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Von Thomas Kammler

Ostereier mit Kurkuma auf natürliche Weise färben - Gelbwurz sorgt für leuchtend gelbe Eier

Kurkuma Ostereier

Aber Vorsicht ist beim Färben angesagt: Kurkuma-Flecken!

Ostern steht vor der Tür und viele freuen sich darauf, ihre Ostereier wieder selbst zu färben, z.B. grüne Ostereier mit Spinat, lila Ostereier mit Roter Bete oder blaue Ostereier mit Blaukraut bzw. Rotkohl. Diese und weitere natürliche Farbstoffe sind bei gefärbten Eiern seit längerem voll im Trend - denn es müssen keine künstlichen Farbstoffe sein, um Ostereier schön bunt einzufärben. 

Da die verwendeten Stoffe nicht synthetisch sind, eignet sich das natürliche Ostereier-Färben auch für Kinder. Zumal man nicht viel braucht, um die Eier mit Naturfarben zu färben: Warmes bzw. kochendes Wasser, braune oder rote Zwiebelschalen, Rote Bete, Rotkohl oder andere stark färbende Stoffe. Außerdem benötigt man Essig, Eier (am besten Bio-Eier) und etwas Geduld, denn die Ostereier brauchen etwas Zeit, bis die Naturfarbe in die Schale eingedrungen ist. Um diesen Prozess des Färbens zu verbessern wird, egal ob bei Spinat, Kurkuma oder roten Zwiebelschalen, auch der Essig benötigt.

Neben den Klassikern unter den natürlichen Farbstoffen wie Spinat wird auch Kurkuma immer beliebter - denn das Gewürz, das immer mehr Menschen zu Hause haben, zaubert auf Eier eine intensive Farbe - perfekt für die Ostereier 2024.

Exkurs: Was ist Kurkuma? Was ist Curcumin?

Denkt man an Kurkuma haben die wenigsten die Kurkuma-Pflanze (Curcuma longa) vor Augen, sondern eher ein orange-bräunliches Pulver oder, wenn man Liebhaber der asiatischen Küche ist, die an Ingwer erinnernde Wurzel. Auch die "Goldene Milch" oder Kurkuma-Latte erfreuen sich großer Beliebtheit. Dennoch kennen die meisten Menschen Kurkuma aber vermutlich aus Curry-Pulver oder Curry-Pasten. Das in der Kurkuma-Wurzel enthaltene Curcumin gibt dem Curry die satte orange-gelbe Farbe, daher wird die Pflanze auch Gelbwurz genannt. 

Das Gewürz Kurkuma bzw. das Kurkuma-Pulver entsteht, wenn man die Wurzel (eigentlich das Rhizom) der Pflanze trocknet und mahlt. Die Kurkuma-"Wurzel" gleicht den Wurzeln von Ingwer oder beispielsweise Galgant - kein Wunder, denn alle drei Pflanzen gehören zu den Ingwer-Gewächsen. 

Kurkuma ist allerdings nicht nur zum Färben geeignet, sondern kann auch als Inhaltsstoff in Nahrungsergänzungsmitteln (wie Kurkuma Kapseln liposomal) verwendet werden.

Kurkuma ist nicht gleich Kurkuma

Curcuma longa ist nur eine der rund 120 Curcuma-Arten innerhalb der gleichnamigen Pflanzengattung. Ein weiterer Vertreter ist z.B. die Javanische Gelbwurz bzw. Gelbwurzel (Curcuma zanthorrhiza, alias Curcuma xanthorrhiza), die ebenfalls als Gewürz und für den gelben Farbstoff (Curcumin) verwendet wird. 

Anleitung für gelbe Ostereier: die Pflanze Kurkuma (auch "Curcuma", lat. Curcuma longa) zum Eierfärben

Wunderbar gelbe Eier erhält man, wenn man zum Färben Kurkuma-Pulver verwendet. Dafür braucht man nur wenige Utensilien und Zutaten. 

Was man braucht: Ein sauberes Tuch, ausgeblasene Eier oder hartgekochte Eier, die man später essen möchte, einen oder mehrere Liter Wasser, Kurkuma als Gewürz in Pulver-Form als Färbemittel (etwa 3 Teelöffel auf 1 Liter Wasser), weißen Essig (Tafel-Essig z.B., 1 EL auf 1 Liter Wasser), einen Topf zum Kochen, außerdem etwas Speiseöl (z.B. Sonnenblumenöl). 

So geht man vor: Zunächst die Eier mit warmem Wasser waschen (entfällt, wenn es sich bei den Ostereiern um ausgeblasene Eier handelt) und nach dem Reinigen mit einem sauberen Tuch trocknen. Dann in einem Topf Wasser, Essig und die färbende Substanz kochen und etwas abkühlen lassen. Anschließend die Eier für mindestens eine halbe Stunde in das Wasser zum Färben geben - je länger man die Eier ziehen lässt (oder sogar im Sud kochen lässt), umso intensiver kann die Farbe werden. Nach dem Färben die Eier mit einem trockenen Tuch abtupfen und anschließend mit etwas Öl einreiben, was den Ostereiern einen schönen Glanz verleiht und die Farben noch besser strahlen lässt.

Welche Ei-Farbe für bunter Ostereier: Besser braune Eier oder weiße Eier?

Ob weißes oder braunes Ei ist nicht ganz unerheblich - denn die ursprüngliche Schalenfarbe des verwendeten Eies entscheidet über Farbergebnis am Ende: Mit Rotkohl werden z.B. weiße Eier bläulich, braune Eier eher grünlich bis grün. Rote Bete macht weiße Eier rosa, braune Eier werden eher rot. Ist das Ei weiß, wird es mit Kurkuma knallgelb, ein braunes bräunlich-gelb. Einfach austesten, was am besten gefällt!

Anleitung: Wie zaubert man Muster auf die Ostereier?

Wer gern schöne Muster auf seinen Ostereiern hat, zum Beispiel Blätter, kann diese vor dem Färben auf das Ei geben und dieses dann in einem Stück Nylonstrumpf geben und zuknoten. Dort, wo das Blatt aufliegt, gelangt weniger oder keine Farbe an die Schale des Ostereis und ein helles Muster auf den bunten Eiern entsteht. Wer keine Muster mag kann die gekochten Eier natürlich auch zusätzlich noch individuell bemalen oder mit anderen kreativen Ideen verschönern.

Achtung: Das Gewürz macht Kurkuma-Flecken auf Textilien und Oberflächen!

Kurkuma und das enthaltene Curkumin färben nicht nur Eier außerordentlich gut. Das trifft sowohl auf die frische Wurzel als auch auf das getrocknete Pulver zu. Das kann man sich bewusst zunutze machen, zum Beispiel um weiße Wäsche oder Kleidungsstücke mit dem Curcumin zu färben - oder eben Ostereier, wie soeben beschrieben. Auch Lebensmittel wie Reis lassen sich einfärben, um z.B. die Optik von Safran zu imitieren. Hier wird häufig Kurkuma als preiswerte Alternative zum erheblich teureren Safran verwendet.

Anders sieht es beim sorglosen Umgang mit Kurkuma oder Curcumin-haltigen Flüssigkeiten aus: Gelangt Curcumin unbeabsichtigt auf Kleidung, helle Oberflächen oder die Haut, kann er gelbe Verfärbungen und unschöne Flecken hinterlassen, die sich beim Waschen bzw. Abwischen mitunter nur schwer entfernen lassen.

Um Flecken zu vermeiden, ist es ratsam, beim Reiben bzw. beim Kochen oder Färben mit Kurkuma besonders vorsichtig zu sein und Schutzkleidung wie eine Schürze und Handschuhe zu tragen. Falls es dennoch zu Flecken kommt, gibt es verschiedene Methoden, um sie zu entfernen - allerdings ist schnelles Handeln gefragt. Am besten als "erste Hilfe" schnellstmöglich die betroffenen Stellen mit kaltem Wasser grob abreiben und anschließend Folgemaßnahmen ergreifen.

Die besten Hausmittel, um Flecken zu entfernen

Flecken durch Curcumin wieder zu entfernen ist schwierig, aber nicht unmöglich. Wir stellen die besten Tipps und Hausmittel vor, um gegen die hartnäckigen Flecken anzugehen:

  • Ein einfaches Hausmittel, um Kurkuma-Flecken zu entfernen, ist Sonnenlicht – denn Kurkuma ist nicht lichtecht. Flecken in Textilien kann man daher zumindest teilweise entfernen oder zumindest noch heller machen, wenn man die Kleidung in die pralle Sonne hängt und anschließend wäscht. Dies sollte man allerdings nur bei heller oder weißer Kleidung in Betracht ziehen, denn durch die Sonne kann neben dem Fleck auch die Farbe der Kleidung ausbleichen. 
  • Mit Backpulver kann man Kurkuma-Flecken von Kleidung aber auch anderen Oberflächen entfernen. Hierzu vermischt man ein Päckchen Backpulver mit 2 Esslöffeln Wasser zu einer dickflüssigen Paste. Diese gibt man dann auf die Flecken und reibt sie ein (z.B. mit einer Zahnbürste). Nach einer mehrminütigen Einwirkzeit kann man die Paste mit Wasser auswaschen und die Kleidung wie gewohnt in der Waschmaschine reinigen. 
  • Bei wenig empfindlichen Oberflächen oder Geweben kann man auch das gute alte Hausmittel Essig zum Entfernen verwenden. Die Kombination von 200 ml Wasser, einem Spritzer Spülmittel und 2 EL Essig kann man auf den Fleck so lange auftragen, bis er verschwunden ist. Danach mit klarem Wasser abspülen und bei Kleidung einen Waschgang in der Waschmaschine folgen lassen.
  • Essig und Backpulver sind hingegen wenig geeignet, wenn es um Kurkuma-Flecken auf der Haut oder den Fingernägeln geht. Hier kann man es mit warmem Wasser, Seife und einer Handbürste versuchen oder aber die Haustellen mit Olivenöl einreiben und anschließend mit einem Tuch die Farbe herausreiben.

    Quellenangaben & weiterführende Literatur

    Weblinks

    *: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs

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