Was ist Burnout?

Noch vor einigen Jahren galt Burn-out als spezielles Problem von Lehrern, Managern und besonders engagierten Menschen in helfenden Berufen. Dieses emotionale, körperliche und geistige Ausgebrannt-Sein kann jedoch jeden treffen, der unter starkem Stress leidet. Doch was ist es genau und woran erkennt man es?

Unter einem Burnout-Syndrom versteht man die verschiedenen Symptome, die mit einem anhaltenden emotionalen und körperlichen Erschöpfungszustand zusammenhängen. Die Betroffenen sind oft überarbeitet bzw. überfordert und leiden unter Dauerstress und Ärger.

Das Burnout-Syndrom entwickelt sich schleichend, sodass erste Warnsignale wie Schlafstörungen und innere Unruhe oft übersehen werden. Offensichtlich wird die Erkrankung meist erst, wenn permanente Erschöpfung, Lustlosigkeit und Versagensängste zu einem deutlichen Leistungsabfall bei der Arbeit führen. Erstmals beschrieben wurde dieses Phänomen in den 1970er Jahren von dem amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger. Die Bezeichnung geht auf einen Roman des Autors Graham Greene zurück. In „A Burnt-Out Case“ beschrieb er, wie ein von seinem Beruf verzweifelter Architekt den Ausstieg aus seinem Leben wagt. Der Begriff Burn-out wurde nach Freudenbergs Entdeckung auch von seinen Kollegen verwendet und erlangte so weltweit Bekanntheit.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Betroffenen stark zugenommen. Schätzungen zufolge besteht bei etwa 30 % aller Arbeitnehmer das Risiko, an einem Burnout-Syndrom zu erkranken. Dies ist vor allem auf die veränderte Arbeitssituation in vielen Branchen zurückzuführen. Der einzelne Arbeitnehmer muss heutzutage mehr Verantwortung übernehmen und zugleich mehr Leistung erbringen. Erfolgserlebnisse bleiben jedoch oft aus. Auch die zunehmende ständige Erreichbarkeit – sowohl im Berufsleben als auch im privaten Alltag – leistet ihren Beitrag dazu, kaum noch zur Ruhe zu kommen.

Dauerhafte Überlastung führt zu negativem Stress und dieser begünstigt die Entstehung verschiedener Krankheitssymptome.
Der Begriff negativer Stress beinhaltet auch die individuelle Interpretation der jeweiligen Situation. Wenn es mir gelingt, sie als positive Herausforderung für die Entwicklung meiner Persönlichkeit anzusehen, wird sie weniger negative Auswirkungen auf meinen Gesundheitszustand haben, als das Gefühl, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein.

Anzeichen für ein Burnout

Das Thema Burnout betrifft den Körper und die Psyche. Im Allgemeinen werden damit Symptome wie emotionale und körperliche Erschöpfung und eine verringerte Arbeitsleistung assoziiert. Die Beschwerden können sich zum Teil jedoch in sehr unterschiedlichen Symptomen äußern.
Oft quälen zunächst jedoch körperliche Symptome, und es ist schwierig, diese als Burnout-Symptome zu erkennen.

Körperliche Symptome

Manche Patienten leiden unter unerklärlichen chronische Schmerzen. Verschiedenste Magen-Darm-Beschwerden machen Betroffenen zu schaffen und nicht zuletzt so genannte funktionelle Herz-Kreislauf-Beschwerden, also spürbare Herz-Beschwerden, wie Herzrhythmusstörungen, für die es aber keine organischen Ursachen gibt.

Oft haben Betroffene mit solchen Beschwerden schon eine Odyssee an Arztbesuchen hinter sich. Sie fühlen sich nicht ernst genommen, wenn es dann heißt, dass organisch alles ok ist, es sich also um psychosomatische Beschwerden handelt. „Psychisch“ bedeutet für Viele immer noch so viel wie „eingebildet“. Aber gerade die Diagnose Burnout und auch andere psychische Erkrankungen zeigen, dass diese Beschwerden sehr real sind, auch wenn Außenstehende sie oft weniger gut nachvollziehen können wie die Beschwerden, die ein gebrochenes Bein mit sich bringt.

Psychische Burnout-Anzeichen:

  • totale Erschöpfung, Energiemangel und Erholungsunfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Leistungs- und Antriebsschwäche
  • Versagensängste und andere Angst-Gefühle
  • Gleichgültigkeit, emotionale Erschöpfung, innere Leere und Langeweile
  • Desillusionierung oder Verzweiflung
  • Ruhelosigkeit, nervöse Unruhe, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Bitterkeit
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • geringe Frustrationstoleranz

Was ist der Unterschied zwischen einer Depression und einem Burnout?

Grundsätzlich ist es schwierig, zwischen einem Burnout-Syndrom und einer Depression zu unterschieden, da beide ähnliche Symptome aufweisen. In der Regel wird für ein Burnout-Syndrom aber eine schwierige, belastende und übermäßig stressige Lebenssituation bzw. Lebensphase verantwortlich gemacht.
Interessant ist, dass es für das Burnout-Syndrom bisher keine verbindliche Definition gibt und es sich damit auch nicht um eine wirklich anerkannte Krankheit handelt – im Gegensatz zu einer Depression.
Oft wird das Ausgebrannt-Sein als eine Vorstufe der Depression angesehen, weil sich viele Burnout-Patienten depressiv fühlen und dieser Zustand schleichend in eine Depression übergehen kann.

Wer ist gefährdet?

Wie ein Burn-out entsteht, ist bisher nicht restlos geklärt. Ungünstige Lebensbedingungen können ebenso zu den Ursachen gehören wie die Persönlichkeit des Betroffenen oder das private Umfeld.
Sehr häufig betrifft das Ausgebrannt-Sein Menschen, die sich stark in ihrer Arbeit engagieren, beispielsweise Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Erzieher oder Lehrer. Einem erhöhten Risiko sind auch sogenannte Workaholics ausgesetzt, die keine Überstunde auslassen und Personen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom und allgemeinem Überengagement sowie Menschen mit chronischem Stress.

Folgende Faktoren erhöhen das Burnout-Risiko zusätzlich:

  • große Verantwortung unter Zeitdruck oder langweilige Routinen
  • unerfüllbare Vorgaben
  • zu hohe Anforderungen an sich selbst
  • unklare oder wechselnde Erfolgskriterien
  • Schichtdienst oder stark wechselnde Arbeitszeiten
  • mangelnde Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten
  • schlechtes Betriebsklima
  • Angst um den Arbeitsplatz

Oft sind Menschen betroffen, die hohe Ansprüche an sich selbst stellen und alle Aufgaben perfekt erledigen wollen, aber zugleich ein geringes Selbstwertgefühl haben. Sie trauen sich kaum etwas zu und können nicht gut mit Enttäuschungen, Frust und Kränkungen umgehen, da ihnen geeignete Bewältigungsstrategien fehlen.

Wie wird Burnout diagnostiziert?

Meist ist bei einem Verdacht der Hausarzt der erste Ansprechpartner.
Manchmal wird gleich eine medikamentöse Therapie empfohlen. Oft überweist der Arzt aber zur weiteren Behandlung an einen Spezialisten, üblicherweise an einen Psychologen oder einen Psychotherapeuten.
Zunächst ist es jedoch wichtig, körperliche Erkrankungen als Ursachen auszuschließen, die zu ähnlichen Symptomen führen können. Für eine anhaltende Müdigkeit und auch für depressive Verstimmungen kommen zum Beispiel auch Auslöser wie eine chronische Infektion, verschiedene Organerkrankungen, z. B. Lebererkrankungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion, aber auch ein Mangel an bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen infrage. Neben Blut-Untersuchungen und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall-Untersuchungen helfen verschiedene standardisierte Fragebögen dem Arzt, eine klare Diagnose zu stellen.

Gibt es einen Burnout-Test?

Ja. Es gibt das so genannte Maslach Burnout Inventory (MBI). Das ist ein Test zur Erfassung einer Burnout-Gefährdung mittels Fragebogen. Der Test wurde 1981 von Christina Maslach und Susan E. Jackson veröffentlicht. Er ist ein hilfreiches Mittel, um eine mögliche Gefährdung zu ermitteln. Der Test ist wissenschaftlich anerkannt und die meisten der Studien zu diesem Thema werden mit Hilfe dieses Tests durchgeführt.

Man muss aber beachten, dass er einerseits darauf abzielt, die Gefährdung zu ermitteln und nicht den Grad und die Intensität. Der Test lässt Aussagen über die Gefühlswelt zu und kann bewusst machen, wie sehr Betroffene tatsächlich unter ihrer Arbeit leiden. Aber dafür kann es immer auch andere Gründe geben, die in der Persönlichkeit oder der Krankengeschichte liegen. Andererseits bezieht sich die Erkrankung ja auch nicht ausschließlich auf den Arbeitsplatz. Der Vielschichtigkeit des Burnout-Syndroms kann dieser Test nicht vollumfänglich gerecht werden.

Welche Hilfe gibt es bei Burnout?

Da die Burnout-Behandlung immer zur Persönlichkeit und zu den Lebensumständen des Patienten passen muss, gibt es keine Standard-Therapie und auch kein allgemein passendes Medikament. In einem frühen Stadium kann es genügen, eine längere Pause vom Stress einzulegen, beispielsweise in Form eines mehrwöchigen Urlaubs oder einer Kur. Dabei kommt es vor allem darauf an, sich vom Alltag zu lösen und an einem anderen Ort auf andere Gedanken zu kommen, mal die Arbeit sein zu lassen und das eigene Wohl in den Mittelpunkt zu stellen.

Burnout-Patienten profitieren meist sehr gut von der Behandlung durch einen Psychotherapeuten. Sie werden in der Therapie in der Regel dazu angehalten, ihre Arbeitssituation zu verändern und ihre Erwartungen an sich, das eigene Leben und ihren Job zu überdenken. Burnout-Betroffene müssen häufig lernen, ihre wahren eigenen Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen und ihnen im nächsten Schritt auch gerecht zu werden.

Hinzu kommt das Erlernen von mehr Achtsamkeit – sich selbst und seiner Umwelt gegenüber, aber auch bei jeder Handlung. Nicht umsonst haben Achtsamkeits-Trainings gerade so großen Zuspruch.

Eine Verhaltenstherapie kann Betroffenen dabei helfen, anders mit belastenden Situationen umzugehen, aber auch für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen. Die Burnout-Therapie kann sowohl ambulant als auch stationär, etwa in einer Klinik für Psychosomatik, erfolgen.

Gegebenenfalls wird auch ein Medikament verordnet, meist eines aus der Gruppe der Antidepressiva, die sonst bei Depressionen verabreicht werden. Häufig kommen dann Wirkstoffe aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass mehr Serotonin, also das so genannte „Glückshormon“ für das Nervensystem zur Verfügung steht. Hierfür kann man auch pflanzliche Arzneimittel nutzen.

Was kann man vorbeugend tun?

Maßnahmen zur Burnout-Prävention empfehlen sich schon bei den ersten Anzeichen von extremem privaten oder beruflichen Stress. Übermäßige Belastungen sollten nicht zum Dauerzustand werden, sondern möglichst rasch verringert werden. Wichtig ist es dabei, regelmäßig Zeit für Erholung einzubauen und die Sicht auf die positiven Seiten des Lebens zu schärfen.
Ebenso wichtig wie die Stress-Bewältigung ist eine gesunde Lebensweise, also eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft (Waldspaziergang) und ein gesunder Tagesrhythmus.

Auch ein stabiles soziales Umfeld, das auch in stressigen Zeiten genügend Rückhalt bietet, ist hilfreich. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, findet in unseren Ratgebern noch weitere nützliche Informationen.

Weitere Tipps für starke Nerven

  • Lernen Sie „NEIN“ zu sagen!
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Freunden.
  • Machen Sie regelmäßig Entspannungsübungen
    (z. B. Yoga, Autogenes Training, Tai Chi)
  • Sorgen Sie für das, was wirklich wichtig für Sie ist.
  • Nutzen Sie bei nervöser Unruhe auch die Kraft von pflanzlichen Arzneimitteln wie Pascoflair® und Neurapas® balance.
  • Auch homöopathische Komplexmittel wie Pascolibrin® Tropfen oder Pasconal Nerventropfen können Sie hier unterstützen.
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