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Homöopathische Komplexmittel – was ist das?

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Wie praktische Anwendererfahrungen die Zusammensetzung von homöopathischen Arzneimitteln beeinflussen

Seit zwei Jahrhunderten kennt die Homöopathie eine Vielzahl von Einzelmitteln mit komplexen Arzneimittelbildern. Das homöopathische Arzneimittelbild bezeichnet dabei die Gesamtheit aller Erscheinungen und Symptome, die durch ein Arzneimittel beim Gesunden hervorgerufen und beim Kranken zum Verschwinden gebracht werden können. Dabei wird ein Patient nie sämtliche Symptome eines Arzneimittelbildes aufweisen, was bedeutet, dass ein Krankheitsbild sich nie völlig mit einem Arzneimittelbild decken wird.

Von der Einzelmittel-Homöopathie zur Komplexmittel-Homöopathie

In der täglichen Arbeit mit der klassischen Homöopathie, in der jeweils nur ein einzelnes Mittel eingesetzt wird, entwickelte sich mit zunehmender Erfahrung in der therapeutischen Praxis eine abgewandelte Philosophie der Anwendung. Bekannte Therapeuten wie Arthur Lutze (1813 - 1870) und Pastor Emanuel Felke (1856 - 1926) gingen im Laufe der Jahre erfolgreich dazu über, homöopathische Mittel im Sinne bewährter Indikationen zu kombinieren. Dies geschah zum Teil zufällig, weil z.B. ein Patient, der mehrere Mittel hintereinander nehmen sollte, diese gleichzeitig nahm, wie der Italiener Gaudenzio Soleri um das Jahr 1850 berichtete.

Da Menschen, die an einer Krankheit leiden, oft viele unterschiedliche Symptome haben, gab es manchmal kein Einzelmittel, das alle Beschwerden abdeckte oder es kamen auch mehrere Einzelmittel gleichzeitig infrage. In diesen Fällen lag der Gedanke ebenfalls nahe, bestimmte Einzelmittel zu kombinieren. Im Laufe der Zeit fiel den Therapeuten auf, dass sie für unterschiedliche Menschen mit gleichen oder ähnlichen Krankheiten immer die gleichen Kombinationen verschrieben. So entstanden mit der Zeit feste Kombinationen - die Komplexmittel.

Komplexmittel mit zahlreichen Vorteilen für den Anwender

Außerdem erspart es viel Zeit, da die Auswahl des richtigen Mittels nicht so lange dauert, wie bei Einzelmitteln. Darüber hinaus müssen Patienten nicht jedes Mal ein neues Mittel bekommen, wenn sich die Symptome im Laufe einer Krankheit verändern. Dass sich die einzelnen Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken, ist ein weiterer Vorteil von Komplexmitteln.

Literatur

Herget, H.(2011). „Ursprung und geschichtlicher Abriss der Komplexhomöopathie.“ Naturheilpraxis 03: 255-257.
Kämmerer, K.U. (2013). „Systematik der Komplexhomöopathie – dargestellt am Beispiel der PASCOE Similiaplexe®.“ Naturheilpraxis 01: 62-67.
Stutz, E. (2006). „Komplexhomöopathie: gestern, heute, morgen.“ Naturheilpraxis 03.
Stutz, E. (2011). „Tief sitzen die Wurzeln der Homöopathie.“ Naturheilpraxis 03: 245-247.
Verein zur Förderung der Homöopathie & Gesundheit (2006). „HOMÖOPATHISCHE KOMPLEXMITTEL.“ Das Homöopathie-Bulletin 02: 1&4.