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Naturmedizinischer Wirkstoff Vitamin C

Ascorbinsäure

Was ist Ascorbinsäure?

Der Begriff bedeutet so viel wie „Anti-Skorbut-Säure”. Grund dafür war die Entdeckung, dass sich die typische Seefahrer-Krankheit Skorbut durch bestimmte saure Lebensmittel eindämmen ließ, wie Sauerkraut und Zitronen. Heute nennt man diesen lebenswichtigen Stoff, der den Seefahrern fehlte, Vitamin C.

Vitamine sind chemische Verbindungen, die für den menschlichen Organismus lebenswichtig, also essentiell sind, die er aber nicht selbst herstellen kann. Er ist auf deren Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Daher kommt auch der Name, denn Vita bedeutet Leben. Man unterscheidet fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Während fettlösliche Vitamine im Körper gespeichert werden können, sind wasserlösliche Vitamine kaum speicherbar und müssen täglich zugeführt werden. Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin.

Als Vitamin C bezeichnet man nicht nur die L-Ascorbinsäure selbst, sondern auch andere biologisch aktive Formen, die im Körper dazu umgesetzt werden können. Das betrifft zum Beispiel die Dehydroascorbinsäure (DHA).

Bei der Ascorbinsäure handelt es sich um eine chemische Verbindung, die der Glucose sehr ähnlich ist. Es gibt weitere Formen der Ascorbinsäure. Sie unterschieden sich chemisch nur minimal, aber für unseren Körper sind die Unterschiede gravierend: Er kann nur die L-Ascorbinsäure als Vitamin nutzen. Das ist aber für uns kein Problem, denn der angegebene Wert in Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln bezieht sich immer auf die biologisch aktive L-Ascorbinsäure. Die anderen spielen in der Natur kaum eine Rolle.

1928 gelang es dem ungarischen Wissenschaftler Albert Szent-Györgyi erstmalig, reine Ascorbinsäure zu isolieren. Aber erst 1932 erkannten die amerikanischen Forscher Waugh und King, dass es sich bei der von Szent-Györgyi entdeckten Substanz um das Skorbut-heilende Vitamin C handelte.

Ascorbinsäure im Kampf gegen Skorbut

Berichte über Skorbut-Epidemien während Schiffsexpeditionen, Entdeckungsfahrten und kriegerischen Auseinandersetzungen liegen seit dem Mittelalter vor. Im 16. Jahrhundert erkannte man langsam, dass das Auftreten dieser Erkrankung durch den Verzehr von Zitrusfrüchten und Frischgemüse verhindert werden konnte. Es dauerte jedoch über 2 Jahrhunderte bis sich diese Erkenntnis durchsetzte. 1795 führte der schottische Schiffsarzt James Lind die erste kontrollierte Studie in der Medizingeschichte durch. Er erkannte, dass Zitrusfrüchte Skorbut bei Matrosen heilen konnte. Es dauerte jedoch weitere 42 Jahre bis diese lebensrettende Erkenntnis umgesetzt wurde und die britische Admiralität anordnete, dass alle Matrosen täglich eine Ration frischen Limonensaftes zu erhalten hatten. Die exakte Austestung zahlreicher Nahrungsmittel auf ihre antiskorbutische Wirkung und der Nachweis eines kausalen Zusammenhanges mit einem Vitamin-C-Mangel erfolgte erst im 20. Jahrhundert.

Ist Ascorbinsäure das gleiche wie Zitronensäure?

Nein! Beides sind organische, chemische Verbindungen, die sauer schmecken und beide Säuren sind in Zitronen enthalten. Darüber hinaus haben diese beiden Verbindungen jedoch nicht viel gemeinsam.

Wieviel Vitamin C braucht der Mensch am Tag?

Da Ascorbinsäure nicht gespeichert werden kann, muss sie ständig über die Nahrung zugeführt werden.
Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt etwa 100 mg pro Tag (Männer: 110 mg, Frauen: 95 mg). Raucher, Schwangere und stillende Mütter haben hingegen einen deutlich erhöhten Bedarf.

Ganz wichtig ist bei diesen Werten: Sie beziehen sich auf Gesunde. Bei vielen Krankheiten steigt der Vitamin-C-Bedarf enorm an. Das wird auch daran deutlich, dass viele Tiere bei Stress und Krankheit ihre körpereigene Produktion von Ascorbinsäure deutlich erhöhen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin C?

Frisches Obst und Gemüse sind die wichtigsten Vitamin-C-Lieferanten. Allen voran die Frucht des Camu-Camu-Strauches und die Acerola-Kirsche. Aber auch heimische Früchte wie Hagebutte, Sanddorn und Schwarze Johannisbeere sind sehr Vitamin-C-reich. Zitrusfrüchte spielen ebenso eine große Rolle als Vitamin-C-Lieferanten. Sie alle enthalten auch sekundäre Pflanzenstoffe, so genannte Flavonoide, die das Immunsystem stärken können und so ebenfalls die Abwehrmechanismen des Körpers unterstützen.

Warum produzieren Tiere Vitamin C, aber der Mensch nicht?

Im Laufe der Evolution hat der Mensch die Fähigkeit verloren Vitamin C selbst herzustellen. Schuld daran ist ein genetischer Enzymdefekt. Enzyme sind Eiweißmoleküle, die u.a. den Auf- und Abbau bestimmter Substanzen ermöglichen. Andere Primaten, aber auch Meerschweinchen, einige Vögel und Fische haben die Fähigkeit zur Selbst-Synthese ebenfalls verloren. Bei allen übrigen Tieren wird das Vitamin in der Leber aus Zucker (Glucose) aufgebaut. Interessant ist, dass die Tiere ihre Vitamin-C-Produktion in Stress-Situationen und bei vielen Krankheiten selbst erhöhen können. Das lässt darauf schließen, dass der Vitamin-C-Bedarf in solchen Situationen tatsächlich deutlich erhöht ist.

Wie wird Vitamin C aufgenommen?

Der Mensch ist auf die Zufuhr dieses Vitamins über die Nahrung angewiesen. Im Dünndarm finden sich spezielle Transportmoleküle, die für die Vitamin-C-Aufnahme verantwortlich sind. Dieser Vorgang ist jedoch sättigbar. Das bedeutet: Wenn alle Transportmoleküle besetzt sind, wird die im Darm verbleibende Ascorbinsäure aus der Nahrung, aus Pulvern oder Tabletten über den Stuhl ausgeschieden.

Je mehr Vitamin C auf einmal geschluckt wird, desto geringer fällt der prozentual aufgenommene Anteil aus. Nach Einnahme von 180 mg können zwischen 80 und 90 % aufgenommen werden. Nach Einnahme von 1000 mg sind es 60 – 75 %. Werden 12 g Vitamin C geschluckt, können davon nur noch etwa 16 % aufgenommen werden.

Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, die beabsichtigte Vitamin-C-Menge in kleinen Dosen über den Tag verteilt einzunehmen. Dies erhöht die Aufnahmefähigkeit des Organismus. Aufgrund der vorliegenden Studien erscheint eine Menge zwischen 100 und 200 mg pro Portion am effektivsten.

Die Menge an Vitamin C, die dem Organismus über den Magen-Darm-Trakt zugeführt werden kann, bleibt trotzdem begrenzt. Hinzu kommt, dass viele Menschen unter Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhäute leiden. Dadurch wird die Aufnahme zusätzlich behindert. Beim Überschreiten individuell unterschiedlicher Mengen an Vitamin C kann es zu Durchfall kommen.

Ist es aus therapeutischer Sicht sinnvoll, sehr hohe Dosen aufzunehmen, bietet sich die hochdosierte Vitamin-C-Zufuhr in Form von Injektionen oder besser noch Infusionen an.

Die Vitamin-C-Lösung für die Infusion sollte frei von Konservierungsstoffen und Stabilisatoren sein, da sonst ein erhöhtes Allergie-Risiko besteht. Am besten verträglich ist eine Infusionslösung, die außer Vitamin C nur noch Natriumhydrogencarbonat enthält. Natriumhydrogencarbonat ist wichtig, um einen annähernd neutralen pH-Wert zu erhalten. Andernfalls ist die Lösung für eine Infusion zu sauer und nicht gut verträglich. Über die Möglichkeiten hochdosierter Vitamin-C-Infusionen berät Sie Ihr Arzt oder Heilpraktiker.

Welche Organe brauchen besonders viel Vitamin C?

Beim Menschen sind Nebenniere, Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Gehirn, Milz, Leber und Lunge die Organe mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt. Aber auch die Netzhaut und die weißen Blutzellen (Leukozyten) sind sehr reich an diesem Vitamin. 

Interessanterweise sind die Vitamin-C-Konzentrationen in den Geweben und Organen der Tiere, die Vitamin C selbst bilden können, noch viel höher als beim Menschen.

Was sagt Ascorbinsäure im Urin aus?

Das bedeutet eigentlich nur, dass in den letzten Stunden ausreichend viel dieses Vitamins aufgenommen worden ist. Vielleicht wundern Sie sich darüber, warum Teststreifen, mit denen man bestimmte Eigenschaften des Urins überprüfen kann, meist auch den Vitamin-C-Gehalt bestimmen? Das liegt daran, dass viel Ascorbinsäure im Urin die Nachweismethoden für anderer Parameter verfälschen kann. Wenn viel Vitamin C über den Urin ausgeschieden wird, heißt das, dass die Messung beispielsweise von Glucose im Urin nicht mehr verlässlich möglich ist. Das gilt übrigens auch für Blutentnahmen und Blutzucker-Messungen direkt nach einer Infusion: Die hohen Vitamin-C-Konzentrationen im Blut können die Nachweismethoden anderer Blut-Parameter verfälschen.

Natürliches Vitamin C oder künstlich hergestelltes Vitamin C?

Unser Körper und seine Zellen können nicht unterscheiden, ob die Ascorbinsäure, die zur Verfügung steht, einen natürlichen Ursprung hat oder labortechnisch hergestellt wurde. Selbstverständlich ist eine gesunde und natürliche Ernährung mit viel Obst und Gemüse immer besser als die Einnahme von künstlichen Stoffen. 

Wird Vitamin C jedoch zur Therapie bestimmter Erkrankungen eingesetzt und zu diesem Zweck injiziert oder infundiert, muss die Ascorbinsäure ganz rein sein. Verunreinigungen in Form von anderen Pflanzen-Inhaltsstoffen könnten sehr problematisch sein. Deshalb muss die verwendete Ascorbinsäure im Labor hergestellt werden. Als Rohstoff dienen Zuckerverbindungen, die aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden. Mit Hilfe von Mikroorganismen wird hieraus Ascorbinsäure synthetisiert. 

Solch eine hochreine Ascorbinsäure hat außerdem den Vorteil, dass keine Allergien auf die in der Natur vorkommenden Begleitstoffe ausgelöst werden können: Die weit verbreiteten Citrusfrucht-Allergien sind keine Allergien gegen die Ascorbinsäure, sondern gegen andere typische Inhaltsstoffe von Citrusfrüchten. Gerade der oft tödlich verlaufende Skorbut zeigt ja: Mit einer Vitamin-C-Allergie wären wir nicht lebensfähig.

Wofür ist Ascorbinsäure wichtig?

Bekannt wurde Vitamin C vor allem Ende der 70er Jahre durch den Nobelpreisträger Linus Pauling. Er erkannte damals den therapeutischen Nutzen dieses vielseitigen Vitamins. Das Linus-Pauling-Institut in den Vereinigten Staaten führte Anfang der 80er Jahre grundlegende Studien durch, die den Einsatz dieses besonderen Vitamins bei schweren Erkrankungen begründeten. Seit Anfang der 90er Jahre wird intensiv auf dem Gebiet der Vitamin-C-Therapie geforscht.

Heute weiß man: Ascorbinsäure ist als Aktivator des gesamten Zellstoffwechsels anzusehen. Damit ist sie an unzähligen Stoffwechselreaktionen im menschlichen Körper beteiligt. Hier ein Auszug aus der Vielfalt an Funktionen:

Vitamin C trägt bei

  • zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von
    • Blutgefäßen
    • Knochen und Knorpel
    • Zähnen und Zahnfleisch
    • Haut und Haaren
  • zu einer normalen Funktion
    • des Immunsystems, vor allem während und nach intensiver körperlicher Betätigung
    • des Nervensystems
    • der Psyche
  • zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung
  • zur Regeneration der reduzierten Form von Vitamin E
  • Erhöhung der Eisenaufnahme
Der sprechende Wirkstoffkompass

Erfahren Sie mehr zu Vitamin C in einem kurzen Clip mit Arzt und Apotheker Dr. Peter Reinhard.

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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.