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Arzneipflanzen in der Weihnachtsbäckerei

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Nicht nur wohlschmeckend, sondern auch gesund. Eins der bekanntesten Weihnachtsgewürze ist Zimt (Zimtrinde, Cinnamomum aromaticum). Bereits im ersten chinesischen Kräuterbuch des Kaisers Shen Nung (ca. 2700 v. Chr.) wird Zimt erwähnt und zählt damit auch zu den ältesten Gewürzen. Im Mittelmeerraum wurde der Chinesische Zimt als Räuchermittel und Arzneimittel genutzt.

Aufgrund der langen Handelswege war er bis ins Mittelalter hinein von sehr hohem Wert und wurde als fürstliches Geschenk immer besonders erwähnt. Die getrocknete Zimtrinde enthält unter anderen verschiedene ätherische Öle und Gerbstoffe, die u.a. antibakteriell, krampflösend, schmerzstillend wirken. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Am häufigsten wird Zimt bei Appetitlosigkeit, Übelkeit, Blähungen sowie zur symptomatischen Behandlung anderer Verdauungsstörungen eingesetzt. 

Seit mehr als 4000 Jahren wird der Hafer (Avena sativa) in Europa genutzt. Zunächst diente das Getreide vor allem als Viehfutter für Ziegen und Pferde. Später wurde es in der menschlichen Ernährung ein wichtiger Lieferant für Eiweiß und Fett, aber auch für Kohlenhydrate und Ballaststoffe. In Deutschland war der Hafer früher ein Hauptnahrungsmittel und wurde im 16. Jh. auch in der Bierbrauerei verwendet. Genutzt wird das grüne Haferkraut in der Volksheilkunde z.B. als symptomatisches Beruhigungsmittel bei nervösen Erschöpfungszuständen, urologischen Beschwerden, rheumatischen Beschwerden und allgemein als Aufbau- und Kräftigungsmittel. Durch eine verbesserte Nährstoffversorgung des Gehirns und des Nervensystems hat Avena sativa außerdem einen positiven Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit und den Schlaf.

Die Muskatnuss (Myristica fragrans, Nux moschata) wurde im 16. Jahrhundert als das „Gold Ostindiens” bezeichnet. Briten, Spanier, Portugiesen und Niederländer bekriegten sich wegen der Frucht des Muskatnussbaumes. Als Heilpflanze wurde Muskatnuss früher von Naturvölkern in Asien bei Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden oder Kreislaufstörungen genutzt. Dies entspricht auch der heutigen Anwendung in der Naturheilkunde, die Muskatnuss darüber hinaus bei nervösen körperlichen Beschwerden einsetzt. Durch die leicht berauschende Wirkung des Myristicins, einem ätherischen Öl, gilt es in der Volksmedizin auch als Aphrodisiakum. Aus der gleichen Familie (Myristicaceae, Muskatnusgewächsen) stammt auch die Talgmuskatnuss (Myristica sebifera). Im Unterschied zur Muskatnuss, wird hier nicht der getrocknete Samen, sondern der rote, eingetrocknete Saft der Talgmuskatnussbaum-Rinde verwendet. In der Naturheilkunde nutzt man hier hauptsächlich die antiseptischen Eigenschaften.

Der lateinische Name der Echten Walnuss (Juglans regia) bedeutet „die königliche Frucht des Jupiter”. In dieser Namensgebung kommt zum Ausdruck, dass die Echte Walnuss schon seit alters her eine mythische Rolle spielte und der Baum wegen seiner majestätischen Gestalt und reichen Fruchtansatzes mit Königswürde und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wurde. Aufgrund ihrer Vielzahl an Wirkstoffen finden sowohl die Nüsse selber, als auch die noch grünen Fruchtschalen und die Blätter Anwendung in unterschiedlichen Bereichen der Medizin. So eignet sich die Pflanze zur Behandlung von Kopfschmerzen, Hautausschlägen, Lymphkotenentzündungen und Leberstörungen. Neben Juglans regia werden auch Pflanzenteile von Juglans cinerea, der Grauen Walnuss, medizinisch genutzt.

In diesen leckeren Plätzchen stecken vier Arzneipflanzen:

Rezept Hafer-Zimt-Plätzchen
In einer Schüssel weiche Butter (50 g) mit 40 g Honig, 7 EL Milch, einem Ei und 4 EL Vanillezucker vermengen. In einer zweiten Schüssel 125 g Haferflocken, 165 g Mehl, 35 g Rohrzucker, 1,5 TL Backpulver, 0,5 TL Zimt, etwas geriebene Muskatnuss, 100 g kleingeschnittene, getrocknete Aprikosen und 100 g gemahlene Walnüsse mischen und diese Mischung unter die Erste rühren. Sobald alle Zutaten gut vermischt sind, kleine Portionen auf einem mit Backpapier belegtes Backblech verteilen. Bei 190°C ca. 15 min backen und leicht bräunen lassen. Die fertigen Plätzchen auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

Weitere Heilpflanzen, die gerne für Weihnachtsgebäck genutzt werden, sind Anis (z. B. in Anisplätzchen und Pfeffernüssen), Ingwer (z. B. in Ingwerplätzchen und Lebkuchen), Kardamon (z. B. in Gewürzplätzchen und Spekulatius) und Koriander (z. B. in Lebkuchen und Printen).

In diesem Sinne: Eine gesunde und leckere Weihnachtszeit!

Quellen:
Boericke W (2000). Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen. „Marteria Medica und Repetitorium” 6. Auflage, Wissenschaftlicher Autoren Verlag KG, Leer

http://www.agrilexikon.de
http://www.spektrum.de
http://www.wissenschaft-online.de
http://lexikon-alternativ-heilen.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Walnuss
https://de.wikipedia.org/wiki/Talgmuskatnussbaum
http://www.heilpflanzen-online.com/heilpflanzen-a-z/muskatnuss.html