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Was ist Zitronenmelisse und welche Verwendung findet das Heilkraut?

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Pflanzen-Steckbrief Melisse (Melissa officinalis L.)

Spricht man landläufig von Melisse ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) die Rede. Die Pflanzengattung Melisse umfasst weltweit vier Arten, wovon die bekannteste und in unseren Breitengraden verbreitetste die Zitronenmelisse ist. Neben Melissa officinalis, wie der lateinische Name der Zitronenmelisse lautet, finden sich noch die im asiatischen Raum beheimateten Melissa axillaris, Melissa flava und Melissa yunnanensis.

Eine Pflanze für Tee und Garten

Da in unseren Gärten die Zitronenmelisse heimisch ist, wollen wir uns fortan mit dieser Pflanze beschäftigen, wenn also von Melisse die Rede ist, meinen wir die Zitronenmelisse. Wie die meisten wissen, haben sowohl die frischen grünen Blätter als auch die getrockneten Blätter ein unverwechselbares Aroma nach Zitrone - daher wird das Kraut gern für Tee verwendet. Aber auch in kalten Getränken kommt das zitronige Aroma der Pflanze gut zur Geltung. Verwendet werden können die jungen Blätter auch in Salaten oder Kräuterbutter. Man kann also das ganze Jahr von der Zitronenmelisse profitieren, egal ob frisch oder getrocknet. Selbst die Blüten sind essbar, schmecken ähnlich wie die Blätter und eignen sich zum Beispiel als Dekoration für Desserts. Gut zu wissen: Wenn die Pflanze blüht, lässt der Geschmack des Krauts meistens nach oder bekommt sogar eine leicht bittere Note. Wer es also auf die Blätter abgesehen hat, erntet optimalerweise vor der Blüte.

Der Gärtner ist hingegen vorsichtig mit der krautigen Pflanze. An sonnigen Standorten wächst der Lippenblütler (Lamiaceae) mit den weißen Blüten besonders gern - und die kräftigen Pflanzen haben hier einen sehr ausgeprägten Ausdehnungsdrang. Im Garten ist mit dem Kraut also Obacht geboten, damit sich die Zitronenmelisse nicht zu stark ausdehnt und dabei andere Pflanzen regelrecht überwuchert.

Bienenweide: Insekten lieben die Pflanze

Die Pflanze ist im Grunde recht anspruchslos, bedarf keiner besonderen Pflege, ist aber teilweise anfällig für den Echten Mehltau. Sie eignet sich auch zur Kultivierung in Töpfen oder Balkonkästen. Und was spricht noch für einen Anbau? Nicht nur wir Menschen freuen uns über die vielfältigen Möglichkeiten der Verwendung, sondern die Blüten sind auch eine wunderbare Bienenweide. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass sich die Bezeichnung "Melisse" von Melitta ableitet, dem griechischen Wort für Honigbiene. Bienen lieben die Zitronenmelisse, weshalb sie auch gern in der Nähe von Bienenkästen gepflanzt wird.

Was macht die Zitronenmelisse zu einer Heilpflanze?

Im Jahr 1988 wurde die Melisse zur "Arzneipflanze des Jahres" gekürt. Dabei standen weniger ihr einzigartiger frischer Duft oder ihr tolles Aroma in der Küche im Vordergrund, sondern ihre arzneilich wirksamen Inhaltsstoffe wie die ätherischen Öle.

Als pharmazeutische Droge wird das Blatt der Pflanze (Melissae folium) verwendet., nicht aber Stängel oder Wurzel. Das Teegetränk als wässriger Aufguss der getrockneten oder frischen Blätter enthält nicht alle wirksamen Inhaltsstoffe, da nicht alle wasserlöslich sind. Hier haben sich alkoholische Extrakte der Pflanze bewährt, die in pflanzlichen Arzneimitteln zur Beruhigung und Förderung des Schlafs eingesetzt werden können.

Verwechslung mit Minze?

Grundsätzlich kann man Minze, etwa die Pfefferminze, sehr gut anhand des Geruchs von Zitronenmelisse unterscheiden. Beide sind recht aromatisch, aber Zitronenmelisse riecht (wie der Name ja schon ausdrückt), nach Zitrus, wohingegen die Pfefferminze ein eher mentholiges Aroma aufweist. Auch optisch sind Unterschiede auszumachen, beispielsweise in der Form des Blatts: Zitronenmelisse hat eine deutlich strukturiertere Blattoberfläche, das Blatt geht eher in die Breite und ist nicht lanzettförmig, wie es bei der Minze der Fall ist. Zudem ist die Farbe des Blatts eher hellgrünlich verglichen mit den dunkleren, minzgrünen Blättern.

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