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Spargel: gesunde Stange oder Gefahr für Gichtpatienten?

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Was ist dran an der häufig zu lesenden Purinwarnung?

Was bereits zu Beginn des Jahres feststeht: Die Spargelsaison endet offiziell am Johannistag, also dem 24. Juni. Wann sie jedoch beginnt, ist wetterabhängig, denn das Edelgemüse benötigt Bodentemperaturen von über 12 Grad Celsius. Auch wenn Landwirte mit schwarzer Folie oder einer Bodenheizung etwas nachhelfen, beginnt die deutsche Spargelzeit zumeist im April.

Spargel als gesundes Gemüse

Die weißen und grünen Stangen sind ein wertvoller Vitamin- und Mineralstoff-Lieferant und das bei figurfreundlichen 85 Kalorien auf 500 Gramm Spargel. Das liegt daran, dass das Gemüse zu 90 % aus Wasser, aber nur zu 0,3 % Fett besteht. 

 

Die wichtigsten Vitamine im Spargel sind Vitamin C (ca. 17 mg pro 100 Gramm in den Stangen, bis zu 38 mg in den Spargelköpfen), Vitamin B1 und B2 sowie Folsäure. Eine Portion übertrifft den Tagesbedarf an Vitamin C und Folsäure und deckt den von Vitamin B1 und B2 immerhin zur Hälfte. Auch Kalium ist reichlich enthalten: 205 mg pro 100 g sowie Asparaginsäure - beide Inhaltsstoffe wirken harntreibend. Hier liegt auch der Grund für den positiven Effekt von Spargel auf Bluthochdruck: Die Spargelstangen wirken durch ihren hohen Kaliumanteil wie ein natürliches Diuretikum („Wassertabletten“). Chemisch-synthetische Diuretika werden häufig bei Bluthochdruck verordnet. Ihr Wirkprinzip basiert dabei auf starker Entwässerung, denn über die Nieren werden vermehrt Wasser und Salze ausgeschieden, was den Blutdruck sinken lässt – aber auch die Nieren belasten kann. Vorsichtig sollten deshalb Menschen sein, die an Nierenerkrankungen leiden.

Spargel & Gicht

Gichtpatienten wird häufig mit dem Hinweis auf einen hohen Purin-Gehalt von Spargel zur Vorsicht geraten. Hintergrund: Der Körper wandelt Purine in Harnsäure um, die über die Nieren ausgeschieden wird. Bei zu viel Harnsäure im Körper können sich jedoch Harnsäurekristalle bilden und sich z.B. in den Gelenken von Fingern und Zehen ablagern. Die Folge können Schwellungen und Schmerzen sein.

Was ist dran an der häufig zu lesenden Purin-Warnung?

Diese „Purin-Warnung“ an Gichtpatienten muss allerdings ins richtige Verhältnis gesetzt werden: Schaut man sich die Purin-Werte von Lebensmitteln an, stellt man fest, dass der Purin-Wert von Spargel (10 mg Purine auf 100 g Spargel) im Vergleich zu anderen Gemüsesorten keineswegs außergewöhnlich hoch ist: Brokkoli (21 mg Purine auf 100 g) oder Lauch (17 mg Purine auf 100 g) weisen etwa doppelt so hohe Werte auf – ohne dass hier Verzehrwarnungen zu lesen sind. Auch Obst wie Bananen und Erdbeeren hat einen höheren Purin-Wert als Spargel, Fleisch und Fisch sowieso (z.B. Schweinefleisch 63 mg Purine auf 100 g oder Forelle mit 83 mg Purine auf 100 g). Es kommt also generell auf die verzehrte Menge an.

Wo können Purine sonst noch herkommen?

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Spargel wird häufig nicht pur genossen. Daher rührt eine hohe Purinbelastung oftmals davon, was zum Spargel dazu gegessen wird: „Beilagen“ wie Kochschinken (83 mg Purine auf 100 g) oder Lachs (68 mg Purine auf 100 g) verzerren hier das Bild und stellen den „unschuldigen“ Spargel in ein ungünstiges Licht.

Fazit: Spargel ist dank seiner Inhaltsstoffe sehr gesund, Nierenkranke und Gichtpatienten sollten auf die verzehrte Menge achten und darauf, was zum Spargel sonst noch gegessen wird.