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Ysop (Hyssopus officinalis): Alte Heilpflanze und ebenso in Vergessenheit geratenes Küchenkraut

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Späte Bienenweide, Schädlingsvertreiber und interessante Würze

Wenn einem die Yucca-Palme oder Yams-Wurzel nicht einfallen, ist der gute alte Ysop eine wunderbare Wahl, wenn es bei Stadt-Land-Fluss um den Buchstaben „Y“ geht. Doch auch darüber hinaus ist der Ysop etwas in Vergessenheit geraten – zu Unrecht, denn er ist eine spannende Pflanze in vielerlei Hinsicht.

Gewürzpflanze Ysop

Ysop ist eine altbewährte Heilpflanze und Gewürz aus der Familie der Lippenblütler – wie auch Rosmarin oder Salbei, um nur zwei prominente Vertreter zu nennen. Bereits die Germanen sollen das Kraut verwendet haben und auch Hildegard von Bingen ließ die Pflanze in Klostergärten anbauen. Der Geschmack ist würzig, leicht bitter und kampferartig. Er erinnert dabei an andere mediterrane Kräuter wie den Rosmarin oder Oregano. Ähnlich dem Salbei sollte man Ysop allerdings nicht längerfristig und auch nicht in zu großen Mengen zu sich nehmen (Schwangere sollten wegen des Gehalts an Campher am besten ganz auf den Verzehr verzichten). Auch in der Küche sollte man besser sparsam dosieren, da der Geschmack doch sehr intensiv ausfällt.

Ysop in Haus und Küche

Am besten zupft man sich frische Blätter oder Blüten ab, um sie vielfältig im Essen zu verwenden. Außerdem kann man die Pflanze auch einfrieren oder in Wein, Essig oder Öl einlegen und so haltbarer machen. Die Blüten machen sich als Blickfang toll in Salat oder Bowle, aber auch Bienen und andere Insekten freuen sich, wenn Du einige stehen lässt, denn der Ysop kann bis in den November hinein blühen und Garten, Balkon und Terrasse zu einem beliebten Ausflugsziel für Bienen machen. Positiver Nebeneffekt: die winterharte Pflanze soll auch Schädlinge vertreiben.

Ysop als Arzneipflanze?

Als Heilpflanze wird der Ysop meistens nur volksheilkundlich verwendet, ähnlich den Einsatzgebieten von Salbei (also bei Erkältungen, Entzündungen im Mundraum etc.). Es muss allerdings angemerkt werden, dass er nicht wirklich gut untersucht ist und seine Heilwirkung wissenschaftlich als nicht nachgewiesen gilt.

Was es sonst noch zu wissen gibt

Quasi zweckentfremdet wurde Ysop früher als Sprengwedel für Weihwasser verwendet – vielleicht wird er deshalb in Frankreich „herbe sacré“ (heiliges Kraut) genannt. Wer sich Ysop für den Garten oder Balkon besorgen möchte, schaut am besten in gut sortierten Gartenmärkten vorbei. Dort findet man den Ysop als Kräutertopf (wenn auch recht selten). Zudem findet man auch als Samen zum Selbstanziehen. Das ist recht einfach, da die Pflanze ziemlich anspruchslos ist. Sie trägt blaue, violette, rosafarbene oder weiße Blüten und ist daher nicht nur ein Geschmackserlebnis und heilsam, sondern auch noch ein schöner Blickfang.

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