Kein Magenschutz ohne Darmschutz!

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Die Kehrseiten der beliebten Säureblocker unter der Lupe der Naturmedizin

Die Idee, den Begriff „Magenschutz“ für Säureblocker zu gebrauchen, dürfte einen wesentlichen Anteil an den explosionsartig gestiegenen Verordnungen und Apothekenkäufen dieser Arzneimittelgruppe gehabt haben. Viele Patienten meinen, sich mit dem freiverkäuflichen „Magenschutz“ Gutes zu tun. 

Wie bei allen Medikamenten ist eine Risiko-Nutzen-Abschätzung unerlässlich. Bei verschiedenen Diagnosen fällt diese klar zugunsten des Nutzens der Säureblocker aus. 

Leider sind aber die Risiken zu wenig bekannt und werden zu wenig beachtet. Diese sind mit der physiologischen Funktion der Magensäure assoziiert. Wird weniger Magensäure produziert, kann das verschiedene Auswirkungen haben. 


Mögliche Beeinträchtigung: 

  • der Eisenresorption, weil Fe3+  nicht mehr so leicht in Fe2+ umgewandelt werden kann
  • der Resorption von Vitamin B12 
  • der Magnesium- und Calciumresorption, die u.a. zu einer Osteoporose führen kann
  • des Schutzeffekts der Magensäure vor bakteriellen Infektionen (u.a. Clostridium difficile)Die Keimzahl im Magen erhöht sich aufgrund der Subazidität durch absteigende Keime aus der Mundhöhle und aufsteigende aus dem Darm
  • der Denaturierung von Proteinen

Die mangelhafte Aufspaltung der Proteinekann wiederum verschiedene Folgen haben:

  • Verdauungsprobleme 
  • Begünstigen von (Nahrungsmittel-)Allergien 
  • veränderte Darmflora: Dysbiose mit all ihren möglichen Folgen

Neuere Untersuchungen zeigen auch:

  • vermehrte Atemwegsinfektionen bei jungen Asthmatikern 
  • höhere Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken

Aus Sicht der Erfahrungsheilkunde kommen weitere Aspekte dazu:

  • Beeinflussung des Säure-Basen-Haushaltes durch Verhinderung der Basenfluten. Das wäre eine weitere Erklärung für eine PPI-induzierte Osteoporose
  • Dysbiosen. Verschiebungen des Magen-pH-Wertes haben Auswirkungen auf die weiteren Verdauungsschritte , also das Darmmilieu und damit auch die Darmflora.

Mögliche Option zur Entwöhnung von Säureblockern (Darmschutz): 

Wenn in der Naturheilpraxis eine Entwöhnung von Säureblockern in Angriff genommen werden soll, ist Einiges zu beachten: Studien zufolge erzeugen PPIs nach ihrem Absetzen die Symptome, die sie eigentlich behandeln sollen. Deshalb ist ein langsames Ausschleichen unerlässlich.

Symptomatisch können begleitend zum Einsatz kommen:

Parallel dazu bieten sich folgende Therapieansätze an, die idealerweise miteinander kombiniert werden:

  • Bitterstoffe, Pankreas- und Lebermittel (Anregung der Verdauungsorgane, gutes Aufschließen der Nahrung, dadurch Milieuverbesserung im Darm)
  • Darmbakterien (beispielsweise Pascoflorin immun)
  • Absorber zur Aufnahme von Endotoxinen (Kaffeekohle, Heilerde, Zeolith)

Interessant sind die Parallelen dieses Schemas mit dem Konzept der Darmsanierung nach Herget, welches schon seit Jahrzehnten so praktiziert wird: Der Wiederansiedlung der physiologischen Darmflora muss eine Milieusanierung und die Anregung der Verdauungsorgane vorausgehen.

Das Schema zur Darmsanierung nach Dr. Herget finden Sie auf den Seiten 802/803 des aktuellen Pascoe-Kompendiums (21. Auflage 2020)

Literatur: 

Nux Vomica Similiaplex®
Mischung. 10 g (= 11,0 ml) enthalten: Wirkstoffe: Nux vomica Dil. D4 2 g, Bryonia Dil. D3 1 g, Phosphorus Dil. D6 1 g, Lycopodium Dil. D3 1g, Allium sativum Dil. D4 1 g, Stibium sulfuratum nigrum Dil. D10 1 g, Carbo vegetabilis Dil. D12 1 g, Baptisia (HAB 1934) Dil. D4 (HAB, V. 3a) 1 g, Ipecacuanha Dil. D4. Enthält 60 Vol.-% Alkohol. Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation. Gegenanzeigen: Allergie gegen einen der Wirkstoffe oder sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Keine bekannt. Erstverschlimmerungen prinzipiell möglich. 

Acidum Oxalicum Similiaplex®
Mischung. 10 g (= 10,3 ml) enthalten: Acidum oxalicum D4 1 g, Natrium phosphoricum D4 1 g, Arsenicum album D6 3 g, Lycopodium D4 1 g, Natrium carbonicum D4 2 g, Lithium carbonicum D4 1 g, Oleum Terebinthinae (HAB 1934) D4 [HAB, Vorschrift 5a, Lösung D1 mit Ethanol 86 % (m/m)] 1 g. Registriertes homöopathisches Arzneimittel, daher ohne Angabe einer therapeutischen Indikation. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Oleum Terebinthinae, Allergie gegen einen der Wirkstoffe oder sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Keine bekannt. Erstverschlimmerungen prinzipiell möglich.

Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH; D-35383 Giessen 

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