Naturmedizinischer Wirkstoff Mangan

Kurz erklärt:

Mangan ist ein Übergangsmetall, das vor allem in der Stahlindustrie eingesetzt wird. Es ist aber auch ein essentielles Spurenelement und Mineralstoff für uns und alle anderen Lebewesen. Als Bestandteil von bestimmten Enzymen trägt es dazu bei, einen normalen Energiestoffwechsel zu gewährleisten und ist wichtig für den Knochenbau und die Bindegewebsbildung. Außerdem trägt es dazu bei, unsere Körperzellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Im Folgenden klären wir, was genau Mangan eigentlich ist, wofür wir es und wie viel wir brauchen, wie eine zu geringe Versorgung entsteht und was es für unsere Gesundheit leisten kann.

1. Was ist Mangan?

Mangan ist ein chemisches Element. Im Periodensystem der Elemente ist es in der 7. Nebengruppe mit der Ordnungszahl 25 und dem Symbol Mn zu finden. Es handelt sich dabei um das dritthäufigste Übergangsmetall nach Eisen und Titan. 

Es wird hauptsächlich als Legierungsbestandteil in der Stahlindustrie eingesetzt, weil es die Eigenschaften von Eisen verbessert. 1774 entdeckte Carl Wilhelm Scheele in der Mineralgruppe Braunstein ein unbekanntes Element, welches von Johan Gottlieb Gahn durch die Reduktion von Braunstein mit Kohlenstoff isoliert wurde. Das Element wurde zunächst Manganesium genannt und später, wegen der namentlichen Verwechslungsgefahr mit Magnesium, zu Mangan umbenannt.

Für uns und alle anderen Lebewesen ist es als Bestandteil verschiedener Enzyme ein lebensnotwendiges, essentielles Spurenelement.

2. Wofür braucht man Mangan?

Das essentielle Spurenelement hat viele wichtige Funktionen im Körper. Es ist unverzichtbarer Bestandteil von Enzymen. Enzyme sind Eiweiße, die für das Auslösen oder Beschleunigen bestimmter Prozesse im Körper zuständig sind und somit z. B. den Kohlenhydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel steuern und dadurch für die Bildung wichtiger körpereigener Verbindungen zuständig sind. So wirkt es z. B. als Lewis-Säure bei der Bildung der Enzymstruktur und in Redoxreaktionen mit. 

Mangan wird über den Dünndarm aufgenommen. Hauptspeicherorte im menschlichen Körper sind Leber, Knochen, Nieren und Bauchspeicheldrüse. Innerhalb der Zellen liegt es meist in Mitochondrien-Lyosomen und im Zellkern vor, während es im Gehirn meist an spezielle Proteine gebunden ist.

Die Mitochondrien sind die Energiekraftwerke unserer Zellen und brauchen das Metall für die Funktion des Enzyms Superoxiddismutase (SOD). Dieses Enzym schützt sie vor den aggressiven freien Radikalen und sichert die Energiebereitstellung der Zelle. Auch für den Aufbau von Bindegewebe, Knorpel und Knochen spielen manganabhängige Enzyme eine wichtige Rolle. 

3. Wieviel Mangan braucht der Mensch?

Der Körper eines Erwachsenen enthält etwa 10 bis 20 mg Mangan. Der tägliche Bedarf liegt bei etwa 2 bis 5 mg. Gelegentlich werden vom Arzt / von der Ärztin zur Behandlung von zu geringen Manganwerten aber auch hochdosierte Arzneimittel verordnet. Auch bei solchen so genannten therapeutischen Dosen bis 30 mg pro Tag sind keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Mangan-Bedarf nicht erhöht.

AlterMangan mg/Tag
4 bis unter 12 Monate0,6–1,0
1 bis unter 4 Jahre1,0–1,5
4 bis unter 7 Jahre1,5–2,0
7 bis unter 10 Jahre2,0–3,0
10 bis unter 15 Jahre2,0–5,0
Jugendliche und Erwachsene   2,0–5,0

4. Wo kommt Mangan natürlich vor?

Es ist zu 0,095 % Bestandteil der Erdkruste und kommt dort ähnlich häufig vor wie Phosphor oder Fluor. Man findet es jedoch nicht elementar, also in Reinform, sondern immer gebunden. Meist liegt es als Mangansilikat, Mangancarbonat oder Manganoxid vor. Manganerze kommen geologisch in Rhodochrosit-Braunit-Erzen, Sedimentgesteinen und Mangan-Schiefer-Erzen vor. Die Kalahari-Wüste Südafrikas birgt die größten Manganvorkommen der Welt. Des Weiteren finden sich größere Manganressourcen in der Ukraine, Brasilien, Indien, Gabun, China und auf dem australischen Kontinent.

In der Tiefsee des Pazifiks sowie des indischen Ozeans lassen sich Manganknollen mit Manganmengen von bis zu 50 % finden, die aber aufgrund der technischen Schwierigkeiten nicht abgebaut werden. 

Pflanzen brauchen Mangan, um Photosynthese betreiben zu können. Hier spielt es eine wichtige Rolle bei der Oxidation von Wasser zu Sauerstoff. Deshalb sind pflanzliche Lebensmittel vergleichsweise manganreich.

5. In welchen Lebensmitteln ist Mangan enthalten?

In besonders hohen Konzentrationen ist es im schwarzen Tee enthalten. Wegen seines hohen Gerbstoffanteils ist es aus schwarzem Tee aber schlecht bioverfügbar. Andere manganreiche Lebensmittel sind Reis, Haferflocken, Linsen, Haselnüsse und Sojabohnen. Aber auch grünes Blattgemüse ist ein Manganlieferant. Das zeigt, dass eine ausgewogene Ernährung der beste Weg ist, um einem Manganmangel vorzubeugen. Tierische Lebensmittel sind allerdings vergleichsweise manganarm.

LebensmittelMangangehalt pro 100g
Austern600 µg
Schweineleber   308 µg
Ei30 µg
Grünkohl550 µg
Haferflocken4.500 µg
Reis2.100 µg
Sojabohnen2.710 µg
Linsen1.490 µg
Haselnüsse5.700 µg

6. Ursachen einer unzureichenden Manganversorgung

Eine nicht ausreichende Manganversorgung kommt bei Menschen mit ausgewogener Ernährung, die keine Vorerkrankungen haben, eigentlich nicht vor.

Zu einem erhöhten Manganbedarf können aber beispielsweise ein hoher Alkoholkonsum oder Schwermetall-Belastungen führen. Auch eine einseitige, gemüsearme Ernährung mit viel zuckerhaltigen Lebensmitteln und vielen Weißmehl-Produkten kann zu einer unzureichenden Manganversorgung führen. 

Es gibt aber auch verschiedene Grunderkrankungen, die oft mit einer unzureichenden Manganversorgung einhergehen. Es ist hier jedoch häufig unklar, was Ursache und was Auswirkung ist – das betrifft vor allem verschiedene psychische Störungen bzw. Nervenerkrankungen. Eine zu geringe Versorgung kann auch bei Personen auftreten, die über einen längeren Zeitraum parental ernährt wurden.

Ein Manganmangel sollte stets von einem Arzt/ einer Ärztin abgeklärt und behandelt werden lassen.

7. Wie äußert sich eine nicht ausreichende Manganversorgung?

Da die biologische Bedeutung von Mangan so komplex ist, sind die Symptome bei einer nicht ausreichenden Versorgung eher unspezifisch. Dazu können Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel gehören, Knochen- und Knorpelveränderungen und verschiedene Hauterkrankungen. 

8. Gibt es Manganvergiftungen?

Allein durch die Ernährung mit manganhaltigen Lebensmitteln kann keine Manganvergiftung auftreten. 

Allerdings kann es durch bestimmte Arbeitsumfelder zu einer Manganvergiftung kommen. Hier sind in der Arbeitsmedizin vor allem Vergiftungsunfälle bei Minenarbeiter:innen bekannt, die mit Manganstaub in Berührung gekommen sind oder diesen eingeatmet haben. Manganhaltiger Staub wirkt toxisch, wenn er in hohen Dosen eingeatmet wird. Deshalb kann es bei Mangangewinnung, -transport, -verarbeitung und -verwendung zu einer Erkrankung kommen, die als Berufskrankheit anerkannt ist. Zunächst kommt es dabei zu Husten und Entzündungen der Atemwege. Bei Langzeitbelastung mit Manganstäuben kann es aber auch zum Manganismus kommen, einer Schädigung des Zentralnervensystems mit motorischen Störungen. 

9. Was kann Mangan für unsere Gesundheit leisten?

Mangan, das Spurenelement für den Energiestoffwechsel, trägt dazu bei:

  • einen normalen Energiestoffwechsel zu gewährleisten
  • einen normalen Knochenbau zu erhalten
  • eine normale Bindegewebsbildung zu gewährleisten
  • Körperzellen vor oxidativem Stress zu schützen
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Bitte beachten Sie: Alles, was die Gesundheit unterstützen kann, kann ihr auch schaden. Häufig ist das eine Frage der Dosis oder der Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln und möglicherweise bestehenden Grunderkrankungen. Dieses Wirkstoff-Porträt nennt nicht alle Eigenschaften, die bei der arzneilichen Anwendung beachtet werden müssen. Lassen Sie sich daher über mögliche Neben- und Wechselwirkungen von Ihrem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker beraten und lesen Sie die Packungsbeilagen von Arzneimitteln.

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