Dysbiose – was ist das?

In unserem Darm leben über 100 Billionen Bakterien – sie bilden unser sogenanntes Mikrobiom, auch bekannt als Darmflora. Sie haben zahlreiche Aufgaben im Körper: Sie verhindern die Ansiedelung von schädlichen Bakterien, unterstützen unsere körpereigene Immunabwehr, sind wichtig für die Nährstoffverwertung aus der Nahrung und sorgen für eine beschwerdefreie Verdauung, ohne Blähungen und Schmerzen.
Durch falsche Ernährung (zu viel Zucker, ungesunde Fette, wenig Ballaststoffe) kann unser Mikrobiom ins Ungleichgewicht geraten, denn schädliche Bakterien gewinnen mehr und mehr die Überhand, verdrängen die gewünschten Bakterien und behindern sie in ihren Aufgaben. Es kommt zu Fäulnisprozessen im Darm, die Nahrung wird nicht angemessen verstoffwechselt, es fehlen uns in der Folge wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente und wir werden anfälliger für Krankheiten. Genau diesen Zustand des mikrobiellen Ungleichgewichts im Darm nennt der Fachmann Dysbiose. Eine Dysbiose kann aber auch andere Ursachen haben, beispielsweise die Einnahme bestimmter Arzneimittel, verschiedene Erkrankungen oder Stress.
Dysbiose: Beschreibung und Begriff
Genau diesen Zustand des mikrobiellen Ungleichgewichts im Darm nennen Fachleute Dysbiose. Eine Dysbiose kann aber auch andere Ursachen haben, beispielsweise die Einnahme bestimmter Arzneimittel, verschiedene Erkrankungen oder Stress.
Der Begriff Dysbiose stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: „dys-“ für „schlecht“, „gestört“ und „-biose“ von „bios“ für „Leben“. Wörtlich bedeutet Dysbiose also in etwa: „gestörtes (Zusammen-)Leben“.
Antibiotika als Auslöser einer Dysbiose
Antibiotika & Probiotika Prä-, Pro- und Synbiotika
Ein weiterer, weit verbreiteter Auslöser für eine Dysbiose ist eine Antibiotikabehandlung. Antibiotika werden bei bakteriellen Infektionen eingesetzt, um die krankmachenden Bakterien abzutöten. Dabei kommt es als nicht beabsichtigte Nebenfolge leider auch dazu, dass die guten, gewünschten Darmbakterien wie etwa Milchsäurebakterien/ Lactobacillen oder Bifidobakterien ebenfalls abgetötet werden. Ein Einsatz von Antibiotika sollte daher auch mit Blick auf die Darmflora wohlüberlegt sein.
Langfristige Folgen einer unbehandelten Dysbiose
Wenn eine Dysbiose über längere Zeit bestehen bleibt und nicht behandelt wird, kann sie sich negativ auf die gesamte Gesundheit auswirken. Denn ein gestörtes Gleichgewicht der Darmflora beeinträchtigt nicht nur die Verdauung, sondern auch viele andere Prozesse im Körper. So steht eine anhaltende Dysbiose im Verdacht, die Entstehung oder Verschlimmerung verschiedener Erkrankungen zu begünstigen. Dazu zählen unter anderem der Reizdarm, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
Auch das Immunsystem leidet – denn ein Großteil unserer Immunzellen befinden sich im Darm. Ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten, kann das zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Darüber hinaus zeigen wissenschaftliche Studien Zusammenhänge zwischen einer gestörten Darmflora und Krankheiten wie Allergien, Autoimmunerkrankungen, Übergewicht, Typ-2-Diabetes sowie sogar psychischen Beschwerden wie Depression. Letzteres hängt mit der sogenannten Darm-Hirn-Achse zusammen – einer engen Verbindung zwischen dem Nervensystem des Darms und dem Gehirn.
Die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen
Die gute Nachricht ist, dass man sein Mikrobiom wieder „aufforsten“ kann, indem man auf gesunde Ernährung achtet, die reich an Ballaststoffen ist (Pektin, Inulin, Oligofructose, Cellulose…). Sie wirken als sogenannte Präbiotika und dienen den Darmbakterien als Futter. Auch Bakterien selbst lassen sich durch entsprechende Produkte, sogenannte Probiotika, wieder in der Darmschleimhaut ansiedeln. Hierbei sollte man darauf achten, dass den Produkten der Wirkstoff Biotin zugesetzt ist, denn er ist für ein normales Funktionieren der Darmschleimhaut unerlässlich.
Quellenangaben & weiterführende Literatur
Weblinks
- Dr. Frank Antwerpes, DocCheck, "Dysbiose", 15.05.2025*
- apotheken.de, "Dysbiose", 15.05.2025*
- Medical Tribune, "Dysbiose im Blick: Das Darmmikrobiom erhalten", 15.05.2025*
*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs


