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Vitamin C wirkt

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Auch Kritiker müssen wissenschaftliche Beweise anerkennen!

Widersprüchliche Berichterstattung basiert häufig auf der Tatsache, dass Studien unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen können und man sie nicht immer wirklich miteinander vergleichen kann. Es kommt hier oft auf die Details an.

Ein aktueller, sehr kritischer Übersichts-Artikel thematisiert das Risiko des Missbrauchs von zusätzlicher Vitamin-Zufuhr. Die Autoren kommen u.a. zu dem Schluss, dass die Einnahme von Vitaminen bei Hochrisiko-Patienten kontrolliert und ärztlich begleitet erfolgen sollte. Eine Einschätzung die wir voll unterstützen!

Daten aus 60 Publikationen von 1980 bis 2013 mit dem Fokus auf den Vitaminen A, E, D und C werden diskutiert. Dabei kann man feststellen, dass diese durchaus gegensätzliche Aussagen beinhalten – der deutlich überwiegende Anteil der Studien jedoch positive Wirkungen für die zusätzlich eingenommenen Vitamine belegt.

Vitamin C zeigt deutlich positives Nutzen-Risiko-Verhältnis

Wichtig: „Negative“ Ergebnisse sind keineswegs gleich Risiken. Oft werden positive Tendenzen gezeigt, jedoch fehlt die statistische Absicherung. Leider ebenfalls kritisch bewertet wird die Wirkung, wenn diese nur in Kombination mit anderen Mikronährstoffen erzielt wird.

Es wurden folgende wichtige Hinweise beschrieben:

  • Niedrige Vitamin-C-Spiegel und erhöhte Entzündungswerte gehen mit verkürzter Überlebenszeit von Krebs-Patienten einher
  • Vitamin C hilft dem Körper, Tumorzellen durch programmierten Zelltod zu zerstören
  • Vitamin C hemmt  außerdem die Vermehrung von veränderten Zellen
  • Die Behandlung mit Vitamin C machte Krebszellen empfindlicher gegenüber Chemotherapie
  • Vitamin C unterdrückt die Gefäßneubildung durch bestimmte Faktoren, so dass ein Tumor nicht ernährt werden kann
  • Vitamin C verringerte in Kombination mit Vitamin E und dem Mineral Selen das Risiko für Bauchspeicheldrüsen-Krebs
  • Vitamin C in Kombination mit Vitamin E, Pro-Vitamin A und weitere Pflanzenfarbstoffe verringerten ebenfalls das Risiko an  Bauchspeicheldrüsen-Krebs zu erkranken
  • Die Zufuhr von rohem Gemüse und Zitrusfrüchten (reich an Vitamin C) führte zu geringerem Auftreten von Speiseröhren-Krebs unter starken Rauchern
  • Mit einer Erhöhung  der Vitamin-C-Zufuhr durch die Nahrung konnten diese Ergebnisse (weniger Speiseröhren-Krebs) untermauert werden.

Man hat bis heute noch nicht alle Zusammenhänge verstanden, warum die Vitamine zumeist eine Wirkung zeigen – manchmal eben aber auch nicht. Ausschlaggebend ist wohl das richtige Zusammenspiel verschiedener Einflüsse, darunter entscheidend die Dosierung und Kombination mit anderen Wirkstoffen.

Die Autoren fassen zusammen, dass sicherlich weitere Studien für eine sinnvolle Anwendung benötigt werden. Aus diesem Grund sollte eine fachkundige Beratung durch einen Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker die Basis für jede Vitamin-Ergänzung sein!

Publikation: Marosz, A. and D. Chlubek (2014). "The risk of abuse of vitamin supplements." Ann Acad Med Stetin 60(1): 60-64.