Von Thomas Kammler

Ist eine Mandelentzündung ansteckend?

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Häufig gestellte Frage im Zusammenhang mit einer Tonsillitis

Junge Frau mit Mandelentzündung

Die Frage, ob eine Mandelentzündung ansteckend ist, lässt sich mit einem einfachen Ja beantworten. Das liegt am Übertragungsweg der Erreger, die die Krankheit Tonsillitis auslösen. Sie werden Maße über die sogenannte Tröpfcheninfektion oder aber über eine Kontaktinfektion übertragen.

Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Wie läuft das ab? Der an einer Angina tonsillaris Erkrankte hustet oder niest, wobei Erreger wie Streptokokken. in die Atemluft geraten. Streptokokken sind Bakterien. Zu den häufigsten, die eine bakterielle Mandelentzündung auslösen können, gehören die so genannten beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A oder B.n. Von der Atemluft aus werden sie von anderen, z.B. Familienmitgliedern eingeatmet, die in der Folge ebenfalls erkranken können. Noch leichter wird es Viren oder Bakterien beim Küssen gemacht, da sie hier direkt übertragen werden und zu einer bakteriellen oder viralen Mandelentzündung führen können.

Ansteckungswege Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion

Etwas anders verläuft eine Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion. Hier bleiben die Keime an Händen oder Gegenständen wie Türklinken, Telefonen, Einkaufswagen, Fenstergriffen oder Stiften haften. Im Anschluss werden sie dann weitergegeben, wenn Hände geschüttelt oder betreffende Gegenstände angefasst und danach Nase oder Mund berührt werden, so dass die Erreger mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen.  

Zu welchem Arzt bei Mandelentzündung?

Die akute Mandelentzündung ist eine der 20 häufigsten Gründe für einen Praxisbesuch. Für die ärztliche Behandlung der Erkrankung ist es wichtig zu unterscheiden, ob die akute Mandelentzündung (akute Tonsillitis) durch Bakterien oder Viren ausgelöst wurde - denn gegen Viren sind Antibiotika machtlos und eine Antibiotika-Behandlung wäre dementsprechend sinnlos. Handelt es sich dagegen um eine bakterielle Infektion, wie z.B. eine Streptokokken-Infektion ("Streptokokken-Angina"), ist die Einnahme von Antibiotika u.U. notwendig. Erste Anlaufstelle sind Hausärztin bzw. Hausarzt, die Spezialisten in diesem Falle wären Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO-Ärzte bzw. HNO-Ärztinnen).

Wie lange ist eine Mandelentzündung ansteckend?

Um andere Menschen nicht anzustecken, sollte man besonders in den ersten Tagen einer akuten Entzündung der Mandeln zuhause bleiben - idealerweise bis sich die typischen Symptome, wie starke Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten und geschwollene Mandeln oder hohes Fieber, gelegt haben.
Insbesondere bei einer viralen Infektion oder einer schweren bakteriellen, eitrigen Infektion kann das Ansteckungsrisiko, je nach Dauer der Beschwerden, bis zu zwei Wochen bestehen bleiben. 

Antibiotika bei einer Mandelentzündung?

Kommt ein Antibiotikum im Rahmen einer bakteriellen Infektion zum Einsatz, sinkt das Risiko für andere, ebenfalls an der bakteriellen Mandelentzündung zu erkranken, bereits in den ersten Tagen nach der Einnahme. Da Antibiotika aber nicht nur die krankmachenden Bakterien abtöten, sondern unbeabsichtigt auch gesunde Darmbakterien in Mitleidenschaft ziehen, sollte man bei einer Antibiotika-Therapie auch an die Darmflora bzw. deren Unterstützung durch Probiotika denken.  

Professionell behandelt werden sollte eine Angina tonsillaris in jedem Falle, damit keine Folgeerkrankungen wie eine chronische Mandelentzündung (chronische Tonsillitis) entstehen. Davon wird gesprochen, wenn eine Infektion länger als drei Monate anhält. 

Kann man vorbeugen, um sich nicht mit einer Mandelentzündung anzustecken?

Nein, komplett vermeiden kann man eine Ansteckung in der Regel nicht. Man kann allerdings das Risiko einer Ansteckung minimieren. Erste Maßnahme ist Abstand halten: Sich von Personen möglichst fernhalten, die Symptome zeigen. Zudem ist Hygiene sehr wichtig: Um Schmierinfektionen zu vermeiden, sollte man sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen.

Wie kann man sich vor einer Entzündung der Mandeln schützen?

Um zu verhindern, dass die Krankheitserreger in die Schleimhäute gelangen, sollte man zudem nicht mit den Händen ins Gesicht fassen. Den besten Schutz vor einer Infektion bietet das körpereigene Schutzschild Immunsystem. Daher ist es nicht nur mit Blick auf eine entzündliche Erkrankung ratsam, die Abwehrkräfte des Körpers bestmöglich zu stärken. Wie das geht und was sonst in Bezug auf das Immunsystem wichtig ist, erfahren Sie im Anwendungsgebiet Immunsystem.

Weitere Informationen

Wer mehr zu diesem Krankheitsbild aus der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und dessen Behandlung wissen möchte, dem sei das Anwendungsgebiet Mandelentzündung ans Herz gelegt. Dort finden sich umfassende Informationen z.B. zu Lage und Funktion der Mandeln oder der Bedeutung von Halsschmerzen als Symptom anderer Erkrankungen. Zudem werden häufig gestellte Fragen geklärt: Was hat das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) damit zu tun? Operative Entfernung: Wann ist eine Mandeloperation sinnvoll? Und was sollte man bei einer Mandelentzündung essen und trinken? Außerdem stellen wir dort bewährte Hausmittel bei einer Mandelentzündung vor - und natürlich passende Produkte aus unserem Pascoe-Sortiment.

Quellen:

Weblinks

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs