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Naturmedizinischer Wirkstoff Vitamin D3

Cholecalciferol

Das Sonnenvitamin

Leben wäre auf der Erde ohne das Licht der Sonne nicht möglich. Das Vitamin D3 ist dafür ein besonderer Beleg: Ohne die direkte Sonneneinstrahlung auf unsere Haut würden wir nicht genug davon bekommen. 

Was ist Vitamin D und warum nimmt es eine besondere Stellung innerhalb der Vitamine ein?

Vitamine sind per Definition lebensnotwendige chemische Verbindungen, die von unserem Körper nicht selbst produziert werden können, sondern mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.
Auf diese Eigenschaft bezieht sich die Sonderstellung: Im Gegensatz zu den anderen Vitaminen kann unser Körper dieses selbst herstellen. Die Vitamin-D-Bildung geschieht unter Verwendung von vorhandenen Vorstufen in der Haut. Dafür wird jedoch die Sonne benötigt. Konkret sind es die UVB-Strahlen aus der Sonnenstrahlung.

Wie wird aus dem Provitamin das aktive Vitamin und was bedeutet Vitamin D2 bzw. D3?

Genau genommen handelt es sich also nicht um ein Vitamin, noch nicht einmal um einen klar definierten Stoff. Als Vitamin D bezeichnen wir eine ganze Gruppe fettlöslicher Vitamine. Die bekanntesten Vertreter sind Vitamin D2 und D3. Vitamin D2 wird auch als Ergocalciferol bezeichnet. Es ist z. B. in Pilzen enthalten. Vitamin D3 ist die wichtigste aktive Form, das Cholecalciferol. Es wird aus dem im Körper vorhandenen Provitamin 7-Dehydrocholesterol mit Hilfe von UV-B-Strahlung in der Haut gebildet. Beide Verbindungen können aber auch über die Nahrung zugeführt werden.
Aus Vitamin D wird dann das Hormon Calciferol gebildet. Angesichts dessen, dass Vitamin D3 im eigentlichen Sinne der Definition ja kein Vitamin ist, müsste man korrekterweise von einem Pro-Hormon, also der Vorstufe eines Hormons sprechen.

Wozu braucht der Körper Vitamin D?

Vitamin D3 ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Man weiß schon lange, dass es die Aufnahme von Calcium aus dem Verdauungstrakt und die Härtung der Knochen fördert. Außerdem reguliert es den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und hat Einfluss auf die Muskelkraft.
In den letzten Jahren haben Wissenschaftler in verschiedenen Studien nun nachgewiesen, dass in 30 unterschiedlichen Gewebearten und Organen Vitamin-D-Rezeptoren vorhanden sind. Dazu gehören zum Beispiel hormonbildende Organe wie die Schilddrüse . Zudem spielt Vitamin D eine regulatorische Rolle im Immunsystem. Daraus lässt sich ableiten, dass Vitamin D3 ein breites Aufgabengebiet hat und daher in vielfältiger Weise an unserer Gesundheit beteiligt ist.

Wie viel Vitamin D3 braucht der Mensch? Woher bezieht er es?

Man schätzt, dass der Mensch in unseren Breiten und bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien etwa 80 bis 90 % des benötigten Vitamin D3 selbst bildet und nur 10 bis 20 % über die Nahrung zuführt.
Der D-A-CH-Referenzwert beträgt bei fehlender körpereigener Bildung 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag. Häufig wird die Menge nicht in Mikrogramm (µg), sondern in Internationalen Einheiten angegeben (I.E.). 1 µg entspricht dabei 40 I.E. Will man beurteilen, ob genügend Vitamin D aufgenommen bzw. gebildet wird, muss man den Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmen. Dafür nimmt der Arzt bei Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel Blut ab und lässt im Labor den 25-Hydroxyvitamin-D-Wert bestimmen, der als Marker für den Vitamin-D-Status gilt. Wenn die Blutkonzentration dieses Markers mindestens 50 Nanomol pro Liter Serum beträgt bzw. 20 Nanogramm pro Milliliter, geht man von einer guten Vitamin-D-Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit aus.

Wie viel Vitamin D ist in Lebensmitteln enthalten?

Nur wenige Lebensmittel sind wirklich gute Vitamin-D-Lieferanten. Diese sind überwiegend tierischer Herkunft: Fettfische (z. B. Lachs, Hering, Makrele) und in deutlich geringerem Maße Leber. Einigermaßen gute Vitamin-D-Quellen sind auch entsprechend angereicherte Margarine, Eigelb und einige Speisepilze. Über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln führen wir in Deutschland nur 2 bis 4 Mikrogramm Vitamin D3 pro Tag zu.

Wie ist die Speicherfähigkeit für Vitamin D im Organismus?

Die Speicherkapazität ist relativ groß und trägt zur Vitamin-D-Versorgung im Winter bei. Hauptspeicherorte sind das Fett- und Muskelgewebe, in geringem Maße auch die Leber.

Wie viel Sonne braucht man, um ausreichend Vitamin D zu produzieren?

Die Frage ist schwer zu beantworten, denn viele Faktoren beeinflussen die Menge an UVB-Strahlung, die tatsächlich zur Verfügung steht.

Dazu gehören:

  • Breitengrad
  • Jahres- und Tageszeit
  • Witterung
  • Kleidung
  • Aufenthaltsdauer im Freien
  • Hauttyp
  • Verwendung von Sonnenschutzmitteln

Wichtig für die Vitamin-D-Bildung ist die Intensität der UV-Strahlung, denn Vitamin D kann in der Haut erst ab einem UV-Index von 3 oder höher mit Hilfe des Sonnenlichts gebildet werden. Man schätzt, dass wir in Deutschland im Sommerhalbjahr ausreichend viel Vitamin D bilden, wenn wir abhängig vom Hauttyp täglich 5 bis 25 Minuten ein Viertel unserer Körperoberfläche der Sonne aussetzen. In unseren Breitengraden reicht die Intensität der Sonne für die Vitamin-D-Bildung im Winterhalbjahr meist nicht aus. 

Zum Glück können wir Vitamin D speichern. Aber eben auch nur in bestimmtem Maße und nur das, was überhaupt vorhanden ist. Wenn Vitamin D nicht im Körper gebildet werden kann, ermöglicht es unsere Speicherfähigkeit, Vitamin D in Form von sogenannten Depotprodukten einzunehmen. In der Praxis bedeutet dies, dass die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen täglichen 20 µg (800 I.E.) auch einmal wöchentlich in einer Depotform eingenommen werden können. Die wöchentliche Dosis liegt dann bei 140 µg (5600 I.E.).

Sind Solarien geeignet, damit wir Vitamin D produzieren können?

In aller Regel sind sie das leider nicht, denn die meisten Sonnenbänke spenden nur UVA-Licht. Zur Produktion von Vitamin D3 brauchen wir jedoch UVB-Strahlen.

Wie ist die Vitamin D-Versorgung in Deutschland? Welche Rolle spielt das Alter?

Bis vor wenigen Jahren nahm man noch an, dass wir aufgrund der Speicherfähigkeit ausreichend gut mit Vitamin D3 versorgt sind. Inzwischen deuten verschiedene Studien jedoch darauf hin, dass fast 60 % der Bundesbürger die gewünschten Blutkonzentration nicht erreichen. Insbesondere ältere Menschen sind davon betroffen. Das hat 2 wesentliche Gründe. Einerseits halten sich ältere Menschen tendenziell weniger an der frischen Luft auf und wenn, dann meiden sie die direkte Sonne. Hinzu kommt, dass die Fähigkeit, Vitamin D3 in der Haut zu produzieren mit dem Alter abnimmt.

Welche Folgen hat ein Vitamin D-Mangel?

Am bekanntesten und offensichtlichsten sind die Mangelerscheinungen, die mit der Knochenbildung einhergehen. So kann der Vitamin-D-Mangel beitragen zur Entstehung von

  • Rachitis: die unzureichende Mineralisierung der Knochen im Kindesalter
  • Osteomalazie: die Demineralisierung des Knochens
  • Osteoporose: die Veränderung der Knochenstruktur mit zunehmendem Alter

Da Vitamin D3 aber an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt ist, können auch verschiedene andere Krankheiten in ihrer Entstehung begünstigt werden, wenn ein Vitamin-D-Mangel besteht. Wenn so ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, muss dieser durch einen Arzt mit entsprechenden Arzneimitteln behandelt werden.

Frühjahrsmüdigkeit – ein Fall für Vitamin D?

Sowohl Wissenschaftler als auch viele Ärzte und Heilpraktiker gehen heute davon aus, dass Deutschland und Nordeuropa Vitamin-D-Mangel-Regionen sind. Es wird immer mehr darüber diskutiert, ob ein Zusammenhang bestehen könnte zwischen solchen Phänomenen wie Winterdepressionen oder die Frühjahrsmüdigkeit und Vitamin D. Dies wäre auch ein plausibler Erklärungsansatz dafür, dass sich im Frühjahr Erkältungen und Infektionen häufen und Schwächegefühle gehäuft auftreten. 

Vitamin D3 im Fokus der Wissenschaft

Inzwischen gibt es weltweit viele Studien über Vitamin D3 und den Vitamin-D-Bedarf. Diese führten erstmal dazu, dass die empfohlenen Werte erhöht wurden. Bis 2012 hielt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) noch 5 µg täglich für ausreichend, heute liegt die empfohlene Zufuhr bei 20 Mikrogramm täglich. Davon kann nur ein sehr kleiner Teil über übliche Lebensmittel aufgenommen werden. Bei Kindern sind es 1 bis 2 µg und bei Jugendlichen und Erwachsenen 2 bis 4 µg pro Tag). 

Aktuelle Studien weisen aber immer wieder darauf hin, dass diese Werte für Gesunde gelten und nur für die Menschen, die bereits einen ausreichend hohen Vitamin-D-Spiegel im Blut haben.  Wie viel von dem Vitamin zugeführt werden sollte, wenn niedrige Blutspiegel vorliegen, ist dagegen noch umstritten.  

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein und die vielen Veröffentlichungen und Artikel zu Vitamin D haben Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren zu einem regelrechten Boom von Vitamin-D-Präparaten geführt. Es stehen Vitamin-D-Tabletten zur Verfügung, inzwischen aber auch ölige Tropfen.

Sonnenschutz und moderne Lebensweise

Die völlig berechtigten Bedenken, was die Entstehung von  Hautkrebs betrifft, aber auch die Einsicht, dass die Haut unter starker UV-Strahlung schneller altert, führten in den letzten Jahren dazu, dass Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zum Einsatz kommen. 

Man nimmt an, dass bereits ab einem Faktor von 10 kaum noch UVB-Strahlen die Haut erreichen und so die Vitamin-D-Produktion anregen können. Die meisten Wintersportler schützen sich dementsprechend intensiv vor der Sonne, andere gehen insgesamt viel zu wenig an die frische Luft und bekommen deshalb zu wenig UVB-Strahlen ab.

Kann man Vitamin D3 überdosieren?

Ja. Da Vitamin D3 ein fettlösliches Vitamin ist und deshalb im Körper gespeichert werden kann, sollte man eine Überdosierung vermeiden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb für Erwachsene und für Kinder ab 11 Lebensjahren eine tolerierbare Gesamt-Zufuhrmenge pro Tag von 100 Mikrogramm Vitamin D3 und für Kinder bis 10 Lebensjahren von 50 Mikrogramm Vitamin D festgelegt. Diese tolerierbaren Gesamt-Zufuhrmengen pro Tag beziehen sich auf die Vitamin-D-Zufuhr aus Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Außerdem beziehen sie sich auf den gesunden Menschen, der einen ganz normalen Bedarf hat und dessen Tagesbedarf auch regelmäßig gedeckt wird.  Aus medizinischen Gründen können höhere Vitamin-D-Zufuhrmengen angezeigt sein.

Wegen der möglichen Überdosierung sollten Sie es aber vermeiden, in Eigenregie hochdosierte Vitamin-D-Präparate zu sich zu nehmen. Deshalb sind die besonders hochdosierten Produkte auch verschreibungspflichtig. Besprechen Sie die Einnahme immer mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Das Sonnenvitamin D3 trägt bei zu…

  • einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor
  • einem normalen Calciumspiegel im Blut
  • der Erhaltung normaler Knochen
  • der Erhaltung einer normalen Muskelfunktion
  • der Erhaltung normaler Zähne
  • einer normalen Funktion des Immunsystems
  • einer normalen Zellteilung

Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.