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Passionsblume – Eine Heilpflanze für seelisches Gleichgewicht und das Wiederfinden der inneren Mitte

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Wenige Gewächse in der Natur bilden eine Blüte von solch vollendeter Schönheit wie Passiflora incarnata, die Passionsblume. Sie ist ein ästhetisches Wunderwerk und zeigt, von oben betrachtet, einen Strahlenkranz aus zehn Kelch- und Kronblättern mit zehn Kreisen, die sich konzentrisch um einen Mittelpunkt anordnen. In dieser Mitte lösen die Ringe sich auf.

©PASCOE Naturmedizin

In der Symbolik ist der Kreis ein Zeichen, das in sich selbst, zu einer punktförmigen Mitte zurückführt. Er steht für Einheit, Vollkommenheit und das Absolute, ist ein Symbol des Himmels im Gegensatz zur Erde, des Geistigen im Gegensatz zum Materiellen. In der Magie galten Kreise über Jahrhunderte als wirksames Symbol des Schutzes gegen böse Geister oder Dämonen. Deshalb sprach man im Mittelalter Gürteln, Ringen und Armreifen eine schützende Funktion zu.

Im Zen-Buddhismus bedeuten konzentrische Kreise die höchste Stufe der Erleuchtung und die Harmonie aller geistigen Kräfte. Sie sind Symbole der Seele und des Selbst. So wundert es nicht, dass eine Heilpflanze, die das Kreishafte als zentrales Wesenselement in sich trägt, die Transformation verwirrender und blockierter Emotionen hin zu Stille, Harmonie und Herzensruhe unterstützt. Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, entstehen konzentrische Wellenbewegungen, die nach außen hin flacher werden. Die Heilwirkung der Passionsblume kann man sich – bildlich gesehen - in umgekehrte Richtung vorstellen: Sie bringt aufgewühlte Emotionen zur Ruhe und hilft einem Menschen, der sein seelisches Gleichgewicht verloren hat, seine innere Mitte wiederzufinden.

Die Passionsblume ist eine ausdauernde, aber frostempfindliche Kletterpflanze, die bis zu neun Metern lang werden kann. In Wintergärten kann sie sich über viele Jahre prachtvoll entwickeln. Ihre etwa 8 cm großen Blüten sind unglaublich dekorativ. Jede Blüte ist nur einen einzigen Tag geöffnet; die Pflanze bringt aber von Juli bis September eine Fülle von immer wieder neuen Blüten hervor. Dass Passiflora nicht nur schön, sondern auch eine hochwirksame Heilpflanze ist, wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Man verordnete sie vor allem zur Behandlung von Schlaflosigkeit bei Menschen, die unter Hysterie, Alkoholismus und „Burnout” litten – letzteres nannte man damals noch Neurasthenie (Nervenschwäche). Ein mit Passiflora-Zubereitungen herbeigeführter Schlaf ist dem normalen, gesunden Schlaf sehr ähnlich und führt auch nicht zu Benommenheit am nächsten Vormittag.

Mit der Zeit entdeckte man, dass die Passionsblume in der Nacht nicht nur den Schlaf fördern kann, sondern über Tag eingenommen eine beruhigende, krampf- und angstlösende Wirkung besitzt. So wurde sie zu einer der wichtigsten Heilpflanzen zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen, leichten depressiven Verstimmungen und der sog. vegetativen Dystonie, die mit verstärktem Schwitzen und Panikstörungen einhergehen kann. Auch nervöse Beschwerden, die wetterbedingt sind oder durch die hormonellen Umstellungen der Wechseljahre entstehen, reagieren ausgesprochen gut auf eine Behandlung mit Passiflora. Weil arzneiliche Zubereitungen aus dieser Pflanze gut verträglich und praktisch nebenwirkungsfrei sind, kann man sie auch bei nervösen Störungen im Kindesalter oder in der Pubertät einsetzen.

Passiflora bringt aufgewühlte Emotionen sanft zum Ausgleich. Sie ist heute ein zentraler Bestandteile vieler pflanzlicher und homöopathischer Komplexmittel zur Beruhigung am Tag und zur Förderung eines erholsamen Schlafes bei Nacht.

Bleiben Sie gesund! Ihr PASCOE-Team

Literatur:1. Udo Becker: Lexikon der Symbole. Herder Verlag, Freiburg 20052. Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen – Anwendung – Therapie. Sonntag Verlag in Medizinverlage Stuttgart 20053. Der Neue Clarke – Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker. Band 34. Dr. Grohmann Verlag für homöopathische Literatur. Bielefeld 20015. Roger Kalbermatten: Wesen und Signatur der Heilpflanzen. Die Gestalt als Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen. AT Verlag, Aarau 20026. Gerhard Madaus: Lehrbuch der Biologischen Heilmittel. Band 9. Mediamed Verlag, Ravensburg 19897. Hildebert Wagner, Markus Wiesenauer: Phytotherapie – Phytopharmaka und pflanzliche Homöopathika. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2003