Von Thomas Kammler

Mit Ingwer gegen Migräne?

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Klinische Studie untersucht einen möglichen vorbeugenden Effekt

Ingwer im Bastkorb

Immer wiederkehrende, nahezu unerträgliche Kopfschmerzen, einseitig und dumpf bis pulsierend: Hierbei könnte es sich um Migräne-Attacken handeln. Begleitet wird dies häufig von Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Einige von Migräne Betroffene setzen Ingwer zur Migräneprophylaxe ein – aber kann Ingwer tatsächlich Migräneattacken vorbeugen? Diese Frage stand im Zentrum einer wissenschaftlichen Untersuchung an 107 Migränepatient*innen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren.

Ingwerextrakt vs. Placebo

In der randomisierten, doppelt-verblindeten und placebo-kontrollierten Studie wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die eine Gruppe über drei Monate hinweg dreimal täglich Kapseln mit 200 mg Ingwerextrakt erhielten, die andere Gruppe ein identisch aussehendes Placebo. Ein Kopfschmerztagebuch sowie ein monatlicher Arztbesuch sollten Aufschluss über eine mögliche Wirkung geben.

Weniger Übelkeit und Schmerzen, aber keine Prophylaxe

Nach Abschluss der Studie zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen. Zwar nahm in beiden Gruppen die Kopfschmerzhäufigkeit und -dauer ab und es wurden auch weniger Akutmedikamente eingenommen, dennoch ging dies nicht über den Placeboeffekt hinaus.

Allerdings: Obwohl die Ingwergabe der Migräneattacke nicht vorbeugen konnte, wurden begleitende Schmerzen und Übelkeit gelindert. Die Schmerzlinderung durch Ingwer wurde auch bereits in früheren Studien gezeigt und mit dieser Studie bestätigt.

Allgemeine Informationen rund um das Thema Kopfschmerzen finden Sie im Anwendungsgebiet Kopfschmerzen & Migräne.

Quellen: 
Martins, L.B. et al., Double-blind placebo-controlled randomized clinical trial of ginger (Zingiber officinale Rosc.) in the prophylactic treatment of migraine, Cephalagia, 40, 1, 2020.

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