Von Thomas Kammler

Lymphknoten geschwollen – „ist das was Schlimmes“?

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Was angeschwollene Lymphknoten bedeuten können

Lymphknoten geschwollen

Kurz und knapp: Im folgenden Artikel geht es um geschwollene Lymphdrüsen, wo im Körper die Lymphdrüsen ansässig sind, warum man besser von geschwollenen Lymphknoten anstatt von Lymphdrüsen sprechen sollte, welche Ursachen vorliegen können und wann man zum Arzt gehen sollte.

Die gute Nachricht zuerst: In den seltensten Fällen steckt eine sehr ernsthafte Erkrankung hinter dem Symptom geschwollene Lymphknoten (landläufig auch Lymphdrüsen genannt - mehr dazu im letzten Abschnitt des Artikels). In der Regel sind es Entzündungen, oft durch Erkältungen, Grippe oder beispielsweise eine Mandelentzündung sowie Reaktionen auf Verletzungen im entsprechenden Lymphabflussgebiet, die eine Schwellung hervorrufen. Im Normalfall sind sicht- und tastbare Schwellung der Lymphknoten schlichtweg nichts anderes als ein Zeichen höchster Aktivität dieser lymphatischen Organe. Aber welche Funktionen haben die Lymphknoten?

Die Schaltzentralen der körpereigenen Abwehrkräfte

Rund 600 Lymphknoten verteilen sich über den menschlichen Körper. Verbunden sind sie durch die Lymphgefäße, die wiederum die Lymphe transportieren. Sie sind die Schaltzentralen unseres Immunsystems, was insbesondere an zwei wichtigen Aufgaben abzulesen ist: Zum einen wird die Lymphflüssigkeit, auch kurz Lymphe genannt, in den Lymphknoten gefiltert, um Partikel und Erreger aufzuspüren und abzubauen. Zudem werden in den Lymphknoten Abwehrzellen gebildet, die sogenannten „Lymphozyten“. Sie werden dann im Infektionsfall gezielt vermehrt und dann über das Blut bzw. die Blutgefäße an den Infektionsort entsandt, um eingedrungene Krankheitserreger wie etwa Bakterien zu bekämpfen.

Was sind mögliche Ursachen für geschwollene Lymphknoten?  

Im Falle von Viren könnten dies beispielsweise die Erreger von Masern, Röteln oder Mumps der Grund für die vergrößerten Lymphknoten sein. Auch beim Pfeifferschen Drüsenfieber können die Lymphknoten anschwellen, ebenso wie bei bakteriell bedingten Infektionen. Hinter geschwollenen Lymphknoten können sich auch Erkrankungen des Lymphsystems verbergen, genauso wie eine gesteigerte Aktivität  bedingt durch Operationen oder Verletzungen.

Welche Lymphknoten sind betroffen?

Lymphknoten sind nahezu über den gesamten Körper zu finden. Sie sind normalerweise etwa 5 bis 10 Millimeter groß und daher in der Regel weder sicht- noch tastbar. Die meisten davon konzentrieren sich im Bereich der Leisten, der Achseln, am Hals und im Brustraum sowie im Bauchraum. Je nachdem, wo am Körper die geschwollenen Lymphknoten festgestellt werden, kann dies ein Hinweis auf den Ort des Krankheitsgeschehens, z.B. einer Entzündung, sein.

Bei einer Mandelentzündung, Erkrankungen der Atemwege oder Zahnproblemen sind oftmals die Lymphknoten am Hals angeschwollen, insbesondere, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. Sind hingegen die Beinregion oder der Unterbauch betroffen, sind es häufig die Lymphknoten in der Leistengegend, die aktiv werden und in der Folge anschwellen.

Lymphknotenschwellungen am Hals im Zusammenhang mit einer Erkältung

Viele Infekte kündigen sich mit Symptomen im Bereich von Hals, Nase und Rachen an: Oft fängt es mit Schluckbeschwerden an, hinzu kommen Heiserkeit oder ein Kratzen im Hals. Aber weshalb äußert sich ein beginnender Infekt oft durch Symptome im Hals? Die Ursachen hierfür liegen im Aufbau unseres körpereigenen Abwehrsystems. Gerade im Halsbereich muss das Immunsystem besonders schnell auf die Krankheitserreger reagieren können, da über Mund, Nase und Augen viele Bakterien und Viren in den Körper eindringen können. Das Immunsystem kann nur optimal die Erreger bekämpfen, wenn das Lymphsystem gut funktioniert, denn: Lymph- und Immunsystem bilden eine Einheit. Eine Unterstützung des Lymphsystems kann daher dazu beitragen, auf einen Infekt adäquat zu reagieren. 

Besuch beim Arzt erforderlich? Wann sollte man wegen geschwollener Lymphknoten zur Behandlung eine Praxis aufsuchen?

Insbesondere wenn die Schwellungen länger andauern (mehrere Wochen), die betroffenen Lymphknoten verhärtet sind oder größer als 2 Zentimeter werden, sollte man als Patient bzw. Patientin dringend eine*n Fachmann bzw. Fachfrau zu Rate ziehen, um die Ursache herauszufinden und bösartige Erkrankungen des Lymphsystems wie Morbus Hodgkin oder ein Non-Hodgkin-Lymphom auszuschließen. Nur so können eine optimale körperliche Untersuchung, Diagnose und Behandlung durch den Arzt bzw. eine Ärztin erfolgen und eine professionelle Therapie angestoßen werden.

Exkurs Lymphdrüse: Was sind Lymphdrüsen?
Wenn umgangssprachlich von Lymphdrüsen die Rede ist, sind die Lymphknoten gemeint. Sachlich ist das eigentlich nicht ganz korrekt, denn unter einer Drüse wird ein Organ verstanden, das ein Sekret abgibt - beispielsweise die Bauchspeicheldrüse oder die Schweißdrüsen, die Schweiß an die Haut abgeben. Offensichtlich hat sich die Bezeichnung Lymphdrüse verselbstständigt, weshalb auch meist von Lymphdrüsenkrebs die Rede ist. Hier sind Lymphome gemeint. Ein Arzt würde also nicht von geschwollenen Lymphdrüsen sprechen, sondern von Lymphknotenschwellungen bzw. einer Lymphangitis.

Weitere Informationen

Weitere wichtige Informationen rund um das Lymphsystem sowie Produkttipps finden Sie im Anwendungsgebiet Lymphe. Dort gibt es unter anderem Wissenswertes zum Aufbau des lymphatischen Systems, zu dessen Funktionen und der wichtigen Rolle des Lymphsystems für die Gesundheit des ganzen Körpers, zu Lymphknotenschwellungen, zum Lymphödem  oder beispielsweise der Manuellen Lymphdrainage.

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