Von Thomas Kammler

Dick und depressiv verstimmt?

Frau sitzt depressiv neben ihrer Waage

Wie Übergewicht und Stimmungstiefs zusammenhängen können

Bei der Frage nach dem typischen Auslöser für eine depressive Verstimmung würde man vermutlich zuerst an ein einschneidendes Ereignis denken, dass den Menschen aus der Bahn wirft: Trauer um einen verlorengegangenen Menschen, Trennungsschmerz oder den Verlust des Arbeitsplatzes.

Können überflüssige Pfunde die Wurzel von Stimmungstiefs sein?

Dass aber auch Übergewicht als Ursache für depressive Verstimmungen infrage kommt, wird nur selten thematisiert. Interessanterweise gibt es bei diesem Zusammenhang keineswegs nur eine psychologische Komponente in Form eines geringen Selbstwertgefühls, getriggert z.B. durch Spott, Hänseleien oder Werbung mit Modelmaßen. Neben der dauerhaften psychischen Stressbelastung, die aus Übergewicht erwachsen kann, gibt es auch eine körperliche Komponente.

Welche Rolle spielt die Biochemie des Fetts bei depressiver Verstimmung?

Das Fettgewebe übergewichtiger Menschen bzw. Menschen  mit Adipositas bzw. dem Metabolischen Syndrom (damit wird das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, erhöhten Blutfetten, erhöhtem Blutzucker und Bluthochdruck  bezeichnet) gibt Stoffe ab, die über Umwege depressive Verstimmungen auslösen bzw. verschlimmern können – sogenannte Zytokine. Zytokine sind an vielen entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt und sie vermindern die Bildung des Glückshormons Serotonin im Gehirn. Ein daraus entstehender Serotoninmangel kann das Risiko für depressive Verstimmungen erhöhen. Insbesondere bei Menschen mit bauchbetonter Adipositas konnte ein höherer Zytokinspiegel beobachtet werden.

Stimmungstiefs: Welchen Einfluss haben Botenstoffe im Gehirn?

Ein weiterer Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle spielt, ist Leptin. Auch Leptin wird vom Bauchfett produziert. Bei Normalgewichtigen hat der Botenstoff die Aufgabe, Appetit zu reduzieren und positiv auf die Stimmung einzuwirken. Durch die Produktion im Bauchfett können sich mit der Zeit Resistenzen bilden und Leptin verliert die genannten Effekte: die Stimmung wird trübe, der Hunger steigt.

Kann auch die Darmflora Einfluss auf die Stimmung haben?

Ungesundes Essen und wenig Bewegung können zudem Einfluss auf das Mikrobiom, also die Darmflora des Menschen haben. Eine veränderte bakterielle Zusammensetzung der Darmflora kann möglicherweise ebenfalls depressive Erkrankungen auslösen oder weiter vorantreiben. Der genaue Zusammenhang muss noch erforscht werden. Aber vermutet wird, dass Menschen mit depressiven Verstimmungen diejenigen Bakterien fehlen, die das Glückshormon Serotonin im Darm herstellen.

Übergewicht: Rund und psychisch gesund?

Weitere Einflussfaktoren können bei Übergewichtigen zum Tragen kommen: Durch zu wenig körperliche Bewegung findet nicht in ausreichendem Maße Stressabbau statt. Erfolgserlebnisse, die Sport hervorbringen kann, fehlen ebenso wie die Ablenkung vom Alltag und die mentale Stärkung. Die Folge kann ein Teufelskreis aus psychischen Problemen und Gewichtszunahme sein – Betroffene schaffen es aufgrund der Antriebslosigkeit immer weniger, sich zu bewegen. Dies in Kombination mit ungesundem „Frustfutter“ gegen die innere Leere macht sie wiederum immer dicker und daraus folgend noch antriebsloser. Diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen.

Wie können bewährte Heilpflanzen übergewichtigen Menschen zu mehr Antrieb und besserer Stimmung verhelfen?

Arzneipflanzen wie Johanniskraut, Passionsblume und Baldrian können übergewichtige Menschen dabei unterstützen, etwas gegen ihre depressiven Verstimmungen zu tun. Ist die Stimmung besser, fällt es leichter, aktiv zu sein, sich mehr zu bewegen und gesünder zu ernähren. Gerade mit Blick auf Bewegung und damit zusammenhängender Lebensfreude, Kalorienverbrauch und Gewichtsabnahme ist es außerordentlich wichtig, die ersten Schritte aus dem Teufelskreis von depressiver Verstimmung zu gehen. Ein pflanzliches Antidepressivum wie Neurapas® balance kann Betroffene daher auf ihrem Weg unterstützen. Neurapas® balance ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Hintergründe:
Was ist Übergewicht?

Von „Übergewicht“ spricht man, wenn das Körpergewicht durch einen über das Normalmaß hinausgehenden Fettanteil gekennzeichnet ist. Als Maß wird in der Regel der Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Er setzt das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße und kann mittels einer einfachen Formel errechnet werden: Körpergewicht / (Körpergröße)2. Ab einem BMI von 25 werden Menschen als übergewichtig eingestuft – allerdings berücksichtigt man mittlerweile auch Geschlecht (Männer haben in der Regel einen höheren Anteil an Muskelmasse) und Alter (ab etwa 40 verändert sich der Stoffwechsel, so dass mit zunehmendem Alter ein immer höherer BMI-Wert als Normalgewicht eingestuft wird

Ab wann beginnt Adipositas?

Bei Adipositas bzw. Fettleibigkeit ist der Fettanteil an der Körpermasse besonders hoch. Bei dieser Form des starken Übergewichts weisen Betroffene einen BMI über 30 auf, was unter anderem das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber, Diabetes Typ II oder Gelenkserkrankungen wie Arthrose und sich zudem negativ auf die Lebenserwartung auswirken kann. 

Übergewicht in Deutschland:

Laut Robert-Koch-Institut sind in Deutschland rund 47 % der Frauen und etwas mehr als 60 % der Männer übergewichtig (Adipositas eingeschlossen). Fast jeder 5. (ca. 19%) ist von einer Adipositas betroffen.

Was ist eine depressive Verstimmung?

Kurzfristige Stimmungstiefs hat jeder einmal. Wird aus der gedrückten Stimmung ein dauerhafter Zustand, der länger als 14 Tage anhält, spricht man von einer depressiven Verstimmung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Aus depressiven Verstimmungen können sich in fließenden Übergängen auch leichte bis mittelschwere Depressionen entwickeln – insbesondere, wenn länger anhaltende Stimmungstiefs nicht behandelt werden.

Es ist wichtig, sich selbst und die eigene Situation rechtzeitig und ehrlich einzuschätzen. In unserem Onlinetest Depressive Verstimmung haben wir einige Fragen zur Selbsteinschätzung zusammengestellt.

Quellen: 
Kivimäki (2009) BMJ, ÄrzteZeitung (2015) Fett fördert Entzündung und Depression
meinegesundheit.at: Übergewicht und Depression, online abgerufen am 20.01.2023
scilog: Wie Darmbakterien depressiv machen, online abgerufen am 20.01.2023
RKI: Übergewicht und Adipositasonline abgerufen am 23.01.2023

 


Neurapas® balance
Wirkstoffe: Johanniskraut-Trockenextrakt, Baldrianwurzel-Trockenextrakt, Passionsblumenkraut-Trockenextrakt.
Bei leichten vorübergehenden depressiven Störungen mit nervöser Unruhe. Enthält Glucose und Lactose. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen
 

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