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Von Thomas Kammler

Heiserkeit (Dysphonie) und Stimme weg: Was sind mögliche Ursachen und was kann man bei heiserer Stimme tun?

Heiserkeit

Über die Ursachen einer heiseren Stimme, Heiserkeit als Symptom und bewährte Hausmittel

Die meisten von uns hatten schon einmal eine heisere Stimme, wenn uns eine Erkältung mit Husten, Schnupfen oder Bronchitis erwischt hat: Die drei "H‘s" haben uns dann im Zuge der Erkrankung fest im Griff - Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit, teilweise ist die Stimme ganz weg.
Aber woher kommt die Heiserkeit, wie entsteht sie und wie kann eine Behandlung, auch mit bewährten Hausmitteln wie Honig oder Salbei, aussehen? Was sind Stimmlippen und welche Rolle spielen sie? Ist Flüstern ein guter Tipp, um die Stimme zu schonen? Diese und weitere Fragen beantwortet der nachfolgende Artikel.

Definition: Was ist Heiserkeit?

Heiserkeit ist keine Erkrankung an sich, sondern eher ein Symptom: Ein Zustand, bei dem die Stimme rauchig, rau oder schwach klingt, oft begleitet von einem Gefühl der Anstrengung oder Schmerzen beim Sprechen. Diese Krankheitszeichen treten auf, wenn die Stimmbänder, die sich im Kehlkopf befinden, entzündet oder gereizt sind. Die Folgen einer solchen Kehlkopfentzündung (Laryngitis) sind Husten, ständiges Räuspern und eine raue Stimme. Im schlimmsten Fall ist die Stimme aufgrund der Entzündung des Kehlkopfs ganz weg und nicht einmal Flüstern ist möglich (ob Flüstern eine gute Idee ist, klären wir im Verlauf noch auf).

Was sind Stimmlippen? Und was haben die Stimmlippen mit Heiserkeit zu tun?

Die Stimmlippen sind nichts anderes als die Stimmbänder. Die Stimmlippen sind faltige, muskulöse Strukturen im Inneren des Kehlkopfes. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Erzeugung von Schall und der Bildung von Sprache. Eine heisere Stimme ist oft das Ergebnis von Störungen oder Irritationen der Stimmlippen.

Ursachen von Heiserkeit: Wie kommt es dazu, dass die Stimme versagt?

Heiser sprechen kann verschiedene Ursachen haben, auf die wir im Einzelnen eingehen wollen. Eine typische Ursache sind Infektionen der Atemwege wie Erkältungen. Aber auch eine Überbeanspruchung der Stimme, Rauchen, gastroösophagealer Reflux (GERD; Mageninhalt und Magensäure fließt in die Speiseröhre zurück, was die Schleimhäute der Speiseröhre reizt und häufig zu Sodbrennen führt), Allergien oder andere gesundheitliche Probleme kommen als Ursache infrage. In den meisten Fällen ist Heiserkeit temporär, d.h. eine solche akute Heiserkeit beispielsweise im Zuge einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) geht nach einer Weile wieder weg. Diesen Prozess kann man mit Ruhe und geeigneter Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung verkürzen. 

Von einer chronischen Kehlkopfentzündung, auch als chronische Laryngitis bezeichnet, spricht man, wenn der Kehlkopf über einen längeren Zeitraum entzündet ist. Im Gegensatz zur akuten Kehlkopfentzündung, die in der Regel kurzfristig ist, kann die chronische Form persistieren und zu langfristigen Symptomen führen.

Erkältung als Ursache für belegte Stimme und raue Kehle

Erkältung und Heiserkeit treten oft gemeinsam auf, da das Gewebe im Bereich des Rachens, der Nase und des Kehlkopfs die Eintrittspforte für Krankheitserreger wie Erkältungsviren ist. Eine Virusinfektion, zum Beispiel mit Rhinoviren, kann den Nasen-Rachenraum und die weiteren oberen Atemwege infizieren und so zu einer Entzündung der Schleimhäute im Hals- und Kehlkopfbereich führen. Diese akute Entzündung kann Halsschmerzen, Husten verursachen sowie die Funktion der Stimmbänder beeinträchtigen und so eine angeschlagene Stimme bzw. heiseres Sprechen verursachen.

Bei einer Erkältung kann es zudem zu vermehrter Produktion von Nasenschleim kommen. Dieser Schleim kann den Rachen hinuntertropfen (postnasaler Tropf), was eine Reizung des Schleimhautgewebes im Hals verursachen und somit ebenfalls Heiserkeit auslösen kann. Auch der Hustenreflex, der eine Reaktion auf die Reizung der Atemwege ist, kann zur Überanstrengung der Stimmlippen führen. Bellender Husten kann somit ebenfalls Stimmveränderungen verursachen.

Die Stimme kann aber auch auf verschiedene andere Weisen überbeansprucht werden, was dazu führen kann, dass man heiser wird. Häufige Ursachen sind beispielsweise:

  • laute Umgebung: Wenn man in einer lauten Umgebung spricht, neigt man dazu, lauter zu werden, um gehört zu werden. Lautes Sprechen kann zu einer Überanstrengung des Stimmapparats führen.
  • Stimme erheben oder schreien: Schreien oder lautes Rufen bei Veranstaltungen, Konzerten oder Sportveranstaltungen kann die Stimmbänder überlasten.
  • Längeres Sprechen ohne Pause: Monologe ohne ausreichende Pausen zur Erholung können zu Ermüdung der Stimmbänder führen.
  • Flüstern: Überraschenderweise kann auch Flüstern die Stimme überanstrengen, da dies zusätzlichen Druck auf die Stimmbänder ausüben kann.
  • Gesang oder stimmliche Aktivitäten: Intensives Singen, vor allem wenn es in höheren Tonlagen oder mit ungewohnter Kraft erfolgt, verursacht manchmal eine akute Überbeanspruchung der Stimme.
  • psychischer Stress oder emotionale Anspannung: Nicht-organische bzw. psychische Ursachen wie Stress oder emotionale Anspannung können zu einer Verengung der Muskulatur im Hals- und Kehlkopf führen, was den Stimmapparat belasten kann.
  • Ungesunde Angewohnheiten: Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum oder ungesunde Sprechgewohnheiten (Stimmimitationen, übermäßig schnelles Sprechen, monotones Sprechen o.ä.) können die Stimmbänder reizen und manchmal zu Hustenreiz, Heiserkeit und dem ständigen Bedürfnis zu räuspern führen.
  • Klimaanlagen und trockene Luft: Trockene Luft, insbesondere in klimatisierten Räumen, kann die Schleimhäute austrocknen, Stimmstörungen verursachen und Symptome verstärken.

Akute Heiserkeit versus chronische Heiserkeit

Die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Heiserkeit liegt in der Dauer und Persistenz der Symptome. Akute Heiserkeit tritt bisweilen plötzlich auf und dauert normalerweise nicht länger als zwei Wochen. Typische Ursachen sind Infektionen der oberen Atemwege, also Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe, übermäßige stimmliche Beanspruchung, ungewohnter Rauch oder Reizstoffe. 

Die chronische Heiserkeit hingegen besteht länger als zwei Wochen und kann sich sogar über einen noch deutlich längeren Zeitraum erstrecken. Anhaltende Heiserkeit kann durch anhaltende Reizungen wie Rauchen, chronische Bronchitis, gutartige Stimmlippenveränderungen (wie Knötchen oder Polypen), gastroösophagealen Reflux (GERD), Stimmlippenlähmungen oder hormonelle Veränderungen verursacht werden. 

Diagnose

Die der von Heiserkeit zugrunde liegenden Ursache, z.B. eine, Kehlkopferkrankung wird in der Regel von einem Arzt gestellt, insbesondere von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt). Zunächst wird der Betroffene zur Anamnese in einem Patientengespräch zu seinen Symptomen, der Dauer der Heiserkeit, möglichen Auslösern und anderen relevanten Faktoren befragt. Informationen über den Lebensstil, Rauchgewohnheiten, berufliche Exposition und stimmliche Aktivitäten sind ebenfalls wichtig.

Danach sollte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen, die auch eine Inspektion des Rachens und des Kehlkopfes umfasst. Dies ermöglicht es, Anzeichen von Entzündungen, Schwellungen und anderen Veränderungen zu erkennen.

Zur genaueren Beurteilung der Stimmlippen und ihrer Bewegungen kann der Arzt eine Stroboskopie durchführen. Dabei wird eine spezielle Kamera mit einem blitzenden Licht verwendet, um die Schwingungen der Stimmlippen während der Sprachproduktion zu visualisieren.

In einigen Fällen kann auch eine Endoskopie des Kehlkopfes erforderlich sein. Dabei wird ein flexibles Endoskop durch die Nase eingeführt, um eine detaillierte Ansicht des Kehlkopfes zu erhalten. Auch Blutuntersuchungen oder andere Labortests z.B. von Abstrichen können durchgeführt werden, um nach Anzeichen von Infektionen oder anderen systemischen Erkrankungen zu suchen.

Schließlich kann in bestimmten Fällen der Arzt Röntgenaufnahmen oder bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) anordnen, um strukturelle Anomalien im Kehlkopfbereich zu identifizieren und eine geeignete Therapie zu empfehlen.

Gurgeln, Inhalieren und Honig: Hausmittel bei Heiserkeit

Um Heiserkeit zu behandeln, muss es nicht immer gleich ein Medikament sein. Je nach Auslöser kann es auch ausreichen, statt auf Medikamente auf bewährte Hausmittel bei Erkältung  zu setzen, um die Stimmstörung zu lindern oder zu beheben - gerade auch bei Kindern.

  • Bei einer angeschlagenen Stimme kann der Allrounder Ingwer zum Einsatz kommen: Ingwertee aus heißem Wasser und frischem Ingwer hat entzündungshemmende Eigenschaften. Zusätzliche Unterstützung bei diesem Hausmittel können Honig und Zitrone bringen. 
  • Kräutertees zum Beispiel aus Kamille, Pfefferminz oder Salbei können ebenfalls beruhigend auf die Schleimhäute wirken.
  • Auch Gurgeln mit Salzwasser ist ein bewährtes Hausmittel - allerdings wenig für Kinder geeignet: Mehrmals täglich mit warmem Salzwasser zu gurgeln kann dabei helfen, Schleim zu lösen und die Entzündung in Mund und Hals zu reduzieren.
  • Ebenfalls sehr wohltuend und heilungsfördernd kann ein Dampfbad sein: Inhalieren Sie Dampf, indem Sie den Kopf über eine Schüssel mit heißem Wasser halten. Dieses Hausmittel kann helfen, die Atemwege zu befeuchten und zu entspannen.
  • Als eines der einfachsten und günstigsten Hausmittel ist feuchte Luft anzuraten: Verwenden Sie einen Luftbefeuchter oder stellen Sie eine Schüssel mit Wasser in Ihrem Schlafzimmer auf, um die Luftfeuchtigkeit grundsätzlich zu erhöhen und die Schleimhäute zu befeuchten. Dennoch regelmäßig Lüften, um frische Luft hereinzulassen.
  • Ein weiterer Klassiker unter den Hausmitteln ist die Hühnerbrühe. Hühnerbrühe aus Huhn und Gemüse hat entzündungshemmende Eigenschaften und versorgt den Körper zusätzlich mit Flüssigkeit.
  • Halswickel sind ebenfalls seit ewigen Zeiten als Hausmittel bei jeder Art von Halsentzündung und Heiserkeit bewährt.
  • Zusätzlicher Tipp: Vermeiden Sie Rauch, Staub und andere reizende Substanzen, die das Schleimhautgewebe zusätzlich reizen könnten.

Exkurs: So wichtig ist Trinken bei der Linderung von Heiserkeit

Trinken ist eine einfach umzusetzende Maßnahme bei einer rauen, heiseren Stimme und hat unterschiedliche Effekte auf das Krankheitsgeschehen:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, den Kehlkopf zu befeuchten, die Stimmlippen zu hydratisieren und Austrocknung verhindern. Dies kann dazu beitragen, Reizungen zu vermeiden bzw. zu lindern und die Beweglichkeit der Stimmlippen zu verbessern.
  • Warme Getränke, zum Beispiel Tee oder warmes Wasser, können eine leicht schleimlösende Wirkung haben. Dies ist bei Dysphonie besonders nützlich, falls Schleim im Rachenraum vorhanden ist.
  • Ein warmes Getränk, insbesondere mit Honig oder Kräutertees mit Salbei, kann beruhigend auf die gereizten Schleimhäute im Hals wirken, das Entzündungsgeschehen und Schluckbeschwerden reduzieren und die Heilung fördern.
  • Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Gesundheit der Atemwege und kann helfen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen zu stärken.

Vermeiden sollte man koffeinhaltige Getränke oder Alkohol während der Behandlung, da diese dazu beitragen können, das Schleimgewebe eher auszutrocknen.

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Was ist besser: Flüstern oder leise sprechen?

Viele Menschen neigen dazu, zu flüstern, wenn die Stimme angeschlagen ist. Aber schont das wirklich die Stimme? Nein! Es ist generell besser, bei Heiserkeit nicht absichtlich zu flüstern, da Flüstern die Stimmbänder stärker belasten kann als leises Reden. Flüstern führt dazu, dass sie sehr eng zusammengepresst werden, um trotzdem Töne zu erzeugen. Dies kann zu zusätzlicher Anspannung und Reizung sowie weiteren Schmerzen führen.

Besser sind Schweigen oder leises Reden: Reduzieren Sie das Sprechen auf ein Minimum und versuchen Sie, in einer ruhigen Umgebung zu sein. Wenn Sie sich austauschen müssen, tun Sie es sanft und in normaler Lautstärke, anstatt zu flüstern – so schonen Sie die Stimme besser.

Meiden Sie laute Umgebungen und nutzen Sie, wenn möglich, schriftliche oder andere stimmfreie Kommunikationsmittel zum Beispiel Notizen, Textnachrichten oder E-Mails, um Ihre Botschaften zu übermitteln.

Aber: Eine absolute Stimmruhe wird nicht empfohlen, weil es so zu einer Fehlkompensation oder sogar Aphonie (Stimmlosigkeit) kommen könnte.

Naturmedizin für den entzündeten Hals-Rachen-Raum

Beim ersten Halskratzen oder wenn die Stimme anfängt, heiser zu werden, können bei Entzündungen des Rachenraumes z.B. unsere bewährten Tonsillopas® Tropfen zum Einsatz kommen. Tonsillopas® lindert mit seinen 6 Wirkstoffen Entzündungen des Rachenraumes (Hals und Mandeln) und die damit verbundenen Beschwerden wie Halsschmerzen, Heiserkeit und ggf. Schluckbeschwerden. Einer der Wirkstoffe im natürlichen Arzneimittel ist die Heilpflanze Wilder Indigo (Baptisia tictoria) – ein Naturheilmittel, das bereits den Ureinwohnern Nordamerikas gut bekannt war.
Idealerweise werden die Tropfen direkt zu Beginn eingenommen, wenn es im Hals anfängt zu kratzen oder man merkt, dass die Stimme belegter, rauer oder heiserer wird. Das Komplexmittel ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und zugelassen für Kinder ab 1 Jahr sowie Erwachsene.

Quellenangaben & weiterführende Literatur

Artikel

  • Reiter, R. et al.: "Heiserkeit – Ursachen und Therapie" Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 329-37; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0329 2015*

Weblinks

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs


Tonsillopas®
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Entzündungen des Rachenraumes. Enthält ca. 30 mg Alkohol (Ethanol) pro 5 Tropfen. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen

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