Schlafstörungen in den Wechseljahren

Von Helga Wiesmann
erstellt

Kurz erklärt!

Die Wechseljahre sind eine Umbruchzeit im Leben der Frau, oft begleitet von Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, nächtlichen Schweißausbrüchen, unruhigem Schlaf bis hin zur Schlafstörung. Sie haben eine hormonelle Ursache, aber auch das Älterwerden an sich, andere Erkrankungen oder Medikamenteneinnahmen können eine Rolle spielen und die genannten Symptome auslösen. Oft geht mit den Wechseljahren eine besondere familiäre und berufliche Belastung einher, die die innere Unruhe und Schlafqualität zusätzlich verschlechtern kann. Helfen können dann Tipps zum Einschlafen und Durchschlafen, zur Bewältigung von Stress in Kombination mit dem Einsatz eines pflanzlichen oder homöopathischen Arzneimittels. Grundsätzlich richtet sich die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden nach den Symptomen und dem Leidensdruck.

Warum können Frauen in den Wechseljahren schlechter schlafen?

Während der Wechseljahre sinkt zunächst der Progesteronspiegel und dann der Östrogenspiegel der Frau ab. Beide Hormone sind an der Regulierung des Schlafes beteiligt: 

So kann sich der Schlafrhythmus während der Wechseljahre verschlechtern. Erst nach einigen Jahren, in der Menopause, stellt sich meist wieder ein guter Schlaf ein.
 

Andere Ursachen für schlechten Schlaf

Zusammen mit dem hormonellen Wechsel können verschiedene Faktoren als Ursache für die typischen Beschwerden betrachtet werden:

Der Alterungsprozess an sich ist ebenfalls oft verbunden mit schlechterem Schlaf. Die Tiefschlafphase verkürzt sich im höheren Alter und Phasen des leichten Schlafs sowie nächtliches Aufwachen nehmen zu. Viele Menschen brauchen zudem einfach weniger Schlaf, wenn sie älter werden. Was im Volksmund augenzwinkernd als „senile Bettflucht“ bezeichnet wird, ist einerseits ein Symptom von hormonellen Wechseln und andererseits gewiss auch Zeichen von höherer Sensibilität. 

Der Körper arbeitet in den Wechseljahren auf Hochtouren. Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und Irritationen im Tag-Nacht-Rhythmus sind typische Wechseljahresbeschwerden, die auch die Lebensqualität am Tag beeinflussen können. Für manche Frau ist es, als würden plötzlich innere Heizstäbe eingeschaltet, die eine Weile lang glühen und dann langsam wieder abkühlen. Ist die Nachtruhe erst einmal gestört, beginnt sich dann oft ein Gedankenkarussell zu drehen und danach fällt das Einschlafen schwer.

Eine Schlafstörung kann auch die Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein, besonders dann, wenn diese auf das zentrale Nervensystem einwirken. Antidepressiva, Bluthochdruck- und Herzmedikamente sowie koffeinhaltige Schmerzmittel gehören dazu. 

Gerade im Klimakterium können bestimmte Erkrankungen entstehen, die guten Schlaf erschweren. Als Beispiele seien hier Schilddrüsenüberfunktion, Gelenkserkrankungen wie Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronische Schmerzen genannt. Auch, wenn sich aufgrund des fehlenden Östrogens eine Blasenschwäche einstellt, wird der nächtliche Gang zum Wasserlassen ein Störfaktor für gute Schlafqualität. 

Oft sind es aber auch Sinnfragen, die Frauen in den Wechseljahren umtreiben. Sie kreisen um folgende Themen:

Sorgen um die Kinder, eine ungewiss erscheinende Zukunft und die Pflege der eigenen Eltern können ebenfalls zur nächtlichen Unruhe führen.

Was hilft bei hormonellen Schlafstörungen?

Viele Frauen bevorzugen in dieser Phase gerade bei leichten Schlafstörungen die Homöopathie als sanfte Möglichkeit einer Behandlung. Die Einnahme von Östrogen als Hormon war zwar früher das Mittel der Wahl, doch kommt man mehr und mehr davon ab. Homöopathische Mittel haben den Vorteil, dass sie Beschwerden lindern können und gut verträglich sind. Homöopathische Globuli, Tabletten oder Tropfen gehören für viele Frauen zur Therapie dazu. 
Auch Strategien zur Reduzierung von Stress können bei einer Schlafstörung stets in Betracht gezogen werden, auch wenn sie in der Hauptsache hormonelle Ursache hat.

Was tun bei Schlafstörungen in den Wechseljahren?

Im Klimakterium kann Homöopathie sehr hilfreich sein. Zusätzlich können folgende konkrete Tipps einen guten Schlaf fördern:

Was tun bei nächtlichen Hitzewallungen?

Hitzewallungen und Schweißausbrüche in der Nacht stören den Schlaf. 
Manchmal ist keine Therapie nötig, sondern ein praktischer Tipp, um ein Symptom zu behandeln: Waschungen mit abgekühltem Salbeitee vor dem Zu-Bett-Gehen können Abhilfe schaffen. Auch einen dünn aufgebrühten Salbeitee vor dem Schlafen zu trinken, kann gute Dienste leisten. Wichtig ist dabei, dass lediglich eine kleine Menge Salbei genommen wird und dass der Tee nur etwa eine halbe Minute zieht.
Ein Handtuch im Bett kann sehr nützlich sein. Sie können sich damit abtrocknen, ohne gleich das ganze Bett wechseln zu müssen und dadurch vollkommen aus dem Schlafrhythmus gerissen zu werden. 

Homöopathie und pflanzliche Medikamente

Bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörung, Schlaflosigkeit und Stimmungsschwankungen kommen stabilisierende und ausgleichende homöopathische und pflanzliche Mittel infrage, die Körper und Seele unterstützen. Oft finden Pulsatilla, die Traubensilberkerze (Cimicifuga) oder auch Calcium carbonicum als Globuli Anwendung. Auch stehen verschiedene pflanzliche Wirkstoffe zur Verfügung, z. B. Baldrian und Passionsblume. 

Schlaflosigkeit kann an den Nerven zehren, vor allem, wenn fast jede Nacht die Gedanken kreisen und eine Hitzewallung der anderen folgt. Vom Beginn der Wechseljahre bis zur Menopause vergehen bis zu zehn Jahre. Etwa jede dritte Frau leidet an mittelschweren Wechseljahresbeschwerden. Der Körper und auch die innere Ausrichtung können sich in dieser Zeit enorm verändern. Dafür braucht es eine entspannte Lebenshaltung, die gerade jetzt schwerfallen mag. Homöopathische Mittel werden von Betroffenen gerne zur Stärkung der inneren Ruhe genutzt. Zusammen mit der Minderung von Stress, vollwertiger Ernährung und viel Bewegung kann Frau diese Phase gut gestalten. Unterstützend kann es hilfreich sein, ein Schlaftagebuch zu führen.

Heilpraktikerin und Texterin.  In meiner Praxis in Saarbrücken arbeite ich in den Schwerpunkten Darmgesundheit und komplementäre Onkologie. Ich habe viel Freude daran, mich mit komplexen Gesundheitsthemen auseinander zu setzen und lege Wert darauf, diese gut lesbar zu verfassen. Schon immer haben mich Gesundheit und die Pflanzen am meisten fasziniert: Der menschliche Körper mit seinen Wundern und dem Streben nach Gleichgewicht, sowie die Gewächse am Wegesrand: ihre Signaturen, Inhaltsstoffe und Wirkweisen. Als Naturheilkundlerin und Texterin zu arbeiten, und dies in der Arbeit für Pascoe zusammenzufügen, macht großen Spaß. Und das spüren hoffentlich auch Sie. Mehr erfahren

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