Nase voll“ hat
  • Allergien
  • trockene und klimatisierte Luft
     

Ist Wärme gut bei Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Frage kann man nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten: Bei Entzündungen im Allgemeinen ist oft Kälte hilfreicher als Wärme. Im Falle von Sinusitis wird dagegen Wärme meistens als angenehm und lösend empfunden. Sollte Ihnen Wärme unangenehm sein oder sich die Symptome durch Wärme sogar noch verstärken, dann sind die folgenden Tipps nicht für Sie geeignet.
Meistens ist Wärme aber nicht nur im Bereich der Nasennebenhöhlen wohltuend, sondern im ganzen Körper. Eine besondere Rolle spielen die Füße. Manche für Sinusitis anfällige Patientinnen und Patienten leiden an chronisch kalten Füßen. 
Sie sollten unbedingt für warme Füße sorgen und die Durchblutung anregen:

  • aufsteigende Fußbäder
  • Senfmehl-Fußbäder (siehe Hausmittel)
  • warme Socken
  • Kneipp-Anwendungen für die Durchblutung, am besten schon prophylaktisch: Wechselfußbäder, Wechselduschen, Tautreten (nur mit warmen Füßen!!)

Für die meisten Menschen ist Wärmezufuhr im Bereich der Nase und der Nebenhöhlen sehr wohltuend. Hier einige Vorschläge. Suchen Sie sich die Tipps raus, die für Sie am sympathischsten sind:

  • Rotlicht-Bestrahlung
  • Dampfbad (siehe Hausmittel)
  • durchblutungsfördernde Auflagen (siehe Hausmittel)

Die besten Hausmittel bei Sinusitis

Ganz oben stehen Inhalationen bzw. Dampfbad mit oder ohne ätherische Öle. Zum Inhalieren gibt es in der Apotheke spezielle Geräte. Das traditionelle Dampfbad gilt jedoch immer noch als ein besonders wertvolles Hausmittel und ist ganz einfach anzuwenden.

Dampfbad – so wird’s gemacht

  • ca. 1 Liter Wasser im Wasserkocher zum Kochen bringen
  • das etwas abgekühlte Wasser in eine Schüssel oder einen kleinen Topf geben
  • wenige Tropfen ätherische Öle dazugeben (Teebaumöl, Eukalyptus, Campher)
  • mit dem Gesicht soweit über den Topf beugen, wie es gerade noch angenehm ist (Vorsicht: Verbrennungsgefahr!)
  • großes Badehandtuch über den Kopf legen, sodass die Wärme gut gehalten wird
  • Tief ein- und ausatmen, bis das Dampfbad nicht mehr dampft
  • Gesicht lauwarm abwaschen und abtrocknen
  • nachruhen

Wickel und Auflagen gehören seit jeher zu den besonders geschätzten Hausmitteln. Auch bei Sinusitis haben sich einige bewährt: 

  • Meerrettichauflage (nicht für Kinder geeignet!)
  • warme Bockshornklee-Auflage 
  • Auflage mit Kamillenblüten-Säckchen

Meerrettichauflage - so wird’s gemacht:

  • frischen oder in Stücken eingefrorenen Meerrettich frisch raspeln
  • auf die Mitte eines Tuches geben, alle Ränder nach oben umschlagen, sodass ein flaches, ca. 7 x 7 cm großes Päckchen entsteht
  • mit der Seite, die nur eine Stoffschicht hat, oberhalb des 7. Halswirbels auf die Wirbelsäule im Halsbereich legen (Reflexzone für die Nase und den Nasen-Rachenraum)
  • nach spätestens 10 Minuten entfernen, wenn das Brennen unangenehm wird, schon eher
  • Stelle warmhalten und nachruhen
  • einmal täglich durchführen, nach spätestens 5 Tagen für 2 Tage pausieren

Warme Bockshornklee-Auflage – so wird’s gemacht:

  • 2-4 Esslöffel Bockshornklee-Pulver (Apotheke) mit heißem Wasser anrühren
  • auf die Mitte eines Tuches geben, alle Ränder nach oben umschlagen, sodass ein flaches, ca. 7 x 7 cm großes Päckchen entsteht
  • mit der Seite, die nur eine Stoffschicht hat, im Bereich der Nasennebenhöhlen (Nase, Stirn) auflegen
  • liegen lassen, solange es warm und angenehm ist, eventuell weiteres Päckchen auflegen
  • Stelle warmhalten und nachruhen

Kamillenblüten-Säckchen – so wird’s gemacht:

  • ein dünnes Stoff-Säckchen gut zur Hälfte mit Kamillenblüten füllen 
  • zunähen 
  • direkt vor dem Auflegen trocken erwärmen (Ofen, Heizkörper)
  • im Bereich der Nasennebenhöhlen (Nase, Stirn) auflegen
  • kann mehrmals verwendet werden – solange sich immer wieder das Aroma durch Aufwärmen entfaltet 

Senfmehl-Fußbad – so wird’s gemacht:

  • 2 Handvoll gemahlenes schwarzes Senfmehl (Apotheke) in eine Schüssel geben und mit warmem Wasser verrühren
  • auf einen Stuhl setzen und für maximal 20 Minuten Füße im Senfbad baden
  • Senfmehl gut abspülen, Füße abtrocknen, nachruhen

Was spricht gegen Nasentropfen und Antibiotika? Was dafür?

Abschwellende Nasentropfen bringen Linderung. Deshalb sind diese Medikamente bei Schnupfen so beliebt. Viele Betroffene haben das Gefühl, ohne diese gar nicht schlafen zu können, weil sie einfach nicht genug Luft kriegen. Kurzfristig und niedrig dosiert ist deren Anwendung auch ok. Eine langfristige Anwendung kann dagegen kontraproduktiv sein und die Schleimhäute austrocknen. Warum das so ist und warum es besser ist, das Lymphsystem anzuregen, erfahren Sie hier.

Dass gelegentlich Antibiotika vom Arzt verschrieben werden, hängt damit zusammen, dass eine Infektion mit Bakterien im Kopfbereich wegen der räumlichen Nähe zu den sehr empfindlichen Strukturen gefährlich werden kann. Ob diese Gefahr tatsächlich besteht und Antibiotika zum Einsatz kommen müssen, muss vom Arzt bzw. der Ärztin entschieden werden. Meistens erfolgt das aber erst nach einer gründlichen Untersuchung bei einem HNO-Arzt.

Naturheilkunde bei chronischer Sinusitis

Wenn Sie unter einer chronischen Sinusitis leiden, lohnt es sich, eine erfahrene naturheilkundliche Praxis aufzusuchen, denn die Naturheilkunde kennt noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, um Patienten mit chronischen oder akuten Nebenhöhlenentzündungen zu behandeln. Dazu gehören die Akupunktur, das Schröpfen, die Homöopathie, die Behandlung mit Enzymen und Lymphmitteln und die so genannte Luffa-Kur. 
Was ist die Luffa-Kur?
Luffa operculata ist die Heilpflanze unter den Schwammgurken, die als Luffa-Schwämme bekannt sind. Das Fasergerüst der Luffa-Schwämme wird gern als Reinigungs- oder Peeling-Schwamm verwendet. In der Homöopathie gilt Luffa als besonders bewährtes Mittel bei Schnupfen, Heuschnupfen und Sinusitis. Deshalb kann man homöopathische Arzneimittel mit Luffa beispielsweise als Globuli in der Apotheke kaufen. Luffa hat sich aber auch als Bestandteil in homöopathischen Komplexmitteln bewährt. So ist es einer von 4 Wirkstoffen in Sinupas® Tropfen, die sowohl bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen als auch bei Bronchitis angewandt werden können.
Lesen Sie hier mehr zu Luffa.

In manchen Naturheilpraxen werden die Luffa-Schwämme aber auch für die so genannte Luffa-Kur verwendet. Dazu wird eine spezielle Abkochung hergestellt und beim Patienten als Nasentropfen, Nasenspülung bzw. Spülung der Nasennebenhöhlen verwendet. Da es sich dabei aber um eine stark reizende Therapie handelt, sollte diese nicht in Eigenregie durchgeführt werden, sondern unter Anleitung eines erfahrenen Naturheilkundlers. 

Was hilft am besten gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Hier die 10 wichtigsten Punkte im Überblick:

  1. Vorbeugen: Am besten ist es natürlich, gar nicht erst krank zu werden: Immunsystem trainieren, gesunde Lebensweise, wenig Stress, ausreichend Vitamine und Vitalstoffe, warme Füße …
  2. Wärme: Dampfbad, Rot-Licht
  3. viel Trinken, am besten warmen Tee
  4. Inhalieren bzw. Dampfbaden
  5. hohe Luftfeuchtigkeit - z.B. durch Verdampfer bzw. Wäscheständer im Schlafzimmer, Klimaanlagen meiden
  6. Entzündungshemmende Mittel wie Enzyme, Teebaumöl und Heilpflanzen
  7. Wickel und Auflagen
  8. Lymphsystem unterstützen - homöopathisch und manuell, statt langfristig abschwellende Nasensprays oder-tropfen anzuwenden
  9. Luffa anwenden – homöopathisch oder als Luffa-Kur
  10. Immunsystem unterstützen - mit Heilpflanzen, Homöopathie und Vitaminen
     

Literatur

Bücher

  • 1 Sonn, Annegret: Wickel und Auflagen. Alternative Pflegemethoden erfolgreich anwenden, Georg Thieme Verlag Stuttgart 2004*

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs

Bärbel Tschech

Mein Traum war es schon als Schulkind, mal Biologie zu studieren, um später „irgendwas mit Natur“ machen zu können. Dieser Traum wurde Wirklichkeit: Ich studierte Biologie in Greifswald und Ulm und habe danach in der Naturheilkunde mein berufliches Zuhause gefunden. Seit 2001 bin ich Teil des medizinisch-wissenschaftlichen Teams von Pascoe Naturmedizin. Als Fachreferentin bin ich v.a. für die wissenschaftliche Produktinformation verantwortlich, wobei die Themen Homöopathie und Lymphe meine Schwerpunkte sind.

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