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Kann man Bärlauch wirklich mit Maiglöckchen verwechseln?

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Ungeübte sollten zumindest vorsichtig sein

Der Pflanzenkundige weiß: Die Blätter von Bärlauch und Maiglöckchen unterscheiden sich recht deutlich voneinander: Beim „Waldknoblauch“ wachsen sie einzeln am Stiel, Maiglöckchen-Blätter hingegen sind fast ungestielt, beim Bärlauch zudem am Rand häufig leicht wellig. Auch die Blütenstände sind verschieden: Die Maiglöckchen-Knospen reihen sich am Stängel, die kleinen Blütensterne des Bärlauchs bilden eine Dolde.

Worin sich alle einig sind, ist der Geruch: Bärlauch riecht nach Knoblauch!

Zerreibt man ein Stück Bärlauchblatt, kommt der typische Knoblauchgeruch hervor – was erklärt, warum das ausgesprochen gesunde Wildgemüse auch „Waldknoblauch“ genannt wird. Zurecht ist dies das deutlichste Unterscheidungsmerkmal, weshalb viele der Meinung sind, man könne Bärlauch und Maiglöckchen überhaupt nicht verwechseln. Obwohl das grundsätzlich richtig ist, muss man hierbei folgendes bedenken: Wer zuvor Bärlauch geschnitten hat, an dessen Händen verbleibt der deutlich wahrnehmbare Geruch.

Wird in der Folge fälschlicherweise Maiglöckchen geschnitten, riechen hier die Blätter vermeintlich ebenfalls nach Knoblauch, obwohl der Geruch vom zuvor geschnittenen Bärlauch herrührt. Dennoch kommt es - natürlich sehr selten - zu Vergiftungen aufgrund von Verwechslung, da die Pflanzen sich ja, wie beschrieben, durchaus deutlich unterscheiden und Maiglöckchen in der Regel später dran sind, als der Bärlauch. Der Haupterntemonat für Bärlauch (lateinisch Allium ursinum) ist bekanntermaßen der April - je nach Witterung.

Vergiftungen durch Maiglöckchen

Beim versehentlichen übermäßigen Verzehr von Maiglöckchen kann es aufgrund der giftigen Digitalis-Glykoside zu Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand kommen. Bei einem Brennen und Kratzen im Mund nach Verzehr oder bei Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Schwindel oder Sehstörungen sollte man an eine mögliche Vergiftung denken und sich sofort ins nächste Krankenhaus begeben. Wer sich unsicher ist: Im Zweifel besser auf Bärlauch aus kontrolliertem Anbau zurückgreifen oder selbst im Garten kultivieren!!

Bärlauch ist gesund!

Bärlauch ist nicht nur in der Küche vielseitig einsetzbar, sondern auch eine ausgesprochen gesunde Pflanze: Bärlauch ist gut bei Magen-Darm-Störungen, Bluthochdruck und Arteriosklerose (Quelle: Jänicke, Grünwald, Brendler „Handbuch Phytotherapie“ 2003). Die komplette Pflanze ist essbar, hauptsächlich werden die Blätter verwendet bevor die Blüten austreiben, aber aus den Knospen kann man z. B. „Bärlauch-Kapern“ herstellen.

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