Winterdepression

Von Helga Wiesmann
erstellt

Kurz erklärt

Die Winterdepression (synonym: saisonal abhängige Depression, seasonal affective disorder, Herbst-Winter-Depression) stellt sich für Betroffene dann ein, wenn die Tage kürzer werden.  In der dunklen Jahreszeit verschiebt sich der Schlaf-Wach-Rhythmus, der über den Lichteinfall am Auge reguliert wird. Es wird mehr Melatonin, aber weniger Serotonin gebildet. Das sind die möglichen Ursachen für Tagesmüdigkeit und Stimmungstiefs, die zu einer leichten depressiven Episode (Winterdepression) führen können. 
Typische Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Heißhunger bestehen über den Winter und klingen im Frühling wieder ab. 
Als Gegenmaßnahme kann sehr viel in Eigeninitiative getan werden. Lichttherapie, auf eine ausgewogene Ernährung (regional und saisonal) mit ausreichend Vitamin D achten und viel Bewegung an der frischen Luft können dem Wintertief entgegenwirken.

Wie fühlt sich eine Winterdepression an?

Der Tag beginnt trübe. Das Bett zu verlassen, scheint eine wenig verlockende Herausforderung und das Schlafbedürfnis steigt. Auch tagsüber bleibt die Stimmung gedrückt, manchmal grundlos traurig und es fehlt einfach der Antrieb. Symptome wie Heißhunger auf Schokolade, Pralinen und Gummibärchen sind verbreitet. Doch das Vergnügen ist kurz, der nächste Check auf der Waage kann ein zusätzlicher Stimmungskiller sein. 
Ein gewisses Maß an Melancholie gehört im Herbst und Winter für viele Menschen dazu. Positiv ausgedrückt spricht man von Besinnlichkeit und Kerzenschein, Ruhe und leckerem Weihnachtsgebäck. Wenn sich leichte Melancholie jedoch in Schwere und Trübsinnigkeit wandelt, wenn Antriebslosigkeit und Müdigkeit lähmend werden, kann man von einem Wintertief/Winterblues oder einer saisonalen depressiven Episode sprechen.

Wenn dann, meistens im März, die Tage länger werden und man das Gefühl hat, endlich wieder aufzuwachen, wenn die Welt mit klaren Augen betrachtet und sich die Stimmung hebt, hat man das Gefühl, dass der Spuk vorbei ist.

Zusammengefasst können bei der saisonal abhängigen Depression bzw. bei zeitlich begrenzten leichten depressiven Episoden als Symptome betrachtet werden:

Wie unterscheidet sich die Winterdepression vom Winterblues und einer Depression?

Die Grenzen sind sicherlich fließend. Unter einem Winterblues leiden Betroffene nicht so intensiv, er ist schwankend und man hat auch mal das Gefühl aus einem Stimmungstief wieder aufzutauchen. Ein guter Tipp von Freunden fruchtet hier eher und kann in eine andere Stimmung führen.

Entscheidend bei der Einordnung zwischen Winterblues, Winterdepression und Depression sind der Leidensdruck und die Dauer der Symptome. Wenn man ab und zu im Winter schlechte Laune hat, gereizt und antriebslos ist, am liebsten die Decke über den Kopf ziehen würde und zu einer Tafel Schokolade greift, ist das eher ein Winter Blues. Aber wenn das Alltagsleben beeinträchtigt wird, die Stimmung oftmals am Nullpunkt ist, die Arbeit leidet und soziale Kontakte vernachlässigt werden, liegt möglicherweise eine Winterdepression vor.

Die Abgrenzung zur Depression sollte von Fachleuten getroffen werden. Eine echte Depression kann auch im Winter beginnen und eine saisonal bedingte Depression kann in eine echte Depression führen. Merkmale für die Klärung der Erkrankung können hier der Appetit und das Schlafbedürfnis als Symptom sein. Für eine klassische Depression ist eher der Mangel an Appetit typisch und Betroffene haben oft  Einschlaf- und Durchschlafprobleme. Bei der Winterdepression haben die Menschen ein erhöhtes Schlafbedürfnis und Heißhunger. Eine Depression ist nicht zeitlich begrenzt. Sie klingt nicht im Frühling ab und entsteht im Herbst wieder neu. In jedem Fall gehört die Behandlung einer Depression in die Hand von Fachleuten – ebenso, wie die Entscheidung, ob Antidepressiva zum Einsatz kommen sollten.

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Was kann ich gegen eine Winterdepression tun?

Obwohl es sich im ersten Moment so anfühlt, ist man einer depressiven Episode nicht hilflos ausgeliefert und man kann in Eigeninitiative einiges tun. Oft kommt z. B. eine Lichttherapie (ohne UV-Strahlen) infrage, deren Nutzen inzwischen gut dokumentiert ist. Für diese Therapie werden Lampen mit einer Helligkeit von 10.000 Lux genutzt. Dies entspricht in etwa dem Licht eines Sommertages im Schatten. Die Behandlung richtet sich nach den Empfehlungen des Herstellers und dem individuellen Bedarf. Auch die Nutzungseinschränkungen, wie bestimmte Augenkrankheiten oder die Einnahme bestimmter Medikamente sollten berücksichtigt werden. Generell sollte man die Therapie mit kurzen Zeiträumen beginnen und diese langsam ausdehnen. Dem natürlichen Rhythmus folgend sollte eine Lichttherapie in den Morgenstunden, z. B. beim oder nach dem Frühstück stattfinden. 

Doch es kann noch viel in Eigeninitiative getan werden. 
Tipps, zur optimalen Nutzung des natürlichen Tageslichts oder zur Ernährung, sind: 

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Wie kann ich einer saisonal abhängigen Depression vorbeugen?

Eine Lichttherapie in eigener Regie zu Beginn des Herbstes hilft, die Stimmung zu bessern. Viel Tageslicht und frische Luft, Bewegung im Freien, eine gute Stressbewältigung und eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung können der Vorbeugung einer von den Jahreszeiten abhängigen Depression dienen.

Gesunde Ernährung kann Winterdepression vorbeugen. Tipp: Vitamin Spiegel im Herbst bestimmen lassen

Welche Vitamine sind wichtig bei einer Winterdepression?

Mit depressiven Verstimmungen wird ein Mangel an B-Vitaminen, besonders Vitamin B12 in Verbindung gebracht. Bei einer jahreszeitlich bedingten Depression sollte  ein Vitamin-D-Mangel ausgeschlossen werden. Der Mensch braucht Vitamin D in vielerlei Hinsicht und in unseren Breitengraden ist die Versorgung oftmals nicht ausreichend. Sonnenlicht wird zur körpereigenen Vitamin-D-Synthese benötigt und gerade, wenn die Tage kürzer werden gilt es darauf zu achten. 

Unser Tipp: Lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel im Herbst und Winter bestimmen und besprechen Sie mit Ihrer hausärztlichen Praxis, wie Sie einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen können. Manche Praxen sind inzwischen auf eine Vitamin-C- und eine Vitamin-D-Therapie spezialisiert.

Welche Heil-Pflanzen können Unterstützung bieten?

Johanniskraut ist die Pflanze der Wahl bei depressiven Symptomen. Wenn also ein Stimmungstief in den Wintermonaten besteht, sollte man zeitnah reagieren, um besser über den Winter zu kommen. Lassen Sie sich zur Behandlung mit pflanzlichen Antidepressiva in Ihrer naturheilkundlichen Praxis beraten. Ein Tipp: Sinnvoll kann auch eine Kombination mit Baldrian und Passionsblume sein:
Baldrian und Passionsblume wirken beruhigend
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Zusammengefasst

Die Ursache einer jahreszeitlich abhängigen depressiven Verstimmung in der dunklen Jahreszeit kann mit dem veränderten Tag-Nacht-Rhythmus und dem Lichtmangel im Winter in Verbindung gebracht werden. So schwer das Aufstehen am Morgen auch sein mag: frühes Aufstehen, Lichttherapie und ein leichtes Frühstück mit vielen Vitaminen können die Weichen dafür stellen, die schlechte Stimmung zu überwinden und gesund in den Tag zu starten.
Zusammen mit einer guten Work-Life-Balance, einer gesunden Ernährung, einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D und möglichst viel Bewegung im Freien kann man der depressiven Episode entgegentreten.
Pflanzliche Unterstützung mit Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume können bei Symptomen einer depressiven Verstimmung genutzt werden.

Heilpraktikerin und Texterin.  In meiner Praxis in Saarbrücken arbeite ich in den Schwerpunkten Darmgesundheit und komplementäre Onkologie. Ich habe viel Freude daran, mich mit komplexen Gesundheitsthemen auseinander zu setzen und lege Wert darauf, diese gut lesbar zu verfassen. Schon immer haben mich Gesundheit und die Pflanzen am meisten fasziniert: Der menschliche Körper mit seinen Wundern und dem Streben nach Gleichgewicht, sowie die Gewächse am Wegesrand: ihre Signaturen, Inhaltsstoffe und Wirkweisen. Als Naturheilkundlerin und Texterin zu arbeiten, und dies in der Arbeit für Pascoe zusammenzufügen, macht großen Spaß. Und das spüren hoffentlich auch Sie. Mehr erfahren

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