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„Psy-was?” Berufsgruppen in der Behandlung psychisch-seelischer Beschwerden

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Wer eine Grippe hat, geht zum Hausarzt, wer für die Tageszeitung eine Lupe braucht, macht einen Gang zum Augenarzt, aber wenn die Psyche Probleme macht, breitet sich häufig Unsicherheit aus.

©iStockphoto.com

Insbesondere für Laien ist es oftmals schwierig zu beurteilen, was der Unterschied zwischen den Psyche-Kundigen ist: Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater, Heilpraktiker (Psychotherapie).

Der Psychologe
Ein Psychologe ist ein Hochschulabsolvent der Fachrichtung Psychologie, der in der Regel sein Studium mit dem akademischen Grad „Diplom” abgeschlossen hat. Dies befähigt ihn trotz im Studium erworbener Kenntnisse über menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen dennoch nicht umfassend zur Behandlung von Patienten.

Der Psychotherapeut
Eine im Anschluss an das Psychologie-Studium durchgeführte, mehrjährige psychotherapeutische Zusatzausbildung qualifiziert zur Bezeichnung „Psychologischer Psychotherapeut” und soll den Therapeuten dazu befähigen, eigenverantwortlich Therapien mit psychologischen, nicht aber mit medikamentösen Mitteln durchzuführen. Ist dennoch eine Therapie mit psychologischen Mitteln und Medikamenten (häufig Psychopharmaka) notwendig, arbeiten Psychologen oder Psychologische Psychotherapeuten oftmals mit Ärzten Hand in Hand. Einen Sonderfall stellt der „Kinder- und Jugendpsychotherapeut” dar, da hier für die Weiterbildung nicht nur Psychologen, sondern auch Pädagogen, Musiktherapeuten und Sozialpädagogen zugelassen sind. Beim Begriff „Psychotherapeut” handelt es sich um eine durch das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) geschützte Berufsbezeichnung (anders als etwa „Mediator“, einer in Deutschland nicht gesetzlich geschützten Berufsbezeichnung): Wer unbefugt den Titel Psychotherapeut trägt wird gemäß §132a StGB mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Der Heilpraktiker (Psychotherapie)
Dennoch können auch Personen behandeln bzw. beraten, die aufgrund fehlender Aus- und Weiterbildung nicht die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ tragen dürfen, z. B. Heilpraktiker für Psychotherapie. Hier erteilt die zuständige Aufsichtsbehörde (Gesundheitsamt) eine beschränkte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde im Bereich Psychotherapie. Diese Erlaubnis wird nach Feststellung der notwendigen Kenntnisse zur Ausübung der Heilkunde erteilt (Feststellungsprüfung); es handelt sich dabei nicht um eine Eignungsprüfung in Bezug auf den ausgeübten Beruf.

Der Psychiater
Im Gegensatz zum Psychologen bzw. psychologischen Psychotherapeuten handelt es sich beim Psychiater um einen studierten Mediziner, der psychische Krankheiten (primär) mit Medikamenten behandelt. Die Herangehensweise an die vorliegenden Krankheiten ist daraus resultierend eine andere, da eher der menschliche Körper denn die Psyche im Sinne eines psychologischen Konstrukts im Fokus steht oder in veränderten psychischen Gegebenheiten organische Ursachen vermutet werden. Um die Zusatzbezeichnung „Psychotherapie” verwenden zu können muss auch der Psychiater die angesprochene psychotherapeutische  Zusatzausbildung absolvieren („Ärztlicher Psychotherapeut”), will er den Patienten im Rahmen einer selbst durchgeführten Psychotherapie behandeln. Eine weitere Möglichkeit nach dem Medizinstudium bietet der ebenfalls über eine mehrjährige Weiterbildung zu erlangende „Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie”.