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Leberblümchen (Hepatica triloba) - Eine Heilpflanze für Leber und Bronchien

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Sie ist zart, zäh und zauberhaft schön: Hepatica triloba, das Leberblümchen. Die zur Familie der Hahnenfußgewächse zählende Pflanze wird zwischen zehn und zwanzig Zentimetern hoch, ein wintergrüner Tiefwurzler, dessen Laubblätter an die Form einer Leber erinnern.

Das gab der Pflanze ihren deutschen und botanischen Namen: die Bezeichnung Hepatica leitet sich vom altgriechischen Hepar - Leber ab, das Attribut triloba kommt aus dem Lateinischen, bedeutet dreilappig und spielt ebenfalls auf die Form der Blätter an. Das Leberblümchen blüht von März bis April mit zarten, wunderschön blauvioletten Blüten, die sich nachts und bei Regen schließen. Jede Blüte ist etwa nur acht Tage geöffnet, danach verwelkt sie.

Die Heimat des Leberblümchens ist der europäische Raum; man findet es von Sizilien bis Skandinavien und von Spanien bis zur Ukraine. Es liebt lehmige und kalkhaltige Waldböden. Da es mittlerweile in unseren Wäldern große Verbreitungslücken gibt, ist die Pflanze nach der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland geschützt. Man darf sie weder pflücken noch ausgraben. Die von Loki Schmidt gegründete Stiftung Naturschutz in Hamburg wählte das Leberblümchen im Jahr 2013 zu Blume des Jahres&, um die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf die Gefährdung dieser alten Heilpflanze zu lenken.

Pflanzliches und homöopathisches Heilmittel
Die frische Pflanze enthält den schwach giftigen Wirkstoff Protoanemonin. Beim Trocknen des Krautes wird die Substanz umgewandelt und verliert ihre Giftwirkung. Aus diesem Grund und wegen des Artenschutzes sollte man keine Tees aus frisch gepflücktem Leberblümchenkraut herstellen, sondern nur auf Arzneizubereitungen von Naturheilmittelherstellern zurückgreifen.

Zubereitungen aus Leberblümchen sind seit dem Mittelalter bekannt. Sie können nach Angaben der alten Ärzte bei Leberstauungen "die verstopfte Leber öffnen", die Milz, die Nieren und das Blut reinigen. Man verordnete Hepatica triloba bei Lebererkrankungen aller Art wie Leberentzündungen, Fettleber und Leberzirrhose, bei Störungen des Gallenflusses, Gallensteinen, Gallengrieß und Milzschwellungen.

Ganz anders und nicht weniger interessant ist die Wirkung des Leberblümchens hingegen, wenn man es nicht phytotherapeutisch, d. h. als alkoholischen oder wässrigen Auszug, sondern verdünnt und verschüttelt, also homöopathisch potenziert verabreicht. Dann wirkt die Pflanze nicht primär auf die Leber, sondern auf die Bronchien und entfaltet ihren heilenden Effekt vor allem bei chronischer Bronchitis mit rauer, trockener Kehle, bei Kitzel- und Keuchhusten, Kehlkopf- und Rachenentzündung. Kratzen im Hals und eine raue Kehle sind ihre Haupteinsatzgebiete. Wenn der Schleim dick und zäh ist, man deshalb oft räuspern muss und das Gefühl hat, als stecke ein Speiserest im Hals, ist Hepatica triloba genau das richtige Mittel. In homöopathischer Aufbereitung kräftigt es Bronchien und Lungen. Dass die Pflanze aber auch dann noch einen stärkenden und regenerierenden Effekt auf die Leber ausübt, ist daran erkennbar, dass sich während der Therapie mit Hepatica nicht nur die Bronchialsymptome bessern, sondern auch die Verdauung.

So klein das Pflänzchen ist, so potent ist es als pflanzliches und homöopathisches Heilmittel in der Behandlung von Leber- und Bronchialleiden. Da es in den Wäldern heute immer seltener zu finden ist, braucht es unseren besonderen Schutz.

Bleiben Sie gesund!
Ihr Pascoe-Team

Literatur
William Boericke: Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen. Verlag Grundlagen und Praxis, Leer 1972
Der Neue Clarke. Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker. Band 2. Dr. Grohmann Verlag für homöopathische Literatur, Bielefeld 1996 Gerhard Madaus: Lehrbuch der Biologischen Heilmittel. Band 7. Mediamed Verlag, Ravensburg 1989
www.stiftung-naturschutz-hh.de