Von Bärbel Tschech

Inhaltsstoff Vitamin B2 (Riboflavin)

Kurz erklärt!

Als Vitamine bezeichnet man biochemische Verbindungen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie für den menschlichen Körper lebensnotwendig sind, er sie aber nicht selbst herstellen kann. Vitamine müssen also von außen zugeführt werden. Im Idealfall geschieht dies durch die Nahrung. Es gibt aber auch Situationen, in denen Vitamine als Nahrungsergänzungen oder sogar als Medikamente zugeführt werden müssen, weil sie nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Ursachen dafür können sehr vielfältig sein.

Historisch bedingt werden verschiedene Vitamine der Gruppe der B-Vitamine zugeordnet. Daraus lässt sich aber keine chemische Verwandtschaft der Moleküle ableiten: Die B-Vitamine sind völlig unterschiedlich aufgebaut.

Was bedeutet der Name Riboflavin?

Vitamin B2 ist auch als Riboflavin bzw. Lactoflavin bekannt. Flavus ist die lateinische Bezeichnung für die Farbe Gelb. Als Flavine bezeichnet man natürliche gelbe Farbstoffe. Riboflavin ist ein gelboranges Pulver. Die Bezeichnung Lacto- kommt daher, dass Riboflavin 1920 erstmals aus der Milch isoliert wurde. Ribo- hat seinen Ursprung darin, dass die chemische Verbindung Riboflavin einen so genannten Ribityl-Rest aufweist.

Was ist Riboflavin?

Bei Vitamin B2 handelt es sich um ein lichtempfindliches und wasserlösliches Vitamin, das viele Stoffwechsel-Vorgänge im Körper steuert und damit eine wichtige Rolle für den menschlichen Organismus spielt. Es ist für die Funktionsfähigkeit von verschiedenen Enzymen verantwortlich, die wiederum unterschiedliche Zellfunktionen steuern. Dazu gehören Wachstum und Entwicklung der Zellen sowie deren Energie- und Eiweiß-Stoffwechsel. Darüber hinaus brauchen auch andere B-Vitamine das Riboflavin, um funktionsfähig zu sein.

Wie kommt es zu einem Riboflavin-Mangel und woran erkennt man ihn?

Ein isolierter Riboflavin-Mangel tritt nur selten auf. Wenn, dann ist er meist eine Folge der Einnahme von bestimmten anderen Medikamenten. Charakteristisch für einen Vitamin-B2-Mangel sind Entzündungen der Mundschleimhaut, der Zunge, schuppende Ekzeme und Mundwinkel-Einrisse. Viel verbreiteter als ein isolierter Riboflavinmangel ist ein allgemeines Nährstoff-Defizit. Das entsteht beispielsweise durch Mangel- oder Fehl-Ernährung. Dabei fehlt es dann meist auch an anderen Vitaminen, Kohlenhydraten und Mineralstoffen. Deshalb findet man Vitamin B2 in Form von Nahrungsergänzungsmitteln meist in Verbindung mit anderen B-Vitaminen als B-Komplex. Oft wird es auch in Multi-Enzym-Komplexen zusammen mit weiteren Vitaminen, wie Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K und anderen Vitaminen der B-Gruppe angeboten.

Wieviel Vitamin B2 braucht der Mensch?

Da Riboflavin wichtig für die Energie-Bereitstellung ist, hängt der Bedarf davon ab, wieviel Energie zugeführt und verbraucht wird. 15- bis 19-jährige, männliche Jugendliche haben demzufolge mit etwa 1,6 mg pro Tag den höchsten Bedarf. Bei den anderen Bevölkerungsgruppen liegt der Bedarf um 0,1 bis 0,3 mg niedriger.

Welche Lebensmittel sind besonders reich an Vitamin B2?

Innereien wie Leber und Niere sind die Riboflavin-reichsten Lebensmittel, aber auch Käse, Fisch und Vollkorngetreide haben einen hohen Riboflavingehalt. Hierzulande decken wir unseren Bedarf überwiegend mit tierischen Lebensmitteln wie Milch und Milchprodukten. Eine rein vegane Ernährung kann daher zu Problemen führen, wenn nicht durch Vollkornprodukte ausreichend viel zugeführt wird.

Wie viele andere Vitamine auch, ist Riboflavin hitzestabil, aber lichtempfindlich. Deshalb können Lebensmittel bei unsachgemäßer Lagerung ihren Gehalt verlieren. Zu beachten ist auch, dass alle B-Vitamine, aber auch Vitamin C wasserlöslich sind. Deshalb können sie bei der Zubereitung der Speisen über das Kochwasser verloren gehen.

Welche Regeln sollte man für eine gute Vitamin-B2-Versorgung beachten?

Aus dem Gehalt und den Eigenschaften dieses Vitamins ergeben sich einige Regeln, die als allgemeingültig für eine vollwertige Ernährung gelten:

  • Vollkornprodukte gegenüber Weißmehl bevorzugen
  • Milch und Milchprodukte täglich verzehren
  • Fleisch in Maßen essen
  • Fisch ein- bis 2-mal pro Woche verzehren
  • Lebensmittel schonend zubereiten, Kochwasser verwenden, um Vitaminverluste gering zu halten.

Wenn die Ernährung nicht vollwertig ist, wenn bestimmte Grunderkrankungen oder Resorptionsstörungen vorliegen, kann es sinnvoll sein, Vitamin B2 zusammen mit den weiteren Vitaminen als Vitamin B-Komplex zuzuführen.

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