Von Thomas Kammler

Urtinkturen: Homöopathisch, aber hoch konzentriert

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Die homöopathische Besonderheit am Beispiel der Urtinktur aus Arnika (Arnica montana)

Arnika Blume

Was ist eine Urtinktur? Ein etwas seltsam anmutendes Symbol, das sicherlich schon dem einen oder anderen auf einer Arzneimittel-Verpackung aufgefallen sein dürfte: „ø“. Dies ist das Zeichen für eine sogenannte homöopathische Urtinktur, das hinter dem Wirkstoff steht. Als Urtinkturen bezeichnet man in der Homöopathie die Ausgangsstoffe der Pflanzen bzw. sonstiger Wirkstoffe, bevor diese Urtinkturen nach den Regeln des Homöopathischen Arzneibuchs potenziert werden und zu Arzneimitteln verarbeitet werden. „Arnica Ø“ auf einer Arzneimittelpackung bedeutet also „es ist Arnika in der Urtinktur enthalten“.

Wie werden Urtinkturen hergestellt?

In der Regel werden Urtinkturen als konzentrierte Zubereitungen gewonnen, indem man entweder den Pflanzenpresssaft mit Ethanol (Alkohol) mischt oder beispielsweise pflanzliche Ausgangsstoffe extrahiert. Die gewonnene Dilution enthält demnach die vollen Wirkstoffkonzentrationen, beispielsweise aus Heilpflanzen wie Arnica montana, Weißdorn, Calendula und vielen weiteren Pflanzen.

Was ist der Unterschied von einer Urtinktur zu einer Tinktur?

Der maßgebliche Unterschied von Urtinktur zu Tinktur ist die Art des verwendeten Ursprungsmaterials. Bei der Urtinktur ist dies in aller Regel eine Frischpflanze, bei der Tinktur wird die getrocknete Pflanze weiterverarbeitet. 

Welche Urtinkturen gibt es?

Grundsätzlich können aus allen Heilpflanzen Urtinkturen hergestellt werden. Bekannte Beispiele sind die Arnika-Urtinktur, Chamomilla-Urtinktur aus der Kamille oder Hypericum-Urtinktur aus Johanniskraut. Da es sich um eine starke Konzentration der Wirkstoffe handelt, können Urtinkturen aber nur aus Pflanzen genutzt werden, die nicht giftig sind. Bei giftigen Arzneipflanzen ist eine Weiterverarbeitung in Form von Verdünnungen notwendig („Potenzierung“), damit aus der Giftpflanze eine Heilpflanze wird.

Welche Urtinkturen gibt es von Pascoe Naturmedizin?

In den homöopathischen Arzneimitteln, die in flüssiger Form als Dilutionen bezeichnet werden, kommen bei Pascoe Naturmedizin zum absolut überwiegenden Teil niedrige Potenzen von D2 bis D6 zum Einsatz – und zusätzlich häufig auch noch pflanzliche Urtinkturen. Pascoe stellt keine homöopathischen Einzelmittel her, sondern ist auf Komplexmittel spezialisiert – dementsprechend sind auch die Urtinkturen Bestandteile von Komplexmitteln – teilweise sind sogar mehrere Urtinkturen in einem Komplexmittel enthalten.

Arnica-Urtinktur in Corvipas® Tropfen

Ein gutes Beispiel sind unsere Corvipas® Tropfen, die drei Urtinkturen enthalten: Arnica (Arnika), Cactus (der Kaktus "Königin der Nacht") und Crataegus (Weißdorn). Hinzu kommen bei diesem Heilmittel vier weitere Inhaltsstoffe auf pflanzlicher Basis. Das homöopathische Arzneimittel, das in der Packungsgröße von 50 ml rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist, findet Anwendung zur Besserung des Befindens bei Herz- und Kreislaufstörungen. Die enthaltene Arnika unterstützt hier bei Durchblutungsstörungen. Dabei machen von 10 g (= 11 ml) Corvipas® allein 1 g bzw. die Arnica-Urtinktur aus.  Man erhält die apothekenpflichtigen Tropfen ohne Rezept in der Apotheke (50 ml; PZN: 12472023). 

Weitere Informationen zu Urtinkturen in Arzneimitteln

Homöopathische Arzneimittel mit Urtinkturen können in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten werden, beispielsweise flüssig in Form von Tropfen, aber auch fest, z.B. als Globuli oder homöopathische Tabletten. Bei Pascoe Naturmedizin finden Sie ausschließlich Arzneimittel in Tablettenform sowie Tropfen, Heilmittel in Form von Globuli führen wir nicht. 

Exkurs zur Heilpflanze Arnika

Die Arnika ist eine bewährte, aber noch vergleichsweise junge Arzneipflanze: Erst seit dem 17. Jahrhundert wurden die Heilkräfte der Pflanze geschätzt und bekannt – in den Schriften der antiken Ärzte ist sie jedoch nicht zu finden. Erstmals erwähnt als „Arnich“ im 14. Jahrhundert bei Matthaeus Sylvaticus. Die Arnika wird vor allem für ihre ausgeprägten Wundheilungskräfte geschätzt - volkstümliche Bezeichnungen wie Wundkraut oder Stichkraut sprechen hier eine deutliche Sprache. Arnica wirkt zudem entspannend auf das Blutgefäßsystem, die Gefäße und Kapillaren. Homöopathisch unterstützt die Arnika u.a. bei Verletzungen, Blutungen und Hämatomen sowie bei Durchblutungsstörungen. Im Jahr 2001 wurde die Arnika zur „Arzneipflanze des Jahres“ gekürt.
In freier Wildbahn ist die Arnika eher selten anzutreffen und sie steht Arnika unter Naturschutz. Die Gebirgspflanze Arnica montana ist in ganz Europa geschützt und darf daher nicht wildwachsend gepflückt werden. Für Arnika-Urtinkturen und andere pharmazeutische Produkte aus Arnika kommen daher kultivierte Pflanzen zum Einsatz.

Quellen:

Kooperation Phytopharmaka, „Urtinktur“, https://arzneipflanzenlexikon.info/urtinktur.php , abgerufen am 09.05.2022

Corvipas® 
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehört: Besserung des Befindens bei Herz-Kreislaufstörungen. Enthält 62 Vol.-% Alkohol. 
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. 
Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen

 

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