Teufelskralle ist nicht gleich Teufelskralle

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Auch in Deutschland wachsen Pflanzen, die den Namen Teufelskralle tragen.

Im Allgäu und im Wettersteingebirge findet man beispielsweise die sogenannte Halbkugelige Teufelskralle, die den lateinischen Namen Phyteuma hemisphaericum trägt und zur Familie der Glockenblumengewächse gehört. Hier findet sich bereits der erste große Unterschied zur Afrikanischen Teufelskralle, denn diese ist eine Wüstenpflanze, die ausschließlich in Afrika zu finden ist und zwar in den namibischen Savannen und der Kalahari-Wüste. Im Gegensatz zur den in Europa vorkommenden Teufelskrallen ist die Afrikanische Teufelskralle (lat. Harpagophytum procumbens) ein Sesamgewächs und nicht näher mit ihren europäischen Namensvettern verwandt.

 



Nomen est omen – in unterschiedlicher Hinsicht

Auch die Namensgebung unterscheidet sich, denn die Kralle des Teufels bezieht sich bei den europäischen Varianten auf die Blütenform, bei der afrikanischen Pflanze auf deren Früchte. Sie sind mit Widerhaken ausgestattet, die zur Verbreitung der Pflanze dienen. Hier hat sich die Natur eine besonders effektive Möglichkeit ausgedacht, denn die Früchte reisen im Fell von vorbeiziehenden Tieren. Diesen Vorgang der an Tiere angepassten Ausbreitung von Pflanzensamen durch Tiere nennt man „Epichorie“. Im Fall der Afrikanischen Teufelskralle bleiben die bis zu 15 cm großen Früchte wie Kletten im Fell haften und können so große Strecken überwinden. Der lateinische Name verdeutlicht dies ebenfalls, da Harpagophytum auf Enterhaken hindeutet.

Nur eine Art der Teufelskralle wird medizinisch verwendet

Eine pharmazeutische bzw. medizinische Bedeutung hat ausschließlich die Afrikanische Teufelskralle, genauer gesagt deren Speicherwurzeln („Harpagophyti radix“), die an Süßkartoffeln erinnern. Aus ihnen werden Arzneimittel hergestellt. Hier wirken im Extrakt der Teufelskralle neben weiteren Wirkstoffen die Hauptwirkstoffe Harpagosid und Harpagid. Die „Schmerz-Kralle“ wird zum Beispiel als Begleitbehandlung bei Arthrose verwendet.

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