Nasennebenhöhlenentzündung: Hausmittel und natürliche Behandlung bei Sinusitis

Kurz erklärt

Die eigentliche Erkältung ist vielleicht schon abgeklungen. Geblieben sind Schnupfen, verstopfte Nase, Druckgefühl im Kopf und Schmerzen – v.a. beim Vornüberbeugen. Möglicherweise eine Sinusitis. Diese kann als chronische Nasennebenhöhlenentzündung Wochen, teilweise sogar Monate quälen. Abschwellende Nasensprays bringen bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung Linderung, aber keine Heilung, auf Dauer sogar Probleme. Bewährt haben sich dagegen verschiedene Hausmittel, pflanzliche und homöopathische Arzneien und einige Naturheilverfahren. Erfahren Sie hier, welche das sind und finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema „Was hilft bei Nasennebenhöhlenentzündung?“

Lesen Sie in dem Artikel „Nasennebenhöhlenentzündung: Ursachen, Symptome, Behandlung“  darüber, wie und warum aus einem Schupfen überhaupt eine Sinusitis entsteht, welche Rolle Antibiotika, abschwellende Nasentropfen und Rauchen spielen, warum aus einer akuten Sinusitis eine chronische Nebenhöhlenentzündung entstehen kann und welche Besonderheiten bei Kindern gelten. Im Folgenden beantworten wir die häufigsten Fragen rund um die Behandlung einer chronischen Sinusitis und die bewährten Hausmittel.

Kann Nasennebenhöhlenentzündung von allein weggehen?

In den meisten Fällen heilt eine akute Sinusitis, die im Rahmen einer Erkältung entstanden ist, von allein. Unser Körper hat enorme Selbstheilungskräfte: Ein funktionierendes Immunsystem kann die meisten Viren und Bakterien erfolgreich bekämpfen. Die dazu notwendige Abwehrreaktion und die damit verbundene akute Entzündung klingen normalerweise irgendwann von selbst ab. Unter ungünstigen Bedingungen entsteht jedoch aus der akuten eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Diese kann sehr hartnäckig sein und möglicherweise sogar über Monate bestehen bleiben.
Es gibt daher einige Faktoren, die deutlich dafürsprechen, sowohl eine akute als auch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung zu behandeln:

Was verschlimmert eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Entstehung begünstigen und gleichzeitig die Symptome verschlimmern:

Ist Wärme gut bei Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Frage kann man nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantworten: Bei Entzündungen im Allgemeinen ist oft Kälte hilfreicher als Wärme. Im Falle von Sinusitis wird dagegen Wärme meistens als angenehm und lösend empfunden. Sollte Ihnen Wärme unangenehm sein oder sich die Symptome durch Wärme sogar noch verstärken, dann sind die folgenden Tipps nicht für Sie geeignet.
Meistens ist Wärme aber nicht nur im Bereich der Nasennebenhöhlen wohltuend, sondern im ganzen Körper. Eine besondere Rolle spielen die Füße. Manche für Sinusitis anfällige Patientinnen und Patienten leiden an chronisch kalten Füßen. 
Sie sollten unbedingt für warme Füße sorgen und die Durchblutung anregen:

Für die meisten Menschen ist Wärmezufuhr im Bereich der Nase und der Nebenhöhlen sehr wohltuend. Hier einige Vorschläge. Suchen Sie sich die Tipps raus, die für Sie am sympathischsten sind:

Die besten Hausmittel bei Sinusitis

Ganz oben stehen Inhalationen bzw. Dampfbad mit oder ohne ätherische Öle. Zum Inhalieren gibt es in der Apotheke spezielle Geräte. Das traditionelle Dampfbad gilt jedoch immer noch als ein besonders wertvolles Hausmittel und ist ganz einfach anzuwenden.

Dampfbad – so wird’s gemacht

Wickel und Auflagen gehören seit jeher zu den besonders geschätzten Hausmitteln. Auch bei Sinusitis haben sich einige bewährt: 

Meerrettichauflage - so wird’s gemacht:

Warme Bockshornklee-Auflage – so wird’s gemacht:

Kamillenblüten-Säckchen – so wird’s gemacht:

Senfmehl-Fußbad – so wird’s gemacht:

Was spricht gegen Nasentropfen und Antibiotika? Was dafür?

Abschwellende Nasentropfen bringen Linderung. Deshalb sind diese Medikamente bei Schnupfen so beliebt. Viele Betroffene haben das Gefühl, ohne diese gar nicht schlafen zu können, weil sie einfach nicht genug Luft kriegen. Kurzfristig und niedrig dosiert ist deren Anwendung auch ok. Eine langfristige Anwendung kann dagegen kontraproduktiv sein und die Schleimhäute austrocknen. Warum das so ist und warum es besser ist, das Lymphsystem anzuregen, erfahren Sie hier.

Dass gelegentlich Antibiotika vom Arzt verschrieben werden, hängt damit zusammen, dass eine Infektion mit Bakterien im Kopfbereich wegen der räumlichen Nähe zu den sehr empfindlichen Strukturen gefährlich werden kann. Ob diese Gefahr tatsächlich besteht und Antibiotika zum Einsatz kommen müssen, muss vom Arzt bzw. der Ärztin entschieden werden. Meistens erfolgt das aber erst nach einer gründlichen Untersuchung bei einem HNO-Arzt.

Naturheilkunde bei chronischer Sinusitis

Wenn Sie unter einer chronischen Sinusitis leiden, lohnt es sich, eine erfahrene naturheilkundliche Praxis aufzusuchen, denn die Naturheilkunde kennt noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, um Patienten mit chronischen oder akuten Nebenhöhlenentzündungen zu behandeln. Dazu gehören die Akupunktur, das Schröpfen, die Homöopathie, die Behandlung mit Enzymen und Lymphmitteln und die so genannte Luffa-Kur. 
Was ist die Luffa-Kur?
Luffa operculata ist die Heilpflanze unter den Schwammgurken, die als Luffa-Schwämme bekannt sind. Das Fasergerüst der Luffa-Schwämme wird gern als Reinigungs- oder Peeling-Schwamm verwendet. In der Homöopathie gilt Luffa als besonders bewährtes Mittel bei Schnupfen, Heuschnupfen und Sinusitis. Deshalb kann man homöopathische Arzneimittel mit Luffa beispielsweise als Globuli in der Apotheke kaufen. Luffa hat sich aber auch als Bestandteil in homöopathischen Komplexmitteln bewährt. So ist es einer von 4 Wirkstoffen in Sinupas® Tropfen, die sowohl bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen als auch bei Bronchitis angewandt werden können.
Lesen Sie hier mehr zu Luffa.

In manchen Naturheilpraxen werden die Luffa-Schwämme aber auch für die so genannte Luffa-Kur verwendet. Dazu wird eine spezielle Abkochung hergestellt und beim Patienten als Nasentropfen, Nasenspülung bzw. Spülung der Nasennebenhöhlen verwendet. Da es sich dabei aber um eine stark reizende Therapie handelt, sollte diese nicht in Eigenregie durchgeführt werden, sondern unter Anleitung eines erfahrenen Naturheilkundlers. 

Was hilft am besten gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Hier die 10 wichtigsten Punkte im Überblick:

  1. Vorbeugen: Am besten ist es natürlich, gar nicht erst krank zu werden: Immunsystem trainieren, gesunde Lebensweise, wenig Stress, ausreichend Vitamine und Vitalstoffe, warme Füße …
  2. Wärme: Dampfbad, Rot-Licht
  3. viel Trinken, am besten warmen Tee
  4. Inhalieren bzw. Dampfbaden
  5. hohe Luftfeuchtigkeit - z.B. durch Verdampfer bzw. Wäscheständer im Schlafzimmer, Klimaanlagen meiden
  6. Entzündungshemmende Mittel wie Enzyme, Teebaumöl und Heilpflanzen
  7. Wickel und Auflagen
  8. Lymphsystem unterstützen - homöopathisch und manuell, statt langfristig abschwellende Nasensprays oder-tropfen anzuwenden
  9. Luffa anwenden – homöopathisch oder als Luffa-Kur
  10. Immunsystem unterstützen - mit Heilpflanzen, Homöopathie und Vitaminen
     

Literatur

Bücher

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs

Mein Traum war es schon als Schulkind, mal Biologie zu studieren, um später „irgendwas mit Natur“ machen zu können. Dieser Traum wurde Wirklichkeit: Ich studierte Biologie in Greifswald und Ulm und habe danach in der Naturheilkunde mein berufliches Zuhause gefunden. Seit 2001 bin ich Teil des medizinisch-wissenschaftlichen Teams von Pascoe Naturmedizin. Als Fachreferentin bin ich v.a. für die wissenschaftliche Produktinformation verantwortlich, wobei die Themen Homöopathie und Lymphe meine Schwerpunkte sind. Mehr erfahren

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