Naturmedizinischer Wirkstoff Selen

Was ist Selen?

Das Mineral Selen ist ein chemisches Element aus der 6. Hauptgruppe des Periodensystems. Es gilt als Halbmetall. Der Name leitet sich vom griechischen Wort für Mond, "Selene", ab. 

Es ist ein essentielles Spurenelement für alle Lebewesen. Das bedeutet: Alle Lebewesen brauchen diesen Stoff zum Leben. Es ist an zahlreichen Funktionen beteiligt. Unter Anderem ist es in Enzymen enthalten, die für die Schilddrüse wichtig sind. Es spielt auch eine große Rolle im Immunsystem. Es hat einen großen Effekt auf den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Als Spurenelement muss es dem Körper von außen zugeführt werden. In geringen "Spuren" ist es essentiell, in zu großen Mengen kann es jedoch schädlich sein. Bei einem Mangel sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Entdeckt wurde das Spurenelement von Jöns Jakob Berzelius 1817 im Bleikammerschlamm einer Schwefelsäuren-Fabrik. Er dachte erst, es würde sich um Tellur (lat. tellus, "Erde") handeln. Nach einigen weiteren Experimenten fand er jedoch heraus, dass er einen neuen Stoff entdeckt hatte. Den Namen wählte er aus zwei Gründen: Er wollte das Element von Tellur abgrenzen. Gleichzeitig wollte er die Ähnlichkeit der beiden Stoffe hervorheben. 

Die Wirkung auf den Körper von Mensch und Tier wurde erst in den letzten Jahrzehnten herausgefunden. Bis in die 1970er Jahre dachte man, die Wirkung sei für unseren Körper toxisch. 

Selen-Modifikationen haben verschiedene Formen. Die stabilste Form ist die graue, "metallische" Modifikation. Es gibt auch noch die schwarze amorphe und die rote Form. Elementares Selen wird durch die elektrolytische Kupfer- und Nickelherstellung als Nebenprodukt produziert. Elementares Selen wird z.B. in der Glasindustrie oder der Fotografie eingesetzt. Es wird aber auch noch in vielen weiteren Bereichen benötigt. Für unseren Körper sind die anorganischen und organische Selenverbindungen lebenswichtig. Diese werden über die Nahrung aufgenommen.

Wo kommt der Mineralstoff Selen natürlich vor?

Da alle Lebewesen dieses Spurenelement brauchen, enthalten es unsere Lebensmittel auch fast alle, jedoch in sehr unterschiedlichen Konzentrationen. Die Menge hängt dabei sehr stark vom Selengehalt des Bodens ab. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schottland, Dänemark und in Finnland sind die Böden selenarm. Das ist die Ursache dafür, dass bei uns teilweise selenhaltige Düngemittel zum Einsatz kommen, um einem Mangel durch die Ernährung vorzubeugen.

Auch in anderen Regionen der Welt gibt es extrem selenarme Böden – v.a. in China. Die Folge: Mit der Nahrung wird dem Körper kaum Selen zugeführt und Selenmangel ist dort weit verbreitet. Deshalb wurden in China die typischen Selenmangel-Krankheiten zuerst entdeckt: die Keshan-Krankheit und die Kashin-Beck-Erkrankung. Das war erst in den 70er Jahren. Bis dahin nahm man an, dass dieser Mineralstoff ausschließlich toxisch für den menschlichen Körper ist und der Gesundheit schadet.

Aber dem ist nicht so – die richtige Dosierung ist wichtig! Besonders gute Selenquellen in unserer Nahrung sind Fisch, Schweinefleisch, Eier und Hühnerfleisch, aber auch Vollkorngetreide. Obst und Gemüse enthalten nur wenig davon. Die beste Quelle für diesen Mineralstoff sind Paranüsse.

Wofür brauchen wir Selen?

Unser Körper braucht den Mineralstoff für eine normale Funktion des Immunsystems, der Schilddrüsenfunktion und der Spermienbildung. Aber auch viele Enzyme im menschlichen Organismus brauchen den Mineralstoff Selen, um ihre wichtigen Funktionen als Zellschutz und Radikalfänger ausüben zu können. Also hat dieses Spurenelement eine antioxidative Wirkung. Ein Selenmangel kann deshalb der Gesundheit schaden und direkt oder indirekt zur Entstehung einer ganzen Reihe von Krankheiten führen. Gemeinsam schützen die körpereigenen, und die zugeführten Antioxidantien, also auch beispielsweise Vitamin C, Vitamin E und Vitamin A die Zellen vor der schädigenden Wirkung von freien Radikalen. Deshalb sind Radikalfänger zur allgemeinen Gesunderhaltung und zum Schutz der Zellen und des genetischen Materials wichtig.

Wie viel Selen brauchen wir?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene eine tägliche Selenzufuhr von 60 - 70 µg. Während der Stillzeit wird eine Erhöhung um 15 µg empfohlen. 

Tabelle: Tagesbedarf an Selen in µg

Alter

Tagesbedarf an Selen

in µg

männlich

weiblich

0 bis unter 4 Monate

10

4 bis unter 12 Monate

15

Kinder und Jugendliche bis 15

1 bis unter 4 Jahre

15

4 bis unter 7 Jahre

20

7 bis unter 10 Jahre

30

10 bis unter 13 Jahre

45

13 bis unter 15 Jahre

60

Erwachsene

Jugendliche ab 15 und Erwachsene

70

60

Schwangere

60

Stillende

75

Für Erwachsene ist laut EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) eine tägliche Selenzufuhr von bis zu 300 Mikrogramm Selen problemlos tolerierbar. Kinder und Jugendliche können, je nach Körpergewicht, zwischen 60 und 200 Mikrogramm Selen ohne Risiko für negative Auswirkungen zuführen. 

Eine deutlich zu hohe Selen-Zufuhr ist allerdings schädlich. Sie kann zu einer so genannten Selenose führen. Werden mehrere Gramm Selen auf einmal eingenommen, kann es zu einer akuten Selenvergiftung kommen. 

Die Nebenwirkungen von zu hohen Dosen reichen von Müdigkeit, Übelkeit und Durchfall bis hin zu langfristigen Auswirkungen einer Selenüberdosierung wie Gelenkschmerzen, Haarverlust und gestörter Nagelbildung. 

Nahrungsergänzungsmittel enthalten bis zu 200 µg Selen pro täglicher Dosis. Werden sie wie empfohlen eingenommen, ist eine Überdosierung unwahrscheinlich. 

Eine angemessene Zufuhr über die Nahrung ist meistens gegeben. Daher ist eine dauerhafte Supplementierung über Nahrungsergänzungsmittel meist nicht notwendig. Vegetarier und Veganer sollten allerdings sehr auf eine ausreichende Selenversorgung achten.

Wie unterscheiden sich organisches und anorganisches Selen?

Anorganische Selenverbindungen lassen sich vor allem in der unbelebten Natur oder in industriellen Prozessen finden. Organische Selenverbindungen kommen in der belebten Natur vor. In diesen organischen Verbindungen liegt das Mineral meist als Selenomethionin vor.

Will man Nahrungsmittel mit Selen anreichern oder Nahrungsergänzungsmittel herstellen, werden dafür meist organische Selenverbindungen erzeugt. Dafür wird ein selenreiches Nährmedium mit bestimmten Brauhefen (Saccharomyces cerevisiae) besiedelt. Die Brauhefen vermehren sich und synthetisieren dabei Selenomethionin als Aminosäure. Nahrungsergänzungsmittel aus organischem Selen werden deshalb manchmal auch als Selenhefe bezeichnet.

Je nachdem, um welche Verbindung es sich handelt, kann sich die Aufnahmefähigkeit durch den Magen-Darmtrakt verändern. Der Anteil eines Wirkstoffes, der vom Magen-Darm-Trakt ins Blut aufgenommen werden kann und damit dem Körper zur Verfügung steht, wird als Bioverfügbarkeit bezeichnet.

Das anorganische Natriumselenit hat eine ähnliche Bioverfügbarkeit wie organische Selenverbindungen. Allerdings können andere Nahrungsbestandteile, wie beispielsweise Vitamin C das Natriumselenit zu elementarem Selen reduzieren. Dieses kann nicht vom Körper aufgenommen werden. Daher sollten die beiden Stoffe zeitversetzt voneinander eingenommen werden. Aus diesem Grund eignen sich organische Selenverbindungen besser für Nahrungsergänzungsmittel als anorganische.

Was macht Selen in unserem Körper?

Selen hat viele Funktionen im menschlichen Organismus.

Es trägt bei zu:

  • einer normalen Spermabildung
  • normalen Haaren und Nägeln
  • einer normalen Funktion des Immunsystems
  • einer normalen Schilddrüsenfunktion
  • einem Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

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