Von Thomas Kammler

Laktoseintoleranz und Medikamente

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Kann man als Betroffene/-r dennoch Tabletten mit Laktose nutzen?

Medikamentenflasche

Uns erreichen häufig Fragen zum Laktosegehalt unserer Pascoe-Produkte. Grundsätzlich kann man sagen, dass alle Arzneimittel in Tropfenform komplett laktosefrei sind. Gleiches gilt für unsere Injektionen die ebenfalls keine Laktose enthalten (einzige Ausnahme: Pectapas® CPL Injektopas). Die Frage nach dem Laktosegehalt unserer Arzneimittel betrifft demnach ausschließlich Produkte in Tablettenform.

Ein allgemeiner Hinweis reicht hier allerdings nicht aus, da einige Tablettenprodukte ebenfalls laktosefrei sind (z.B. Pascoflair® und Pascoflair® Night), andere jedoch Laktose enthalten (z.B. Neurapas® balance). Auf unseren Produktseiten findet man daher einen entsprechenden Hinweis im unteren Teil der Seite, entweder „enthält Laktose“ oder „laktosefrei“.

Ist Laktose in Medikamenten problematisch für Menschen mit Laktoseintoleranz?

Um diese Frage zu klären, schauen wir uns im ersten Schritt an, was Laktose und Laktoseintoleranz überhaupt ist. Laktose ist schlichtweg der Fachbegriff für Milchzucker. Wie der Name schon sagt, ist diese Substanz in Milch und Milchprodukten enthalten.

Und welche Rolle spielt das Enzym Laktase?

Mit Milchzucker kommen wir schon als Säuglinge in Kontakt, nämlich über die Muttermilch als Nahrung. Daher produziert der kleine Körper ein Enzym namens Laktase, um die Nahrung zu verwerten, also den Milchzucker aufzuspalten. Danach kann der Körper die einzelnen Bestandteileweiterverwenden.  Wird das Kind dann von der Muttermilch entwöhnt, passiert auch eine Veränderung in der Verdauung, denn diese passt sich an die veränderten Nahrungsbedingungen an: Da weniger des Enzyms Laktase benötigt wird, werden vom Körper des Kleinkindes auch nur noch geringere Mengen des Enzyms produziert. In der Folge kann dann nur noch weniger Laktose aus Lebensmitteln aufgespalten werden.

Laktose im Erwachsenenalter

Die Produktion von Laktase nimmt bei Erwachsenen weiterhin ab. Eine verbleibende Aktivität von 50 Prozent wird als ausreichend angesehen. Menschen, die weniger produzieren, können unter einer primären Laktose-Intoleranz leiden. Diese ist überwiegend genetisch bedingt. Nehmen die Betroffenen mehr Milchzucker über die Nahrung auf, als durch die produzierte Laktase aufgespalten werden kann, verbleibt der restliche Milchzucker ungespalten im Darm. Im Dickdarm zersetzen ihn dann Darmbakterien. Bei diesem Vorgang entstehen Gase und weitere Abbauprodukte, die in der Folge zu Symptomen wie starken Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder auch Durchfall, seltener auch zu Verstopfung führen können.

Die zweite Form der Laktoseintoleranz ist erworben und durch Krankheiten oder eine laktosearme Ernährung bedingt. Bei verschiedenen Erkrankungen wird weniger Laktase produziert, weil beispielsweise Schädigungen an der Darmschleimhaut vorliegen. Diese können durch Verletzungen der Darmschleimhaut oder Entzündungen entstehen. Aber auch bei einer laktosearmen Ernährung wird wegen des nachlassenden Bedarfs immer weniger des Enzyms Laktase gebildet, obwohl es eigentlich möglich wäre.

Je nachdem, welche Form der Laktoseintoleranz bei den Betroffenen vorliegt, müssen unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. Die sekundäre Form ist behandelbar, sofern die Ursache der Beschwerden herausgefunden und beseitigt werden kann. Mit der Erholung der Darmschleimhaut wird auch wieder vermehrt Laktase gebildet und so verschwindet auch die Laktoseintoleranz. Die Rückgewöhnung muss aber mit ganz langsam ansteigenden Dosen beginnen, damit die Enzymbildung langsam wieder gesteigert werden kann.

Anders bei der primären Laktoseintoleranz: Da eine Heilung nicht möglich ist, müssen je nach Schwere der Ausprägung die Ernährungsgewohnheiten angepasst werden, um Beschwerden zu vermeiden. Eine weitere Möglichkeit des Umgangs mit Laktoseintoleranz ist die Einnahme des Enzyms Laktase, welches dabei unterstützen kann, eine laktosehaltige Mahlzeit besser zu verdauen.

Laktose: Ab welcher Menge wird es bei Laktoseintoleranz schwierig?

Hierzu kann man keine allgemeingültige Aussage treffen, da es individuell sehr unterschiedlich ist, wie viel Laktose ein Erwachsener noch verträgt. Laktoseintoleranz ist auch keine Allergie: Bei einer Milchallergie beispielsweise wird überhaupt keine Milch vertragen, auch nicht in kleinen Mengen. Sie bezieht sich aber meistens auf die Eiweiße in der Milch, nicht auf den Milchzucker. Hier ist eine milchfreie Ernährung notwendig. Bei der Laktoseunverträglichkeit sieht es hingegen anders aus: Kleinere Mengen Laktose, wie sie etwa in unseren Tabletten vorkommen können, werden in der Regel auch von Betroffenen mit Laktoseintoleranz vertragen.

Tipp: Wie eingangs erwähnt, finden sich auf den Produktseiten unserer Arzneimittel entsprechende Hinweise, ob ein Medikament Laktose enthält oder laktosefrei ist.

Unter Produkte finden Sie alle unsere Pascoe-Produkte und können dort auch nach speziellen Wirkstoffen oder anderen Kategorien, z.B. „laktosefrei“ filtern.

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